„Es ärgert mich, wenn andere Mütter meine Hilfsbereitschaft ausnutzen“

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Liebe Christine, Du hast Dich auf den Artikel gemeldet, in dem eine Mutter beschreibt, dass sie gerade so den Alltag schafft – mehr aber auch nicht. Der Bericht hat dich etwas geärgert – Warum?

Mich hat geärgert, dass die Autorin die Hilfsbereitschaft anderer Menschen ausnutzt. Nach dem Motto: Bitte nimm meine Kinder mit, wenn ich nicht pünktlich bin. Oder: Bitte spring Du beim Essens-Mitbringen ein, weil ich es vergessen habe. Ich finde das egoistisch.

Bestimmt ärgert es mich genau deshalb so sehr, weil ich eher zu den hilfsbereiten Menschen gehöre, die in Schule und Kindergarten immer mit anpacken – sei es beim Adventsbasar, bei Büchereidiensten, ich begleite Ausflüge und springe ein, wo Not am Mann ist. Dabei fällt mir auf: Es sind immer die gleiche Handvoll Leute, die sich engagieren.

Klar könnte man jetzt sagen, dass die Kita oder Schule selbst in der Lage sein sollte, Ausflüge oder Basare zu realisieren. Aber es ist eben so, dass manche Dinge nur durch Elternmithilfe funktionieren. Mich ärgert einfach, dass der Großteil der Eltern keine Zeit oder Lust dazu hat und dadurch die meiste Arbeit an sehr wenigen Leuten hängen bleibt. Da sehe ich genauso die Väter in der Pflicht!! Die Autorin des Artikels ist womöglich nur deshalb so am Limit, weil sich ihr Mann aus allem heraus hält und dadurch alles an ihr hängen bleibt. Mir persönlich wäre das zu viel Abhängigkeit von anderen Leuten und ich würde versuchen, die Situation so für uns zu verändern, dass wir grundsätzlich erstmal alleine klar kommen können.

Die Autorin des letzten Beitrages hatte drei Kinder und war berufstätig. Wie sieht Dein Alltag aus?

Mein Mann und ich haben drei Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter. Eigentlich haben wir die klassische Rollenverteilung. Er hat den Vollzeitjob, mit dem er viel Geld verdient, und ich habe einen Vollzeitjob, mit dem ich gar kein Geld verdiene – ich ziehe die Kinder groß.
Zudem habe ich einen Minijob, in dem ich ein paar Stunden die Woche arbeite. Ich würde gerne mehr arbeiten, aber wir haben keine Großelternhilfe vor Ort und es ist momentan einfach unrealistisch für mich, mehr zu arbeiten.

Wieso ist es Dir so wichtig, dich in Schule oder Kita zu engagieren?

Ich "befürchte", ich bin einfach ein hilfsbereiter Mensch. Wenn Hilfe gebraucht wird und ich Zeit habe, überlege ich nicht lange und bin dabei. Es macht mir natürlich auch Spaß zu sehen, was man gemeinsam mit anderen Eltern auf die Beine stellen kann. Aber manchmal kommt man sich schon doof vor, wenn sich in die ausgehängte Liste wieder kaum jemand zum Helfen einträgt. Von den Aktionen profitieren letztendlich ja alle Familien – und wenn alle nur ein bisschen mithelfen würden, wäre es für den Einzelnen gar nicht mehr viel!

Hast Du selbst schon mal eine Situation erlebt, in der Du dich von anderen Müttern ausgenutzt gefühlt hast?

Nein, da fällt mir keine spezielle Situation ein. Ich habe glücklicherweise einen tollen Freundeskreis aus Kita und Schule, in dem wir uns gegenseitig helfen und jeder mal die Kinder des anderen mitnimmt, wenn es nötig ist. Ich würde mich nur ausgenutzt fühlen, wenn es so einseitig wäre wie in dem Artikel beschrieben. Umgekehrt hätte ich auch ein schlechtes Gewissen, wenn ich ständig auf die Hilfe anderer angewiesen wäre. Das käme für mich nicht in Frage.

Was meinst Du, warum viele Mütter heute einfach ständig am Rande ihrer Belastbarkeit sind?

Das Grundproblem ist in meinen Augen, dass die Männer meistens weiterhin ihren Vollzeitjobs nachgehen, während die Frau beuflich zurück steckt. Und da der Mann dann Hauptverdiener ist, hat der Job ständig Vorrang. Meetings, Dienstreisen, irgendwelche wichtigen Deadlines.
Und wer fängt alle Belange der Familie auf? Kranke Kinder, Freizeitaktivitäten, Probleme mit Freunden oder den Hausaufgaben, Haushalt? Die Mütter!! Zumindest kenne ich kein einziges Gegenbeispiel im Freundes- und Bekanntenkreis. Und egal ob die Frau gar nicht, 10 oder 30 Stunden arbeiten geht: oft bleibt der Großteil der Erziehungsarbeit und des Haushalts an ihr hängen.

Wird Dir auch manchmal alles zu viel?

Seitdem alle Kinder aus dem Babyalter raus sind, ist es für mich viel leichter. Im Moment genieße ich die Zeit mit den Kindern sehr. Für mich ist es ein großer Luxus, so viel für die Kinder da zu sein und immer mal Einblicke in ihren Kita- und Schulalltag zu bekommen. Das wird bestimmt schon im nächsten Jahr weniger, wenn unser ältestes Kind auf die weiterführende Schule wechselt. Bis es bei unseren anderen beiden Kindern soweit ist, werde ich wohl noch ein paar Jahre Ausflüge begleiten, Kekse backen, bei Fahrradtrainings mithelfen und Schnittchen schmieren – oder es raffen sich endlich ein paar mehr Eltern auf und packen mit an. Ich verspreche auch: Es ist gar nicht schwer. Selbst wenn es nur einmal im Jahr ist – das sollte doch wirklich jeder hinbekommen!

