Nachzügler: Manchmal bereue ich unser drittes Kind…

Nachzügler

Foto: Pixabay

Ihr Lieben, mein Name ist Claudia, ich bin 39 Jahre alt und habe drei Kinder. Die Großen sind 10 und 8, dann kommt ein Nachzügler mit 6 Monaten.

Der kleine Nachzügler war nicht ganz geplant, aber wir haben uns trotzdem sehr gefreut. Die großen Brüder gehen total in ihrer neuen Rolle auf und sind wirklich lieb zu dem Baby. Auch ich genieße den Kleinen die meiste Zeit sehr, ich bin natürlich heute viel erfahrener als früher und das macht es leichter.

Aber wir alle wissen, wie anstrengend so ein Baby auch sein kann. Manchmal denke ich, wie easy es doch war, bevor das Baby da war. Die Großen sind schon richtig selbstständig, viel mit Freunden unterwegs. Ich hatte genug Zeit für mich selbst, unsere Beziehung, für Freunde. Jetzt ist wieder alles anders und ich bin 24/7 für den Kleinen da.

Wird der Nachzügler vielleicht zu viel für uns?

Manchmal sehne ich mich richtig nach der alten Zeit zurück und frage mich, ob zwei Kinder nicht besser gewesen wären. Zwei Kids nimmt dir immer mal jemand ab, drei aber eigentlich nicht. Alles wird mit drei etwas komplizierter, sei es das Auto, die Urlaube. Manchmal habe ich richtig Panik, weil mir klar wird, wieviele Jahre es nun nochmal dauert, bis ich wieder mehr Freiheit habe.

Gleichzeitig schäme ich mich für den Gedanken, offen darüber reden traue ich mich schon gar nicht. Daher schreibe ich hier und hoffe auf etwas Austausch mit Mamas, die mich vielleicht verstehen.


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30 comments

  1. Ich fühle mit.

    Unsere Familiendynamik hat sich noch um einiges mehr verändert, seit der Geburt der Jüngeren (zwei Mädchen, 8 Jahre, 2,5 Jahre). Die Große und ich hatten ein sehr enges Miteinander, da sie erst mit 3 Jahren und 3 Monaten i die Kita kam und einige Monate später die Pandemie startete, sodass wir noch ein Tick mehr miteinander zu tun hatten. Zwar war sie wild, aber auf lustige und liebevolle Art.
    Mit der Geburt der Kleinen kam ihrerseits die Eifersucht. Zusätzlich der Tod eines ihr wichtige Menschen, die Behinderungen der geliebten Großmutter, Papas Jobwechsel und wenig zwischen für die neue Familienkonstellation und der Eintritt in die Schule. 2022 war für sie pure Veränderung.
    Die Kleine war in den ersten Wochen nur am Schreien, mein Mann hatte für keinen von uns Nerven und es lief vieles sehr schief. Ich zerriss mich zwischen den Mädchen, versuchte fair zu bleiben. Nach einigen Monaten erwischte ich die Große dabei, wie sie etwas machte, das grenzüberschreitend war. Da platzte ich und wurde laut. Seit dem gab es immer wieder schlimme Situationen. Wir bekommen keinen Platz für einen Kinderpsychologen bzw. -therapeuten

    Die Kleine ist im lauten Umfeld bisher groß geworden. Ihr ganzes Auftreten spiegelt uns drei wider. Sie rastet schnell aus, hört überhaupt nicht, egal, wie kindgerecht ich es erkläre. In der Kita läuft durch die Veröffentlichung einer Hilfskraft über die Missstände auch alles aus dem Ruder.
    Die kleine Maus ist einfach nur eine Herausforderung,

