Keine Kraft mehr: Wegen Corona habe ich meinen Job gekündigt

Hallo ihr Lieben, mein Name ist Hanna, ich habe drei Kinder im Alter von 3,5 und 7 Jahren. Ich habe jahrelang als Erzieherin gearbeitet und habe nun schweren Herzens meinen Job gekündigt. Warum?

Corona hat mich geschafft. Im letzten Jahr mussten die Kinder mehrfach in Quarantäne, dazu kam das Distanzlernen des Schulkindes. Mein Mann ist beruflich sehr eingespannt und um ehrlich zu sein, hat das mit ihm und Homeoffice und dem Homeschooling auch nicht besonders gut funktioniert.

Ich habe mich lange aufgerieben, aber irgendwann was klar, dass es so nicht weiter geht. Ich habe also gekündigt und kümmere mich nun wieder vollständig um die Kinder. Das nimmt mir zwar Druck, macht mich aber auch sehr traurig. Ich würde gerne erfahren, ob es noch mehr Eltern gibt, die ihren Job schon gekündigt haben, weil einfach alles zu viel war. Danke für Eure Geschichten.

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23 comments

  1. Hallo Hanna,
    ich habe ebenfalls meine unbefristete Stelle im öD gekündigt. Viele Jahre habe ich mich zerrissen zwischen der Familie (zwei Jungs, 15 und 8, Mann und Hund) und meiner Teilzeitstelle. Seit 4,5 Jahren habe ich zu 3/4 am Telearbeitsplatz gearbeitet, weil Präsenzarbeit und Organisation der Familie schon zu diesem Zeitpunkt nicht (mehr) möglich war. Viel zu lange schon war ich wahnsinnig erschöpft und auch unzufrieden mit meiner Situation, sowie der Arbeitsstelle an sich (auch meine „Benachteiligung“ bzw. „Behandlung“ als Mutter in Teilzeit). Durch die Corona-Pandemie kam noch mehr „on top“ und ich habe es endlich geschafft von dem rasenden Zug abzuspringen, auch wenn es nur vorübergehend ist. Gerade genieße ich es sehr die Familienaufgaben ohne ständigen Zeitdruck erledigen zu können und bin sichtlich entspannter und zufriedener. Ehrlich gesagt habe ich jetzt schon etwas Sorge, wie ich eine neue Stelle antreten, eine Probezeit unter den derzeitigen Bedingungen bestehen und wieder den Großteil der Familienaufgaben schultern soll. Jedoch kann es so auf Dauer auch aus finanziellen Gründen nicht bleiben und ich denke, dass mir irgendwann die Decke auf den Kopf fällt. Die Jahre im Homeoffice haben mich sehr isoliert. Trotzdem bin ich sehr stolz den Schritt gegangen zu sein, auch wenn ich aus meinem Umfeld wenig Verständnis erfahren habe. Es macht mich etwas traurig „in die Knie gegangen zu sein“, aber meine Gesundheit hat zunehmend stark gelitten, da es auch vor Corona schon ein ständiger und kräftezehrender Balanceakt war.
    Ich bleibe (meist) optimistisch und hoffe auf bessere Zeiten, die es mir ermöglichen beides wieder annähernd einigermaßen zu wuppen.
    Alles Gute und liebe Grüße ♡

    1. Hallo Michaela,

      nur eine kurze Anmerkung: Ich arbeite in der Personalabteilung einer größeren Stadt, also auch öD. Wir haben aktuell viele Beratungsgespräche hinsichtlich „Kündigung“ etc., weil gerade Frauen in der Coronazeit nicht mehr können. Wenn möglich beraten wir jedoch dahingehend, dass diese Frauen mindestens bis zum 18. Lebensjahr ihres jüngsten Kindes in Beurlaubung gehen können, ohne gleich den ganzen Job aufzugeben. Am besten ist hierbei eine jährliche Verlängerung des Sonderurlaubes….Man weiß nie, wie es kommt im Leben und aller Unkenrufe zum Trotz ist der öD trotz allem einer der sichersten Arbeitsplätze.

      Für dich ist mein o.g. Tipp leider zu spät, aber vielleicht lesen es andere, die momentan auch gerne ganz kündigen würden und lassen sich dahingehend nochmals von ihrer Personalabteilung beraten.

      Viele Grüße und alles Gute für Dich!

