Oma mit 34: Jasmin hat fünf Kinder und ein Enkelkind

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Mein Name ist Jasmin, ich habe fünf Kinder, bin 34 Jahre alt – und vor zwei Monaten Oma geworden. Hier möchte ich euch meine Geschichte erzählen.

Als ich damals mit 17 Jahren schwanger wurde, war ich noch im ersten Jahr meiner Ausbildung. Ich wollte zwar immer früh Kinder haben, aber so früh war es dann doch nicht geplant. Dennoch war mir sofort klar, dass ich dieses Kind bekommen würde und auch meine Eltern haben mir zugesagt, dass sie mich unterstützen würden. Meine kleine Schwester war damals erst zwei Jahre alt, meine Mama war also noch voll drin im Baby- und Kleinkindmodus.

Ich bin mit dem Vater meines Kindes und meiner Tochter in eigene Wohnung gezogen. Leider hat die Beziehung zu ihm nicht gehalten, er wollte sein „altes“ Leben zurück. Also waren wir nur noch zu zweit. Als meine Tochter dann zur Tagesmutter ging, machte ich meine Ausbildung fertig.

Als meine Tochter gerade 4 Jahre alt wurde, lernte ich meinen jetzigen Mann kennen. Er hatte zu der Zeit ebenfalls schon einen acht Monate alten Sohn aus einer vorherigen Beziehung. Obwohl dieser kleine Junge nicht aus meinem Bauch kam, liebte ich ihn sofort. Und meinem Mann ging es bei meiner Tochter nicht anders. Es fühlte sich so an, als seien wir vier schon immer eine Familie gewesen. Wir wünschten uns noch mehr Kinder, bekamen zwei Söhne und noch eine Tochter. Nach dieser Geburt ließ ich mich sterilisieren, denn wir fühlten uns nun komplett. Zudem war die letzte Schwangerschaft sehr schwer gewesen, eine weitere hätte mein Körper wohl auch nicht geschafft. Als unsere Jüngste eineinhalb Jahre alt war, kauften wir uns eine Berner Sennenhündin, die wir alle sehr lieben. Ja, alles war einfach perfekt und wir waren sehr sehr glücklich.

Wenn die Teenie-Tochter schwanger ist…

Und dann erfuhren wir, dass unsere älteste Tochter schwanger ist. Gerade mal 15 Jahre alt, trotz Verhütung. Ich möchte es nicht schön reden: Das war ein Schock. Sie war noch nicht mit der Schule fertig, wollte danach eine Ausbildung machen. Wie schwer es ist, eine Ausbildung mit Baby zu machen, wusste ich selbst. Ich hätte mir für meine Tochter mehr Leichtigkeit in diesen jungen Jahren gewünscht…

Auf der anderen Seite wusste ich, dass man – wenn man Unterstützung hat – alles schaffen kann. Also sagte ich – wie meine Eltern damals zu mir – dass wir hinter ihr stehen und ihr helfen würden. Und auch für meine Tochter war – wie mir damals auch – sehr schnell klar, dass sie das Kind bekommen würde.

Meine eigene Mutter hat sich total gefreut, früh Uroma zu werden, meine Schwiegereltern mussten sich erstmal ein bisschen daran gewöhnen. Doch als das Baby vor zwei Monaten geboren wurde, eroberte sie ihre Herzen sofort und nun hat das kleine Mädchen drei sehr stolze Urgroßeltern.

Natürlich weiß ich, dass die anderen Leute reden. Sie haben auch geredet, als bei uns Kind Nr. 5 unterwegs war. Aber es ist uns egal. Wichtig ist, dass wir zusammenhalten. Meine Tochter hat nun eine Ausbildungspause, im August wird sie wieder einsteigen. Dann werde ich mich um die Kleine kümmern.

Natürlich könnte ich vom Alter her die Mutter des Babys sein. Wenn ich dafür gehalten werde, sage ich einfach, dass ich die Oma bin und die Mutter einen super Job macht.