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Foto: Pixabay
 

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42 comments

  1. Beruhigt euch doch mal
    Ich denke auch- jedem das Seine. Ich kenne viele Mütter (vor allem Mütter tatsächlich), die sich sehr gerne engagieren. vielen Dank! Es ist toll, was ihr leistet! Aber ich denke auch, dass man einfach Bescheid sagen sollte, wenn man mal keine Lust hat oder es nicht so passt, anstatt weiterhin diese Ehrenämter zu übernehmen und frustriert zu sein . Letztendlich kann keiner beurteilen, wie das Familienleben der anderen funktioniert, wie fordernd die Kinder sind, wie anstrengend der Job etc. Nicht bei jedem Menschen ist die Entscheidung, 100% zu arbeiten freiwillig! Nicht immer ist es möglich, Teilzeit zu arbeiten. Nicht immer ist es möglich, zu Hause zu bleiben. Ich bin Ärztin, mein Arbeitstag beginnt um 07.00 und dauert zwischen 10 und 13 Stunden. Es ist schon schwer genug, den Alltag ohne „Extras“ zu organisieren. Natürlich versuche ich auch mitzuhelfen, wann immer es geht. Aber häufig geht es auch nicht. Dennoch denke ich, dass ich auf andere Weise meinen Beitrag leiste. Zum Beispiel in dem ich am Wochenende und Feiertags – trotz kleiner Kinder- die Notaufnahme besetze…

  2. Schade
    Bei uns ist es ähnlich schwierig, mal eben für einen Aktionstag in der Kita Urlaub zu nehmen – brauchen wir ihn doch für die ganzen Schließtage. Und da teilen wir uns schon auf, damit wir zwei mal im Jahr alle zusammen frei haben.
    Ich bin auch Abends oft so erschöpft, dass ich einfach nur heulen könnte. Manchmal stelle ich mich dann trotzdem hin und backe Kuchen. Manchmal lasse ich es aber auch einfach.
    Für mich passt es immer besser, wenn ich andere Kinder mit zu uns nehme, als eins von meinen am Abend noch irgendwo abholen zu müssen. Für andere Eltern ist es vermutlich genau umgekehrt.
    Warum einige Frauen hier nicht einfach die Anderen so machen lassen können, wie diese es für richtig halten, ist mir wirklich nicht klar.

  3. Jedem das seine…
    Ich finde es unfair von allen immerzu gegeneinander zu sticheln. Jeder soll und kann doch machen wie er möchte. Meistens sieht es doch so aus (jedenfalls bei uns) das die listen schon nach kurzer Zeit voll sind. Und ja es sind immer die selben. Aber es zwingt sie ja niemand. Und dann hinterher zu schimpfen, auf andere Eltern die vielleicht nicht so schnell waren find ich nicht ok.
    Und ja es gibt auch Eltern die nie helfen aber selbst das ist in Ordnung.
    Und wenn es einem zu viel wird oder man nicht möchte, einfach mal Nein sagen. Das darf jeder. Auch in dieser Hinsicht sind wir ein Vorbild für die Kinder. Ich darf Nein sagen.

  4. Naja
    Ich muss mich auch mal zu Wort melden… Ich gehe Vollzeit arbeiten als Lehrerin und da ist es halt leider während der Schulzeit und auch zum Teil nachmittags nicht drin sich irgendwie noch in die Schule oder den Kindergarten einzubringen. Bei uns sind viele Veranstaltungen in Schule und KiGa halt leider vormittags und nicht am Nachmittag oder Abend.
    Die Großen verstehen mittlerweile, dass Mama halt da nicht kann und auch mein Kleiner mit knapp 5 musste es leider verstehen lernen, dass Mama gerne dabei ist, wenn es nachmittags oder abends oder am Wochenende ist, dann helfe ich auch Mal dazu, aber gerade die wichtigen Veranstaltungen wie Muttertags- oder Nikolausfeier sind halt leider nicht drin…
    Helfen kann jeder, wenn er denn will. Allerdings muss ich zugeben, dass meine Hilfsbereitschaft im Lauf der Jahre abgenommen hat, weil es bei uns gängige Praxis ist, dass man sich dafür rechtfertigen muss, wenn man Mal nicht kann…
    Wenn ich nie helfen würde, hätte ich die Kritik verstanden, aber so habe ich dann auch auf „ich-helfe-wenn-ich-Zeit-habe“ keine Lust mehr…

  5. Kenne ich auch
    Habe auch eine Bekannte, di wenn man ihr den kleinen Finger reicht, gleich direkt die ganze Hand nimmt.

    Mein Mann hat bspw ihren Sohn neulich einmal mit zum Sport gefahren, nun fragte sie, ob wir ihn nicht jede Woche mitnehmen können (hin und zurück).
    Insgesamt ist sie so ein Typ, der eine Bekanntschaft (über die Kinder) schnell als enge Freundschaft sieht und dreist nach Gefälligkeiten fragt.
    Oder einfach mal ihr zweites Kind mit bei uns abgibt etc.

