Sinnkrise: Wieso ich nochmal eine neue Herausforderung suche

Sinnkrise

Ihr Lieben, im Leben gibt es ja immer mal wieder Phasen, stimmt´s? Und ich merke, dass ich so seit Mitte des Jahres ungefähr in einer etwas löchrigen bzw. unbeständigeren Phase stecke. Ich bin 40 geworden und hab das Gefühl, dass da noch etwas auf mich wartet, von dem ich aber noch nicht weiß, was es ist. Oder zumindest nur in Ansätzen, denn erste Weichen hab ich bereits gestellt.

Als ich euch jedenfalls neulich mal bei Instagram fragte, zu welchem Thema ihr gern etwas von mir lesen wollen würdet – Pubertät oder Midlifecrise oder Urlaub ohne das große Kind, weil es lieber sturmfrei haben wollte, da schrieben die meisten, dieses Midlife-Ding würde sie interessieren.

Midlifecrise? Eher ein Grundrauschen der Veränderung

Eine Leserin schrieb, sie sei selbst mittendrin: „Ich will auch wieder einen Job machen, der mir Freude macht und nicht nur organisatorisch ins Familienleben passt. Sport, der richtig Laune macht und nicht nur gut für den Beckenboden oder gegen den Speckbauch ist. Freundschaften pflegen, die mit dem Rest der Family nichts zu tun haben…“ Ich finde diese Wünsche super und berechtigt und vor allem… umsetzbar.

Zurück zu mir und zu meinem Nachdenken, zu meiner kleinen Sinnkrise, wenn man es so nennen will… Ich struggele ab und zu und frage mich, wo mein Weg mich noch so hinführt. Mache mir Gedanken, ob sich nicht mal grundsätzlich etwas verändern sollte. Das ist anstrengend und auch mal schmerzhaft, das ist mit Stimmungsschwankungen verbunden, weil dieses Gefühl eben auch unruhig macht.

Struggle: Bin ich noch auf dem richtigen Weg?

Woher das kommt, woran das liegt? Nun, vielleicht wirklich ein bisschen an der 40, vielleicht verändern sich auch grad die Hormone oder die Pandemie steckt mir doch noch deutlicher in den Knochen, als ich mir das lange so zugestehen wollten. Bestimmt liegt´s auch an den größer werdenden Kindern, die mich nicht mehr so brauchen, wie früher, wodurch Ressourcen frei werden.

Ganz sicher auch an der Homeoffice-Situation ohne KollegInnen vor Ort oder mal einen Ortswechsel und an der allgemein bedrohlich wirkenden Nachrichtenlage. Es gab oder gibt also nicht nur den einen Grund dafür, sondern war bzw. ist ein Konglomerat aus mehreren.

Spoiler: Das ist jetzt natürlich keine richtige punktuelle Krise, sondern eher so ein Grundrauschen bei mir grad. Aber weil ich jetzt auch mit so vielen Frauen gesprochen habe, denen es ab und zu ähnlich geht, möchte ich euch eben auch mal mitnehmen in Phasen, in denen sich nicht immer alles so rosig anfühlt. Mir jedenfalls hat es geholfen, von anderen zu hören, dass sie solche Gefühle auch kennen!

Geschäftsjahr: Beruflich lief es nicht so rund wie sonst

Mein Jahr 2022 lief beruflich bislang nicht so rund wie andere Jahre, wir haben einen Newsletter ins Leben gerufen – und ihn nach einem halben Jahr wieder eingestellt, weil ihn einfach viel zu wenige Menschen haben wollten. Wir haben mehrere Podcast-Konzepte geschrieben, die abgelehnt wurden. Unsere Kolumnen für Firmen oder Konzerne werden eher weniger als mehr.

Und: Nach Büchern im Jahr 2018, 2019, 2020 und 2021 (unser gerade erschienenes Kinderbuch haben wir nämlich schon Ende letzten Jahres geschrieben) war dieses Jahr mal ein Pausejahr im Buchschreiben, so wie es aussieht, wird also 2023 nichts Neues von uns erscheinen. Bei den Werbeanfragen merken wir auch, dass viele Firmen grad einfach ihr Geld lieber zusammenhalten. Als Selbstständige ist es eben oft so, dass man entweder zu viel oder zu wenig zu tun hat.

Selbständigkeit: Immer zu viel oder zu wenig zu tun

Zu den finanziellen (Sorry, Konto!) und kreativen (Bin ich einfach nicht mehr gut genug?) Sorgen kommt, dass meine Kinder derzeit alle pubertieren bzw. richtig groß und selbständig werden und verständlicherweise keinen großen Bock mehr auf Qualitytime mit der Mama haben, was ich total nachvollziehen kann und auch unterstütze, was aber natürlich auch was mit mir macht.

