Mein Ex hat vier weitere Frauen in der Schwangerschaft verlassen

Liebe Sue, du hast eine Tochter, die Beziehung zu ihrem Vater war eigentlich schon immer schwierig. Erzähl mal….

Anfangs hatten wir gar keine richtige Beziehung. Er hat damals in einer Kneipe gearbeitet, ich war da Gast. Ich dachte mir: WOW, das ist mal ein toller, hübscher Typ…. Da ich aber ein paar Kilo mehr drauf hatte, dachte ich nicht, dass er was von mir wissen wolle. Wir haben uns dann ein paar Mal zufällig woanders getroffen, kamen ins Gespräch und es funkte von meiner Seite aus ganz schön. Nach sechs Wochen wurde ich schwanger. Ja, das war sehr schnell. Tatsächlich haben wir nicht verhütet, weil ich eigentlich zwei Jahre zuvor die Diagnose bekommen hatte, auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen zu können.

Wie habt Ihr auf diese Schwangerschaft reagiert?

Als meine Regel ausblieb, sagte er: Du bist bestimmt schwanger. Ich sagte, er sei bekloppt, er wisse doch von meiner Diagnose. Er musste in der Kneipe aushelfen, da bin ich zu meiner Freundin gefahren und bei ihr machte ich dann einen Test. Ich konnte es kaum glauben, als der positiv war. Für mich war es ein absolutes Wunder und ich habe mich wirklich sehr gefreut.

Mit dem positiven Test fuhr ich zur Kneipe, ging zu meinem Ex und sagte ihm, dass er Papa wird. Er freute sich ebenfalls sehr, wirbelte mich herum und spendierte eine Lokalrunde….

Doch dann hast du in der 10. SSW. etwas erfahren…

Genau, in der 10. Woche fuhr er plötzlich weg und blieb zwei Tage weg, ohne sich zu melden. Ich machte mir große Sorgen und rief seinen Bewährungshelfer (ja, er war mal im Gefängnis…) an, stellte mich vor und fragte, ob er wüsste, wo mein Ex sei. Der Bewährungshelfer erzählte mir, dass es mindestens vier weitere Frauen gäbe, die von meinem Ex schwanger waren und die er in der Schwangerschaft sitzen hatte lassen. Das hieß also, dass mein Baby mindestens vier Halbgeschwister hat und der Kindsvater Seiten hatte, die ich nicht kannte.

Hast du ihn damit konfrontiert und wie hat er dann reagiert?

Am dritten Tag rief er an, entschuldigte sich tausendmal, erzählte viele Geschichten, wie das mit den anderen Frauen gelaufen sei – und dass das mit mir etwas völlig anderes sei….

Hast du ihm geglaubt?

Ja, habe ich. Ich war total verliebt in ihn und habe mir einfach so sehr eine gemeinsame, heile Welt für unsere kleine Familie gewünscht, dass ich vieles einfach nicht wahrhaben wollte.

Er hat dich aber auch sitzen lassen.

Ja, in der 29. SSW. Es ging mir körperlich zu der Zeit nicht gut und die Ärzte hatten zunächst den Verdacht, es könnte etwas Ernstes sein. Ich rief ihn aus dem Krankenhaus an, erzählte ihm alles – und er machte Schluss. Die mögliche Diagnose hat ihn wohl überfordert.

Wer hat dich dann zur Geburt begleitet?

Meine Mutter. Weil sie gesundheitlich aber nicht fit ist und klar war, dass die Geburt sich ziehen wird, ist sie irgendwann wieder nach Hause. Ich war dann alleine, als meine Tochter geboren wurde.

Wie ging der Kontakt zum Vater weiter?

Wir sind tatsächlich nochmal zwei Jahre ein Paar gewesen. In dieser Zeit hat er sich richtig toll um seine Tochter gekümmert und es war von meiner Seite aus auch die letzte Hoffnung, dass wir eben doch eine Familie sein können. Kurz vor Weihnachten 2011 ging er los, um einen Toaster zu kaufen. Er ist nie zurück gekommen. Ich brach daraufhin komplett zusammen, weil die Enttäuschung und der ganze Schmerz so groß war. Es hat mich wirklich komplett aus der Bahn geworfen. Deshalb konnte meine Tochter auch einige Zeit nicht bei mir leben – heute lebt sie allerdings wieder bei mir. Der Kindsvater ist bis heute komplett abgetaucht, wir haben nun seit fast zehn Jahren also keinen Kontakt mehr.

Wie offen redest du mit deiner Tochter über ihren Vater?

Sehr offen. Sie bezeichnet ihn auch nur als Erzeuger, nicht als Vater.

Wie ging es mit dir nach diesem Tief weiter?

Ich habe mich zurück gekämpft, bin mittlerweile verheiratet. Mein jetziger Mann behandelt meine Tochter als sei es sein leibliches Kind. Es waren harte Zeiten, aber heute geht es mir gut.

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