Waren unsere Mütter auch so gestresst wie wir heute?

Mütter

Foto: Pixabay

Ihr Lieben, wir haben neulich diese Fragen-Kachel in unseren Social-Media-Accounts geteilt: „Waren unsere Mütter Ende 30 auch so ausgebrannt wie wir?“ Denn mal ehrlich: Wie viele Freundinnen mit Kindern habt ihr, die von sich sagen, dass sie total relaxed sind? Die allermeisten von uns befinden sich doch Mitten im Hamsterrad des Lebens, oder?

Unsere Leserin Saskia hat sich bei uns gemeldet und antwortete auf die oben genannte Frage: „Ja, waren sie!“ Diese Klarheit fanden wir interessant und baten sie, das etwas auszuführen.

Mütter waren auch früher gestresst

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„Na klar waren unsere Mütter auch ausgebrannt. Es gab keine Elternzeit, nach dem 1., 2. und 3. Kind wurde jeweils nach 8 Wochen wieder gearbeitet. Meine Mutter hat halbtags, aber eben jeden Tag gearbeitet – und sich danach um uns gekümmert. Dass auch ihr mal was daneben ging, dass auch sie nicht immer alles schaffte, dazu gibt es drei Anekdoten: 

1. In unserem Fotoalbum gibts ein Bild meines Babybruders, dessen Windeln ausgelaufen waren. Meine Mutter hält ihn vorsichtig im Arm und sieht gestresst aus – wir waren auch grad noch in eine neue Wohnung umgezogen. Neben dem steht: „Volle Windel – ich immer gestresst“. Auf dem Bild sieht man auch noch Umzugschaos.

2. Ebenfalls im Fotoalbum: ein Foto von uns drei Kindern am leeren Esstisch, daneben steht: „Ostern 1975 ohne Osterstrauß“. Ich erinnere mich zwar durchaus daran, dass wir als Kinder auch Eier bemalt und Zweige dekoriert haben – aber offenbar gab es Ausnahmen – nämlich dann, wenn meine Mutter es einfach nicht geschafft hat.

3. Meine Mutter hat, als mein Bruder in der 3. Klasse war, der Lehrerin geschrieben: „Bei anderen Kindern sind die Mütter nicht berufstätig oder eine Oma ist in der Nähe. Ich bin berufstätig mit drei Kindern und habe nicht die Zeit, die Topflappen für meinen Sohn zu häkeln, wie es andere tun. Ich bitte daher, ihn zu entschuldigen.“ Für diese Zeilen musste sie natürlich dann in der Schule antanzen und mein Bruder fand es nicht gar witzig. Ich fand es schon damals sehr ehrlich und feiere es heute noch mehr. 

Rückblickend erinnere ich mich, dass meine Mama oft angespannt – aber das hatte wenig Auswirkungen. Wir durften immer Freunde mit nach Hause bringen und dort Partys feiern, Austauschschüler durften übernachten, wir hatten eine schöne Kindheit.

Na klar sind wir, gerade als ich älter wurde, auch oft lautstark aneinandergeraten. Heute kann ich sehen, dass ich (peinlicherweise) weder als Kind noch als Jugendliche über meine Mutter „als Person“ nachgedacht. Sie war eben da, ich war ihr wichtig, alles klappte gut. Aber wie es ihr wirklich geht, darüber habe ich nicht nachgedacht. Meine eigenen Gedanken kreisten meist um ganz andere Dinge: Schule, Freunde, Hobbies, wie lange darf ich zu einer Party, irgendeinen Schwarm 🙂 

Wie ist das heute bei mir? Mein größter Stresspunkt ist – wie auch schon „vor Kindern“ – mein Job, den ich eigentlich sehr gerne mag: es ist nur im Gesamtpaket fast immer „zu viel“. Wann ich noch gestresst bin? Wenn unsere gut funktionierende Routine gestört wird, z.B. wenn mal wieder alle nacheinander krank werden. Und natürlich stressen mich all die kleinen Dinge: Handwerkertermine, Zahnarzt mit den Kindern, Weihnachtsgeschenke, Lehrermails und dieser NIE ENDENDE Haushalt.