    Wir hatten die Kleine so gewollt, waren beim Fruchtbarkeitszentrum, ich nahm hormonbeeiflussende Medikamente (PCOS) etc. Irgendwann, kurz bevor wir es mit künstlicher Befruchtung versuchen wollten, wurde ich auf natürlichem Wege schwanger. Sie war so, so gewollt.
    Nun, ja, nun, mit all dem Stress, der immer noch schlaflosen Nächten, Arztbesuchen aufgrund dessen, der Veränderungen der Familiendynamik ( auch von außen durch die Pflege der Mutter meines Mannes), frage ich mich: warum waren wir nicht einfach nur mit einem Kind glücklich und zufrieden? Warum wollten wir noch ein Baby? Unsere Große war in den ersten 3-4 Jahren so süß, kompromissbereit, vielleicht waren wir so dumm und hofften eine L. 2.0 zu bekommen.
    Wir lieben T. vom Herzen, sie hat ja auch schöne Momente mit uns, für sich und mit anderen. Es ist ja nicht nur anstrengend, aber doch, ja, 5 Tage die Woche, in unregelmäßigen Abständen, ui, da empfinde ein Bereuen. Auch wenn ich mich vor ein Auto schmeißen würde, um sie zu retten, weil ich sie so liebe.

  2. Hallo!
    Meine Kids sind 15,17 und 7.
    Und ich kenne dieses Gefühl so gut!
    Bin jetzt 47 und es könnte vieles einfacher sein. Die Kids waren ungeplant aber nicht ungewollt!
    Der große und die kleine verstehen sich super, aber der mittlere und die kleine sind wie Feuer und Wasser!!!!
    Und sei es das die kleine nachts ins elternbett kommt oder das sie jetzt , sofort, unbedingt, am Wochenende mit einer Freundin spielen will und ich sage, lass doch mal die Leute wenigstens am Sonntag in Ruhe oder die Freundinnen werden der Reihe nach abgeklappert, weil das Kind unbedingt jetzt mit jemanden spielen will!
    Ich hab auch ehrlich gesagt, nicht mehr so viel Geduld mit der kleinen, mit den großen kann man ja schon ganz anders reden!
    Ich sage immer, hätte ich das früher gewusst, hätte ich früher angefangen und mehr Kinder bekommen ( ja hört sich jetzt gegenteilig an),aber dann hätte ich jetzt mit 47 schon größere, selbständige Kinder und mehr Zeit für andere Sachen!?
    Oder wie ich es zu pflegen nenne:“ ich liebe meine Kinder, aber ich würde mich kein zweites Mal für sie entscheiden!
    Ich arbeite Teilzeit und versuche „alles“ aber auch wirklich alles , in diese Zeit ohne „ kleines“ Kind zu packen. Sei es einkaufen ( wesentlich entspannter, ohne einen Nervenzusammenbruch an der Kasselaner oder Wäsche waschen und aufhängen( ohne Pausen, weil das Kind Hilfe bei den Hausaufgaben braucht) oder beim kochen( weil das Kind unbedingt mithelfen will und ich hinterher die Küche fast renovieren könnte).
    Aber sie sind nun mal da und es gibt ja auch die unzähligen vielen Momente, die man ohne Kind nicht erfahren hätte!
    Ich hab mir angewöhnt, kleine Verfehlungen in ein Heftchen aufzuschreiben und in Abstände immer mal wieder vorzulesen. Da steht dann von einem Kind, das 4 Jahre alt ist und nicht richtig das „ch“ aussprechen kann:
    „Mama, itsch lieb ditsch und itsch ditsch eirate!!!!“
    Oder ein Kind, welches Mundharmonika spielt, schief und neben jeden Ton: „ gellMama, ich bin ein guter musikaner!“
    Ich liebe meine Kinder, ich liebe meine Kinder, es ist so toll mit Kindern,……
    Man muss sich das nur immer wieder sagen!!🤗🤣
    In diesem Sinne, allen noch einen schönen Abend, ich muss jetzt (19.15h) noch Hausaufgaben machen 😭toll!!!

  3. Hallo,

    Ich finde es völlig in Ordnung solche Gedanken auch auszusprechen. Ganz vielen geht es sicher ähnlich. Und das hat nichts damit zu tun, dass man sein Kind nicht dennoch über alles liebt. Es ist jedoch auch eine Verantwortung und viel Arbeit ein Kind groß zu ziehen.