      1. Hallo Ina,

        vielen Dank für die Information. Eine Beurlaubung könnte ich mir nicht leisten, so habe ich zumindest das ALG I… Aber für andere ist dies sicher ein gangbarer Weg, sofern der AG derart kulant sein sollte. Leider habe ich persönlich schlechte Erfahrungen mit dem Personalrat und insbesondere meiner Personalsachbearbeiterin gemacht, so dass ich mich dort in meiner Not auch nicht (mehr) anvertraut hätte.
        LG

      2. Hallo Michaela,
        du hast deine Benachteiligung als Teilzeitmutter erwähnt. Mich würde interessieren, ob viele Leserinnen solche Erfahrungen gemacht haben?
        Für mich persönlich ist die Behandlung durch meine Teamkollegen (und -kolleginnen) eins der ausschlaggebenden Gründe für die Kündigung.
        Ich habe den Eindruck, dass es egal ist, wie sehr ich mich anstrenge und wie verlässlich ich bin – die Tatsache, dass ich um 15 Uhr nicht mehr im Büro bin, macht mich zu einem „Mangelexemplar“. Anfangs habe ich versucht die blöden Sprüche und Anspielungen „sportlich“ zu nehmen und bin davon ausgegangen, dass sich das im Laufe der Zeit legen wird, durch die Corona-Pandemie ist die Arbeitsatmosphäre aber nur noch schlechter geworden.

  2. Hallo an alle gebeutelten Eltern da draußen. Ich bin alleinerziehende Mama von 2 Kindern 6,5 und kann diese Überlegung nachvollziehen und bestärken. Ich habe zu Beginn der 2. Welle im Herbst meinen Job gekündigt mit dem Wissen, in einer Branche des Fachkraftmangels zu arbeiten und jederzeit wieder einsteigen zu können. Zum 1.5.21 starte ich in meinen neuen Job, frisch und mit mehr Gehalt als zuvor.

    Noch nie zuvor im Leben war ich ohne Arbeit und nun? Ich habe alles richtig gemacht. Mein großes Kind kommt im Sommer zur Schule, sodass wir die Zeit nochmal intensiv gemeinsam erleben durften. Zusätzlich habe ich am Abend eine Weiterbildung gemacht.
    Jetzt habe ich wieder Lust in den Job einzusteigen und empfinde meinen Rückzug aus dem Berufsleben als Glücksgriff. Wir brauchen unsere Kraft für unsere Kinder und ausbrennen dürfen wir nicht!

    Liebe Grüße

    1. Hallo zusammen,
      auch ich spiele sehr stark mit dem Gedanken, meinen Teilzeitjob (20 Std.) zu kündigen, da ich total ausgelaugt bin. Ich habe 2 Kinder (4+7). Meine Frage hier an Euch: Ich bin mir total unsicher, wie ich das Ganze am besten angehe. Man hört ja immer, dass man bei Selbstkündigung ein Problem hätte, Arbeitslosengeld zu bekommen. Mein Plan ist eigentlich der, ich möchte mir eine Auszeit von ca. 6 Monaten nehmen und möchte mir danach einen Job mit weniger Arbeitsstunden (8-12 Std.) für die nächsten 2 Jahre suchen. Ich hatte auch mal gehört, dass man ja Elternzeit nehmen darf, bis die Kinder 8 Jahre alt sind. Die Elternzeit habe ich bei beiden Kindern noch nicht ausgeschöpft (war bei beiden nur etwa 1 Jahr in EZ) und würde demnach eigentlich, sofern das geht die 6 Monate im Rahmen der Elternzeit nehmen. Das müsste doch gehen oder? Steht mir doch eigentlich zu?
      Ich freue mich auf Eure Rückmeldung. Lieben Dank schonmal & VG,

  3. Du bist nicht allein. Gekündigt habe ich noch nicht, aber ich bin kurz davor. Und wir haben nur ein Kind, aber ich bin am Ende mit meinen Kräften. Es ist Mitternacht durch und ich habe bis eben gearbeitet. So geht das jeden Abend. Ich kann nicht mehr.

