Familienorganisation: Mein Mann macht viel zu wenig

Mein Name ist Nadine, ich bin 42 Jahre alt und habe zwei Söhne (4 und 9 Jahre alt). Mein Mann ist ein Workaholic – das ist er schon immer, aber ich hatte immer die Hoffnung, dass sich seine Prioritäten wegen der Kinder irgendwann verschieben. Doch das passiert nicht.

Mein Mann arbeitet wirklich den ganzen Tag und er ist nicht gewillt, mal einen Termin abzusagen, um die Kinder irgendwo abzuholen oder um einfach mal mit ihnen Zeit zu verbringen. Wenn er dann mal irgendwann fertig mit seiner Arbeit ist und auf die Jungs trifft, hat er meist schlechte Laune, weil er eben so gestresst ist. Sein Chef findet den Einsatz meines Mannes natürlich toll und gibt ihm immer mehr Aufgaben und Verantwortung – ein Teufelskreis.

Und so kommt es, dass ich alles rund um die Familie organisiere. Ich arbeite ja selbst 35 Stunden die Woche – und trotzdem bleibt alles an Haushalt und Kinderthemen an mir hängen. Ich habe meine eigenen Bedürfnisse komplett hinten angestellt.

Natürlich habe ich mit meinem Mann schon oft darüber gesprochen. Auch, dass es mich traurig macht, dass er gar kein Verlangen hat, mehr Zeit mit seinen Kindern zu verbringen. Ich habe ihm gesagt, dass sein Einsatz in der Familie einfach nicht reicht. Er argumentiert dann immer, dass er ja den Großteil der Finanzen stemmt und deshalb nicht anders kann. Da ich aber ja auch 35 Stunden arbeite, stimmt das nicht mal.

Natürlich hat das mittlerweile auch Konsequenzen: Der Kleine klammert an mir und will nicht mehr vom Papa ins Bett oder in die Kita gebracht werden. Und mein Mann reagiert am Wochenende schnell sauer, weil er gewisses Verhalten der Kinder gar nicht mehr nachvollziehen kann bzw einfach nicht kennt.

Mein Mann und ich verstehen uns gut, wobei es mich schon ärgert, dass sein Job immer wichtiger als alles andere ist. Auch als mein Job, den ich übrigens auch sehr gerne mache.

Nun habe ich die Frage an andere Mütter: Wer ist in einer ähnlichen Situation und wer kann mir Tipps geben?

Foto: Symbolfoto Pixabay

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4 Kommentare

  1. Irgendwann werden seine Kinder ihn überhaupt nicht mehr brauchen. Er wird nicht ihr Ansprechpartner bei Problemen sein. Irgendwann ziehen sie aus und dann sind sie Weg. Ist meinem Vater so passiert und er bereut es bitter. Seine Firma war immer ‚wichtiger‘. Meine Mutter hat auch alles hinten angestellt und das ebenfalls sehr bereut.
    Nehmt euch doch von seinen Finanzen eine Putzfrau, dann hast du wenigstens auch was davon.
    Hast du ihn mal gefragt warum sein Job wichtiger ist als deiner. Arbeitet ihr die Gleiche Stundenzahl? Hast du schon mal versucht den Haushalt einfach nicht mehr zu machen? Dinge ganz klar abzugeben ‚Kümmerst du dich bitte um XYZ‘.

  2. Liebe Nadine, als Abhilfe organisiere dir doch einen regelmäßigen Babysitter und Haushaltshilfe. Glaube mir das Geld ist es wert. Ihr seid EINE Familie und tragt die Verantwortung zu gleichen Teilen. Wie du bereits gesagt hast, wusstest du schon vor den Kindern wie er ist, warum wundert dich sein Verhalten. Er ist so geblieben wie er war allerdings hast Du dir wohl ein Bild gemalt, was der Realität nicht entsprach. Das haben wir alle schon mal gemacht aber um das Kernproblem zu lösen musst du es erstmal erkennen und dann noch annehmen. Der Blick in die Realität ist manchmal schmerzhaft aber notwendig um Dinge zu verändern. Wenn deine Sorgen und Bedürfnisse nicht gehört werden… dann hat es für MICH nichts mit einer Partnerschaft zu tun. Ich wünsche dir viel Kraft und Erfolg alle deine Wünsche und Ziele umzusetzen 🌺

  3. Mein Tipp: Sonntag Abend gemeinsam hinsetzen und die Woche planen: Wer muss was an welchem Tag erledigen (Arztbesuche, Einkaufen, Kindergeburtstage, Kinderhobbys, ect.)? Wenn alle Aufgaben sichtbar vor ihm sind, kann er sich nicht mehr so leicht drücken.

  4. Liebe Nadine,
    ich kenne die Situation aus einer anderen Perspektive – ich bin Familienmediatorin und habe wirklich vielen Paare, die in exakt dieser Situation lebten und sich nun trennen. Ich kann Euch nur den Rat geben, *jetzt* zu versuchen ins Gespräch zu kommen, auch wenn es unbequem ist und Ihr die wenige Zeit, die Ihr miteinander habt, sicherlich schöner verbringen könnt als mit Diskussionen. Holt Euch ggf. professionelle Hilfe – auch dafür sind wir Familienmediatoren, Coaches, Berater da. Alles Gute!

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