  6. Engagement
    Hallo zusammen…
    Ich lese gerne, wenn sich die Zeit finden lässt, bin aber sonst eher wenig medial… Hier kann ich nicht anders, als tatsächlich meine Gedanken zu dem Thema einzubringen.
    Mein Mann arbeitet nicht. Er ist zu Hause und kümmert sich um unsere drei kleinen Kinder unter fünf Jahren.
    Das heißt, er kümmert sich um alles, was in Wohnung und anderen Belangen so anfällt, und ich gehe gerne arbeiten. Dennoch bringe ich die Kinder zur Kita, hole sie ab, begleite sie zur Turnstunde und zum Schwimmen. Ich backe nachmittags mit ihnen und veranstalten wilde Kissenschlachten… Mein Gehalt liegt übrigens im unteren Schnitt… Ach ja, Vorstandsarbeit in der Kita ist auch noch drin…
    Ganz ehrlich. FAMILIE IST KEIN JOB ODER VERPFLICHTUNG.
    Familie sollte Spaß machen. Der Job im besten Fall auch…
    Und wenn man seinen Blick in die lachenden Gesichter der Kinder richtet, und weniger in andere Richtungen, kann man tatsächlich eine glückliche „working mom“ sein.

  7. Neid?
    Ich lese hier ehrlich gesagt aus vielen Kommentaren Neid, Neid auf das Geld der arbeitenden Mütter…
    Warum ist das so? Hat sich nicht jeder entschieden das zu tun, was er tut? Mit allen Konsequenzen? Sei es Geld oder Zeit?

  8. Ich fand den ersten Artikel
    Ich fand den ersten Artikel auch nicht doll. Immerhin verdient die Mutter als Personalerin viel Geld, sammelt viele Rentenpunkte etc. Und genau das ist ihr (und ihrem Mann) nur möglich, weil andere Eltern, die weniger arbeiten, gratis ihre Aufgaben mit übernehmen. Fair ist das nicht, oder? Sie könnten ja auch ein Au Pair/eine Babysitterin bezahlen, die die Kinder regelmäßig bringt und abholt oder mit ihnen die notwendigen Dinge einkauft und vorbereitet. Ein paar Mal hilft man anderen Eltern ja gern, aber wenn es immer wieder vorkommt…

    Andererseits kenne ich auch die andere Seite. Wir sind in einem Elterninitiativ-Kinderladen und da sind genau jene Exemplare von Eltern, die sich total viel engagieren, ständig backen, nähen, Dinge verbessern wollen etc. Jedes Elternpaar hat ein Amt (z.B. Reparaturamt, Einkaufsamt, Geschenkeamt) und muss darüber hinaus alle paar Wochen die Handtücher waschen und zweimal im Jahr beim Großputz helfen. Das finde ich okay und auch zu schaffen. Aber die engagierten Eltern wollen ständig noch andere Dinge machen und organisieren und haben irgendwie immer Zeit. Da reicht es nicht, ein normales Sommerfest mit Buffet im Garten zu feiern, nein, es werden Rundmails geschrieben „wer kann eine Hüpfburg, wer eine Zuckerwattemaschine besorgen?“ Und sollten wir uns nicht am Wochenende alle spontan treffen und die staubigen Heizkörper putzen? Da denke ich immer „argh, wieso habt ihr ständig solche Ideen??“ Ich schaffe meinen Alltag mit Job und Kindern (und eigener Vorerkrankung) doch gerade so und habe dafür nicht auch noch Kraft. Und dann kommt Missmut auf weil „es machen immer dieselben“. Vielleicht haben diese Leute eben einfach mehr Kraft/Energie? Sind gesünder, haben weniger stressige Jobs oder ältere Kinder? Oder sie erziehen ihre Kinder nicht so bedürfnisorientiert (was ja Kraft kostet) oder haben öfter mal ein freies Wochenende, um sich zu erholen? Mein Mann und ich sind manchmal so erschöpft, dass wir heulen könnten.

  9. Owei
    Ehrlich gesagt, verstehe ich diese ganzen Diskussionen hier nicht. Wenn man doch helfen möchte, wieso ärgert man sich im Nachhinein über andere?? Dann lasst es doch sein, wenn es euch nicht passt. Kommt jetzt nicht mit, ja dann würde es aber keiner tun! Wenn man immer direkt HIER schreit sobald was ansteht, sollte man, find ich, sich im Nachhinein nicht beschweren, wenn es immer die selben machen. Ich bin eher die Mutter, die hilft, wenn es passt. Wenn es geht ok, wenn nicht, ja dann halt nicht. Wo ist das Problem? Ich finde solche Leute sehr, sehr unsympathisch, die sich immer über dieses und jenes beschweren. Wir sind mehr die Familie, die versucht (und das gelingt auch wirklich zu 99,9%) auf niemanden angewiesen ist. Wir fahren die Kids selber überall hin, ja und wenn eine Freundin/Freund fragt, ob ich ihr Kind mit nehmen kann, JA KLAR, sie ist doch auch meine/unsere Freundin/Freund! Da überlege ich doch nicht und setze mich dann Abends hin und denke mir irgendwelche Theorien aus, wieso ich es wieder machen muss!! Also sowas finde ich echt lächerlich. Wenn es eine „Fremde“ ist, bei der man nur Hallo und Tschö sagt in der Kita, habe ich auch kein Problem Nein zu sagen. Warum auch?? Deswegen muss ich doch kein schlechtes gewissen haben. Jeder sollte das tun, was er für richtig hält und auch wie. Da braucht man sich nicht gegenseitig fertig machen oder ein schlechtes Gewissen haben

    1. Sonst fällt St. Martin aus
      Also in unserm Fall wäre tatsächlich St.Martin ausgefallen. Bis zum letzten Tag fanden sich nicht genügend Helfer. Und mir gibt es echt nix da zu helfen. Bin auch berufstätig und nicht die überglucke der langweilig ist- so wie das hier dargestellt wird. Ich finde es spiegelt traurig den Zeitgeist unserer Ego- und Ellenbogengesellschaft…

