Ein Flugzeugabsturz. So nah.

trauergermanwings

Ihr Lieben, das ist ein trauriger Tag. Heute Morgen sind Mütter in das Zimmer ihres Kindes gegangen, vielleicht lehnte noch die Gitarre am Bettkasten, die jetzt nicht mehr angerührt wird. Es haben Väter Frühstück gemacht und mussten einen Platz leer lassen. Es haben Großeltern um ihre Kinder und Enkel geweint.
Jetzt ist da noch der Schockzustand, jetzt ist da noch so viel Organisatorisches, noch sind die Medien da und viele Menschen, die mittrauern und sicher auch kondolieren.  Und irgendwann kommt dann die Stille. Die Stille, die manifestiert, dass der Sohn, die Tochter, der Freund, der Bruder, die Mutter nicht mehr wiederkommen. Das Warum. Die Erinnerungen.
Es gibt Menschen, die dann helfen. Menschen wie Mechthild Schroeter Rupieper von "Lavia – Institut für Familientrauerbegleitung", die mich als Gastgeberin bei der Lesung von Barbara Pachl-Erberhart vor kurzem sehr beeindruckt hat. Sie ist jetzt vor Ort in Haltern und kümmert sich – zusammen mit vielen anderen Notfallseelsorgern und Trauerbegleitern – um die Familien und Freunde der Absturzopfer des Germanwings-Fluges 4U 9525. Unter anderem finanziert der Lavia-Förderverein gerade den Aufbau einer Jugendtrauergruppe in Haltern.
Lavia trägt sich durch Spenden. Wer also etwas Gutes tun möchte in dieser Zeit, in der nicht alle vor Ort sein können (und sollen), der kann den Verein gern mit seinem Like auf der Lavia-Facebookseite oder mit einer Spende unterstützen (Betreff: Haltern, Aufruf Stadt Land Mama):

Lavia e.V.

Sparkasse Gelsenkirchen

IBAN DE 18 4205 0001 0160 1452 79

Vielleicht fragt Ihr Euch heute: Ach, warum müssen die denn jetzt auch noch darüber berichten? Aber es war mir ein Anliegen. Weil ich selbst oft nach Düsseldorf fliege, weil es so nah ist, weil es irgendwie jeden von uns hätte treffen können, weil es so unerwartet war ("Bei uns passiert so etwas doch nicht"), weil eine Bekannte in demselben Flieger saß – nur eine Woche früher – weil ich selbst als Schülerin einen Spanien-Austausch mitgemacht habe.
Und nicht zuletzt, weil meine Tochter neulich auf Klassenfahrt war – und ihre Postkarte an mich erst sechs Tage später ankam. Die Vorstellung, dass in diesen Tagen noch Postkarten ankommen, auf dem über das Wetter geschwärmt und über das Essen geschimpft wird, macht mich betroffen.
Drückt Eure Lieben!

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3 comments

  1. Danke
    Liebe Lisa, ich möchte an dieser Stelle mal meinen Dank aussprechen, dass Ihr als Mama-Blog dieses schreckliche Ereignis thematisiert. Ich bin oftmals erschüttert von der Sturheit, mit der andere Mama, Mode oder Lifestyle Blogs solche Geschehnisse einfach unkommentiert lassen. Gerade in diesem Fall, wo so viele Familien betroffen sind, verstehe ich einfach nicht, wir man einfach so, als wäre nichts passiert, weiterhin seine „Glücksmomentchen“ oder Muffin-Rezepte posten kann. Klar, man muss differenzieren, priorisieren, kann nicht die leider oft erschreckenden Nachrichten jedes Malm aufgreifen, wenn man ein anderes Themengebiet hat. Aber in diesem Fall….also danke, für die sensible Behandlung, für die Erwähnung überhaupt dieser Tragödie. Das zeichnet Euch aus!

  2. Es ist genauso wie Du sagst:
    Es ist genauso wie Du sagst: Es hätte jeden von uns treffen können. Und das Leid der betroffenen Eltern kann man jetzt, wo man selber Kinder hat, zu 100% nachempfinden. Es ist so wahnsinnig traurig.

  3. Flugzeugabsturz
    Du schreibst mir aus dem Herzen. Vergangenen Freitag kam unser Austauschschüler aus Barcelona bei uns an. Genauso hätte es ihn, unseren Sohn, jeden von uns treffen können. Ich bin fest davon überzeugt, dass das Denken an die Angehörigen, die geteilte Trauer Ihnen hilft. Danke für Deinen Tipp mit dem Spendenkonto. Claudia