„Wie ich auf einen Hof einheiratete und in alte Rollenbilder rutschte“

Landwirtschaft

Eigentlich führe ich ein total normales, eher biederes, langweiliges Leben. Bei uns herrscht klassische Rollenverteilung: der Mann geht zur Arbeit, die Frau macht den Rest, also Haus, Kinder, … Und ich bin sehr dankbar für dieses Leben. Wir sind finanziell so gut aufgestellt, dass wir uns sehr vieles leisten können, keine Sorgen haben. Trotzdem… manchmal ist es echt hart, durchzuhalten…

Ich hatte einen tollen, selbständigen Job im Außendienst, der mich sehr erfüllt und auch finanziell gut hat dastehen lassen. Dann lernte ich meinen Mann kennen – es war Liebe auf den ersten Blick. Von Anfang an hieß es, seine Firma und sein Hof seien so gut aufgestellt, da brauche die Frau nicht viel zu tun. Also blieb erst mal jeder in seiner beruflichen Bahn. Das änderte sich schließlich mit dem ersten Kind.

Alle an einem Tisch: Um 12 Uhr gibt´s Mittag

Auf unserem landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetrieb war es von jeher üblich, dass mittags um 12 Uhr alle zum Essen zusammenkamen, das galt für die Familienmitglieder genauso wie für Angestellte, Mithelfende, Vertreter oder „zufällig“ Vorbeikommende. Da durfte jeder einfach mit an den Tisch.

Vor meiner Zeit hat das noch die Haushaltshilfe meiner Schwiegermutter gemacht oder die Männer halfen sich selber (Schwiegermutter war ja auch in der Arbeit), als ich dann im Mutterschutz daheim war, saßen die Ebenbesagten plötzlich an meinem Tisch. Naja, man will ja auch nicht so sein, man kann ja als frischgetraute Hofnachfolgerin nicht sofort alles über den Haufen werfen, was sich all die Jahre etabliert hatte. Und da sprechen wir nicht nur von einer Hauptmahlzeit: Suppe, Hauptspeise, Nachspeise, Kaffee und Kuchen waren da angesagt – volles Programm!

„Ich wollte immer dazugehören“

Ich muss dazu sagen, ich hab von Anfang an versucht, dazuzugehören. Als Mädchen aus NICHTlandwirtschaftlicher Abstammung ist das in Niederbayern durchaus ein hartes Los in so einen Hof einzuheiraten. Und ich bin generell keine, die zu allem „Nein“ und „Aber“ sagt – eher das Gegenteil. Ich schau´s mir gerne lange an, um dann nach Jahren festzustellen: „Nö, das ist jetzt nix für mich!“

Zurück zum Thema: Unser Erstgeborener und ich waren grad aus dem Krankenhaus heimgekommen, da ging´s auch schon weiter mit der Kocherei. Da war es plötzlich schon selbstverständlich, dass die Tage, die die Haushälterin nicht da war, ich übernahm. Und da nervte es mich schon, auch immer zu den Schwiegereltern an den Tisch zu müssen. Entweder das Baby schrie und wollte auf der Stelle gestillt werden oder die Männer redeten sowieso nur von der Arbeit. Familienleben sieht für mich anders aus. Aber zumindest gab´s was Warmes zum Essen, als Stillende brauchte ich dringend ein paar Kalorien mehr, das Baby war sehr hungrig.

Nach und nach wurden es immer mehr Aufgaben für mich

Ach genau, ich hab den zweiten Betrieb ja noch gar nicht erwähnt! Mein Mann hat ja zusätzlich auch noch eine Kiesgrube! Da habe ich bereits wenige Monate nach unserem Kennenlernen mit Aushelfen im Büro angefangen – die wenige Freizeit die er hatte, verbrachten wir eben dann zusammen im Büro. Rasch arbeitete ich mich dort zur Rechnungsschreibefachkraft hoch. (Wer jetzt behauptet, die tollsten Jobs bekommt man, wenn man mit dem Chef schläft… naja…;-)

Tja, und so kam eins zum andern. Dass bei uns viele Arbeiten anfallen, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Immer mehr Aufgaben übernahm ich, draußen auf dem Hof, im Stall, im riesigen Garten, in beiden Büros… Gleichzeitig machte sich Kind Nr. 3 auf den Weg – meine Arbeit im Außendienst konnte ich unmöglich noch bewältigen.

