Liebe Grüße von der Schwiegermutter! Warum das so kompliziert ist

Schwiegermutter

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Ihr Lieben, endlich kommt hier mal wieder ein Mann zu Wort! Thomas Hallet hat sich netterweise für uns dem schwierigen Thema Schwiegermutter gewidmet. Er ist nicht nur Grimmepreisträger ob seiner redaktionellen Qualitäten, sondern arbeitet zusammen mit seiner Frau auch als Paartherapeut und kann so wunderbare Beispiele aus seiner Praxis anbringen.

Außerdem sorgt er dafür, dass der großartige Podcast „Lisas Paarschitt“ mit Lisa Ortgies so gut funktioniert und genau in DEM geht es ab heute auch um die lieben „Schwiegermütter“. Hört unbedingt mal rein in der ARD Audiothek und auf den weiteren einschlägigen Podcast-Plattformen. Jetzt aber erstmal: lesen!

Wenn sich die Schwiegermutter in die Beziehung einmischt

Schwiegermutter

„Noch nach vielen Jahren erzählt meine Frau manchmal davon, wie sie vor der Geburt unserer Tochter mit ihrer Schwiegermutter sprach. „Ich mache mir Sorgen“, hatte meine Mutter gesagt. Im Verlauf des Gesprächs wurde klar, dass diese Sorge nicht ihr galt, der werdenden Mutter, und auch nicht dem Enkelkind.

Meine Mutter sorgte sich vielmehr, dass ihr Sohn den Strapazen einer Geburt nicht gewachsen sein könnte. „Wie bitte“, dachte meine Frau? „Aber ich bekomme doch das Kind“. Die Schwiegermutter kann ein irritierender Faktor für die Beziehung des Sohnes oder der Tochter sein – wenn sie sich nämlich, wie in diesem Beispiel, mit ihrer mütterlichen Fürsorge in die Beziehung hineindrängt. 

Das Verhältnis der beiden hat durch diese Irritation nicht gelitten, weil sich meine Mutter aus unserem Paar-Leben ansonsten gut heraushalten konnte. Aus unserer Paarberatungs-Praxis in Köln kennen wir aber Beziehungen, in denen die Schwiegermutter Keile in eine Beziehung treiben kann.

Die Schwiegermutter treibt Keile in die Beziehung

Das bisher krasseste Beispiel: Hans und Angelika (Namen geändert), seit über fünfzig Jahren ein Paar. Sie kamen zu uns, weil sie sich „nicht mehr verstanden“. Schon nach fünf Minuten zeigte sich, dass dabei Angelikas Schwiegermutter ein dominantes Thema war: „Du hast sie immer in Schutz genommen“, warf sie ihrem Mann vor. Die Schwiegermutter ist längst tot, und dennoch spielte sie immer noch eine Rolle im Leben der beiden. Offenbar hat Hans es nie geschafft, sich von seiner Mutter zu lösen – auch nach ihrem Tod nicht.

Auf der anderen Seite ein junges Paar Anfang 30, Paula und Carlo (Namen geändert). Sie kamen zu uns vor allem wegen der Schwiegermutter. „Ständig funkt sie bei uns rein“, schimpfte Paula. Sie meinte, es müsse sich etwas ändern, aber Carlo sah das Problem nicht. Paula fühlte sich nicht nur abgelehnt, sondern berichtet von in ihren Augen boshaften Übergriffen. Carlo sei immer dabei gewesen, habe aber nichts gesagt. „Sie hat sogar mal gesagt, sie sei Teil unserer Beziehung.“ Eine Art Dreiecks-Beziehung beschrieb Paula, in der Carlo auf seine Mutter nichts kommen lasse.

Will die Schwiegermutter immer noch die Königin sein?

Schwiegermutter
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Wenn sich der Sohn eine Partnerin fürs Leben sucht, dann möchten viele Mütter nicht Platz machen für die Neue. Das klingt nach dem Plot eines schnulzigen Spielfilms, ist aber immer wieder Realität. Wenn die Schwiegermutter dazwischenfunkt, führt das häufig zu Spannungen in einer Beziehung – der Sohn oder die Tochter möchte sie nicht verletzen.