Natürlich denke ich manchmal, dass meine Tochter etwas verpassen könnte. Dann schaue ich sie mir an und sehe, wie sehr sie ihr Baby liebt. Das Leben meiner Tochter ist ja nicht vorbei, es ist nur anders. Und ich helfe ihr so gut ich kann, nehme ihr das Baby ab, springe auch nachts schon mal ein. Diese Entlastung könnten wohl alle frischgebackenen Mamas gut gebrauchen – ganz egal wie alt sie sind.

Tatsächlich spüre ich so eine tiefe Liebe zu meinem Enkelkind wie zu meinen eigenen Kindern. Und diese Liebe ist die Basis von allem. Ich habe das Gefühl, dass wir diese neuen Situation alle zusammen gut meistern, dass wir gut zusammenhalten und unser Leben schön ist. Für meine Tochter wünsche ich mir, dass sie ihre Ziele erreichen kann – wir werden sie auf jeden Fall bei allem unterstützen.

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Jasmin

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13 comments

  1. Liebe Jasmin Mich hat dein Bericht positiv berührt, das ist alles so harmonisch. Ich denke, du bist eine berufene Mutter und lebst deinen Traum. Trotzdem nicht zur Nachahmung empfohlen! Denn bei wem stimmen schon so die Vorraussetzungen wie bei euch? Ich wünsche dir und deiner Familie weiterhin alles Gute.

    1. Vielen lieben Dank!!! Das stimmt nachmachen kann das nur wer,wo die Voraussetzungen auch stimmen ..mit meinem ex hätte ich mir den Traum von fünf Kindern nicht erfüllen können. Er hat erst vor ca 3 Jahren angefangen sich für seine Tochter zu interessieren und liebt seine Enkelin jetzt total. Es sollte wohl auch finanziell passen denke ich,wobei das natürlich nicht das wichtigste ist!!! Ich hatte schon wirklich Glück. Dann noch der Punkt mit der Unterstützung, viele Eltern wollen oder können dieses nicht. Ich wünsche allen Frauen/ Mädchen das sie egal ob mit oder ohne Kinder, ob mit vielen oder wenigen Kindern alle glücklich werden in ihrem Leben!!! Auch dir alles Gute 🍀

  2. Es gibt so viele Familienmodelle, wie es Familien gibt und jedes ist toll, wenn alle damit glücklich sind. Geredet wird immer, egal wie das Modell aussieht. Zu viele Kinder, zu wenig, Mutter zu alt oder zu jung, Mutter arbeitet zu früh wieder oder zu spät oder oder oder.
    Ich für meinen Teil habe mit 34 meinen ersten Sohn bekommen und hätte es auch gerne früher gehabt – aber es sollte nicht sein. Und es ist trotzdem perfekt so wie es ist, weil für mich jetzt alles passt.
    Ich könnte mir aber auch durchaus vorstellen jetzt schon Oma zu sein. Warum nicht? Da kann man doch wirklich eine Unterstützung sein. Meine Eltern und Schwiegereltern können es halt nicht mehr so gut, weil sie aufgrund des Alters halt schon viele Einschränkungen haben.
    Es hat einfach alles in Leben Vor- und Nachteile und darum gibt es kein richtig oder falsch.
    Und wenn ich die Zeilen hier lese, klingt es sehr liebevoll und harmonisch. Also ist doch alles perfekt ☺️

  3. Aus deinen Worten spricht so viel Liebe! Es ist wunderschön und kein Wunder, dass die kleinen Seelen gerne ganz schnell zu euch kommen wollen! 🤗💚 Ich wünsche dir, deiner Tochter, ihrem Baby und natürlich auch allen anderen in deiner Familie nur das allerbeste für die Zukunft! Ich bin mir ganz sicher, dass ihr das alle ganz toll hinbekommt.