  4. Hallo
    Ich habe drei Kinder 6,8,10 und arbeite 75 Prozent als Ärztin.
    Ich überlege schon länger unbezahlten Urlaub zu nehmen um den Schulausfall aufzufangen.
    Die Kinder haben immer größere Lücken und ich glaube nicht, dass sie ohne Hilfe diese Lücken schließen werden.
    Der Staat handelt in meinem Augen unverantwortlich was die Bildung angeht.
    Wenn wir uns als Eltern nicht kümmern, wird das niemand übernehmen oder auch nur helfen.
    Das wurde mir ziemlich klar.
    Liebe Grüße an alle und viel Kraft

  5. Ich bin sehr dankbar dafür, dass dieses Thema hier aufgegriffen wird! Ich denke seit einem halben Jahr darüber nach meinen Job zu kündigen und werde dies nun auch tun. Mein Mann und ich haben im letzten Jahr mehrmals an unseren Arbeitsstunden und dem Wochenablauf „gebastelt“, wir sind beide nur noch müde, gereizt und gestresst. Natürlich gab es im letzten Jahr auch „normale“ Wochen, wo die Kita-Betreuung gegeben war und die Arbeit lief. Wir mussten aber – wie viele andere Eltern auch – sehr oft und sehr spontan improvisieren und dafür haben wir einfach keine Kraft mehr. Ich mag meine Arbeit und weiß, dass sie mir fehlen wird, auch mein Gehalt wird im Familienbudget sehr fehlen. Aber der Status Quo ist für uns nicht mehr tragbar.

  6. Liebe Hanna,

    ich kann dich gut verstehen.
    ich überlege auch seit geraumer Zeit, ob ich kündigen soll.
    Ich (45) habe 2 Jungs 14 und 16, die sich in ihrer Pubertät befinden und einen Mann (in der typischen Midlifecrisis) der beruflich so eingespannt ist, dass alles an mir hängen bleibt. Des Weiteren habe ich noch meine Eltern und meine Oma, um die ich mich kümmere, da sonst keiner da ist, der es machen könnte.
    Momentan bin ich auch so kraftlos und quäle mich durch den Tag. HomeOffice ist ganz gut und schön, aber wenn man nebenbei permanent hinter seinem Sohn her sein muss, ob er jetzt zum Onlineunterricht parallel noch Fortnite spielt oder seine Aufgaben macht oder oder, dann ist das ganz schön anstrengend.
    Eigentlich wollte ich mit meinem Teilzeitjob ( 20 Std.) was für meine Rente ansparen bzw. etwas unabhängiger sein, denn schließlich weiß man ja nie, ob die Ehe ein Leben hält.
    Anscheinend muss die das jetzt aber, wenn ich kündigen möchte 😉.

    Lieben Gruß

    1. Liebe Michaela 🙂,
      Siehs doch lieber so. Dadurch, dass du weniger arbeitest, investierst du in deine Ehe (mehr Zeit und weniger Stress, was ja auch Gift für die Ehe ist). Dann brauchst du das Geld, dass du für den Trennungsfall verdienen wolltest während du keine Zeit für die Ehe hattest, gar nicht. 😉

      Ist nicht ganz ernst gemeint, steckt aber dennoch ein wahrer Kern drin.

      Beste Grüße
      Von Lilu… Die auch nach der dritten Elternzeit gar nicht angefangen hat zu arbeiten oder das Kind in die Krippe zu geben wegen Corona.

  7. Von einer Leserin, die gern anonym bleiben möchte: „Ich habe zwei Kinder im Alter von 6 und 2 Jahren. Eigentlich hätte ich im August 2020 nach 2 Jahre Elternzeit wieder in meinen Job einsteigen sollen. Nach langem Hin und Her habe ich mich in Absprache mit meinem Mann dafür entschieden, die Elternzeit um ein weiteres Jahr zu verlängern und danach bleibe ich familienbedingt beurlaubt weiterhin zu Hause.
    Diese Entscheidung beruht einzig auf der permanenten Unsicherheit durch Corona. Es gab im letzten Jahr vielleicht 4-5 Wochen, die „normal“ liefen. Entweder hatte die Kita zu, ein Kind war krank, eine Erziehern war krank, die Tagesmutter hatte Urlaub oder die Tagesmutter war krank. Immer war irgendwas. Bei der Vorstellung dazu noch jeden Tag eine Stunde zum Job pendeln zu müssen (homeoffice ist leider nicht möglich) und nie zu wissen wie der nächste Tag ablaufen wird, habe ich regelrecht Panik bekommen.