Ich sitze im Homeoffice auf dem Land, oft sind sie die einzigen Menschen, die ich am ganzen Tag so sehe, mal abgesehen von ein paar Supermarktbegegnungen vielleicht. Für sie bin ich aber derzeit hauptsächlich Essenlieferantin, Taxiunternehmen oder Schuttabladestelle. Ich nenne es „Bereitschaftsdienst“, denn ich kann an den Nachmittagen ja nicht weg und mal ins Museum, ich muss ja da sein für Vokabelabfragen, für Hobbyfahrten, für Erledigungen, Arztbesuche (ja, auf dem Land ist das fast alles nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln machbar leider).

Teenager: Keine Qualitytime mehr mit Mama

Mal nen Ausflug? Eisdiele? Ein gemeinsames Spiel? Qualitytime? Gibt´s kaum noch. Die Kinder verbringen die Zeit in ihren Zimmern, mit ihren Freunden, ich bin also fast nie allein, aber doch manchmal einsam (jaaa, ich weiß, in der Kleinkindzeit wünschten wir uns solch „chillige“ Nachmittage, aber wenn sie dann da sind, ist es doch erstmal gewöhnungsbedürftig ;-)). Andere Mütter mit Teenies werden das vielleicht unterschreiben können. Es ist ganz natürlich und doch vermisst man sie dann ab und an.

Wie andere das in meinem Alter machen? Nun, Katharina zum Beispiel bekommt nun noch ein Kind! Baut ein ganzes Menschenleben! Verändert die Welt! Und ich? Versenke hier derweil Butterflocken in Mittagessen, um die hungrigen Heranwachsenden irgendwie satt zu kriegen… Ha, ja, ich beschreibe diese irrationalen Vergleiche hier extra so plakativ, denn manchmal fühlt es sich nunmal so an, wenn man sich fragt: Auf was steuere ich denn gerade noch so zu?

Zweite Lebenshälfte: Worauf steuere ich gerade noch zu?

Im Moment sind bei mir keine neuen, großen beruflichen Projekte geplant, keine größeren privaten, keine weiteren Urlaube bislang. Dabei merke ich deutlich, dass aber eben auch ich mich nach Veränderung sehne. Nach einem Raus-aus-dem-derzeitigen-Alltagstrott. Nach etwas Sinnstiftendem.

Ich kenne solche Phasen, ich wünsch mir dann ein Pony oder einen Umzug (am besten auswandern) oder einen neuen Job… ich nenne sie Leerlaufphasen. Da passiert außen eher weniger, dafür am im Inneren umso mehr.

Was steht bei mir in nächster Zeit also noch an? Was wartet da noch? Wie werden denn mein nächstes Jahr, meine nächsten Monate aussehen? Gibt’s irgendwelche Gründe zur Vorfreude oder liegt das Schönste mit Hochzeiten und Kinderkriegen jetzt etwa bereits hinter mir? Kommen jetzt in meinem Leben eher Abschiede als Neu-Anfänge? Abi statt Einschulung? Empty-Nest-Syndrom statt Wochenbett-Bonding? Rente statt Weltveränderung (räusper, ja, ich neige manchmal zur Melodramatik ;-)?

Raus aus der Sinnkrise: Neues wagen!

Und deswegen hab ich irgendwann gesagt: Ey, dann tu doch was! Los geht´s. Dir serviert hier grad niemand was auf´m Silbertablett, dann hol dir jetzt halt selbst das Strahlelieschen zurück, das sonst so freudig durchs Leben hüpft. Pack dich beim Schopfe und versuch, die Lücke zu schließen, die du da grad fühlst.

Ich habe mich nach Jobs umgeschaut, was gibt´s denn da draußen noch so? Würde es mir nicht guttun, mal raus aus dem Homeoffice und wieder unter Leute zu kommen? Mich mal wieder als Teil eines größeren Teams zu fühlen, das wäre fantastisch. Und auch wenn ich den Job dazu noch nicht gefunden habe, so machte ich mich trotzdem auf den Weg.

Ich habe mit vielen Freunden und Freundinnen geredet, die mich schätzen und meine Stärken (und Schwächen!) kennen. Ich bin in eine Partei eingetreten und schaue jetzt mal, ob ich mich da jetzt mal eine Zeitlang etwas mehr engagiere.