  10. Was ist mit den Vätern?
    Christine hat im Interview einen wichtigen Punkt angesprochen, der mir im Ausgangsartikel von Judith und der Diskussion dazu auch zu kurz kam: Wie sieht es dabei denn mit der Verantwortung der Väter aus? Man liest doch immer wieder, dass „Er arbeitet Vollzeit“ Erklärung genug dafür sein soll, dass der Mann sich komplett aus allem raus hält. Stattdessen hacken Frauen in solchen Debatten dann schnell aufeinander rum, wer von ihnen wie viel bzw. mehr oder weniger leistet und jede Seite meint, sich für ihre Handhabung rechtfertigen zu müssen. Davon, wie sich die Männer hier einbringen könnten und dass die Problematik zum großen Teil, wie im Interview angesprochen, eben von der ungleichen Verteilung der alltäglichen Aufgaben und Verantwortung im Alltag (Stichwort Mental Load) herrührt, ist nicht die Rede. Finde ich schade.

    1. sehr guter punkt
      Sehe ich auch so. Wenn es um Engagement in kita oder Schule geht – warum hat da jeder sofort eine Mutter vor Augen? Und warum melden sich fast immer nur Mütter für so etwas? Da läuft echt noch einiges schief in der Gesellschaft / in den Beziehungen.

  11. Gemeinsam
    Hallo, also ich kenne es in meinem Umfeld ausschließlich als Geben und Nehmen! Ich arbeite 30 Std. und nehme mir gerne mal für einen Wandertag frei. Ich genieße es da mal mit nur einem meiner Kids zusammen zu sein und dessen Kita- Bzw. Schulfreunde näher kennen zu lernen. Ich bastel aber z. B. total ungerne und finde auch aufwendige Backwerke für Basare nicht so toll, aber das machen wiederum dann andere Eltern gerne, so ist es ein Geben und Nehmen. Bei Kinder- Besuch ebenso oder beim besucht werden. Wir Mamas fragen uns da ganz offen untereinander… ist für die Kids doch auch toll!

  12. Wenn man auf der anderen Seite steht
    …lässt sich das immer so schön einfach sagen.
    Ich glaube der Judith, die den ersten Artikel geschrieben hat.
    Ich arbeite „nur“ 25h/Woche, habe aber noch eine Fahrzeit von 8h/Woche, komme also auf dieselbe Zeit.
    Mein Tagesablauf hat keine Lücken zur Erholung. Die einzige Pause, die ich zwischen 6 und 17:30 Uhr habe, ist die halbe Stunde Pause bei der Arbeit. Und wenn man so etwas macht, brummt irgendwann der Schädel und es rutscht einem etwas durch. Wenn man die gut organisierte Hausfrau ist mit ein paar Stündchen Arbeit, „damit man mal zu Hause raus kommt“, passiert sowas natürlich eher weniger.
    Ich versuche mir auch alles aufzuschreiben, was wichtig ist. Mein Handy erinnert sich bei Bedarf dran. Aber wenn es ultra stressig ist, wird auch irgendwann diese Erinnerung mal weggedrückt, und dann leider vergessen.
    Bei Aktionen in KiTa/Schule trage ich mich bei dem ein, was machbar ist. Oft ist es aber auch so, dass man bei Festen eventuell fast bis zum Schluss bleibt, weil man sich gut unterhält und die Kinder Spaß haben. Dann packt man auch mit an und räumt mit auf, OHNE dass man sich eingetragen hat.
    Am Freitag ist bei uns Weihnachtsfeier und ich habe mich für Muffins/Kuchen eingetragen, obwohl ich beim besten Willen nicht weiß, wann ich die/den machen soll, weil die Woche voll ist bis Freitag Mittag…

    Und a-pro-pos:
    „Bitte spring Du beim Essens-Mitbringen ein, weil ich es vergessen habe.“ ist eine falsche Aussage. Sie hat die Freundin gebeten zu tauschen. Wie weit sie es damit „treibt“ kann ich natürlich nicht beurteilen.

    Sicher gibt es immer welche, die sich „drücken“. Bei uns aufm Dorf ist es zu 85 Prozent so, dass die Mütter gar nicht oder nur bis mittags arbeiten. Trotzdem organisieren, planen und „backen“ immer nur dieselben.
    Mich ärgert es aber auch, wenn sich diese Mütter auf den anderen ausruhen, aber begeistert „hier“ schreien, wenn die KiTa Weihnachtsfeier auf einem Dienstag Nachmittag um 14:30 beginnt. Meine Kleine hat eben beinahe geheult, weil ich da leider nicht dran teilnehmen kann. Nie. Und nein, ich kann mir dafür kein frei nehmen. Keine Gleitzeit (und auch, da es bei mir sowieso immer morgens und nachmittags super knapp ist, keine großartigen Überstunden bzw.die Möglichkeit, welche aufzubauen), kein Urlaub(eigentlich Urlaubssperre aber zusätzlich noch eine Kollegin, die Urlaub hat & eine, die morgen frei hat..), nichts ist möglich. Der Urlaub geht allgemein für sämtliche Ferientage plus Schließungstage drauf.

    Also bitte mal schön die Füsse stillhalten, wenn man es überhaupt nicht nach“leben“kann.

    Und wie ich eben schon einmal geschrieben habe: man kann nicht immer nur Nehmen, man muss auch mal Geben können. Und wenn’s ein Fertigkuchen ist, der Wille zählt.