    Also bleibe ich zu Hause bis die gesamte Situation wieder berechenbarer wird.“

  8. Vorweg: Ich verstehe dich sehr gut, Hanna, und deine Gründe sind völlig nachvollziehbar. Toll, dass du eine Entscheidung getroffen hast, bevor du (und deine Familie) entnervt am Boden liegen. Schade, dass du da so sehr zu kurz kommst. Ich hoffe, dass sich das für dich bald wieder ändert!

    Für mich als Grundschullehrerin kommt das aktuell nicht in Frage (mal abgesehen davon, dass wir das Geld brauchen und ich meinen Beruf sehr liebe). Ich kann ja als Beamtin gar nicht einfach kündigen und ich weiß auch, dass meine Klasse und meine (winzige) Schule mich aktuell dringend brauchen ,weil es keinen Ersatz gibt. Bei uns ist schon Kranksein aktuell nicht möglich.
    Mein Mann und ich teilen uns die Kinderbetreuung (3 und 7 Jahre), das Fernlernen und das Arbeiten aktuell immerhin so gerecht auf, dass wir beide wissen, was der andere leistet und beide ziemlich fertig sind 😉

    Was mich sehr ärgert und immer wieder auch nachdenklich macht, ist, dass sich hier ganz sicher kein Vater melden wird. Wenn es ein ganz toller Mann ist, hat er vielleicht ein paar Stunden reduziert.
    „Mein Mann ist beruflich sehr eingespannt und um ehrlich zu sein, hat das mit ihm und Homeoffice und dem Homeschooling auch nicht besonders gut funktioniert.“ – Aber bei welcher Mutter funktioniert denn das gut??? Welche Mutter ist denn damit glücklich??? Aber Mütter machen es halt, weil es halt gemacht werden muss. Väter verkünden, dass sie das einfach nicht so gut könnten und damit ist die Sache für sie erledigt.
    Und das Irre ist, dass so viele Frauen ihren Mann auch noch toll finden, weil er ja immerhin ein schlechtes Gewissen hat, weil er so wenig diesen großen Berg zu Hause bearbeiten „kann“.

    1. Hallo Lena!
      Ich denke, hätte ich die besseren Berufschancen gehabt, wäre mein Mann jetzt Hausmann. Wir haben für uns entschieden, dass eine(r) zu Hause bleibt. Und, dass er das kann, hat er erst Anfang des Jahres gezeigt. Ich musste eine Woche mit den Mittleren ins Herzzentrum. Mein Mann hat Urlaub genommen (wäre Präsenzunterricht gewesen, wäre er die Woche auf TZ gegangen-seine Firma ist da super zuvorkommend). Er hat mit drei Kids Homeschooling gemacht und eben den Haushalt. Auch so übernimmt er seinen Anteil. Es gibt Fächer, wo er besser helfen kann – in anderen ich. Es gibt Sachen im Haushalt, die er mit links macht und ich aarrrggh. Natürlich machte ich den Hauptteil – aber mein Mann ist nicht nur der „Am Samstag gehört der Papa mir“-Vater.
      LG

    2. Hallo Lena, bei uns ist es ein wenig so, wie Du es Dir wünscht: Mein Mann hat durch Corona deutlich mehr Verantwortung übernommen als vorher. Ohne ihn hätte es nie geklappt. Er arbeitet fast vollständig im HomeOffice, Vollzeit aber legt sich die Zeiten, wenn möglich, um die Kinder herum. Ich kann kaum im HomeOffice arbeiten, nur ganz kleine Anteile. Muss 90% vor Ort sein, da systemrelevant auch schon die gesamte Pandemie. Ich arbeitete vor Corona 75% nun 80%, da es sonst einfach nicht zu schaffen ist auf Arbeit. Unsere Kinder sind 1. und 4. Klasse derzeit. Im ersten Lockdown waren sie Vorschule und 3. Klasse. Wir schreiben Tagespläne, kochen vor etc… Die Kids haben auch feste Aufgaben wie z.B. Tisch decken, Geschirrspüler usw… Ansonsten machen wir auch oft Schule am Wochenende mit ihnen, damit es in der Woche entspannter ist. Naja und wir sind natürlich sehr glücklich über jede Woche Präsenzunterricht! Vor der Pandemie wurde von meinem Mann ständige Anwesenheit im Büro in 2 verschiedenen Städten verlangt, dazu regelmäßig Dienstreisen zum Hauptstandort und viele überregionale Kundentermine, so dass er in der Woche nur einen „Kindernachmittag“ hatte. Darunter haben im Nachhinein alle in der Familie gelitten auch oder besonders mein Mann! Insofern gibt es auch positive Aspekte der pandemiebedingten Lebenssituation!