    Ich selbst habe 2 Kinder im Alter von 15 und 11 Jahren. Und der Gedanke jetzt mit 40 noch einmal Mutter zu werden ist sehr beängstigend.
    Natürlich gibt es viele tolle Momente die man erlebt, aber eben auch viel Arbeit.

    Ich finde es dennoch sehr gut von dir, dass du dich für das Baby entschieden hast. Dann sollte es nämlich so sein und du schaffst das.

    Ich genieße die gewonnene Zeit für mich und freue mich über jedes Babys im Freundes und Verwandten Kreis.

    Viel Erfolg und liebe Grüße
    Anna

  4. Ich kenne das Gefühl.
    Mein neuer Mann hat 4 Kinder mitgebracht ( 13/10/7/fast 3) und so lieb ich seine Kinder habe, wäre es viel entspannter ohne die Kleine.

    Jeder denkt und sagt so etwas manchmal und es ist nur menschlich.

    Wir haben auch alle ein Leben ohne Mama zu sein und dass sollte auch jedem zustehen.

    Ich habe selbst eine 19 jährige Tochter und bis ich meinen Mann kennengelernt habe vor 2 Jahren hatte ich mein Leben mit allen Freiheiten….
    Nun fahre ich wieder zur Kita und Wickel 🤷🏻‍♀️
    Aber so ist das mit Entscheidungen.

    Versucht auch mal Paarauszeiten zu nehmen.
    Das ist auch wichtig!

    1. Zu den Gedanken stehen sie fuehlen und nicht bewerten und dann bewusst ziehen Lassen, sich selbst sagen, oh bin ich k.o., villeicht kommt dann irgendetwas suesses liebes, dass aufstellt zum Laecheln verleitet, es annehmen und merken, dass nichts von Dauer ist.Und alles okay ist. wie es grade ist.

  5. Ein ehrlicher und toller Artikel,

    Ich komme selbst aus einer Familie wo schon fast traditionell alle Frauen mit 22 Jahren das 1.mal Mutter wurden und dann mit Ende 30 oder sogar mit fast 43noch ein Nachzügler kam. Für mich selber wollte ich zwar auch jung Mama werden jedoch kein Kind mehr nach 30.Als meine 3 Jahre älterer Onkel heiratete mit 31 lebte mein Großvater schon nicht mehr.Meine Oma durfte immerhin noch 10 Jahre mit seiner Tochter ihrer Enkelin verbringen. Mit ihrem 1.Urenkel jedoch 18 Jahre.(meine Tochter).Ich hätte heute nicht mehr diese Geduld und diese Gelassenheit wie mit 22 den damals hatte ich noch nicht so viele Gedanken was die Ängste und Sorgen betrifft wenn die Kinder mal älter sind.
    Gestern war ich auf meinem Klassentreffen das 1.nach 25 Jahren und es gab nur mich und noch 1 wo die Kinder ü18 waren.
    Die meisten Kindern waren nicht älter als 14 ….und so habe ich wieder gesehen das ich mich mit meiner Kinderplanung richtig entschieden habe und so konnte ich mit der anderen Mama und noch einer Klassenkameradin die bewusst sich gg.Kinder entschieden hat und 6 Vätern aus der Paraklasse bis heute früh um 3 uhr sitzen und quatschen.
    Alles Gute dir und geniese die Zeit das vergeht alles viel zu schnell LG

  6. ich würde auch noch gerne etwas hinzufügen… ich bin 28 und meine Geschwister 26,23 und 16. Also 8 Jahre Unterschied zwischen den letzten Beiden. Meine Schwester war überhaupt nicht geplant und ist doch so willkommen. Ich finde, dass wir durch sie weiterhin als enge Familie leben, obwohl die großen drei alle ausgezogen sind. Wir machen nach wie vor Familienurlaube, Weihnachten hatte viiiieeeel länger den Zauber und die Aufregung, wir essen oft alle zusammen usw. ich bin mir sicher, das liegt an unserem Nachzügler, weil sonst viel früher alle ihre Wege gegangen wären und auch unsere Eltern viel mehr unterwegs wären und mehr arbeiten würden. Ich sehe es wirklich als Bereicherung und werde nie vergessen, wie stolz ich damals war, als ich mit 12 Jahren nochmal große Schwester wurde.
    liebe Grüße und alles Gute