  13. Es ist traurig
    Es ist traurig zu lesen, wie sich Frauen gegenseitig abwerten, weil jede glaubt es ‚richtig‘ zu machen. Es gibt so viele Familienmodelle wie es Familien gibt UND DAS IST VÖLLIG OK!

  14. In keinster Weise traurig
    Ich gehe gerne arbeiten. Und bin in keinster Weise traurig, wenn Aktionen im Schulalltag laufen, die ich nicht unterstützen kann und will. Ich zahle Steuern, daher darf ich hoffen, dass meinem Kind ein normaler Schulalltag geboten wird. Warum ständig Sonderveranstaltungen? Manchmal habe ich den Eindruck, sie werden angeboten, um die Mamas daheim zu beschäftigen… Für alle Aktionen , die unsere Kinder gerne machen, vom Schwimmverein bis zum Nikolaus Umzug, richten mein Mann und ich es ein, dass einer von uns (wir teilen gerecht) mitkommt oder Fahrdienst macht. Aber das ganze Brimborium= Laternen basteln, ständig Basar und Klassenzimmer schmücken, etc., muss doch gar nicht sein. Unsere Kinder sind oft genervt von den helfenden Mamas und äffen diese sogar manchmal nach. Es sind immer die gleichen 3, die sonst anscheinend nichts vor haben. Können sie ja machen, aber mir gibt das nichts und meine Kinder haben nachmittags und am WE ihre Hobbies und Vereine, die bräuchten das alles in der Schule auch nicht.

    1. Ja!!!
      Genauso ist es. Wir arbeiten Vollzeit und engagieren uns ehrenamtlich, mehrmals die Woche. Wir fahren auch andere Kinder umher, wenn es uns zeitlich passt (Ja, auch vollzeitarbeitende Eltern haben irgendwann Freizeit). Aber ich habe einfach keinen Bock auf Laternenbasteln, Schultütenbasteln etc. . Ich kaufe gerne eine im Geschäft. Wenn andere Erlernen die gerne selbst basteln wollen und meinen, dass das Kind irgendwelche Vorteile darauszieht- gerne. Aber nervt mich einfach nicht damit und beschwert euch, dass ich da nicht mithelfe. Ist nämlich keine Pflicht, dafür zahle ich nämlich im Gegensatz zu den Müttern die Zuhause bleiben ordentlich Steuern, damit der Weihnachtsbasar, wenn er denn als so wichtig erachtet wird, von den Erziehern oder Leuten die machen wollen, organisiert wird.

        1. Ja klar
          Klar, ich hab ja nur deshalb Kinder bekommen, weil ich so gerne Laternen und Schultüten bastele und nicht wusste, wie ich das kinderlos hätte rechtfertigen können.

  15. Ich unterstelle, dass es
    Ich unterstelle, dass es denen die helfen auch etwas gibt; Bestätigung, ein gutes Gefühl etc. Und Altruismus nicht grundsätzlich der Beweggrund ist. Das ist ja auch ok. Gleichzeitig gibt es andere, denen es vielleicht schwerer fällt so viel zu schaffen, wie andere. Die vielleicht auch ihre eigenen Baustellen haben und nicht so viel leisten können oder wollen. Deshalb finde ich es genauso ok sich abzugrenzen. Die Anzahl der Aktionen heutzutage und dass jede Veranstaltung Instagram tauglich sein soll führt ohnehin zu einer Überforderung aller würde ich behaupten.

  16. Wieso
    können hier nicht mal einfach beide Seiten zugeben, dass sie entweder TRAURIG über mangelnde Mithilfebereitschaft und damit fehlendes Miteinander mit den anderen Eltern oder TRAURIG übers Arbeitengehenmüssen – sei es aus finanziellen, sozialen oder Sicherheitsgründen – sind? So oft wird unbewusste Trauer/Enttäuschung in Aufregerei/Stichelei und damit letztlich in Wut umgewandelt. Meines Erachtens wäre der größte Teil der Herabsetzungen von Lebensentwürfen anderer dann überflüssig.

    1. Absolut
      Liebe Linda,

      danke! Oh man, diese Sticheleien und Schuldzuweisungen sind wirklich schwer zu lesen. Ich wünschte mir Offenheit auf beiden Seiten. Wer sich so angegriffen fühlt, der sollte schauen, was bei ihm selbst im Herzen und Leben los ist und nicht auf die Lebensentwürfe der anderen schimpfen. Familien, Mütter, Frauen, Väter, nen bisschen Solidarität würde nicht schaden – wie kann es sein, dass da so viel Negativität durch einen Artikel hervorgerufen wird, der niemanden angefeindet hat, sondern nur das Leben einer Frau beschrieben hat, die eigentlich nichts anderes sagte als: oh man, ist es schwer, alles unter einen Hut zu bekommen. Und egal in welcher Lebenssituation wir stecken, diesen Satz können wir wohl alle unterstreichen.

  17. Ich bin zu Hause
    mit meiner zweiten Tochter und kann derzeit tagsüber nicht so viel helfen, weil ich eben in dieser Zeit einen Babysitter bräuchte. Aktuell gab es im Kindergarten zwei „Tagesaktionen“. Einmal Marmelade einkochen und letztens die Nikolausfeier mit einer Aufführung von ca. 5 Müttern. Meine Tochter war nach der Feier total traurig und hat abends m Bett geweint, weil sie mich auf der Feier beim Singen gesucht hat. Sie hat ja die anderen Mütter gesehen. Ich bin also derzeit genervt von den Aktionen die tagsüber stattfinden und nicht unbedingt notwendig sind. Die Kinder deren Eltern arbeiten und sich nicht freinehmen können oder anderen Termin genau an diesem Tag haben, können deswegen auch traurig sein. Man sollte solche Aktionen so planen, dass grundsätzlich alle Eltern die Möglichkeit haben sich daran zu beteiligen. Aktionen am Tag sollten unter der Woche dann doch vom Personal veranstaltet werden. Immerhin gehen Kinder u.a. in den Kindergarten, weil die Eltern arbeiten.