„Der Turm an Aufgaben lässt mich zusammenbrechen“

Und ich war so erpicht darauf, es allen recht zu machen, endlich dazuzugehören, dass ich alles auf mich nahm, wie so Päckchen, die man trägt und wo einer immer wieder nochmal eins drauflegt und nochmal eins und nochmal eins…, bis der Turm zusammenfällt. Ganz so schlimm war mein Zusammenbruch wie der bei einem Turm jetzt nicht – es gab nicht ganz so viel Krawall. Aber doch für alle Beteiligten eine Umstellung und ein Umdenken.

Es ging los mit der Krebsdiagnose meiner Schwiegermutter. Sie war seit einem guten Jahr in der Rente und übernahm die Kochtage der Haushälterin. Auf meinen Vorschlag, ich könnte an diesen Tagen für die Kinder und mich allein kurz was Schnelles kochen, damit ich länger im Büro bleiben könnte, reagierte sie mit Empörung und Beleidigtsein. Warum auch immer!

Bauernhof
Foto: pixabay

Mit der Krebserkrankung der Schwiegermutter kam die Wende

Nach ihrer Diagnose allerdings ließ sie sofort alle Beteiligung sausen, sie könne ja nun nicht mehr, nagelte sich an der Couch fest und ließ mich ab sofort alles allein machen. Aber schon die Tatsache, pünktlich um 12 das Essen auf dem Tisch zu haben mit der ganzen Arbeit im Nacken, stresste mich dermaßen, dass ich nach ein paar Monaten sagte: „Jetzt reicht´s!“ Mein Mann rief mich ständig an, weil er keinen Peil im Büro hatte (konnte noch nicht mal selbständig eine E-Mail schreiben!!!), die Kinder brauchten mich zur Hausaufgabe, die Küche sah aus wie Bombe, draußen im Stall piepte die Fütterung auf Störung… Wie im Irrenhaus und das tagtäglich!

Dann machte auch mein Körper nicht mehr so mit, Zipperlein wie Kopfschmerzen, Migräne, Nacken- und Schulterverspannungen steigerten sich ins Unerträgliche. Und in all dem Wirrwarr hatte ich kaum noch Zeit für mich selber. Morgens war ich die Erste, abends die Letzte. Die Streitereien mit meinem Mann nahmen auch immer mehr zu, wegen jeder Kleinigkeit flippte ich aus, ich war nervlich überhaupt nicht mehr belastbar.

So konnte es auf keinen Fall weitergehen

Zum Glück hatte ich in der Zeit viele gute Freunde zur Seite, die mich immer wieder aufrichteten, wenn es mir so richtig schlecht ging. Die einfach Verständnis hatten, das alleine reichte mir schon. Vor allem meine Eltern standen immer hinter mir, ich konnte anrufen, wann ich wollte, ich fand immer Unterstützung, seelisch und tatkräftig.

Heute habe ich eine andere Sicht auf die Dinge. Ich will mich nicht mehr verbiegen und anpassen. Ich habe viele Freunde von früher hinter mir gelassen, die konnten mit meiner Veränderung überhaupt nicht umgehen. Ich habe mir überhaupt nur noch Menschen gesucht, die mir guttaten, die mir auch was zurückgeben konnten, für die ich ich sein durfte. Und diese Menschen sind so wichtige Säulen in unseren Leben!

Wie konnte es nur so weit kommen?

Ich frage mich manchmal, warum es überhaupt so weit gekommen ist? Jede andere hätte schon viel früher die Flinte ins Korn geworfen. Warum war nur ich so dumm? Aber es hat, so glaube ich heute, weniger mit Dummheit zu tun als vielmehr mit Liebe. Weil ich meinen Mann über alles liebe und für ihn auch alles sein wollte. Dass er mich ungestresst und mit etwas weniger Arbeitsstunden auf dem Buckel genauso liebte, hab ich auch erst spät bemerkt. Und gerade wir zwei sind durch viele Höhen und Tiefen gegangen bis wir wussten: Hey, wir wollen doch gar nicht auseinander gehen, wir wollen zusammenbleiben, wir haben drei tolle Kinder, wir haben zusammen schon so viel geschaffen, wir wollen wir bleiben!

Und ich bin fest davon überzeugt, dass das in ganz vielen Frauen wie euch da draußen auch steckt: Diese Energie, so über sich hinauswachsen zu können, so viel leisten zu können, dass es schon fast übermenschlich ist. Seien wir doch mal ehrlich, die heutige Frauenrolle hat sich nicht so sehr verändert, wir haben nur einfach immer noch ein Päckchen mit draufbekommen, und noch eins, und noch eins…

Kein Wunder, dass Frauen zusammenbrechen

Ob du nun alleinerziehend bist, in einer Beziehung, ob ein Kind krank ist oder es dir selber nicht gut geht – wir Frauen haben unglaubliches Potenzial! Jede von uns! Unser Motor ist die Liebe. Und es ist nie zu spät, sich nicht nochmal neu auszurichten.