Meine Ausbildung zur Familien-Trauerbegleiterin

Und ich habe mich endlich, nach Jahren des Überlegens und Drübernachdenkens angemeldet für eine Ausbildung als Familientrauerbegleiterin beim Lavia Institut für Familientrauerbegleitung von Mechthild Schroeter-Rupieper. Sie hat damals die Trauergruppe der Geschwister der in der Germanwings-Katastrophe ums Leben gekommenen Schüleraustausch-Klasse geleitet, die ich für eine Reportage in der FAZ eine Zeitlang begleiten durfte.

Schon damals sagte Mechthild zu mir: „Auch als einfühlsame Journalistinnen seid ihr in gewisser Weise Trauerbegleiterinnen“. Ende September habe ich nun meine Ausbildung begonnen und darf dort nochmal über ganz andere Dinge nachdenken als bislang. Und obwohl ich noch nicht weiß, ob ich wirklich als Trauerbegleiterin arbeiten werde, so wird es mich auf jeden Fall persönlich weiterbringen. Für Feingefühl bei Gesprächen nach Schicksalsschlägen, für einen noch empathischeren Umgang mit den Menschen in meiner Umgebung. Kein Höher-Weiter-Schneller, sondern was fürs Herz.

Schönes & Sinnstiftendes, auf das ich nun wieder zusteuere

Für mich ergibt das einfach so viel Sinn. Quasi meine ganze journalistische Laufbahn über habe ich mich thematisch mit dem Lebensanfang (rund um Geburten und Mutterschaft) und dem Lebensende (rund um den Tod und Schicksalsschläge) beschäftigt. Nun schließt sich hiermit so ein bisschen der Kreis und ich bin gespannt, was mich da noch erwartet. Die Ausbildung findet nicht im Homeoffice statt, sondern draußen, in einer Gruppe. Ich freu mich auf die nächsten Treffen und Lernblöcke.

Und ich freu mich auch über unser Kinderbuch und alles, was damit grad einhergeht! Über Reitausflüge, die bei mir die Endorphine fliegen lassen. Über Freundinnen, die immer ein Ohr haben. Über Abende, für die wir keine Babysitter mehr brauchen – und so viel mehr. Denn klar, das meiste hat ja eben auch seine guten Seiten… jeder Abschied bringt auch einen Neuanfang mit sich.

Die Zuversicht ist zurück und alles andere wird sich ergeben. Ihr seid jedenfalls nicht allein, wenn ihr auch mal eine Zeitlang struggelt. Es gehört dazu und meistens ergibt sich daraus etwas Tolles, Neues. Daran glaube ich jedenfalls fest. Was meint ihr?

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25 comments

  1. Ich kenne das Gefühl ziemlich gut. Bei mir (35) ist es jetzt tatsächlich eine neue Arbeit, die mir hoffentlich Sinn gibt. Ich werde die Agentur super vermissen, in der ich jetzt noch arbeite, freue mich aber wirklich auf NEUES.
    Im ersten Teil des Erwachsenenlebens passiert sooo viel, erste Wohnung, Ausbildung, Verlieben und zusammen ziehen und Kinder bekommen und erster Job etc. Mit 30 bin ich dann nochmal umgezogen und habe eine coole Stelle angenommen – danach passierte aber nicht mehr so viel Neues. Zumindest nichts so großes. Ich brauche wohl neben aller Beständigkeit auch Umschwünge und ein bisschen (viel) Aufregung. Bestimmt geht es mir mit 40 dann auch (wieder) so wie dir. Ein drittes Kind steht jedenfalls nicht an.
    Viel Erfolg dir!

  2. Danke für diesen sehr offenen und ehrlichen Beitrag. Auch wenn ich (Ende 40) das Thema Midlife-Crisis biologisch bedingt durch die männliche Brille sehe, kann ich das alles sehr gut nachvollziehen. Zum einen, weil meine Frau (mitte 40) gerade in der Phase steckt, in der ganz besonders sie als Mutter mit dem Rückzug unserer Kinder (15 und 16) konfrontiert ist und sie damit nur schwer klarkommt. Im Sommerurlaub flossen einige Tränen der Enttäuschung, auch weil sie sich wirklich zurückgewiesen fühlte von den Kids.

    Es war und ist noch schwierig, aber zum Glück ziehen wir beide an einem Strang und können uns über die Phase, in der WIR ja aus Sicht der Kinder gerade angeblich etwas seltsam werden, austauschen und am Ende auch immer noch unseren Humor aktivieren. Ich denke, Humor, sofern man ihn noch aufbringen kann, ist in vielerlei Hinsicht eine echte Wunderwaffe in bestimmten Lebenslagen.