Was mir noch im Vergleich zu früher auffällt: Das Wort „gestresst“ gab es früher nicht so häufig, da waren nur Manager gestresst. Insofern fand es sich auch nur in der Variante „angestrengt“ bei uns im Fotoalbum. 

Aber um nochmal auf die Ausgangsfrage zu antworten, ob unsere Mütter auch so ausgebrannt waren: Ja, waren sie.

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22 comments

  1. Man hat sich – generell betrachtet – als Individuum weniger wichtig genommen, war der Gesellschaft angepasster. egal, wie es hinter der Fassade aussah. Auch sahen die meisten Eltern ihre Kinder eher nur als Nachkommen als eben Menschen mit eigenem Charakter, Willen und Bedürfnis. Man musste funktionieren. Die Wenigsten können von sich aus sagen, dass Mama oder Papa einen für irgendwas in den Arm genommen hatte.
    Ich kann von der heutigen Betrachtungsweise sagen, dass auch damals Tausende darunter litten, funktionieren zu müssen und es so ihren Kindern weitergaben. Mit dem Enttabuisieren mentaler Krankheiten, psychischen Kämpfen, der Aufarbeitung dieser Dinge, sind Leute ab Generation X schon eher gewillt, darüber zu reden. Ja, jammern würden andere sagen. Man versucht sich als Person ernst zu nehmen und auch seine eigenen Kinder. Mittelschicht bis Oberschicht ändert da schon etwas, die sogenannte Unterschicht gibt teilweise alte Gewohnheiten und Anerzogenes weiter. Man bemerkt es als Eltern, wenn Kinder Schulen besuchen, in denen eine gute Mischung besteht. Wie agiert wird, was mit Kindern unternommen wird, wo und wie das Geld reinfließt. Während den einen der Po bis zum Erwachsensein zu stark gepudert wird, wird anderen der Hintern versohlt.

    Von meiner Familie kann ich sagen: dysfunktional, lieblos, alles ging vor,nur die Gefühle der Kinder nicht. Hat uns geprägt, wir versuchen es mit unseren Kindern besser zu machen. Das nimmt viel mentale Energie in Anspruch, weshalb wir jammeriger erscheinen als die Generationen zuvor. Aber nach Hinter-der-Fassade-schauen lassen ich mir nicht mehr sagen, früher war alles besser und Kinder besser erzogen.

  2. Meine Eltern arbeiteten beide. Mein Vater Schicht und meine Mutter Teilzeit. Wir hatten nicht viel, aber wir Kinder wussten, dass unsere Eltern immer für uns da waren. Schule erledigen wir Kinder selbst, aber wenn wir Hilfe benötigten war meine Mutter immer da.
    Meine Mama wurde mit 36 Jahren Witwe und hat uns alleine großgezogen.
    Hat mehr gearbeitet, abends Essen vorgekocht.
    Sie war immer für uns da, ihre eigenen Bedürfnisse hat sie hinten angestellt.
    Eine Oma oder einen Opa gab’s nicht in der Nähe, sie hat nie gejammert oder uns das Gefühl gegeben, es wäre ihr alles zuviel.
    Ich glaube, wir nehmen uns heute alle viel zu wichtig und wollen auf nichts mehr verzichten.