Was vor einem Jahr noch toll geklappt hat, kann im nächsten Jahr schon wieder voll daneben gehen. Aber das ist es, was das Leben ausmacht, was es so spannend – ja manchmal auch zermürbend –macht: Man bleibt nie auf einer Stelle stehen, es geht immer irgendwie weiter. Nach jedem Verlust kommt der nächste Zugewinn, nach jeder großen Freude wieder eine Zeit der Trauer. Doch die Liebe bleibt.

Jetzt entdecke ich erstmal meine Selbstliebe wieder

Und wisst ihr noch was? Am allerbesten ist die Liebe auch zu einem selber. Man kann noch so viel geben, mit sich selber muss man auch im Reinen sein. Das ist auch ein ständiges Auf und Ab, ein neu tarieren, sich wieder einrichten, aber das ist noch das Wichtigste von allem: die Liebe zu uns selbst. Die muss ich jetzt auch erst mal wieder lernen, muss in mich hineinhorchen und mich fragen: Ist das ok so für mich oder machen wir es nicht doch anders? Aber man kann es lernen, man muss! Und man darf sich immer wieder sagen, wie toll man ist, was man alles schafft, dass man sooo stolz auf sich sein darf.

Denn das ist es, was ich endlich gelernt hab: Trotz aller Bemühungen und Anstrengungen hat nie jemand gesagt: „Jetzt gehörst du dazu, danke, das hast du alles toll gemacht!“ Trotzdem bin ich zufrieden mit dem, was ich geschaffen habe, was ich erreicht habe. Zufrieden und glücklich – und so will ich weitermachen!

Nachtrag, weil viele nachfragten, was sich denn nun geändert hat: Ich habe meine persönliche Grenze erreicht und hab „nein“ gesagt. So kann es nicht weitergehen für mich. Ich bin gern für andere da und ich finde es sehr wichtig, dass die Stimmung in den Familien gut ist. Aber wie gesagt, all meine Päckchen waren dann einfach zu viel für mich. Ich hab auch lange gehadert mit mir, keine Frage, aber nun sehe ich die vielen positiven Effekte und Rückmeldungen! Zum einen bin ich wieder ich, kein Mama-Bäuerin-Bürohilfe-Zombie, der irgendwie durch den Tag stolpert. Ich schaffe mir kleine Inseln, oft nur 15 Minuten, wo ich einfach mal sitze und zur Ruhe komme. Und dann kann ich auch wieder ganz DA sein. Die Angestellten finden es absolut in Ordnung, sich jetzt auch mal selber ums Mittagessen zu kümmern, sie zeigen Verständnis für mich. Meine Schwiegereltern werden nun dreimal die Woche mittags warm von einem Caterer versorgt, die anderen Tage bleiben mir, aber hey, das ist ok für mich und für sie auch, das ist mir ja auch wichtig. Ja, ich hätte viel eher diese Grenzen ziehen müssen, ich hätte schon viel eher mal auch „nein“ sagen müssen. Aber trotzdem bin ich stolz auf mich, es so weit geschafft zu haben, schon so viel geschafft zu haben. Und da war’s mir persönlich auch wichtig, diese Message nach draußen zu geben: Du kannst so viel schaffen, wenn du es nur willst! Man kann so sehr über sich hinauswachsen! Und jeder hat seine eigenen Grenzen, deshalb muss man auch immer wieder in sich horchen, ob das noch ok ist…

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12 comments

  1. natürlich hätte die autorin vorher mal laut „stopp“ sagen und sich verweigern müssen.
    nur vergessen hier viele das viele menschen dies nie gelernt haben oder es ihnen enorm schwer fällt ( bei meiner oma würde sich die geschichte sehr ähnlich anhören wie oben). und sie hat es nicht gelernt stopp zu sagen bis heute ( sie ist 90).
    es ist immer sinnvoll auf so medien so berichte zu schreiben, zum einen tut es dem
    betroffenen gut, zum anderen können durch sowas selbst betroffen erkennen oder bestellt werden endlich mal „stopp“ zu sagen und sowas z mit sich machen zu lassen.
    und es gibt auch so unterschiedlich belastbare menschen. die einen wippen quasi drei jobs mit links, die anderen sind m mit einem überfordert.
    man kann jetzt oben nicht heraus lesen was jetzt genau erleichterung für die autorin gebracht hat oder was die rolle von ihrem mann war, das wäre wirklich noch gut zu erfahren! wie ist es denn ausgegangen!
    naja und zu welchen die meinen sie autorin hätte keine empathie die schwiegermutter gegenüber-vielleicht hat die schwiegermutter der autorin gegenüber nie empathie gezeigt oder sie unterstützt wenn sie krank war oder was mit den kinder war …..