    1. Es ist unmöglich ein Fest so
      Es ist unmöglich ein Fest so zu planen,das alle können.
      Es gibt genug Eltern die Im Schichtdienst berufstätig sind.

  18. Danke für diesen Artikel
    Bei uns im Kindergarten das selbe Spiel. Bei St. Martin könnte ich jetzt schon die Helferliste für nächstes Jahr mit hundertprozentiger Sicherheit Vorhersagen. Warum? Weil es immer dieselben sind die helfen. Und es ist völlig egal, ob berufstätig oder nicht, es stehen immer die gleichen Namen auf dieser Liste. Klar, man hilft gerne, aber muss man deshalb der „Depp der Nation“ sein? Ich frage mich auch warum manche Eltern einfach nie auf dieser Liste stehen, dafür aber genüsslich und ohne schlechtes Gewissen zehn Glühwein trinken und dann noch dem Pappbecher auf den Boden werfen. Warum manche es nie fertig bekommen auch mal einen Kuchen zu backen oder zu kaufen und andere dafür jedes Jahr backen. Ich habe dieses Jahr vorgeschlagen die Helferlisten aufzuheben und nächstes Jahr konkret die Eltern anzusprechen die nicht auf dieser Liste standen. Ich finde es auch egoistisch sich immer auf die Freiwilligkeit zu berufen. Was ist wenn die treuen Helfer auch keine Lust oder Zeit mehr haben? Dann gibt es solche Feste eben nicht mehr.

  19. Vielleicht würde man gerne mehr, kann aber nicht…
    Jede Medaille hat 2 Seiten. Ich arbeite 3 Tage Vollzeit und bin an 2 Wochentagen zuhause. Wenn an diesen Tagen in der Schule was ist, dann mache ich gerne mit und helfe. Die Aussage, man habe ja auch Urlaub und Gleitzeit ist zu zu kurz gedacht. Ich habe umgerechnet 30 Tage Urlaub, das deckt nicht mal die Sommerferien. Mein Mann und ich teilen uns sogar manche Ferien auf, auch nicht so toll in Bezug auf gemeinsame Unternehmungen. Und Gleitzeit entsteht nicht durch nette Vorgesetzte sondern durch Mehrabrbeit und der Abbau geht bei mir auch nur wenn die Stellvertreter einverstanden sind. Ja, ich frage öfter andere Mütter ob mein Kind zu Ihnen kann, genau so wie ich deren Kinder an meinen Nicht-Außer-Haus-Arbeit- Tagen gerne zu uns nehme. Und mein Mann würde gerne mehr machen, hat aber feste Arbeitszeiten und somit keine Gleitzeit. Wie oben gesagt, hier haben alle ein bißchen Recht und ein bißchen auch nicht, finde ich…

  20. Ich helfe und ich lasse helfen
    So will ich es mal formulieren. Ich bin auch gerne eine Helferin. Was dabei aber immer mitspielt: die Freiwilligkeit und kein Anspruch auf Gegenleistung.
    Ich kann und darf zu allem NEIN sagen. Das können nur viele nicht. (Ich schließe mich teilweise mit ein, ich lerne das gerade)
    Wir machen das oft, weil wir jemandem gefallen wollen und zeigen möchten, wie gut wir es drauf haben. Wenn ich merke, dass mir was zu viel wird, muss ich nein sagen. Das ist meine Verantwortung, nicht die desjenigen, der Hilfe anfordert.
    Wenn wir das alle machen, dann verlässt sich nicht jeder drauf, sass es schon jemand machen wird und packt auch mit an.

  21. Ich verstehe beide Seiten
    Ich verstehe beide Seiten, und beide Seiten haben meines Erachtens recht. Aber macht man es sich nicht ein wenig einfach, wenn man sagt, keine Vormittagsausflüge begleiten zu können, weil man arbeiten muss? Wenn mich nicht alles täuscht, hat man in jedem Job Urlaubsanspruch, in manchen auch die Möglichkeit, Überstunden oder Gleitzeit zu nehmen. Die große Frage ist eben, ob man bereit ist, einen Tag Urlaub/Gleitzeit zu „opfern“, um einen Ausflug zu begleiten oder nicht.
    Mein Mann arbeitet Vollzeit, ich arbeite 20 Stunden in der Woche. Ein Großteil des Mental Loads hängt bei mir, aber ich mache es gerne, weil meine Kinder an vorderster Stelle stehen. Kürzlich habe ich einen Tag freigenommen, um einen Kindergartenausflug zu begleiten und habe dafür teilweise erstaunte Blicke geerntet. An diesem Urlaubstag hatte ich persönlich keinen „Urlaub“ in dem Sinne von Freizeit für mich, aber dafür viel Spaß und einen wunderbaren Einblick in den Alltag meiner Kinder. Die nicht berufstätigen Mütter hatten keine Zeit dafür (oder einfach keine Lust drauf).
    Mein Mann hat im vorherigen Jahr einen (halben) Tag freigenommen, um bei einer Vater-Kind-Aktion im Kindergarten Drachen zu basteln (liegt ihm mehr als mir). Die Kinderaugen haben geleuchtet.
    Wenn jedes Elternteil nur einmal im Jahr einen einzigen Tag Urlaub für Kindergarten/Schule „opfern“ würde, kämen wir aus den Ausflügen/Festen/Basaren gar nicht mehr heraus. Was ist ein einziger Tag Urlaub im Jahr? Für die eigenen Kinder?