  3. Ich bin vom Süden Deutschland. Meine Mutter ging Vollzeit arbeiten, mein Vater Teilzeit. Geld war trotzdem immer knapp, Ausflüge und Urlaub gab es sehr wenig. Schule war auch bei uns Kinder-Sache. Klamotten hat meine Mutter selber genäht oder geschenkt bekommen.
    Meine Oma hatte keinen Führerschein, konnte daher gar nicht zu uns kommen. Wir waren als Familie ab und zu Sonntags zum Nachmittagskaffee bei meinen Großeltern.
    Wenn ich das hier so aufschreibe, fällt mir aber auf, dass mir die Erinnerungen an die wenigen Ausflüge, Urlaube und Freunde treffen geblieben ist. An gestresste Eltern habe ich keine Erinnerung. Aus Erzählungen von meiner Mutter heute weiß ich aber, dass sie eigentlich im Dauerstress war…

  4. ich bin vor 36 Jahren geboren. und ja, meine Mutter war gestresst. aber durch die Umstände die dazu führten wäre heute eine Mutter auch gestresst 🙂 meine Schwester und ich waren ungeplant/ungewollt. meine Mutter musste und wollte auch arbeiten gehen ( war für jedes Kind 2 Jahre zuhause und dann auf Hilfe ihrer Eltern, Tagesmutter usw angewiesen).
    Mein Mann ist 40 und ja, seine Mutter hatte auch Stress. Sein Vater hat 6 Tage vollzeit gearbeitet, sie war noch in der Ausbildung zur Krankenschwester. Mein Mann war viel bei der Oma. Meine Schwiegereltern hatten viel mehr Freizeit bzw die Möglichkeit arbeiten zu gehen als ich. da mein Mann auch Vollzeit + arbeitet als Selbstständiger und wir keine OMa haben die uns wöchentlich unterstützt sodass ich nicht wirklich arbeiten gehen kann ( obwohl ich will).
    das als persönlicher Vergleich.
    es war auch viel Stress, aber anderer.

    was ich denke ist, das einfach viel weniger Möglichkeiten bestanden. viel weniger einfluss wie heute durch medien. man hat das so gemacht wie sie eigene mutter es einem gezeigt hat.
    arbeiten mussten aber trotzdem viele schon. und sich um den haushalt kümmern.
    ich denke heute nehmen sich viele. auch gerne Zeit für die Kinder. sodass die nicht nur nebenbei laufen (müssen). wir machen regelmäßig Ausflüge, auf den Spielplatz, ins Schwimmbad, aktuell baut mein Mann einen Pool für sich und die Kinder, auch Urlaube machen wir…
    aber genauso sehen wir Familien in denen vieles „wie früher“ läuft.

  5. Ich habe den Eindruck, dass früher unser Umfeld heterogener war, sodass manche Diskussionen wegfielen. Zum Beispiel mussten alle Nachbarskinder in der Schulzeit um 18 Uhr nach Hause zum Essen. Also fiel die Diskussion weg, „darf ich noch eine halbe draußen bleiben?“. Das ist ein banales Beispiel, und ich wurde definitiv nicht autoritär erzogen. Aber die Regeln galten irgendwie universeller.

    Außerdem erlebe ich schon, dass an viel mehr Stellen die Mithilfe der Eltern gefragt ist. Meine Mutter hat z.B. (sagt sie auch selbst) nie einen Kuchen für Kita, Schule, Sportverein backen müssen (oder wurde auch nur gefragt). Da sind die Ansprüche gestiegen und die Personalnot überall kommt dazu.

    1. Das mit dem heterogenen Umfeld trifft auf meine Kindheit auf jeden Fall auch zu. Es war einfach klar, dass „Freizeit“ für quasi alle Kinder heißt: zusammen draußen (oder auch mal bei jemandem zu Hause) spielen. Die meisten Familien hatten nicht irre viel Geld, die meisten fuhren selten bis nie in den Urlaub. Es gab am Wochenende kein groß angelegtes Bespaßungs-Aufgebot durch die Eltern mit Zoo, Freizeitpark oder Spaßbad. Die meisten Kinder hatten höchstens ein Hobby pro Woche, zu dem sie gefahren werden mussten; viele auch gar keins. Bei Hausaufgaben und Vorbereitung auf Klassenarbeiten war klar, dass wir das alleine machen und nur bei Problemen bei den Eltern fragen können.
      Auch haben wir von der Schule aus nie besondere Unternehmungen gemacht, wo es wichtig gewesen wäre, dass am nächsten Tag der mit Vesper gepackte Rucksack, die natürlich noch passenden Wanderstiefel etc. bereitstehen. Es war in meiner Gegend nicht üblich, dass jedes Kind jedes Jahr einen Kindergeburtstag ausgerichtet bekam. Das gab es eher alle paar Jahre mal als ganz besondere Sache.