  2. Mhmm.
    Ich würde leider sagen selber Schuld.

    Warum gibt die Frau ihren ursprünglichen Job auf und opfert sich auf dem Hof?
    Verstehe ich nicht.
    Warum nimmt sie allein Elternzeit und der Mann nicht? Komisch.

    Solche Dinge müssen doch geklärt werden, bevor Kinder in die Welt gesetzt werden.
    Für mich völlig unverständlich.

    1. Selber schuld ist man nichts.
      Besonders auf einem Bauernhof.
      Da ist vieles anders, unvorstellbar für Außenstehende.
      Ich habe das auch 33 Jahre mitgemacht.
      Schwiegermutterterror.
      Jetzt ist alles gut.
      Man muss sich trennen können von Sachen, die einem nicht gut tun.

  3. Der Mangel an Fähigkeit, Menschen „stops“ setzen zu können, die einen schlechten behandeln, ist sehr wichtig und kann erlernt werden.
    Mit „schlecht behandeln“ ist bereits gemeint, dass die Altvorderen unflexibel sind, selbst nichts ändern wollen und dann alle Last den Nachfolgern auflasten.
    Und diese in unserer Gesellschaft omnipräsente Aussage „es war schon immer so“ ist nichts als Selbstbetrug. Denn diejenigen, die das aussprechen haben selbst in ihrer Jugend rebelliert oder haben zumindest auch Veränderungen erlebt und zugelassen. Ansonsten könnten die nämlich ihre mobilen Telefone, Tiefkühlhaltbarmachung oder die Klimaanlage im Auto wegwerfen. „Es war schon immer so“ ist in Wirklichkeit nichts als eine Schutzbehauptung um nicht EMOTIONAL auf das Gegenüber zugehen zu müssen. Man selbst möchte gefälligst, dass man nicht aus seinem gern gewöhnten Trott heraus kommt, aber das Gegenüber hat gefälligst zu ändern und sich anzupassen. Übrigens offenbart die Aussage „es war schon immer so“ eine Argumentlosigkeit (es ist nämlich kein Sachargument sondern nur eine leere Parole) und einen Mangel an geistiger Flexibilität, dazu Angst. Angst vor Anderem, Angst vor Veränderung. Dies ist zwar menschlich und Verständlichkeit. Die Ursache der Angst muss aber immer bei dem gesucht werden, der die Angst vor Veränderung hat und nicht bei dem, der neu hinzu kommt.
    Viele betreiben hier Ursachenumkehr und sehen das Problem beim Erneuernden, bzw Verändernden. Der hat aber mit der eigenen Angst vor Veränderung nichts zu tun. Und solange keine echten Argumente kommen, warum etwas so bleiben soll, wie es ist, bleibt die Aussage eine leere Parole.
    Ich wünsche allen Frauen diese Erkenntnis und viel Kraft, die großen Forderungen unserer Gesellschaft an sie zu bewältigen.

  4. Hallo, als ich habe mich an vielen Stellen in dem Artikel wiedergefunden. Habe auch auf einen Hof eingeheiratet und bin „die Ausenstehende“, die von vielem wohl nix versteht. Ich kann auch den Frust auf die Schwiegermutter verstehen. Denn uns „Jungen“ wird vermittelt, dass wir es zu schön haben. „Früher hatte man auch keine Zeit zum Stillen“, sondern musste hart arbeiten…..

  5. Ich verstehe den Beitrag bzw. seine Botschaft nicht. Wie sah denn jetzt die Lösung der Vereinbarkeits-Gleichberechtigungs-Tradition-vs-Moderne-Problematik aus? Wie ist die Autorin aus der Tretmühle herausgekommen, hat ihre Ehe gerettet, die Aufgaben neu/anders verteilt etc.? Hatte sie dabei Hilfe? Ist jetzt etwas anders als vorher? Kann ihr Mann jetzt allein Emails schreiben? Hat sie ihren Beruf im Außendienst an den Nagel gehangen/wieder aufgenommen?
    Die Darstellung der Lösung des Dilemmas wäre doch mal für viele Leserinnen interessant.
    Wenn der Alltagsstress von vielen Frauen nur durch Selbstliebe und -fürsorge zu bewältigen wäre, wäre das doch für Viele machbar. In der Realität scheitern wir aber fast alle an den an uns gestellten Ansprüchen. Die Frage ist doch eher wie sieht der Ausweg aus und warum müssen die Frauen diesen allein suchen – wo bleiben die Männer?