    1. sehr gute Antwort
      Genau so sehe ich das auch. Wir (2 Vollzeit Berufstätige ohne Großeltern) nehmen ab und an frei, um bei Ausflügen mit zu gehen. Klassenfeste finden am Freitag ab 16 Uhr statt, damit auch die berufstätigen Eltern mit machen können. Und das funktioniert super. Kann mal bei einem Kind keines der Eltern, dann wird es problemlos von wem anderen mitgenommen. Und wir nehmen auch immer wieder wen mit. Ich denke, so funktioniert Gemeinschaft. Aber eben eher ohne gegenseitiges Aufwiegen. Daraus entsteht nur Frust.

    2. Ein Tag Urlaub kann sehr viel sein
      Auch das kann man m.E. nicht so pauschal sagen. Unsere Krippe hat 28 Schließtage, davon 3,5 im Sommer. Wenn man jetzt mal davon ausgeht, dass man gezwungen ist, auch hin und wieder abseits der Krippenschließtage Urlaub zu nehmen (Betriebsferien zum Beispiel) kann das je nach persönlicher Situation schon schwierig werden (an Alleinerziehende mag ich gar nicht denken). Schön, wenn es geht, und schön, wenn man dann noch Lust hat, das zu tun, kann ich mir auch vorstellen – aber bitte nicht direkt davon ausgehen, dass die Welt für alle gleich aussieht.

  22. Ich kenne das auch, ich helfe
    Ich kenne das auch, ich helfe sehr gerne, aber, ich habe oft das Gefühl, dass es vor allem von den working mums als selbstverständlich genommen wird, dass ich das tue. Da wird dann zum Beispiel in den Ferien angerufen, mit dem Terminplaner in der Hand, wann deren Kinder zu uns zu Besuch kommen können (Ob die Kinder das wollen, ist dann egal).
    Ich bin aktuell auch Hausfrau, ich habe drei Kinder, eines davon behindert. Wir haben bewusst die Entscheidung getroffen, vor allem unserem zweiten Sohn die Möglichkeit zu geben, nachmittags in Ruhe zuhause zu sein. Dafür verzichten wir auch auf einiges.
    Ich bin schon sehr oft ausgenutzt worden, zuletzt von einer Freundin, deren Mann sehr gut verdient, sich aber komplett aus der Familienorganisation heraushält. Sie selbst arbeitet auch und nicht wenig. Sie hat meine Fahrdienste zu Hobbies, zur Schule immer mehr in Anspruch genommen. Immer mit dem Verweis, sie sei ja berufstätig und ihr Mann halte sich aus allem raus. Aber wenn das so ist, wenn man keine Zeit hat, dann kann das Kind halt nicht das gleiche machen, wie mein Kind. Dann muss man das in Kauf nehmen, dass das ein anderes Leben ist als beispielsweise unseres. Denn natürlich habe ich einfach mehr Zeit für meine Kinder, das ist ja Teil meines Jobs. Und dazu kommt, dass ich einen tollen Mann habe, der sich für die Kinder sehr einbringt (trotz anstrengendem Vollzeit-Job). Ich habe übrigens nach eineinhalb Jahren dieser Freundin gesagt, dass ich das so nicht mehr kann. Denn auch wenn sie zuhause war, hat sie nichts gesagt, sondern immer ihr Kind zu uns geschickt. Da kam nie von sich aus eine Gegenleistung. Ich habe da immer das Gefühl, das sind ewige Kleinkinder, die immer nur nehmen und überhaupt nicht daran denken, dass der andere vieleicht auch mal nicht kann. Ich will auch nicht immer sagen müssen, du musst jetzt!

    1. So eine Missgunst!
      Sorry, aber was ist das denn für eine missgünstige Scheiße? Wenn du eh immer fährst, wo ist das Problem, wenn andere Kinder mitfahren? Solche Einstellungen machen mich echt traurig.

      Meine eigene Mutter war lange Zeit Hausfrau und zum Glück war sie immer bereit, meine Freundinnen und Freunde mitzunehmen, wenn es für uns keinen großen Aufwand bedeutete. Ist doch toll, wenn man den Kindern z.B. gemeinsame Erlebnisse beim Sport ermöglichen kann!

      1. Geben und …
        Nehmen, würde ich eher sagen. Man kann sich ja auch vielleicht bei den Fahrdiensten abwechseln? Oder das die Kinder mal hier oder da spielen?
        Meine Kleine möchte gerne zum Ballett. Ich weiß aber genau, dass ich es partout nicht schaffen würde, sie hinzubringen und auch abholen wäre knapp. Also würde es immer an der Mutter der Freundin „hängen bleiben“, die noch in Ausbildung ist und bei der es auch oft knapp ist. Also mache ich es nicht.
        Sicher könnte man die Kinder immer mitnehmen, aber man darf doch vielleicht auch ein bisschen Entgegenkommen erwarten, und wenn es nur eine Einladung zu einer Tasse Kaffee ist? Es muss doch nicht automatisch erwartet werden, nur weil man „eh zu Hause“ ist, könne man immer Taxi spielen? Damit würde ich mich als Gegenseite auch total unwohl fühlen!