    3. Hallo Lena, das ist richtig, was Du sagst, aber ich weiß einfach nicht, wie ich das aus Arbeitgebersicht ändern kann… Ich habe ein kleines IT Unternehmen. Wir sind 3:4 weiblich:männlich. Wir haben 100% Home Office und flexible Arbeitszeiten. Wir haben auch 15 Stunden Jobs, weil das die Zeit ist, die in einigen Bundesländern (in diesem Fall Bayern) übrig bleibt zwischen Kind zur Kita bringen und Kind abholen (als die Kitas noch offen waren). Wir haben Regelungen, dass die Arbeitszeit monatlich angepasst werden kann, zwar mit prozentualer Anpassung des Gehaltes, aber auch der Sicherheit, wieder hochstufen zu können. Wir haben zwar Umsatzeinbrüche, aber keine Kurzarbeit.

      Trotzdem scheinen sich bei uns hauptsächlich die Frauen um die Kinder zu kümmern. Sind wir einfach zu klein, so dass die Job-Unsicherheit zu groß ist? Sind wir zu flexibel? Oder woran liegt es?

      Privat waren wir in der Tat nicht glücklich und es funktionierte auch nicht gut. Wir haben es aufgeteilt, ich bis 14:30, hauptsächlich home schooling und Haushalt, so gut wir kein home office, denn mehr als ein paar E-Mails beantworten war eigentlich nicht drin mit einem Grundschulkind. Meine Frau am nachmittag. Bevor dann der Punkt erreicht war, dass jemand von uns aufhören musste zu arbeiten, konnten wir immerhin noch den Notbetreuungsjoker ziehen, zwar mit Bauchschmerzen, weil andere die Option nicht hatten, aber mittlerweile zwei Coronatests pro Woche bei allen in der Gruppe.

  9. Moin,
    ich hab zwei Kinder 4 und 6 und hab gekündigt, nach ein paar Monaten Krankschreibung, weil alles zusammen viel zu viel war. Mein Mann verdient ausreichend, sodass wir erstmal in Ruhe abwarten können, wie lange der ganze Mist noch geht.
    Da es meiner Gesundheit so mies ging, fiel mir die Entscheidung am auch Ende leicht. Ein bisschen vermisse ich die Arbeit, aber es wird wieder eine Zeit kommen, wo ich sie dann auch mit Freude mache und nicht nur den Tag überleben will.
    Liebe Grüße
    Anne

    1. Das hab ich ja auch gar nicht sagen wollen, dass dein Mann zu wenig macht. Aber gesamtgesellschaftlich gesehen ist es doch so, dass Frauen ihren Job reduzieren und kündigen, um das Familienleben am Laufen zu halten. Männer würde ja schon und geben sich Mühe, aber „es geht halt nicht, weil die Firma…, verdient mehr…, ist nicht so gut mit den Kindern etc……“
      Ich kritisiere hier keine private Einzelentscheidung sondern das große Ganze!

  10. Hallo, danke, dass das Thema eröffnet wurde. Ich habe mit dem Gedanken gespielt. Aber ich liebe meinen Beruf eigentlich so(auch sozial und mit Kindern) und wir würden mit einem Gehalt nicht hinkommen. Die letzten Monate waren beruflich und mit den Kindern bei mir und meinem Partner so furchtbar unplanbar und unvereinbar. Meine Kinder sind so alt wie deine, Hanna. Ich packe das alles auch nicht. Ich bin immer wieder krank geschrieben. Wollte heute eigentlich wieder arbeiten. Wird wohl nix. Wieder Krankschreibung und hoffentlich bald ein Platz in der Klinik. Irgendwie möchte und kann ich meine Berufstätigkeit nicht aufgeben. Wie ich sie behalten soll, ist aber auch unklar.

    Ich ziehe den Hut vor deiner Entscheidung. Ich wünsche dir alles Gute und, dass du gut in deiner neuen Rolle ankommt!