  4. Wow. So schöne, liebevolle Kommentare zu lesen tut wirklich gut!!! Hätte gedacht es kommen mehr so Sachen wie: was für eine assi Familie, können alle nicht verhüten, leben bestimmt vom Amt usw…dem ist ja eben nicht so, mein Mann verdient sehr gut, wir haben ein großes Haus mit einem riiiiesigen Garten und jedes unserer Kinder/ Enkelkind hat sein eigenes Zimmer. Uns fehlt es an nichts, aber man wird eben oft so hingestellt als wäre unser Leben, so wie wir es führen ein Fehler. Danke für die lieben Worte, keine Vorurteile…das zeigt was ihr für wunderbare Menschen seid!!!!!

  5. Liebe Jasmin, ihr habt einen tollen Zusammenhalt, wie schön!
    Herzlichen Glückwunsch zum Enkelkind und alles Gute für Mama und Baby!

    Ich bin auch mit 17 zum ersten Mal schwanger geworden, mein jüngstes Geschwister war damals 4 Jahre alt. Und wir haben auch 5 Kinder.
    Oma bin ich jedoch noch nicht, mein Sohn (20) lässt sich da noch Zeit.😉
    Mein Mann und ich (seit 23 Jahren zusammen) wollen allerdings selbst nochmal.😅🤣

  6. Meine Mutter bekam mich mit 16 und gab mir immer wieder in den ersten 21 Jahren meines Lebens die Schuld, dass sie weder einen Schulabschluss noch eine Ausbildung erhalten konnte. Bis ich dann sagte: Stopp, das war nicht meine Schuld, denn du hattest unverhüteten Sex und hättest trotz allem so einiges schaffen können. Meine Großmutter war ja mehr für mich da als meine Mutter.
    Als dann meine Schwester genau den gleichen Weg einschlug wie sie, unterstützte sie – wie meine Großmutter zuvor meine Mutter – diese und meine Schwester schaffte noch zwei Schulabschlüsse sowie ihre Ausbildung zur Erzieherin. Ein Beweis dafür, dass man es schaffen kann, wenn man Unterstützung hat und es auch wirklich will.

    Daher finde ich es schön, liebe Jasmin, einen so positiven Bericht zu lesen, der Mädchen und Frauen auf jeden Fall auch Mut machen kann, wenn das Leben einen anderen Weg einschlägt als erhofft oder erwartet. Danke dir! 🙂

  7. Ich wurde auch mit 35 Jahren zum ersten Mal Oma. Auch wir haben 5 Kinder und ein Pflegekind. Mittlerweile bin ich 40 Jahre und bin eine stolze Oma von 3 tollen Enkelkinder. Angeschaut wird man immer . Aber uns war es auch egal .

  8. „Das Leben meiner Tochter ist ja nicht vorbei, es ist nur anders.“

    „Und ich helfe ihr so gut ich kann, nehme ihr das Baby ab, springe auch nachts schon mal ein. Diese Entlastung könnten wohl alle frischgebackenen Mamas gut gebrauchen – ganz egal wie alt sie sind.“

    Diese Aussagen haben mich besonders berührt. Genau so ist es. Vielen Dank dafür und alles Gute für euch.

    1. Es kann doch einer schwangeren Teenagerin nichts besseres passieren als solche Eltern! Die Leute reden immer, Ihr seid eine starke Familie, toll wie Ihr zusammen haltet!

  9. Es gibt zwei Sachen über die ich erst im Nachhinein nachgedacht und deshalb auch nicht drüber berichtet habe und die mir jetzt beim Lesen aufgefallen sind…1) meine Tochter ist seit fast 4 Jahren mit ihrem Freund und Vater ihrer Tochter zusammen, auch er macht einen tollen Job. Auch seine Eltern sind einfach toll im Umgang mit ihrer Enkelin!!! 2) es gibt auch noch dem leiblichen Vater meiner Tochter, er war damals noch zu jung um seine Rolle als Vater richtig einzunehmen, aber auch er liebt seine Tochter und seine Enkelin. Er besucht die kleine oft und kann das jetzt wo er älter ist nochmal ganz anders wahrnehmen und genießen. Auch seine Mutter, sprich die Uroma ist total verliebt in ihre Urenkelin. Meine Enkelin wächst also mit vielen Familienmitgliedern und vorallem Menschen auf, die sie über alles lieben!!! LG Jasmin

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