    Ich selber durchlebe schon seit längerer Zeit eine Midlife-Crisis, die ich mittlerweile allerdings als eher konstruktiv betrachte und der ich schon einige positive Entwicklungen und Veränderungen verdanke (und ich meine damit keinen Seitensprung, keinen roten Sportwagen und auch keine Harley Davidson 😉

    Die Midlife-Crisis und all die Fragen, die mit ihr einhergehen, z.B. auch das, wie du schreibst „Gefühl, dass da noch etwas auf mich wartet, von dem ich aber noch nicht weiß, was es ist…“ als einen positiven Entwicklungssprung zu re-framen, ist mir ganz gut durch die Lektüre einiger guter Bücher gelungen. Zwei möchte ich hier nennen, weil sie wirklich gute Impulse in der von dir beschriebenen Lebenslage liefern:

    „In der Mitte des Lebens. Die Bewältigung vorhersehbarer Krisen“ von Gail Sheehy und „Midlife-Crisis: Eine philosophische Gebrauchsanweisung“ von Kieran Setiya. Beide Bücher sind nicht auf ein bestimmtes Geschlecht fokussiert und m.E. daher universell empfehlenswert.

    Alles Gute und LG, Till

  3. ich bin erst 34, habe das aber quasi jetzt schon.
    meine kinder sind bald 7 und 4. damit einher geht das ich auch immer mehr zeit für mich bekomme bzw nicht mehr immer sofort rennen und alles stehen und liegen lassen muss, so wie es mit den ganz kleinen einfach ist.
    so wie unsere beziehung und unser familienrecht leben ist, sind wir noch nicht ganz zufrieden. mein mann und ich haben uns aber schon auf den weg gemacht das es besser bzw gut wird.
    ich merke das ich in meinem job nicht zufrieden bin.
    aber hier frage ich mich, wie beim privatleben, ob da mehr mein inneres kind und meine unverarbeitete kindheit ist, dsd auch immer noch so viele glaubenssätze mir meinen weg versperren.
    ich habe auch theoretisch (fast) alle möglichkeiten. mein mann unterstützt mich voll. ich könnte kündigen, keiner erwartet das wir ein top gestyltes haus haben, das icj jeden tag selbst super gesundes essen koche usw usf. aber für mich ist das sehr schwer da ich noch auf dem weg dahin von was ich will und was nicht. ich weiß, andere träumen davon diese möglichkeiten zu haben. mir macht das angst und ich weiß noch nicht wohin es geht.
    was ich aber weiß, ist, das ich zufriedener in zukunft mit dem wein möchte was ich habe und mehr mut etwas zu verändern wenn es nicht zu mir oder uns passt.
    denn so wie es zb beruflich ist möchte och es nicht bis zur rente haben.

  4. Mir ging es dieses Jahr sehr ähnlich , bin Anfang 40 und unsere 3 Kids sind zwischen 10 und 14. Ich habe die letzten Jahre freiberuflich gearbeitet, davon die meiste Zeit im Homeoffice, und seit Anfang des Jahres war ich damit irgendwie nicht mehr zufrieden. Die Kids brauchen keine 24/7 Betreuung mehr, und selbst für Nachmittagsaktivitäten werde ich nicht täglich gebraucht. Das Ergebnis wochenlanger Grübeleien: ich habe eine Festanstellung angenommen. Ich hatte das große Glück, bei uns in der Stadt etwas zu finden, das genau zu mir passte. Jetzt habe ich endlich wieder Kollegen und bin Teil eines großen Teams, und das macht mich wirklich glücklich und zufrieden. Die Kids müssen sich an manchen Tagen erstmal selbst versorgen, wenn sie aus der Schule kommen, aber das haben sie bisher problemlos hinbekommen. Ich merke auf jeden Fall, dass meine Bedürfnisse, Wünsche und Ziele wieder in den Vordergrund rücken und umsetzbar werden, nachdem ich mich sehr lange Zeit immer fragen musste, ob es mit den Kindern vereinbar ist. Mir gefällt meine neue Freiheit!
    P.S.: Und zum Vokabeln abfragen gibt es tolle Apps, das machen unsere Kids inzwischen ganz alleine 😉