      Ich glaube, es ist nicht möglich zu beurteilen, ob Mütter früher weniger oder mehr Stress hatten. Es war einfach komplett anders. Viele Dinge erscheinen allerdings rückblickend und aus der Perspektive der nicht betroffenen Person einfacher. So waren bis weit in die 90er hinein viele Mütter einfach voll zu Hause. Daraus wiederum ergeben sich ab Kindergartenalter fünf Vormittage zur freien Zeiteinteilung und damit mehr Frei- und Spielräume.

    2. @Mona und Kat, meint Ihr nicht homogener? Machr sonst gar keinen Sinn, was Ihr da schreibt.

      Ich find die Diskussion früher-heute recht müßig. Wichtig ist doch, dass im Rahmen der Selbstakzeptanz mensch dazu steht, wie er/sie nunmal ist. Daher find ich das zitierte Fotoalbum herrlich. Ich zücke bei diesem Thema immer gerne meinen Perso, auf dem ein Bild von mir ist nach mehreren Tagen ohne Schlaf tellergroßen Augenringen und mit zerzausten Haaren. Mein Sohn zahnte damals 😁.
      Mir war dann alles egal, Hauptsache das nächste to-do abgehakt.

  6. Hallo,

    Ich muss ehrlich sagen, ich ziehe schon etwas den Hut vor meinen Eltern.

    Ich komme aus der DDR, und beide Eltern haben im Schichtdienst Vollzeit gearbeitet. Wir haben in einem Mehrgenerationenhaus gewohnt, mein Opa war eigentlich immer da und hatte ein Auge auf uns zwei Kinder. Wir haben sehr dörflich gelebt und hatten immer Tiere zu versorgen (Hund, Katze, Schweine, Schafe) und einen großen Gemüsegarten zur Selbstversorgung. Jeden Tag wurde frisch gekocht. Wochenenden und Feiertage wurde auch gearbeitet, Landwirtschaft eben.

    Trotz der vielen Aufgaben muss es wohl irgendwie gegangen sein. Mit Hilfe aus der Nachbarschaft (beste Freundin war die direkte Nachbarin) oder Familie.

    Aber: Wir wurden zum funktionieren erzogen. Es gab keine „Playdates“, kaum Hobbys (erst spät in der weiterführenden Schule), Schule war Kindersache. Wir waren sehr selbstständig: die Schicht meiner Eltern fing früh morgens an, wir waren morgens alleine und mussten uns selbst zur Schule fertig machen. Zeit zusammen im normalen Alltag war eher mit Tätigkeiten in der Küche (zusammen backen) oder draußen (Gartenarbeit) verbunden. Aber im Winter haben wir auch gebastelt oder Gesellschafts-Spiele gespielt. Im Sommer sind wir oft zusammen durch die Landschaft spaziert und haben nahe Verwandte im Nachbardorf zu Fuß besucht. Es war jetzt keine lieblose Kindheit. Aber definitiv anders. Ich habe eine sehr freie Kindheit gehabt und bin traurig, dass unsere Kinder komplett anders aufwachsen.

    Meine Eltern bewundern, dass wir so viel mit den Kindern unternehmen. Obwohl wir da eher „low key“ sind und solche Sachen wie Spielplatz, Fahrrad-Touren oder Spazieren gehen machen. Freizeitparks, Zoo und Kino passieren hier nur maximal 2x pro Jahr und sind etwas Besonderes. Meine Eltern hatten für sowas schlicht wenig Zeit.

    Ich glaube es sind einfach andere Zeiten.