  7. Wow ich hätte den Text wohl auch schreiben können, die großen sind jetzt 9 und 7, die kleine 3 Monate. Und ja auch wenn die kleine Maus ein absolutes kleines Wunder ist, so trauert man der zuvor wieder gewonnene Metime doch etwas hinterher. Freunde und Bekannte mit nur zwei Kindern sind nun doch schon ganz anders unterwegs. Uns hat es ganz schön in die Babyphase zurück katapultiert. Das ist nicht immer einfach. Und jetzt schwankt man zwischen jede Sekunde genießen, weil man weiß wie schnell diese erste Kuschelzeit vergeht, wenn man noch so gebraucht wird und dann dem Gedanken, dass man hoffentlich bald mal wieder einen der Mädelsausflüge mitmachen kann und nicht immer die ist, die müde um 20 Uhr auf dem Sofa einschläft.

    Aber nein beschweren oder gar bereuen darf man wirklich nicht… Wenn man dich nämlich selber nicht dafür schlecht fühlt, dann macht das die Gesellschaft aller Sprüche „Du hast es dir ja so ausgesucht.“

  8. Deine Freiheit kommt vermutlich schneller als erwartet. Wenn du es zulässt und wenn die Kinder gesund bleiben. Ich habe 4 Kinder, mit 6 1/2 Jahren Lücke zwischen Kind 2 und 3. Früher als mit den älteren beiden konnte ich bei den jüngeren meiner Wege gehen, weil mindestens einer der großen zuhause war. Die Kinder spielen miteinander und ich habe Zeit zum Lesen. Ich kann schnell einkaufen wenn das Kleinkind schläft ( die Großen sind ja da) und oder eben mal zum Elternabend in 5 Minuten Nähe ( die Großen sind zuhause und können im Bedarfsfall anrufen). Später bleibt der große Bruder beim nicht mehr ganz so kranken 10 oder 11jährigen, weil der gerade frei hat. Die Eltern können in Ruhe arbeiten. Und ja, das Verabschieden am Ende ist leichter, wenn es häppchenweise geht. Meine sind jetzt 22, 24, 30 und 33, alle aus dem Haus und ein tolles ein Team.

    1. Ich kann da von mir selber als Nachzügler sprechen. Meine Geschwister sind 8 und 10 Jahre älter als ich und ich fand es immer total doof! Ich bin wie ein Einzelkind aufgewachsen und habe mir immer eine kleine Schwester/Bruder gewünscht, um auch jemand zum spielen/toben/reden zu haben. Meine Geschwister sind schon nicht mehr mit den urlaub gefahren als ich 7/8 jahre war und ausgezogen sind sie als ich ca 12/13 jahre alt war. Für mich persönlich würde ein 3tes Kind höchstens im Abstand von max. 5 Jahren kommen. Oder mit größeren Abstand aber dann nochmal zwei kinder kurz nacheinander.

    2. Ich fühle dich so. Meine Kinder sind 8 Jahre, fast 6 Jahre und 10 Monate. Und ja, manchmal denkt man was wäre wenn, und dann sehe ich wie lieb die Grossen ihren kleinen Bruder haben. Oder der Kleine strahlt mich an und vergessen sind die negativen Gedanken. Am schlimmsten sind wirklich die Kommentare von aussen, all die wo nur ein oder zwei Kinder haben. Der schlimmste: Wer drei Kinder hat war zu dumm zum verhüten. Da war ich kurz sprachlos

  9. Vielen Dank für diesen ehrlichen Artikel,zuzugeben das man manchmal gerne wo anders oder in einer anderen Situation wäre zeugt von Stärke.
    Diese Artikel liest man viel zu selten.
    Viel Kraft und Stärke weiterhin!

