Kein guter Einfluss! Darf ich mich bei der Wahl der Freunde einmischen?

Freunde

Foto: Pixabay

Mein Name ist Henrike, mein Sohn ist 13 und ein schlaues, lustiges Kerlchen. Aber: Er ist eben auch in einem schwierigen Alter und ich merke, dass er „draußen“ anders ist als zu Hause. Ich weiß, dass das auch normal ist, aber mich ärgert, dass er sich teilweise ganz schön verstellt, um anderen zu imponieren oder um cool zu wirken.

Es gibt da zwei andere Jungs, mit denen er befreundet ist und die er ziemlich cool findet. Ich mag die beiden gar nicht, denn ich finde, dass sie eine respektlose Art haben und fast nur am Computer hängen. Mein Sohn war immer gerne draußen unterwegs und auch kreativ, jetzt hängt er jeden Nachmittag mit den beiden Jungs rum und zockt.

Wenn die Jungs bei uns sind, dann kriege ich auch schon mal eine freche Antwort – von der ich weiß, dass er sie mir niemals so geben würde, wenn er alleine wäre. Die beiden anderen Jungs sind auch in allem schon viel weiter als er und ich habe auch Angst, dass da demnächst auch mal Alkohol und Zigaretten angesagt sind.

Am Liebsten würde ich den Umgang verbieten, was natürlich nicht geht. Aber ich möchte meinem Sohn schon zeigen, dass er nicht allen Unfug mitmachen muss – nur um cool zu sein. Gibt es hier andere Eltern, die bei einigen Freunden ihrer Kinder „Bauchweh“ hatten? Wie seid ihr damit umgegangen?


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5 comments

  1. Warum siehst du hier nicht deinen Sohn? Redest MIT ihm? Bzw warum ist er so wenig selbstbewusst, der Charakter und das Verhalten kommen doch nicht von außen? Das ist doch das was er in der Familie gelernt, erfahren, gesehen, mitbekommen hat? Wenn ich eine gute Bindung zu meinen Kindern habe bleibt das auch. Wenn das vorher nicht da war ist es dann auch zu spät. Und mit Verboten erreicht man das Gegenteil und nur noch größere Distanz. Aber die habt ihr schon wenn ich sehe, welche Fragen du stellst und welche Fragen dir nicht mal in den Sinn kommen.

  2. Grundsätzlich gilt: Eltern dürfen sich in den Umgang ihres Kindes einmischen und im Ernstfall dürften Eltern auch ein Umgangsverbot aussprechen.

    ABER: Das sollte wirklich das letzte Mittel sein.

    Hier geht es ja nur darum, dass der Sohn mit diesen Freunden zu viel zockt und seit neuestem ein paar freche Antworten gibt. Das ist nicht unbedingt schön, aber teenagertypisch und wäre für mich noch kein Grund, den Kontakt gänzlich zu unterbinden.

    Wenn sich die frechen Kommentare allerdings häufen würden und nicht bloß einmalige Ausrutscher wären, gäbe es bei mir dann schon mal ein richtiges Donnerwetter und zwar direkt an Ort und Stelle, auch wenn seine Freunde das mitkriegen. Ja… ich weiß, dass es nicht die feine englische Art ist, das eigene Kind vor seinen Freunden runterzuputzen, aber genauso muss man sich als Elternteil eben auch nicht vor den Augen seiner Gäste vom eigenen Kind runterputzen lassen. Und wenn man da kein klares Stoppsignal setzt, tanzen einem bald auch die Freunde des eigenen Kindes auf der Nase herum.

    Was das Zocken betrifft, würde ich mich hingegen eher in Gelassenheit üben und evtl. mal eine Runde mitzocken.

    Etwas anderes wäre, wenn diese Freunde Deinen 13jährigen Sohn tatsächlich zum Alkohol- und Zigarettenkonsum anstiften würden. Das kannst und darfst Du durchaus unterbinden. Die Sache mit dem Alkohol und den Zigaretten ist allerdings bisher bloß eine Befürchtung Deinerseits und aufgrund einer bloßen Befürchtung solltest Du nicht überreagieren.

    Wenn aber beispielsweise mein Kind mit 13 Jahren einen Freund hätte, von dem es regelmäßig immer wieder strunzbesoffen und nach Rauch stinkend heimkäme, dann würde ich natürlich zuerst das Gespräch suchen. Wenn alles freundliche Reden nichts nutzen würde und ich ernsthafte Sorgen um die Gesundheit meines Kindes hätte, würde ich allerdings die Reißleine ziehen und ein Verbot aussprechen.

  3. Hallo, meine beiden sind inzwischen 21 und 31 Jahre alt. Sie haben mir beide früher vorgeworfen, ich hätte mich zu sehr mit Verboten in Freundschaften eingemischt. Ich muss aber sagen, ich stehe nach wie vor voll hinter meinen Entscheidungen. In einem bestimmten Alter können Kinder und Jugendliche häufig nicht stark genug auftreten und ziehen dann mit, obwohl sie es gar nicht wollen.Dann sind Abstürze jeglicher Art vorprogrammiert. Wenn ich als Mutter gar nicht erst erlaube, dass sie in solche Situationen geraten, haben sie noch Zeit zu reifen und ihre Meinung zu stärken. Bei uns hat das hervorragend geklappt: Alkohol, Rauchen und sonstige Verhaltensweisen, die bei uns unerwünscht waren, hat es nicht gegeben. Sie sind beide meinungs- und willensstark geworden und es gab Gott sei Dank keine Abstürze.
    Ich denke, als Mutter kann man sich sehr wohl auf Intuition und Bauchgefühl verlassen und man muss seine Kinder nicht alles durchleben lassen. Wir sind damit sehr gut gefahren.

  4. Hallo, mein Großer ist inzwischen 16 Jahre und wir hatten in dem Alter eine ähnliche Situation…
    Unser Umgang damit war: Zuallererst zugewandt bleiben und ihm vertrauen! Aber das und auch deine Bedenken ganz klar so kommunizieren.
    Ich habe mir in diesem Sommer oft Gedanken gemacht, was er erlebt, wie er auftritt und wie er sich entscheiden wird.
    Das haben wir auch immer wieder besprochen, mal ganz klar, mal nur als „schau dir selber zu“ oder „vertrau deiner Meinung“.
    Wichtig waren uns Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit bei Absprachen, außerdem ein paar grundsätzliche Regeln, die hat er immer eingehalten…
    Letzten Endes hat er sich selbst gegen diese Freunde entschieden und ist an den Erfahrungen gewachsen und unsere Beziehung auch.
    Gutes Aushalten 😉

    1. Hallo,
      ja, das kenne ich auch nur zu gut. Freunde verbieten, ist meistens keine gute Möglichkeit, Meistens bewirkt es das Gegenteil.Am besten denke ich ist immer noch das offene ruhige Gespräch, wo man kommuniziert, was man nicht für gut findet.Das mit dem unhöflichen Ton kann man ruhig sagen. allerdings mit 13 ist das eh ein alter wo man viel ausprobiert, Ein aufmüpfiger frecher Umgangston würde evtl. auch ohne Einfluss von aussen vorkommen

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