    Viele Grüße
    Stiefelkind

  7. Wenn ich so drüber nachdenke… meine Mutter waren wir im Prinzip fast egal. Sie hat in meiner Erinnerung eigentlich den ganzen Mittag vor dem Fernseher gesessen, brauchten wir Hilfe bei den Hausaufgaben, mussten wir mind. auf die Werbepause warten. Sorgen wurden ignoriert, Freizeitaktivitäten gab es nur nach ihren Interessen oder gar nicht. Spielplätze kannte ich nicht.
    Saß sie mittags mal nicht vor der Glotze, mussten wir Kinder mit ihr Einkaufen oder den Schrebergarten versorgen und dann abends unsere Hausaufgaben erledigen. Gestresst war sie aber bei jedem Punkt, der erledigt werden musste. Verstehen kann ich das heute immer noch nicht. Auch ist sie weiterhin von allem gestresst… (auch von dem was sie sich selbst auferlegt) Gehört wohl für sie zum guten Ton.
    Mein Tagespensum ist heute viel höher als ihres damals wie heute.
    Finanziell stehen wir deutlich schlechter da, als meine Eltern damals, trotz dass wir höhere Abschlüsse haben. Die Wohnsituation ist auch einiges schlechter. Gibt noch mehr Punkte.
    Asoziale Medien habe ich nahezu gänzlich aus meinem Leben gebannt, da sie mich tatsächlich sehr negativ belasten. Es spart Zeit und Nerven 😉

  8. Liebe Saskia, ich feiere deine Mutter und nehme mir vor, in genau solchen Situationen auch öfter mal ein Foto zu machen und eine Erinnerung aufzuschreiben (weiß allerdings nicht, ob ich es zeitlich schaffe…).
    Vielleicht war die früher eher autoritäre Erziehung ein gewisser zeitsparender Faktor – Ansagen statt Diskutieren und Bedürfnisse aller berücksichtigen. Aber im Großen und Ganzen hatte der Tag doch schon immer nur 24-Stunden. Und alle sind heute gestresst, nicht nur Eltern. Die Diskussionen um die 4-Tage Woche. Gleichzeitig gibt’s Lieferservice, Onlineshopping und die Vereine melden sinkende Mitgliederzahlen. Da habe ich keine Erklärung – was machen denn alle die ganze Zeit? Social Media und Netflix? Da muss jeder Gestresste sich selbst mal kritisch hinterfragen und vielleicht auch mal Tagebuch führen…

  9. Also meine Mutter war immer ganz schlimm gestresst. Sie war irgendwie zwischen Teilzeit und Vollzeit beschäftigt, mein Vater auch, v.a. nachts. Oma hat immer aufgepasst, war darüber hinaus aber eingeschränkt. Der Vater war immer müde. Deshalb blieb an meiner Mutter der Haushalt und der Schrebergarten hängen. Wenn sie einmal mit allem durch war, konnte sie wieder von vorne anfangen. Die war immer im Stress :/

  10. lustiges Sache, habe ich dich erst kürzlich mit meiner Kinderwagen Freundin darüber sinniert. Unsere Eltern ( ebenfalls von Anbeginn befreundet) waren anders gestresst, so empfinden wir es. stammen wir aus dem südlicheren Deutschland war es halt auch normal das die Mutter eher mehr oder gar ganz zu Hause war, zumindest bis in unsere frühe Jugend – da tauchte auch in unseren Dörfern eine Änderung auf… Jedoch haben unsere Elternteile wesentlich weniger Anteil an unserer Entwicklung genommen, denn wir waren recht früh selbsterziehend. soweit es in deren Kram passte. Förderung gab es nicht. reflektion ebenfalls oft nicht. das heisst nicht das alles verteufelt ist, jedoch gab und gibt es eben Situationen und Emotionen damals, die heute genau gleich sein können und andere eben nicht. Zudem kommst du heute ohne zweites Gehalt im Normalfall erst gar nicht aus, z b Mietwohnung bekommst du so fast nicht. Kredit für Hauskauf gibts nicht, usw. … also ist der Grundpegel ein anderer. Ich persönlich glaube auch, sich selbst einzuordnen wäre gut, doch mir persönlich gelingt das kaum.
    Allerdings finde ich z b die Forderungen der kids als eine tolle, wenn natürlich auch zeitlich einnehmende positive Entwicklung wahr. Wir wussten z b nichts über ADHS, das waren wir- zappelphillippe, Träumer usw… da wurde nichts geholfen. Klar wir wurden auch groß und aus einigen wurde auch was aber eben nicht aus allen, da die Chancengleichheit definitiv fehlte. Aber gestresst hat es damals wie heute. Nur, auf gleichem Niveau?