  10. Ein sehr ehrlicher Artikel. Ich selbst habe ein Kind, hätte gerne mehr, was aber leider nicht möglich ist. Ich sehe eigentlich viel Positives im Artikel. Ein Gedanke in Ergänzung zu den anderen Kommentaren: aktuell ist es anstrengend bis überfordernd, normal bei drei Kindern. Aber denk mal drei Jahre weiter: dann gehen die großen zunehmend eigene Wege, ohne dich. Dann hast du noch den Kleinen und das Loslassen der Großen fällt leichter. Es kommen auch wieder Zeiten mit mehr Freiheit. Ich denke nicht, dass du Grund hast, dich zu schämen. Eher im Gegenteil, weil es deinen Kindern gut zu gehen scheint und die Beziehung zwischen den Geschwistern passt.

  11. Auf der einen Seite kann ich diese Gedanken sehr gut nachvollziehen (habe selbst ungeplant 3 Kinder, da das zweite Zwillinge waren). Auf der anderen Seite versetzt mir das einen Stich, weil ich selbst genau so ein Nachzügler war und ich bereits als Kind gespürt habe, dass ich so nicht geplant war und dass meine Eltern die ganze Zeit darauf hingefiebert haben, endlich ihre Freiheit wieder zu haben… Ich glaube, es war ihnen gar nicht so bewusst, wie sehr ich das gemerkt habe und was das mit mir gemacht hat. Ich wünsche jedem, der in der Situation ist, dass er seinen Frieden damit macht und seine Familie genießen kann, wie sie ist, ohne ständiges Was-wäre-wenn.

    1. Liebe Susanne,
      Ich möchte Dir ein wenig Mut machen. Ich habe selbst vier große Kinder, von denen drei schon erwachsen sind, eine 16, und einen Nachzügler mit acht. Du kannst es Dir vielleicht nicht vorstellen, aber bald werden Deine Großen eigene Wege gehen, und dann ist das Jüngste immer wieder ein Grund, sich zu treffen und zu spielen oder albern zu sein. Ich sehe so gern, wie die Großen Geschwister mit dem Jüngsten umgehen. Auch das Babysitterproblem hat sich bei uns schnell gelöst, weil die Geschwister auch mal aufpassen konnten. Seit der Jüngsten älter wurde, etwa mit zwei, konnten wir z.B. locker abends weggehen, wir haben ihn einfach vorher hingelegt und dann war jemand da. Ich habe auch eine viel jüngere Schwester und bin gern auch für sie da und froh, dass ich sie habe.
      Herzliche Grüße
      Silvia

  12. Hallo Claudia,
    als ich die Überschrift las, war ich etwas erschrocken zugleich interessiert.
    Dein Artikel ist sehr ehrlich.
    Ich habe gelernt, dass wir das bekommen was wir brauchen und nicht was wir uns wünschen.
    Ich bin ebenfalls Mutter von drei Kindern, heute 25,21,15 Jahre.
    Deine Gedanken und Gefühle kann ich gut verstehen.
    Aus meiner Erfahrung, kann ich dir sagen, dass die Routine schneller kommt, als du glaubst.
    Es gibt sehr viele Hindernisse, aber ich bin dadurch gewachsen.
    Ich wünsche dir alles Gute, du schaffst das!

    1. Hallo ich heiße yvonne und bin jetzt 40 Jahre alt. Ich habe 4 Kinder darunter meine Nachzügler Maus. meone Kinder sind 21,20,15 und 1 jahr alt. Du siehst so richtig Nachzügler. Ich kann dich verstehen ,obwohl sie so wundervoll ist und ich mich immer wieder für sie entscheiden würde, frage ich mich oft wann ich mal wieder nachts schlafen kann, wann ein buch lesen, zum frisör…… das sind aber nur kurze Augenblicke. Ich Gaube fest daran das ich sie noch Gebraucht habe , den seitdem sie da ist bin ich viel glücklicher . LG yvonne

