Drei Kinder, drei verschiedene Persönlichkeiten! Was für eine Aufgabe!

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Neulich habe ich ein Interview gelesen, in dem eine Mutter sagte, sie hätte angenommen, ihre Kinder würden automatisch Mini-Me´s von ihr oder ihrem Mann werden. Und dass sie schnell feststellen musste, dass das totaler Quatsch ist, weil natürlich jedes Kind mit einer einzigartigen Persönlichkeit auf die Welt kommt. 

Ich konnte mich gut in diese Mutter hineinversetzen, weil ich auch so einen kleinen Denkfehler hatte. Ich dachte, meine Kinder würden in den meisten Belangen ähnlich ticken, weil sie nunmal Geschwister sind, wir sie ähnlich erziehen. Pustekuchen, kann ich nur sagen. 

Es fängt bei meinen drei Kindern schon bei Kleinigkeiten an. Die Große schläft gerne dunkel und mit geschlossener Zimmertür, ihr Bruder braucht dagegen Licht auf dem Flur. Der eine mag das Gelbe beim Spiegelei noch flüssig, der andere findet genau das eklig. Die Großen hatten keinerlei Anzeichen einer Trotzphase, die Kleinste wirft sich mit ihren fast zwei Jahren gerne mal schreiend und strampelnd auf den Boden. Die Große tut sich leicht, fremde Kinder anzusprechen, für den Mittleren ist das eine riesen Herausforderung. Während die Mädels gerne ganze Playmobil-Welten erschaffen, ist mein Sohn am Liebsten draußen und immer in Bewegung. Für meine Große brach die Welt zusammen, als wir die Schnullerzeit beendeten, der Mittlere gab ihn freiwillig ab, die Kleine hat nie einen Schnuller genommen. Während die Kleinste Gemüse liebt, kiegen die Geschwister einen Schreikrampf, wenn sich mal Stäubchen Kräuter auf den Teller verirrt.

Manchmal stehe ich dann da und denke: Himmel, warum muss das eigentlich so verdammt kompliziert sein? 

Die Antwort ist natürlich ganz einfach: Drei Kinder, drei Herzen, drei Köpfe, drei Lebensläufe, drei mal die große Aufgabe, alle in ihrem ICH zu bestärken, sie zu begleiten, zu unterstützen. Nie sollten die Kinder das Gefühl haben, sich ändern zu müssen, um geliebt zu werden. Oder nicht genau so gut zu sein, wie sie sind. 

Ich selbst bin mit vier Geschwistern aufgewachsen und hatte glücklicherweise nie das Gefühl, verglichen zu werden. Wir hatten unterschiedliche Hobbies, unterschiedliche Stärken und Schwächen. Wir sind uns bis heute emotional sehr nah, obwohl wir teilweise höchst unterschiedliche Leben leben und ganz andere Wege beschritten haben. Und obwohl ich mit manchen Dingen in der Vergangenheit nicht immer einverstanden war, hatte ich immer Respekt für die Entscheidungen. Unsere Unterschiede haben uns nicht voneinander entfernt, ich empfinde sie heute als extrem bereichernd für mein eigenes Leben. 

Ich glaube, wenn uns Eltern genau das auch gelingt, haben wir eine Menge geschafft. Wenn wir jedem Kind vermitteln, dass wir hinter ihm stehen, egal welchen Weg er wählt. Dass wir vielleicht nicht alles nachvollziehen können, aber da sind, wenn es Rede-oder Kuschelbedarf gibt. Wenn wir sie spüren lassen, dass sie unendlich geliebt sind, mit all ihren Schwächen, Stärken, Talenten und Misserfolgen. Dass wir sie nicht mit ihren Geschwistern vergleichen und dass es für uns nicht wichtig ist, wer im Weitsprung weiter springt, die bessere Mathearbeit nach Hause bringt oder später den erfolgreicheren Job macht – sondern dass wir sie lieben, weil sie so sind wie sie sind. Ich glaube, wenn wir das schaffen, dann legen wir eine wertvolle Grundlage für ihr ganzes Leben: Selbstliebe und Selbstvertrauen. Denn oft – und das wissen wir von uns selbst – müssen wir wissen, dass jemand an uns glaubt, um uns voll entfalten zu können. 

Ja, manchmal ist es anstrengend mit drei unterschiedlichen Persönlichkeiten. Aber es macht das Leben auch unheimlich bunt und aufregend – so wie Familie eben sein soll. 

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4 Kommentare

  1. wie wahr!
    Ich habe eine vier Monate alte Tochter. Ständig höre ich Andere sagen: „Das hat sie von dir!“ oder jenes von meinem Mann. Oder „Von wem hat sie das nur?“ Puh – anstrengend, sehr anstrengend. Meine Kleine ist ein eigener Charakterkopf, ich habe das Vergleichen ziemlich schnell eingestellt – denn wozu führt es?? 😉

  2. wie wahr!
    Ich habe eine vier Monate alte Tochter. Ständig höre ich Andere sagen: „Das hat sie von dir!“ oder jenes von meinem Mann. Oder „Von wem hat sie das nur?“ Puh – anstrengend, sehr anstrengend. Meine Kleine ist ein eigener Charakterkopf, ich habe das Vergleichen ziemlich schnell eingestellt – denn wozu führt es?? 😉

  3. Drei Kinder
    Bei Drillingen ist es noch etwas komplizierter… da treffen drei gleichaltrige unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander. Und jede will Aufmerksamkeit und dass
    alles gerecht ist… ich kann ein Lied davon singen 😉

  4. Drei Kinder
    Bei Drillingen ist es noch etwas komplizierter… da treffen drei gleichaltrige unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander. Und jede will Aufmerksamkeit und dass
    alles gerecht ist… ich kann ein Lied davon singen 😉

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