  11. Hallo Hanna,

    meine drei Kinder sind ähnlich alt wie deine, 8, 6 und 3.
    Ich bin 2017 schon weit vor der Geburt unseres dritten Kindes in Elternzeit gegangen. Es war einfach zu viel, 25h Beruf, zwei Kleinkinder (damals 4 und 2) und die vielen Dienstreisen des Mannes unter einen Hut zu bekommen.
    Eigentlich wäre ich im September 2020 wieder gestartet. Das habe ich dann noch mal um 6 Monate auf Februar 2021 verschoben. Seit ca. 2 Jahren wohnen auch die pflegebedürftigen Schwiegereltern bei uns.
    Jetzt bin ich wieder mit 10h im Dienst. Es macht mir Freude, gleichzeitig ist es sehr anstrengend und ich merke, dass besonders der Beruf zu kurz kommt. Was mich sehr wurmt.
    Die Beziehung zu meinem Mann kriselt schon sehr lange. Corona, finanzielle Abhängigkeit und die Kinder halten mich derzeit noch von einer Trennung ab.
    Ich wünsche dir viel Kraft und Zuversicht!

    1. Hallo Hanna, ich verlor meine neue Anstellung Dank Corona im ersten Lockdown (ich hatte Corona und war noch in der Probezeit). Wir haben Dan beschlossen, dass ich zuhause bleibe. Meine Kinder waren da in der 3. Klasse und vor der Einschulung.nun habe ich ein Jobangebot erhalten, starte am 1.5. Wieder mit 19 Wochenstunden und habe einfach nur Bammel, wie wir das hinbekommen sollen.
      So sehr ich die Zeit mit den Kindern genossen, es ist schön mehr als ärgerlich, dass die Pandemie zum größten Teil auf dem Rücken von uns Frauen ausgetragen wird.

      Ich habe aktuell zwei Freundinnen, die im April aus den gleichen Gründen wie Du gekündigt haben. Ich kann es verstehen.

      Alles Gute für Dich und Deine Familie. Martina

  12. Hallo liebe Hanna,
    ich habe zwar „noch nicht“ gekündigt, mich aber zur Einschulung meines Sohnes seit September 2020 beurlauben lassen. Mich hat dieser Spagat zwischen Homeoffice und Kind-darf-nicht-in-den-Kindergarten (und soll aber gefördert werden, weil er in die Schule kommt) schon fast zerrissen!
    Nichts war genug, im Homeoffice schaffte ich trotz Teilzeit nicht alles, mein Sohn schaute ständig WDR Wissenfernsehen (war im 1.Lockdown ein mega Programm) und ich war oft mehr genervt als eine ausgeglichene Mama und Ehefrau. Über den Haushalt reden wir mal nicht! Wo blieb ich – ganz hinten auf der Strecke! Finanziell ist das erst einmal ein Brett, aber Geld ist nicht alles und diese entspanntere Lebensgefühl gibt einem so viel, dass ich gerne bereit war den Gürtel ein wenig enger zu schnallen. Nun bin ich seit über einem halben Jahr zu Hause und immer noch sooooo dankbar diese Entscheidung getroffen zu haben! Als wenn ich unterbewusst geahnt hätte, dass die Pandemie uns den letzten Nerv rauben würde. Ich bin auch dankbar für meinen Sohn da zu sein. Ihm im ersten Schuljahr beiseite zu stehen, so dass er nicht allein mit dem ganz Homeschooling-Kram da steht und nicht an sein erstes Schuljahr ein kannste-knicken-Haken machen muss. Ich bin so dankbar für die enge Verbindung, die wir uns aufgebaut haben. Ich bin so dankbar für den fehlenden Druck und mehr Harmonie. Ich bin so dankbar nicht mehr sagen zu müssen „Jetzt nicht“, „Bitte lass mich jetzt in Ruhe arbeiten“, „Kannst Du Dich vielleicht einfach mal alleine im Kinderzimmer geschäftigen und mich arbeiten lassen“, „Mach Dir den Fernseher an“, „Nerv jetzt bitte nicht“, „Finn, siehst Du nicht das ich telefoniere!“!!! Und ich muss sagen, dass die Entscheidung mit uns als Familie ganz viel gemacht hat! Mein Mann ist froh , dass ich ihm den Rücken frei halten kann. Er hatte oft ein schlechtes Gewissen, konnte mich aber auf Grund seiner beruflichen Situation nicht unterstützen. Abends wenn er nach Hause kommt schwingt ihm jetzt nicht unbedingt die schlechte Laune der Daheim gebliebenen entgegen (okay, manchmal ist bei uns trotzdem die Luft raus).
    Aber es sei auch gesagt, dass nicht alles eitel Sonnenschein ist. Auch wenn ich nicht arbeite und mir dadurch ein großer Brocken auf dem Rücken fehlt, so ist Homeschooling auch wenn man Zeit hat eine wahnsinniger Kraftakt. Und auch bei uns gibt es dabei Streit und Tränen und sicher wird es mal lauter, aber zu wissen, dass das in dem Moment der Situation die einzige Baustelle ist, ist schon erleichternd. Weiter gibt es in meiner Welt auch im Augenblick nur mich, meinen Sohn und meinen Mann. Die Kontakte zur Außenwelt beschränken sich auf Treffen mit Muttis beim Bringen und Holen der Kinder an der Schule (wenn sie denn mal zur Schule dürfen) und ein paar Freunden! Manchmal habe ich Tagelang nur mit einem 6-jährigen gesprochen, dies wäre natürlich anders, wenn ich noch arbeiten würde!
    Nun muss ich aber auch sagen, dass wir sehr sehr ländlich wohnen und unser Sohn Einzelkind ist. Also bin ich nicht nur Lehrerin, Mutter, Ehefrau und ich selbst, sondern auch Spielpartner und Entwicklungförderer – aber zum Glück nicht auch noch Arbeitnehmerin.
    Ich habe mir aber trotzdem ein wenig Arbeit behalten, die ich frei einteilen kann. Ich betreue 4 Facebook-Seiten und versuche mich ein weing fortzubilden. Nutze die Zeit, um mich zu orientieren und meinen Fokus auf das zu legen, was ich wirklich will und was mir Spaß macht. Denn eins ist klar, wenn ich wieder zurück in die Berufswelt gehen, dann nur in einen Job den ich gerne mache und bei dem ich mit ganzen Herzen dabei sein kann.
    Und zum Schluss sei gesagt: Wer jetzt denkt, der Haushalt ist bei ihr sicher tiptop und alles ist super aufgeräumt und sauber und Wäscheberge existieren nicht, der irrt gewaltig! 😉