  11. Hallo,
    ich glaube tatsächlich, dass es einfacher war früher.
    Es gab weniger Möglichkeiten, darum auch Erwartungen und entsprechend auch weniger ToDo. Allein die Angebotsvielfalt stresst. Anzahl und Art von Hobbies, Art und Anzahl der Kleidung und Urlaube, etc.
    Und unsere Mütter führten früher als wir heute einen „ruhigeren Lebensstil“. Meine Mama wäre mit Mitte 40 nie mit einer Freundin nach Barcelona geflogen. Sie hat auch keinen Sport gemacht.
    Heute wollen wir mehr vom Leben.
    Selbst verursachter „Stress“ also.

    Was hilft: Instagram und facebook und what´s app Status nicht anschauen, Kinder nur max, 2 Hobbies erlauben und feste Fahrgemeinschaften bilden, Garderobe in 3 passenden Farben, möglichst wenig Sachen im Haus haben, die Kinder auch mal der Langeweile überlassen. Und aus meiner Sicht das Wichtigste: Schule ist Kindersache. Sie können wirklich selbst Hausaufgaben machen und Ihre Sachen einpacken. Auch mit 7 schon.

  12. Also ich war beim ersten Kind auch schnell wieder in Vollzeit arbeiten, habe aber kaum Stress verspürt. Die Arbeit war anstrengend, hat mir aber Spaß bereitet. Mein Sohn lief damals gefühlt nebenbei.

    Heute bin ich Hausfrau mit 4 weiteren Kindern zwischen 2 und 11 Jahren und fühle mich deutlich geforderter und gestresster. Eine Frau, welche den ganzen Tag arbeitet und wo die Kinder in Betreuung sind bis 17 oder 18 Uhr, bekommt ja kaum etwas mit vom eigenen Kind. Ich persönlich kann aus Erfahrung sagen, Kinder welche man selbst zuhause erzieht, machen sehr viel mehr Arbeit und ich weiß, was ich am Ende geleistet habe. Vom Haushalt möchte ich gar nicht erst reden.

  13. Ich glaub ja eher, dass das eine Frage der Persönlichkeit als der Generation ist. Meine Mama war in meiner Kindheit immer berufstätig und wollte ihren Beruf (Lehrerin) richtig, richtig toll machen, hat gedacht, sie muss jeden Tag auf 13 Uhr ein tolles, frisches Essen kochen, alles für ihre Kinder tun, ein großes Haus mit Garten in Schuss halten und wollte ihre eigenen (vielen) Hobbies pflegen. Dass das zu Stress geführt hat, ist klar. U.a. auch, weil mein Vater eigentlich nichts machen „durfte“. Angeblich konnte er (und kann noch heute) nicht gesund und frisch genug kochen und einkaufen und putzen eh nicht.
    Mich hat die deshalb oft schlechte Stimmung zuhause so geprägt, dass ich als oberstes Lebensprinzip habe, nicht gestresst zu sein!
    Ich bin sehr gerne Lehrerin und wende sehr viel Zeit für meinen Beruf auf. Ich unterstütze sehr gerne die vielen Hobbies meiner Kinder und unternehme gerne schöne Dinge mit ihnen. Und ich bin ziemlich gut darin, zu sagen „So, Mama liest jetzt ein Buch! Bitte alle weit weg gehen!“ Und ich hab mir einen Mann gesucht, der gerne putzt und einkauft und ansonsten ebenfalls mehr Wert auf fröhliches Familienbeisammensein legt als auf einen schönen Garten oder geputzte Bäder.
    Und meine Kinder haben Freunde mit tollen Eltern, für die auch selbstverständlich ist, dass wir uns gegenseitig bei der Kinderbetreuung bzw. Hobbyfahrdiensten unterstützen. Da hat niemand Hemmungen, um Hilfe zu bitten!