  13. Mein kleiner ist jetzt 7 Monate und meine Große 4 Jahre alt. Ich kann verstehen wie es dir manchmal gehen muss, auch wenn ich „nur“ zwei Kinder habe. Und ich finde du musst dich nicht für deine Gedanken schämen. Gerade die Neugeborenen Zeit kann sehr kräftezehrend sein. Schlafmangel, Stress, mitunter soziale Isolation durch die Elternzeit… erc. Eltern sind auch nur Menschen, Mütter wie Väter. Und die Großen wollen und brauchen auch Aufmerksamkeit, Fürsorge, Geduld, Zeit. An besonders herausfordernden Tagen kommt da die Frage im Inneren auf: Wo bleibe eigentlich ich? Wann habe ich zuletzt etwas alleine oder nur für mich gemacht? Ich muss dazu sagen, dass mein Sohn mit einer Tracheomalazie und einer kleineren Verengung unterhalb des Kehlkopfes geboren wurde und wir durch verschiedene Infekte in der Winterzeit oft ins Krankenhaus mussten. (jede Erkältung bedeutet akute Gefahr von Atemnot)
    Und meine Große hat letzten Sommer Diabetes Typ 1 bekommen. Spritzentheraphie 3 Monate (in dieser Zeit konnte sie nicht in den Kindergarten), dann wurde endlich die Pumpentheraphie von der AOK genehmigt. Das letzte Jahr war also gelinde gesagt sehr fordernd und keine „normale“ Elternzeit.
    An schweren Tagen habe ich immer Trost in Foren gefunden, in denen ich lesen konnte dass es anderen auch so geht wie mir. Auf Eltern liegt mitunter so ein großer Druck. Es ist befreiend wenn wir zugeben dürfen, dass es uns manchmal zu viel wird. Dass wir uns nach den Freiheiten sehnen, die wir mal hatten. Aber natürlich auch, dass wir unsere Kinder abgöttisch lieben. Dass wir sie niemlas hergeben würden. Dass wir uns auf einen kinderfreien Tag freuen und die Kleinen dann doch vermissen, wenn sie bei Oma und Opa sind.
    Gib nicht auf! Schaufel dir freie Tage frei! (mein Freund und ich geben uns gegenseitig einen freien Tag oder Abend die Woche, an dem jeder macht was er will) Nimm schlechte Tage an, denke daran dass es morgen wieder anders sein kann!

    1. ich verstehe dich echt gut, obwohl ich keinen Nachzügler habe. aber ich beschäftige mich seit längerem mit dem thema „regretting motherhood“ und erkenne mich schon in einigen aspekten davon wieder. ich finde es einfach wichtig, dass wir alle ehrlich über alles reden können und alle gefühle platz haben. was für die einen total stimmt, mag für die anderen absolut schlimm sein. also danke für deine offenheit!

  14. hey, es ist völlig normal, dass man sich manchmal überfordert fühlt oder „zurück“ zuf Freiheit wünscht . Wie ja bereits oben geschrieben, 3 Kinder sind dann einer mehr als wir Eltern – das ist manchmal ganz schön krass. Und manche schönen Aktionen, die mit den großen Kids möglich wären sind mit Baby oder Kleinkind on Board viel herausfordernder oder schlichtweg nicht möglich. Gefährlich wird es immer dann, wenn ich mich zu sehr mit anderen Familien vergleiche, die nur 1 oder 2 größerer Kinder haben. Dann werde ich schnell unzufrieden, weil ich da natürlich v.a. das sehe, was mir selbst gerade fehlt. Aber unterm Strich ist unser 3. Kind genau perfekt so bei uns, sie würde unglaublich fehlen in unserem Familienverbund. Und tatsächlich bin ich dankbar, manche Dinge im Bereich Erziehung/Bindung bei Kind Nr 3 erfahrener und definitiv entspannter und somit (hoffentlich) auch besser angehen zu können …. und – last but not least: bei 2 Pubertieren (12 und 14) ist es unglaublich toll, die absolute und bedingungslose Liebe einer jetzt schon 6 jährigen zu genießen. Das gibt sooo viel Kraft für die nächste knallende Tür der 12 jährigen…. 😉