  5. Hi… Bei mir kommt nächstes Jahr die 40…!ich sage allerdings schon bestimmt seit 3 Jahren das ich bald 40 werde in der Hoffnung das es mich nicht sooo kalt erwischt… hat es aber nun noch bevor es soweit ist.. Ich befinde mich auch in sagen wir mal „Sinnkrise“ die letzten 12 Monaten waren aber auch echt Heavy 7 Todesfälle allein im Januar wg. Covid im Dezember und März sind meine Omis verstorben vorallem bei der Oma im März hats mich (uns) voll verhauen. Sie war unser Anker. Nach einer heftigen Gallen OP im Mai und mit ner richtigen Gallenkolik. Bin nach 5 Std im Krankenzimmer aufgewacht und wusste nicht was los war. Es waren Nur! 5std.Danach hatte ich im Krhs. ganze 7Tage Zeit (allein) die letzten Jahre Revue passieren zu lassen und habe für mich festgestellt das das nicht alles gewesen sein kann den wenn der liebe Gott gnädig ist (und ich hoffe es sind mehr) hab ich vielleicht nochmal so mal lang aber wenn nicht? Meine Kinder sind aus dem gröbsten raus 17,13 & 10.Mein Job beim Zahnarzt macht mich nach wie vor super glücklich allerdings war ich es in meiner Beziehung nicht. 2 Tage nach dem Krankenhaus habe ich mich getrennt habe ein Rhetorik Kurs an der VHS belegt und beschäftige mich momentan sehr viel mit dem Thema innerem Kind, Kommunikations Psychologie usw. Ich nehme mir bewusst Zeit für mich allein genieße die Natur möchte gefühlt alles aufsaugen was ich denke verpasst zu haben und versuche für uns alle schöne Erinnerungen zu schaffen den das ist das woran sich unsere Kinder später mal erinnern. (Für sie war das Jahr auch nicht einfach inkl. Einem schwer Krebs kranken Papa wo man nicht weiß was morgen ist) In dieser furchtbaren Angst einflössenden Zeit möchte ich einfach nur noch das es uns gut geht wir Sachen machen(soweit finanz. Mögl) wovon wir immer nur gesprochen haben aber wir uns nie wirklich die Zeit genommen haben. Den ich werde nicht jünger und meine Kinder werden älter. Komisch jedoch Ist das ich 29 war der Papa der Kinder und ich beschlossen haben nur noch Eltern zu sein und kein Paar mehr… Bin gespannt was die 49 mit mir macht… Toller Text bitte bitte mehr davon.. 💜VG E.Louise

  6. Liebe Lisa,
    Danke für diesen ehrlichen Text. Er hat mich sehr berührt. Es ist so schön Texte zu lesen von Menschen denen es ähnlich geht wie einem selbst und die Begabung haben die Gefühle in Worte zu fassen.

  7. Schöner Text!
    Auf eine gewisse Art bin ich in einer ähnlichen Situation. Ich bin 41 und habe seit kurzem wieder etwas mehr zeitliche Freiräume. Mein Sohn ist allerdings noch klein und ich suche weniger ein größeres Lebensprojekt, sondern bin eher auf der Suche nach kleineren Glanzlichtern. Nach intensiven Familienjahren wünsche ich mir wieder mehr Vielfältigkeit in meinem Alltag. Orientiere mich gerade in Bezug auf Sportangebote und überlege, wie ich das gut in den Alltag integriert bekomme.
    Ich merke aber auch, wie ich gerne mehr Teil eines „großen Ganzen“ wäre. Gerne würde ich mich gesellschaftlich auf irgendeine Art einbringen. Zum Beispiel in Form eines Ehrenamtes, am allerliebsten direkt in meinem Stadtteil. In den letzten Jahren habe ich eine recht starke Sehnsucht nach sozialer Eingebundenheit in einen größeren Kontext verspürt. Religiös erzogen bin ich nicht, ansonsten würde ich mich vielleicht in der örtlichen Kirchengemeinde engagieren. Na ja – es wird sich was finden; ich bin gespannt.

