Raus auf’s Land, gern. Aber bitte nur für zwei Stunden. Von der Doppelmoral der Städter…

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Liebe Caro,
ich muss mal etwas zum Thema Landleben loswerden. Denn das Landleben ist lukrativ. Die Zeitschrift Landlust erscheint im westfälischen Landwirtschaftsverlag in einer Auflage von einer Million, Land-Apps wie landio.de sprießen aus dem Boden, in denen die besten Ausflugsziele für Land-Sehnsüchtler verzeichnet sind (ja, als Land-Mama kennt man sowas, dabei ist das ja eigentlich für Städter gedacht, die mal abschalten wollen 🙂 und alle kreischen: „Aaaaah, so müssen Kinder aufwachsen“, wenn sie Fotos von Wiesen und Äckern und Tieren und Milchkannen sehen.
Dann aber, und jetzt kommt sie die Doppelmoral, wenn man sich als Familie entscheidet, seinen Kindern diesen Landtraum zu ermöglichen und raus zieht aus den Städten, dann plötzlich gilt man als Erwachsener als spießig, als engstirnig, als langweilig und unhip – unter Städtern wohlgemerkt. Das ist mir jetzt schon ein paar Mal aufgefallen. Sie schauen Dich verängstigt an, als wolltest Du ihnen gleich Gülle ins Gesicht sprühen, als könne man sich ja gleich tot über den Gartenzeun hängen, als habe man mit Kultur, gemeint ist Hochkultur, ja ab jetzt eh nichts mehr am Hut… Vorurteile halt.
Aber woher kommt diese Schizophrenie? Dieses gleichzeitige Vergöttern und Verteufeln des Landlebens? Kinder: aufs Land, bitte. Erwachsene doch bitteschön ins Urbane. Ja sollen denn unsere Kinder allein aufs Land? In den Städten die Erwachsenen, in den Randgebieten die Jugend und ganz abseits wiesenwäldrig die Kleinsten. Das wär’s ja noch.
Ich sag’s Dir, das Landleben ist besonders lukrativ für die Städter. Für diejenigen, die uns Landpomeranzen unsexy und ihr hippes Mitte-Leben für das einzige Wahre halten, die sich im Herzen aber doch nach ein bisschen Ruhe und Natur sehnen. Das Landleben ist wieder hip – aber eben nur in Teilzeit. Denn die meisten sehnen sich zwar danach, Du ja auch,  und gönnen sich ab und zu mal einen Abstecher ins Grüne, trauen sich aber doch nicht, ihrem Städter-Schick dauerhaft bye-bye zu sagen. Geht Dir doch genauso, Caro, oder?

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5 Kommentare

  1. Mittelding
    Ich bin zwar (noch) keine Mama, aber man macht sich ja doch seine Gedanken. Ich habe acht Jahre in einer Großstadt gelebt und weiß, welche Vorteile das hat, aber auch welche Nachteile und, ganz ehrlich, ich möchte da keine Kinder großziehen. Aber so richtig auf dem Land zu leben wäre für mich persönlich auch nicht das Gelbe vom Ei. Von daher: Kleinstadt! Da hat man sogar ein bißchen Kultur und es ist doch eher ländlich (v.a. wenn man nicht im Einzugsbereich einer Großstadt wohnt). Aber es ist wohl alles Geschmackssache:-)

  2. Ja, da gibts schon viele
    Ja, da gibts schon viele Vorurteile, die sind mir aber egal. Ich brauche Platz, Ruhe, Natur und Haustiere für mein Wohlbefinden. In der Großstadt war ich 15 Jahre lang unglücklich.

    Es gibt eben eher Stadt- und eher Landmenschen. Gegenseitig dissen muss doch nicht sein und in der heutigen Zeit kann man auch auf dem Land gut informiert und unspießig sein/leben.

  3. Kindercafé
    Ja, das mit dem Kindercafé finde ich auch interessant. Bis Caro davon erzählt hat und es auch im Fernsehen gezeigt wurde, wusste ich nicht, dass es sowas gibt. Und wieso gibt es sowas nur in der Stadt???

  4. Hoffnungsthal! 🙂

    Haha Hoffnungsthal! Das ist ja direkt hier bei mir um die Ecke! Außerdem gibt es da einen Bahnhof, was ECHT toll ist, denn dann kann man, wenn man abends nach Köln reinfährt, wenigstens mal was trinken. Und das Freibad von Hoffnungsthal ist frisch saniert und im Sommer super.

    Also eine nette Mama in der Umgebung kennst du dann ja schon – mich – und das mit dem Kindercafe besprechen wir dann. Vielleicht machen wir einfach selbst eins auf. Wo wohnt Ihr denn bislang?

  5. Niemals raus aus der Südstadt
    haha lisa, mein herzensmensch hat sich grade in ein fachwerkhaus in hoffnungsthal verliebt und ich zittere jetzt schon! auf den fotos drumherum nur grün! wie find ich denn da andere nette mammis? kann ich mich dann noch ins kindercafe setzen? abends treffen nur mit dicker anreise via auto in die kölner innenstadt? gut, das wäre natürlich hinfällig, wenn bewegung in die peergroup käme und sich so langsam alle davonschleichen. frag mich in 5 jahren nochmal!