Der übliche Wahnsinn – warum es mit Kindern eigentlich nie einen Alltag gibt

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Kann mich mal jemand kneifen? Es ist schon Mitte März? War nicht gerade erst Weihnachten – wo sind bloß die letzten Wochen hin? Ach, ich weiß: Sie sind irgendwie vom Chaos verschluckt worden. Genau wie einige Pläne, die ich hatte….

Aber der Reihe nach. Seit 2019 begonnen hat, gab es irgendwie keine "normale" Woche mehr. Mit "normal" meine ich: Alle Kinder sind gesund, können fünf Tage die Woche zur Schule/ in die Kita/ zur Tagesmutter und ich habe den Kopf frei, um in Ruhe meine Liste abzuarbeiten. 

Nein, irgendwie kam ständig was dazwischen. Hier drei Tage Schulstreik, da ein Studientag der Kita-Erzieherinnen, dann bekam die Große eine beidseitige Mittelohrentzündung, die Kleine fiel vom Stuhl, war danach benebelt und erbrach. Also ab ins Krankenhaus, Diagnose: Gehirnerschütterung, eine Nacht stationärer Aufenthalt. Der Sohn hustete ganze Nächte durch, weshalb er und ich nicht schlafen konnten und wir uns durch den nächsten Tag schleppten. Immer im Nacken: Die nächste Job-Abgabe, die ich einhalten musste. 

Genau wie die allgemeine Stimmung war auch das Wetter stürmisch. Unsere heißgeliebten Nachmittags-Spaziergänge fielen aufgrund von Hagel und Dauerregen aus. Und so zogen sich die Stunden bis zum Abendessen oft wie Kaugummi. 

Es waren komische Wochen. Durcheinander, mit so manchem Heulkrampf und einem erschöpften "ICH MAG NICHT MEHR!"

Was mir dann hilft: Trotzdem die Schuhe anziehen und eine Runde joggen gehen. Oder ein Telefonat mit einer Freundin, die sagt: "Wird schon alles werden." Und sich bewusst machen, dass all die kleinen Problemchen, über die wir Tag für Tag so schimpfen, eigentlich Lapalien sind. 

Wir haben uns für ein Leben mit Kindern entschieden. Kinder sind keine Roboter und mit der Geburt eines Kindes geht ein Stück Planbarkeit flöten. Jeder Tag kann ganz anders enden, als er begonnen hat. Jeder Tag hat aber auch die Chance, ganz wunderbar zu werden. Es ist verdammt nervig, seine Pläne immer wieder über den Haufen werfen zu müssen, aber meist hat es den wichtigsten Grund überhaupt: Unsere Kinder. 

Ich habe neulich gehört, dass jemand sagte: "Bevor ich Kinder hatte, habe ich mich eigentlich ständig um mich selbst gedreht. Kinder berauben uns unseres Egos – und das ist ganz schön heilsam." Ich finde, das stimmt. Bevor wir Eltern wurden, konnten wir doch so ziemlich tun und lassen, was wir wollten. Nun tragen wir Verantwortung für andere Menschen, wie haben dafür Sorge zu tragen, dass es ihnen gut geht, dass sie wachsen können, dass sie sich geliebt und geboren fühlen. Das macht uns ein Stück unflexibler – aber es gibt uns so viel mehr. Es gibt uns einen Sinn, eine Aufgabe. 

Daran versuche ich zu denken, wenn ich vor Wut ins Kissen beißen möchte, weil ich mal wieder alles umwerfen muss. Und daran, dass es nicht ewig so weiter geht. Die Kids werden größer und wir wieder flexibler. Alles hat seine Zeit, denke ich. Und: Dass ich – trotz Chaos -so viel mehr schaffe, als ich je gedacht habe. Ich schaffe viel mehr -trotz, mit oder vielleicht sogar wegen der Kinder. Vielleicht ist das auch die Lösung: Dass wir alle viel mehr darauf schauen, WAS wir schaffen – und nicht darauf, was wir NICHT schaffen. Und wenn wir das tun, fällt uns auf: Wir können echt stolz auf uns sein. 

 

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4 comments

  1. Der Titel sagt alles…
    …& die Frage stelle ich mir auch jeden Tag. 🙂
    Dann noch das viele schlechte Wetter, dass einem gefühlt die Decke auf den Kopf gefallen ist.
    Aber wahrscheinlich ist all das, was hier beschrieben wurde, der Alltag im Leben mit Kindern. 🙂
    LG, Richard & Hugo vom https://www.vatersohn.blog/

  2. Haba Box
    Das wäre genau das richtige für unseren 9-jährigen! Wir kennen das Problem Bildschirm zu gut und genau diese technischen Dinge können ihn mal weglocken….. das Set 8-10 Jahre wäre ideal!

  3. Alles wird gut!
    Seit Januar geht unsere Kleine in die Krippe. Ich zähle nicht mehr die Krankheitstage, sondern nur noch die Tage, an denen wir mal alle gesund sind – das geht einfach schneller. 😉 Aber was soll’s?! Ändern kann man daran nichts und ärgern bringt nur Falten. Bestimmt wird es auch wieder besser. An alle gebeutelten Familien da draußen: Gute Besserung!

  4. I know what you mean
    Liebe Katharina,
    unsere Bilanz 2019: eine Woche 5 Tage gearbeitet und genau in der Woche kaum etwas geschafft aufgrund technischer Umstellungen bei meinem Arbeitgeber. Scharlach, Lungenentzündung, Kitakonzepttage wir hatten das auch alles. Meine Laufschuhe stehen seit Ende Januar im Regal weil ich selber so stark huste oder erkältet bin (immer schön km Wechsel) und nichts davon los werde weil die Nächte mit kränkelnden oder kranken Kindern halt zu kurz.
    Mein Mann arbeitet in diesem Winter auch an seinem Krabkheitstagerekord.
    Der Höhepunkt war dannPapa und ein Kind Fieber statt Grönemeyer.
    Ja es stimmt wir werden wieder flexibler werden und so Winter werden besser werden aber jetzt in diesen Tagen fällt es schwer sich vor Augen zu halten was wir alles schaffen…:(

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