  8. Liebe Lisa, ich bin 10 Jahre älter und trotzdem komme ich gerade mit meinem Älteren langsam (er ist 10) in dieses Alter und trotzdem möchte ich hiermit, vielleicht auch weil ich in einer anderen Generation mit Kriegskindern als Eltern aufgewachsen bin, Dir unterstützend eine glasklare Absage an den „Bereitschaftsdienst“ mitgeben. Für mich als Kind sehr viel strikterer Eltern, die mir aber als Jugendliche dadurch auch Freiräume gelassen haben,sage ich auch Jugendliche brauchen Konsequenzen. Und zwar im Wortsinn. Bitte nicht Konsequenz als pädagogisch schöngespültes Wort für Strafe ansehen. Aber es ist im Restleben nicht normal, dass ich mich gegenüber jemanden nicht zuverlässig verhalte und der aber immer parat steht. Und… es tut Dir nicht gut. Gerade im ländlichen Raum sollte man schnell lernen sich verbindlich zu organisieren, rechtzeitig Termine (Dates) zu machen oder eben dann selber zu gucken wie man klar kommt. Warum soll eine normal trainierte Jugendliche nicht auch mal 15km Rad für eine Strecke fahren? Auch Hilfe bei Hausaufgaben und Klassenarbeiten gibt es nur nach Anfrage und Absprache. Ich glaube hier wird doch vieles in Deiner Erzählung als Phase romantisiert, was ich eher als Zeichen für sehr ambivalent bezüglich eigener Grenzen und Abfordern von Verbindlichkeiten ansehe. Bei mir war es in der Jugend eher so, wie Flo es geschildert hat und das war gut für mich. Wenn ich Streicheleinheiten brauchte und Unterstützung bin ich aktiv auf meine Eltern zu gegangen. Ich habe dadurch gelernt, Bedürfnisse zu artikulieren, statt schlecht gelaunt das Sofa vollzu krümeln und Türen zu schmeißen. Klar waren meine Eltern an modernen Standards gemessen nicht high level, aber wie man respektvoll miteinander umgeht und dass eine Beziehung keine Einbahnstraße ist, das habe ich von ihnen gelernt. Einfach dadurch indem sie es mir vorgelebt haben und von mir abgefordert haben. Ich finde Deinen Text toll und so ehrlich, manches davon kenne ich selbst, schade dass es Dich schon mit der 4 ereilt, das liegt wahrscheinlich an der Familienphase. Gegenüber unseren Kindern sind wir voller Verantwortung als Eltern und Kinder sollen nicht die Verantwortung für uns übernehmen. Deshalb warte nicht darauf, dass sie Dich aus dem Bereitschaftsdienst entlassen. Das musst Du tun.

  9. Hallo,
    Ich hab auch schon die 4 vorne , meine Kinder sind aber noch kleiner , Grundschule .
    Was ich bei mir zunehmend feststelle , ist, dass ich einfach denke , dass meine Lebenszeit endlich ist und ich die nicht mehr mit unnützem Zeug /Leuten , die mir nicht guttun etc verbringen will.
    Da bin ich deutlich klarer und weniger kompromissbereit als noch vor einigen Jahren.
    Finde ehrlich gesagt auch, dass man bei so großen Kindern nicht mehr permanent auf Anruf bereit stehen muss.
    Lg

  10. Hallo, ich bin letztes Jahr 40 geworden. Meine Kinder sind jetzt 9 und 11. ich merke auch langsam, dass sie mich nicht mehr immerzu brauchen. Daher habe ich auf Arbeit auch von 30 Stunden auf 32 erhöht, einfach, weil ich das Pensum dann so viel entspannter schaffen kann… ich hatte auch tatsächlich überlegt beruflich den nächsten Schritt zu gehen, das was ich gerade mit Freude mache in größerem Umfang zu machen. Musste dann leider erleben, dass mein familienfreundliches Unternehmen leider dann doch mit Vorurteilen Müttern gegenüber unterwegs ist, so dass dann daraus nichts wurde. Was am Ende wieder gut war, denn das hätte komplett Vollzeit bedeutet… denn leider starb dann im Oktober meine Mutti, so dass ich jetzt doch flexibler bin um auch für meinen Vati noch mit da sein zu können und eben die Zeit, die mit den Kindern und der ganzen Familie verbleibt doch viel bewusster genießen kann! Sehr schön, solche Texte zu lesen, dass es noch mehr Frauen so geht, dass sie fühlen, da muss noch etwas sein! Denn so ganz für immer ist das Stimmchen in mir noch nicht verstummt! Ich habe nämlich auf einer Kur im Frühjahr lange darüber nachgedacht, was jetzt wichtig ist! Und ich bin mir klar darüber geworden, dass da noch mehr als Kinder und Familie sein muss! Immerhin habe ich es schon zu einer Surf- Schnupperstunde geschafft! Vielleicht fahre ich tatsächlich mal länger in ein Surfcamp verbunden mit einem Spanisch- Sprachkurs (das hatte ich mal begonnen zu lernen)! Hoffentlich kann ich das körperlich noch, bis die Zeit dafür ausreicht! Oder ich muss es doch schon früher machen…

  11. Mir geht’s wie dir und wie vielen hier offensichtlich. Meine Kinder sind 6&4…von wirklicher Freiheit am Nachmittag bin ich noch recht weit entfernt…trotzdem ist es schon was ganz Anderes als noch vor 2-3 Jahren…und dann eben auch diese „40“…
    Ich merke jetzt schon, dass ich in ein paar Jahren sicher auch ganz viel Lust auf nochmal was Anderes habe…das mit der Trauerbegleitung finde ich toll! Sowas könnte ich mir auch vorstellen. Das ist irgendwie doch deutlich sinnstiftender als Elternbeirat im Kindergarten 😜.
    Von daher motiviert mich dein Text, das momentane viel-Zeit-mit -den -Kindern-verbringen einfach nur zu genießen und mich darauf zu freuen und den Mut zu haben, noch was ganz Anderes in der Zukunft auszuprobieren!
    Liebe Grüße und danke!