  14. Meine Mama war ganz sicher nicht entspannt: in der DDR waren die meisten Mütter berufstätig, sie auch. Nebenher Haushalt etc.
    Ich glaube, man hat in dieser Zeit nicht o viel nachgedacht über Stress oder Selbstverwirklichung und hatte vielleicht auch nicht sohohe Ansprüche wie wir.
    Kindergeburtstage wurden viel einfacher gefeiert. Ausflüge gingen in die Natur. Es gab eine ziemlich klare Erziehung, über die auch nicht so viel diskutiert wurde.
    Es war also nicht unbedingt schlechter, aber auch nicht besser. Es war anders.
    Vielleicht war der Zusammenhalt auch schöner. Das höre ich oft von meinen Eltern. Ständig haben sich die Menschen gegenseitig ausgeholfen.
    Das machen wir heute auch, haben aber oft keine Kraft oder trauen uns nicht um Hilfe zu bitten.

  15. Das muss man differenziert sehen in Ostdeutschland waren die wenigsten vollzeit zu hause und wenn dann eher unfreiwillig. Dafür waren sie tendenziell jünger als sie ihre Kinder bekommen haben, Dafür meist aber such nur ein oder zwei Kinder.
    Ich denke aber, dass die eigene Erwartungshaltung an sich selbst als Mutter, Frau usw. eine andere war. Ich denke instagram und Co setzen einen heutzutage ganz schön unter Druck, perfekt gestyltes Haus, ganz viel basteln mit den kindern, aber auch rausgehen und Naturerlebnisse kreieren, alles selbst kochen, nähen… ist jetzt natürlich übertrieben, aber so kommt es rüber und sich davon frei zu machen und mal zu betrachten wieviel Zeit wir heute mit unseren Kindern verbringen und wieviel unsere Eltern mit uns verbracht haben. Ich denke wir reiben uns als Mütter gabz schön auf zwischen den Erwartungen. Und den Kindern bleibt der Osterstrauß in Erinnerung, auch wenn es ihn nicht jedes Jahr gab. Ich glaube da müssen wir uns selbst ein bisschen bremsen und einordnen, was für unsere Familie wichtig ist und was auch mal anders sein kann.

  16. Ich sehe es wie Sarah. Ich wäre gerne eine Mama vor 30 Jahren gewesen als jetzt. Klar gab es zu der Zeit sicherlich auch Probleme, aber die finanzielle Situation in den Familien hat sich in den letzten Jahre zugespitzt, sodass viele Mütter gezwungen sind bald und viel zu arbeiten und dann reicht es meist trotzdem nicht..

  17. Viele Mütter waren früher, vor ca. 30 Jahren, glaube ich weniger gestresst. Das Hamsterrad hat sich langsamer gedreht, weil die Mamas oft vollzeit zuhause waren, das Leben weniger teuer war und die Kinder sich nachmittags selbstständig auf der Straße getroffen haben. Kinder kümmerten sich auch um ihren schulischen Erfolg selbst und Social Media als sogenanntes Vergleichsportal war nicht vorhanden.

    1. Ob die Mütter weniger gestresst waren, dazu erlaube ich mir kein Urteil. Ansonsten stimme ich dir voll zu und kann deine Aussagen aus meiner eigenen Kindheit bestätigen.

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