  15. Bei uns ist die Situation vom Alter her fast gleich. Die großen Mädels sind 10 und 8. Unser Bube jetzt 14 Monate. Allerdings war unser Kleiner, auf jeden Fall bei mir, das sehr sehr lang ersehnte dritte Kind. Ich bin unendlich glücklich und dankbar für ihn und unsere fünfköpfige Familie.
    Aber dennoch ist es eine Herausforderung. Das stimmt absolut. Ich sehe, dass ich den Großen nicht mehr so viel zukommen lassen kann, wie früher. Aber ich sehe auch die unbändige Freude, wenn sie alle zusammen spielen, Quatsch machen und den Stolz, wenn der Jüngste Fortschritte macht.
    Dennoch habe ich auch die Gedanken, dass z. B. der erste nächste Paarurlaub zu zweit schon ein Stück nach hinten gerutscht ist. Aber dafür können ganz bald die Mädels als Babysitter eingesetzt werden und wir vielleicht doch auch Mal wieder Essen gehen oder dergleichen….
    Ich genieße die besonders innigen Momente mit dem Kleinen sehr, weil es nun zu 99% die letzten Male sind. So erinnere ich mich immer wieder gerne an den Spruch einer Bekannten: „Das Dritte ist zum Genießen da.“ 🙂
    Alles hat zwei Seiten, aber insgesamt ist unser Sohn eine absolute Bereicherung für unsere Familie.
    Vielleicht besteht ja Interesse an einem persönlichen Austausch… 🙂

  16. Kein „Kind läuft nebenher“. Ich würde die Person, die das sagt, nie wieder ernst nehmen.

    Wir zwei und sind so froh, dass die Kräfte 2:2 sind. Respekt an alle Eltern mit mehr als 2 – uns ist es ein Rätsel, wiebihrxdad macht.

  17. Ich verstehe, dass das eine sehr herausfordernde und anstrengende Situation ist. Scheint mir aber generell ein Fall von „wer Lotto spielt muss damit rechnen, zu gewinnen“ (im Sinne von man hat’s halt drauf ankommen lassen verhütungstechnisch) oder „bedenke Deine Wünsche, sie könnten in Erfüllung gehen“ (im Falle einer geplanten Schwangerschaft).
    Warum macht man das sehenden Auges, wenn man diese Lebenssituation so eigentlich nicht möchte? Wieder fremdbestimmt, nochmal von vorne anfangen?

    1. Bei „bedenke deine Wünsche,sie könnten in Erfüllung gehen “ muss man halt ehrlicher weise sagen, dass man manche Dinge unterschätzt. Das liegt unter anderem daran, dass Eltern ihr Leben Freunden und Familie gegenüber oft beschönigen bzw. idealisieren. Da werden dann solche Dinge gesagt, wie „ein drittes Kind läuft doch einfach so mit“ was einfach völliger bullshit ist. Oder „unseren umgeplanten Nachwuchs haben wir nie auch nur eine Sekunde bereut. So eine Bereicherung für alle“. Dass man mal zweifelt, bereut, absolut überfordert ist, geben doch die wenigsten zu. Mehr Ehrlichkeit würde doch allen helfen. Den einen, das Gefühl geben nicht alleine mit ihren Gefühlen zu sein. Den anderen vielleicht dabei, eine so weitreichende Entscheidung nicht blauäugig zu treffen. Und auch bei herablassenden Verhütungssprüchen wäre ich vorsichtig. Meine beste Freundin ist trotz Spirale schwanger geworden, würde nicht sagen, sie hat es darauf ankommen lassen und halt Lotto gespielt…Wenn man Frauen, die ungeplant schwanger werden prinzipiell so etwas unterstellt, finde ich das ziemlich unpassend.

    2. Hast du noch nie eine Entscheidung bewusst getroffen und hinterher angezweifelt, ob es die richtige Entscheidung war?

      Dass man manchmal das Gefühl hat, drei Kinder sind eigentlich eins zu viel, heißt außerdem nicht, dass man diese Entscheidung nicht wieder so treffen würde.

      Und drittens… Verhütungspannen passieren, Enthaltsamkeit ist die einzige 100% sichere Verhütung. Und vor der Entscheidung stehend, Kind bekommen oder abtreiben ist für einige trotz aller Belastung Kind bekommen die bessere Entscheidung.