    Liebe Hanna,
    ich wünsche mir für Dich sehr, dass Du irgendwann nicht mehr sehr traurig bist, sondern vielleicht dankbar seien kannst, so wie ich und mit einem entspannten Lächeln ohne großen Druck in jeden neuen Tag starten kannst!
    Und such Dir eine Ruhe-Insel (me-Time)! Bei mir ist es Yoga – wenn ich meine Matte ausrollen, dann weiß mein Sohn, dass ist jetzt meine Zeit ist und es gibt nur 2 Optionen
    1. nicht stören
    oder
    2. ganz leise mitmachen
    Und da blende ich alles aus, was kein akuter Notfall ist. Ich reagiere gar nicht 🙂 ! Bin ja nicht da – bin im Yoga-Land 🙂
    Viele unbekannte Grüße von Herzen sendet Dir
    Britta

  13. Hallo Hanna!

    Ja ich, allerdings weit vor Corona. Als unser jüngster Sohn zwei war, habe ich eine Umschulung zur Erzieherin begonnen. Ich musste jeden Tag aber noch meinen Schwerbehinderten Sohn zum Kindergarten in eine andere Stadt bringen oder abholen und das so timen, dass das mit dem anderen Kindergarten des Kleinen und dem Hortende des Großen passt. Tlw konnte mein Mann was übernehmen. Die Kinder waren durch das lange „Ausserhaussein“ total gestresst. Die Doppelbelastung hat mich so fertig gemacht, dass ich sehr krank wurde. Wir haben dann die Reißleine gezogen. Ich war dann wieder Vollzeitmama. Ein Jahr später hat sich dann unsere Tochter eingeschlichen. Der Kleine hat mittlerweile auch eine Schwerbehinderung (damals noch nicht absehbar) und wir sind froh, dass ich – gerade jetzt – voll für die Kinder da bin. Mein Mann konnte sich dadurch beruflich weiterentwickeln und so kommen wir mit einem Vollgehalt und Pflegegeld gut hin.
    Leider zeigt uns das Leben, dass man nicht immer alles haben kann.
    Machen wir das Beste draus.
    Und wer weiß, was die Zukunft bringt?
    LG

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