  23. Ich bin bei uns in der
    Ich bin bei uns in der Kindergartengruppe (soweit ich weiß) die einzige Mutter, die Vollzeit arbeitet (mein Mann vollzeitnah). Wir engagieren uns beide gerne, wenn es für uns zeitlich passt, aber natürlich ist sowas wie Vormittags Ausflüge betreuen etc. für uns nicht drin. Wir sind sehr dankbar, dass es Eltern gibt, die Zeit haben sich hier mehr zu engagieren als wir und dies auch tun. Was allerdings manchmal in der Diskussion vergessen wird ist, dass berufstätige Eltern nicht nur die Hilfsbereitschaft anderer ausnutzen sondern eben auch die Gesellschaft in nicht unwesentlichem Umfang unterstützen – nämlich über die Steuern, die vom Gehalt abgehen, mit denen dann wiederum u.a. viele Leistungen, die auch Familien zu Gute kommen bezahlt werden. Zudem ist es auch zumindest bei uns so, dass wir da wir beide verdienen auch deutlich höhere Kitabeiträge bezahlen als es bei nur einem Gehalt der Fall wäre. So leistet jeder seinen Beitrag.

  24. Engagement
    Wir haben hier in Schule und Kindergarten das Phänomen, dass fast ausschließlich Eltern sich engagieren, die 30+ , also Vollzeit-nah, arbeiten. Da frage ich mich dann schon oft, warum ich abends um 10 noch Muffins für den 98 Bazar backe, wenn viele andere tagsüber daheim sind…

    1. Ist hier ähnlich
      Ist bei uns im Kiga genau das selbe. Auch im Elternbeirat sind nur berufstätige Mütter und ein Vater. Helfer sind immer die gleichen, die anderen geniessen gern die Festivitäten, erfreuen sich an gekauften Dingen aus der Elternkasse für die Kids und meckern ansonsten gern im Hinterstübchen.
      In der Schule kam für mich die grosse überraschung: da stehen sie die Mütter, die im Kiga nie helfen wollten, und sind jetzt Eltern-Klassensprecher und im Elternbeirat. Da scheint es im Hinterkopf einfach um mehr zu gehen….. nachdem ich gesehen habe wie sich alle drum gedrängt haben diese Ämter zu übernehmen habe ich beschlossen mich jetzt mal nach 6 Jahren zurück zu lehnen und in der Schule die anderen machen zu lassen.
      Im Kiga steh ich schliesslich wieder bei jedem Fest parat.

    2. Engagement
      Ich war eine vollzeitarbeitende Mutter mit Bereitschaftsdiensten am Wocheende. Und meine Tochter ging auf einer Waldorfschule. Da ist Mehrmitarbeit verlangt. Und da war es normal alle 6 Wochen Elternabend und die zusätzliche Feste. Es war immer Zeit Kuchen oder Salat zu machen und natürlich an den Samstagen zu helfen. Dann verstehe ich manche nicht die das nicht gewuppt bekommen. Zumindest bei einem Kind ist das immer möglich.

  25. Hallo zusammen,

    Hallo zusammen,

    ein bißchen unfair finde ich das schon…wenn ich zu Hause wäre und nur ein paar Stunden die Woche arbeiten würde, könnte ich mich auch mehr engagieren. Es hat aber nicht jeder das Glück, einen sehr gut verdienenden Mann zu haben, ich verdiene bei meinen 32 Stunden Arbeit mehr als mein Mann in Vollzeit. Und das Leben zu viert in einer deutschen Großstadt kann man sich nicht mit nur einem mittelmäßigen Gehalt leisten, wir kommen gerade so klar. Und nein, ich möchte nicht mit meinem Mann tauschen und Vollzeit arbeiten gehen, ich will ja auch noch Zeit mit meinen Kids. Aber wie soll ich da noch Zeit finden, Schulausflüge o.ä. zu begleiten?
    Der Artikel ist ein bißchen zu einseitig an dieser Stelle…

    1. Nur zu Hause und trotzdem nicht helfen…
      Ja, ich arbeite nur 5 h die Woche im Home Office und ich habe beide Kids vormittags im kiga und ich helfe bei Auflügen trotzdem nicht, sofern die außerhalb der Betreuungszeiten sind.

      Aber ich würde gern. Nur niemand nimmt in der Zeit die Kids, die sind nämlich aufwändiger als eure- weil behindert. Mein Sohn sitzt im. Rolli vormittags im kiga … nachmittags bewege ich ihn durch und fahre mit ihm seine Therapien ab… das übernimmt mal eben niemand.

      Vormittags gehört dem Haushalt, der Bürokratie die ein behindertes Kind mit sich bringt – denn nichts geht von allein und der Arbeit, die oft genug liegen bleibt oder vorgearbeitet wird damit wir zu Rehamassnahmem etc kommen.

      Also bitte immer auch hinter die Fassade schauen. Ich beneide euch um die Möglichkeit euch zu engagieren.

      Ich engagiere mich auch tagtäglich…

  26. Ich verstehe das Grundproblem nicht
    Anderen zu helfen. Ich habe die Erfahrung gemacht, wer gerne hilft und mit anpackt, tut dies auch gerne und regt sich dann nicht um Nachhinein über die anderen auf. Ich habe 2 Kinder im Grundschulaltwr. Mein Mann und ich arbeiten beide Vollzeit und ja, viel des Mental Load liegt bei mir. Aber ich habe wohl das Glück, einen Mann zu haben, der mit anpackt. Und eben auch das meiste Geld verdient. Und einmal im Jahr packen wir auch mit an in Schule, Sportverein und Musikschule. Warum wird hier wieder aufgewogen, wer wie viel macht. Ist mir ein Rätsel, wie man sich darüber so aufregen bzw. ärgern kann und muss.

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