      1. Ich habe mich gar nicht auf Verhütungspannen bezogen. Natürlich kann das immer geschehen. Aber im Artikel war von „nicht ganz geplant“ die Rede. Das klingt für mich nach „wenns passiert, passierts“

  18. Ich kann dich so gut verstehen! Unser drittes Kind war geplant und auch der Abstand zu den großen Beiden ist nicht ganz so groß wie bei euch, aber so ein drittes Kind ist einfach ne riesen Nummer. Oft tut es mir für die großen Beiden leid, dass ich so von der Kleinen in Beschlag genommen werde, dass für sie nicht mehr viel Zeit/Nerven/Geduld übrig bleiben. Auch für die Beziehung ist es mega krass, weil Ressourcen nun mal begrenzt sind und mit dem babysitten ist es schwierig, weil man keinem alle drei mitgeben kann.(Wir teilen die Kinder immer auf, die zwei Großen zu den einen Großeltern, die Kleine zu den anderen. Macht die Logistik nicht einfacher und klappt nur äußerst selten)Auch die Arbeitssituation ist schwierig, da könnte man endlich wieder ohne schlechtes Gewissen Vollzeit arbeiten und dann hängt man wieder in Teilzeit und muss all die Krippenkrankheiten irgendwie abdecken. Ich bin immer überrascht, wenn Leute bei ungeplanten Nachzüglern (Und in allen Fällen, die ich kenne, waren das dritte Kinder) die Situation so unbekümmert annehmen, wie sie ist. Ich denke, der Einschnitt ist enorm. Auch viel größer, als wenn man das erste Kind ein paar Jahre früher bekommt als geplant. Man hat mit einer bestimmten Phase (die sehr fremdbestimmt und super anstrengend ist) bereits abgeschlossen und wird dann wieder um Jahre zurück geworfen. Das heißt nicht, dass man das Kind nicht liebt und es nicht auch total schöne Aspekte für die Familie haben kann.Aber es hat auch sehr viele negative Aspekte und ich finde, die sollte man auch ohne schlechtes Gewissen benennen dürfen.

    1. Hallo, ich hatte schon 3 Jungs im Alter von 8, 9 und 10. Der knappe Altersunterschied war da ziemlich herausfordernd. Als sich dann ein viertes ankündigte, war ich voller Zweifel, ob ich das gut schaffen würde, immerhin kommen die großen dich bald in das berühmte schwierige Alter. Aber es ist alles besser gelaufen, als ich befürchtet habe. Die großen haben sich um d. youngster gekümmert. Es ist manchmal einfach nur Kopfkino. Und dann könnte ich mich auch mit ganzem Herzen dem 4. Kind widmen.

  19. Hallo, meine drei sind etwas näher zusammen (9,7,4), aber ich kenne den Gedanken, dass es ohne die Kleine oft einfacher wäre. Drei Kinder sind einfach 1 mehr als 2 Erwachsene und das merkt man.
    Ich finde es fällt besonders bei gemeinsamen Freizeitaktivitäten auf, wenn nur 1 Elterteil Zeit hat. Mit den zwei Großen könnte ich einfach ins Schwimmbad, Kino… gehen. Jetzt brauche ich dann jemanden für die Kleine. Ja, es gibt auch Sachen, die mit allen 3 möglichsind, aber irgendwie ist alles beschwerlicher. Ich würde allerdings nicht so weit gehen wie die Überschrift des Artikels und sagen, ich bereue unser 3. Kind.

  20. Unsere Kleine (2) kam auch mit etwas größerem Abstand zu den Jungs (12). Ich empfinde es von Anfang an als Geschenk, die Baby- und Kleinkindphase noch einmal erleben dürfen. 😍 Alle in der Familie empfinden die kleine Maus als Bereicherung.
    Natürlich ist es auch oft schwierig… so der Spagat zwischen Trotzphase und Pubertät😂🤣wenn etwa die Großen Hilfe bei der Hausaufgabe oder so brauchen. Auch die Interessen der Kinder gehen natürlich auseinander, was es oft nicht einfach macht.
    Aber trotz allem, wir sind so glücklich, dass die kleine Maus Teil unsere Familie ist!❤️

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