  12. Liebe Lisa,
    die Formulierung mit dem Bereitschaftsdienst am Nachmittag ist sehr treffend gewählt. So fühle ich mich nämlich auch. Die Kinder brauchen mich auf Abruf, sodass ich eben nicht nachmittags arbeiten oder ins Museum gehen kann. Auch wenn die teenies viel in ihren Zimmern sind, denke ich doch, dass es für sie gut ist zu wissen, gut für ihre Psyche, dass sie nicht alleine zuhause sind.Für uns Mamas ist die Situation eher wenig zufriedenstellend und definitiv der Anfang vom empty Nest.
    Die neugewonne Zeit wieder sinnvoll zu füllen, gehört zu unseren Aufgaben als Teenie-Eltern. Wenn es nur so einfach wäre…

  13. Vielen Dank für den tollen Text. Auch ich bin dieses Jahr 40 geworden und es ploppen auf einmal Gedanken auf, die man sich vorher nie gemacht hat. Meine Kinder sind zwar noch im Grundschul- und Kindergartenalter, aber die Frage, was eigentlich im Leben noch kommt außer den Wechseljahren stellt sich auch mir. Ich würde mich freuen, hier mehr zu dem Thema zu lesen…

  14. Ich bin so dankbar für diesen ehrlichen Text, der mir aus der Seele spricht.

    Bereitschaftsdienst, das Gefühl „da müsste doch“, die manchmal sehr schöne, manchmal sehr frustrierende Situation, beruflich (wegen „Bereitschaft“) nicht so frei zu sein, gleichzeitig Lust zu haben auf „Volldampf voraus“ und spüren, dass die letzten Jahre (Corona, berufliche Entwicklung mit Kindern) ihre Spuren hinterlassen haben. Pubertierende Kinder mit Themen, die sich manchmal existenzieller anfühlen als mit kleinen Kindern, Fragen an die Partnerschaft…

    Danke für diesen Text, der mich heute sehr froh macht, weil er zeigt, dass ich nicht allein bin. Gleichzeitig zeigt dieser Widerhall auch hier auf der Seite: Hier lauert auch ein gesellschaftliches Thema! Unsere Themen sind nicht nur privat.

    Bitte schreib weiter darüber – ich bin mir sicher, auch beruflich werden sich durch die mutige Reflexion und den Austausch neue Themen und Wege aufzeigen! Die Ausbildung zur Trauerbegleiterin ist sehr wertvoll – danke dafür.

    Ich freu mich, darüber weiter hier zu lesen, denn ich habe die Seite und Eure Beiträge sehr lieb gewonnen.

  15. Ich weiß es nicht, ob das auch auf Deine Lebensverhältnisse anwendbar ist.

    Aber ich möchte einfach mal als Anregung erzählen, wie es bei mir als Teenager war.

    Meine Eltern haben meine Autonomie weitestgehend respektiert bis auf an ein paar Punkten und wegen denen es dann auch mal krassen Streit gab- aber das ist eine andere Geschichte.

    Was aber klar war: Wenn ich mich Stück für Stück aus dem Familienleben zurückziehe, bekomme ich keine Fahrten mit dem Elterntaxi, werde nicht mehr dauernd bekocht und bekomme auch nicht mehr meine Wäsche gewaschen. Meine Mutter hatte dann schlicht keinen Bock mehr auf das, was Du sehr treffend „Bereitschaftsdienst“ nennst.

    Ich als Teenager empfand das aber nicht als Zurückweisung, sondern als Befreiung.

    Endlich konnte ich selbst entscheiden, wann ich welches Kleidungsstück wasche.
    Niemand nörgelte mich mehr an, dass ich mich beeilen sollte, denn ich war selbst verantwortlich dafür mit meinem Fahrrad oder den Öffis rechtzeitig zu meinen Hobbies zu kommen (ok… das ist wie Du schon sagtest auf dem Land deutlich schwieriger).
    Ich bekam zwar noch Geld für Kleidung, aber in den Laden gehen und die Kleidung einkaufen musste ich selbst ohne Begleitung.
    Und wenn ich zu den Familienessenszeiten nicht zu Hause war, musste ich mir eben selbst irgendwas zubereiten.