  6. Wo jetzt, Köln oder Niederbayern? Im Artikel steht Niederbayern, unterm Artikel Köln?

    Und gab’s jetzt eine Haushaltshilfe oder nicht? War die nur für den Haushalt der Schwiegereltern? Würde sagen, 3 Kinder plus Büro reichen, da geht Haushalt und Putzen nicht mehr. Sollte auch nicht nötig sein, wenn’s finanziell passt.

    Und lohnt es sich da noch, Blogs und Artikel zu schreiben, gemessen am Stundenlohn?

  7. Was genau waren jetzt die Lösungen für ein geringeres Arbeitspensum? Wurde neues Personal eingestellt? Nur mit Selbstliebe mistet sich ja der Stall nicht aus 🙂

  8. Aha…. Und was genau hat der Artikel mit Gleichberechtigung zu tun? Alle arbeiteten ununterbrochen auf dem Hof, Mann und Frau. Dann konnte die junge Frau nicht mehr. Und jetzt? Wie läuft es jetzt? Wo wurde ist der Zugewinn an Gleichberechtigung? Wo hat die vorher gefehlt? Ich lese von einem riesigen Arbeitspensum, aber nicht von fehlender Gleichberechtigung. Welche Lösungen wurden denn gefunden, um Gleichberechtigung zu verwirklichen?

    Und es wird unheimlich viel von Selbstliebe gesprochen, wenn die krebskranke Schwiegermutter dann aber nicht mehr arbeiten kann, was aus meiner Sicht durchaus nachvollziehbar ist, liest man diesen Satz: „Nach ihrer Diagnose allerdings ließ sie sofort alle Beteiligung sausen, sie könne ja nun nicht mehr, nagelte sich an der Couch fest und ließ mich ab sofort alles allein machen.“ Fehlt da nicht auch ein wenig… Einfühlungsvermögen? Pure Selbstliebe ohne Nächstenliebe wird schnell zum Egoismus….

  9. Das hört sich ungemein anstrengend an und um ganz ehrlich zu sein fast schon ausbeuterisch. Ich habe selbst einen Mann mit 50-60 Stunden Woche, Alleinverdiener, bin „Hausfrau“ mit vier Kindern U11. Ich schmeiß hier mehr oder minder auch allein „den Laden“. Aber genau deshalb weiß ich, dass ich nicht noch on top Bürokraft, Stallhilfe oder Köchin für einen Betrieb sein wollte und könnte. Allerdings befremdet es mich auch, dass Svhwiegermuttern eine Haushalthilfe zugestanden bekommt, eine junge Mutter von drei Kindern aber nicht. Gleiches gilt für die eigene Berufstätigkeit. Hier wird deutlich mit zweierlei Maß gemessen und allein das hätte mich persönlich von Anbeginn auf Krawall gebürstet. Ebenso die Impertinenz „Außenstehender“ vorzuschreiben wie euer Familienleben (Mittagessen) auszusehen hat. Ja,ich weiß hier bei uns in Bayern begründet jeder alles gern mit „war schon immer so“. Aber mal ganz ehrlich: das ginge mir so was von peripher. Dann muss man halt neue Traditionen schaffen und ggfs. ne Bürokraft, ne Haushälterin und ne Stallhilfe einstellen. Die Mitarbeiter können dann ja gern gemeinsam essen, aber alles andere würde ich nur noch zu meinen Bedingungen machen. Manchmal sollte nicht nur Selbstliebe, sondern auch die eigene körperliche und seelische Unversehrtheit einfach wichtiger sein als ein zwanghafter Drang irgendwo dazugehören zu wollen. Da leidet man letztlich nur selbst darunter und die Beziehung zu den wirklich wichtigen Menschen im Leben: den Kindern und dem Partner. Und ja, ich weiß, dass das am Anfang verdammt schwer fällt – gerade in der hiesigen „Kultur“. Aber es wird leichter – ich mach das schon seit 20 Jahren in unterschiedlichen Kontexten und weiß, wovon ich da rede 😉

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