    Wenn meine Eltern arbeiten waren legten sie mir eine Liste mit Haushaltspflichten hin, die ich zu erledigen hatte (Spülmaschine ausräumen, Klo putzen, Müll rausbringen, Treppenhaus durchwischen, Einkäufe machen, Staubsaugen etc.) und zwar bevor meine Eltern heimkommen. Dafür bekam ich dann allerdings auch großzügig Geld für meine Bedürfnisse. Meist durfte ich das Restgeld von den Einkäufen auch behalten.

    Ich empfand diesen Deal als sehr ok und als Gewinn für beide Seiten.

  16. Hallo Lisa! Auch von mir großes Danke für den Text. Du hast mir aus der Seele gesprochen! Ich habe zwar noch Kleinkinder aber ich bin dieses Jahr 40 geworden und diese 4-0 macht etwas mit mir! Ich weiß auch noch nicht was, aber es bewegt sich irgendwas. Meine Gedanken verschieben sich und ich frage mich: was kann ich jetzt noch reißen. Veränderung in der Lebenssituation, Alltagssituation, im Job, im Wohnort… was was was – ich weiß es nicht. Deswegen bin ich froh über solche Texte und das frau eben nie allein damit ist. Schreib bitte noch mehr über dieses Thema (wie auch immer wir das benennen wollen;)) danke

  17. Hallo Lisa,
    danke für den tollen Text. Insbesondere die Beschreibung der veränderten Mutterrolle im Bereitschaftsdienst (endlich habe ich ein Wort für das Gefühl) trifft auch meine Situation genau. Gefühlt hat man viel mehr Freiheiten und könnte neue Sachen starten, aber dann ist man doch gebunden und muss und möchte da sein, wenn die Kinder einen brauchen und wollen. Danke, gerne schreib noch mehr über Pubertiere, Midlifestruggle und Neubeginn daraus, das hilft ungemein anderen in derselben Situation und es gibt so wenig über diese Elternschaftszeit, da die Kleinkindzeit so im Vordergrund steht. Viel Erfolg und sinnstiftendes bei Deiner Ausbildung. LG

  18. Ich kann mich nur anschließen: ein ganz toller Text. Auch wenn meine Kinder noch klein sind, finde ich mich doch in vielem wieder. Die 40 war auch bei mir ein emotionaler Einschnitt mit viel Rückblick und gleichzeitig der Frage, wie es (v.a. beruflich) weitergehen soll, was noch kommt… Alles Gute dir!

  19. Hallo Lisa,
    Dein Text hat mich heute morgen voll abgeholt. Genau so fühle ich mich im Moment. Das Pubertier macht nächstes Jahr seinen Schulabschluss, hat aber gerade so gar keinen Bock und Mama nervt nur im ewigen erklären wie wichtig das halbe Jahr noch ist. Weitere gemeinsame Aktionen? Och nö, lass mal 🤷‍♀️. Habe noch ein Grundschulkind, aber auch er wird selbständiger. Überlege gerade oft, ob alles ein Zeichen für Veränderung ist. Danke für diesen Text und die ehrlichen Worte. Es tut gut zu wissen, dass man mit solchen Gefühlen und Gedanken nicht alleine ist 😊

  20. Bumm – was für ein Text, der quasi das ausgedrückt hat, was ich zur Zeit empfinde! Ich bin 41, nach der Diagnose Depression bin ich gerade dabei mein Leben neu zu sortieren (Job gekündigt und noch auf der Sinnsuche, wohin die spannende Reise gehen soll). die Kinder geben einem immer mehr Freiräume (wobei sie in anderen Momenten ganz innig die Nähe suchen) und ich habe einfach Lust, nicht mehr nur zu funktionieren, sondern möchte mehr Dinge machen, die mich persönlich bewegen.
    Eine unglaubliche spannende Reise zu mir selbst, die aber auch mit vielen Unsicherheiten/Zweifeln und „komischen* Gefühlen verbunden ist. Das pure Leben halt.

    Danke für diesen tollen Text!!!

  21. Hallo Lisa,
    wow, was für ein echter und toller Beitrag. Danke für diesen tollen Text, der so eine warme, vom Herzen kommende und gleichsam klare Berichterstattung aus deiner Situation spiegelt und ganz sicher viele andere inspiriert und unterstützt. Alles Gute für dich und deinen Weg. Meine Mutter macht auch schon lange Trauerbegleitung, eine ganz besondere Aufgabe. Liebe Grüße

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