Das ist auch die Erfahrung der Berliner Paartherapeuten Nadja und Clemens von Saldern. Sie sagen sogar, die Schwiegermutter sei häufig der eigentliche Grund für Trennungen. Warum? Clemens von Salderns These: Über Jahre und Jahrzehnte hinweg ist die Mutter die wichtigste weibliche Bezugsperson für den Mann. Wenn sich die Situation dann verändert und eine weitere Frau ins Leben kommt, dann muss sich auch die Mutter-Sohn-Beziehung verändern: Steht die Frau des Sohnes etwa nur an zweiter Stelle? Will die Schwiegermutter immer noch die Königin sein?

Die Rolle der Schwiegereltern ist ambivalent

Die Rolle der Schwiegereltern ist ambivalent: Es ist ein wunderbares Gefühl, seine Enkelkinder aufwachsen zu sehen, die junge Familie zu begleiten und gebraucht zu werden. Nadja von Saldern beschreibt es so: „Wir sind in einem Fuchsbau aufgewachsen, und dann bauen wir mit unserem Partner einen eigenen Bau und wollen ja erst mal gucken: Wie läuft das? Wie mache ich das? Und man will nicht so reingefunkt haben und das Gefühl haben, dass die Schwiegermutter das jetzt besser weiß. Will Sie mir jetzt sagen, wie ich die Wäsche waschen soll? Weiß sie besser, was meinem Mann schmeckt?“

Clemens von Saldern sagt, Schwiegereltern sollten sich daran gewöhnen, dass ihr Sohn oder ihre Tochter jetzt in einer neuen Kernbeziehung leben. „Sie sollten sich zurückhalten. Immer wieder fragen: Was braucht ihr von uns? Aber niemals aufdrängen.“ Auf keinen Fall einfach machen. „Da räumt die Schwiegermutter einfach die Küche um und sagt dann: die Gewürze passen da hinten besser. Da kann man sich vorstellen, wie eine Schwiegertochter das findet.“

Nicht von der Schwiegermutter die Ehe zerhageln lassen!

Soll sie der Schwiegermutter oder deren Sohn dann sagen, wie sie das findet? Und es bleibt ja nicht bei der Ordnung in der Küche oder im Wäscheschrank. Häufig geht es auch um die Erziehung der Kinder, um Geld oder um Erwartungen: „Ihr könntet uns mal wieder besuchen kommen“.

Clemens von Salderns Erfahrung mit solchen Konflikt-Themen ist: „Wenn die Verbindung zu den Eltern nicht gelöst ist, wenn der Abstand zu ihnen nicht neu justiert wird, so dass sie zum Lebensalter und zur Lebensphase passt, dann zerhagelt das die Ehe.““

Ihr wollt noch mehr zum Thema? Los geht´s: Ab zu Lisas Paarschitt.

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5 comments

  1. Nach 35 Ehejahr6⁶en habe ich unsere Ehe beendet.Der Grund – ich wollte / musste raus aus der Ehe zu viert. Wir wohnen mit den Schwiegereltern zusammen in einen Haus.Meine Schwiegermutter hat das Sagen über alle.Sie benutzt mich als Fussabtreter,ist giftig und böse und treibt ständig einen Keil zwischen uns beiden.Mein schwiegervater erniedrigt mich ständig, ist zynisch und eiskalt.Nach aussen hin, heucheln sie die perfekte Familie. Bis heute haben sie sich nicht abgenabelt , und mein Mann nicht von ihnen, er ist 57 !!! Die Schwiegereltern mischen sich überall ein, beschimpfen mich ,wenn ich mich darüber beschwere.Sie wollen mich ständig rausschmeißen ( aus den Haus , was ich gebaut habe , seit ich 18 bin….) Sie machen mich schlecht vor anderen Leuten,um selber als Familie Saubermann dazu stehen, und mein Mann macht nichts dagegen- sie dürfen das , sagt er….Dann greifen sie mich sogar zu dritt an- 3 gegen 1, und beschweren sich auch noch,wenn ich dann laut werde. Ich habe Angst,ich werde in die Enge getrieben und aus den “ gemeinsamen“ Haus geschmissen .So böse und respektlos ist meine Familie plötzlich geworden, die durch mich den Himmel auf Erden hatten.Als sie sich dann auch noch an meinen 3.sohn ( 17 ) vergriffen haben , um ihren Frust loszuwerden, sind sie zu weit gegangen….Sie sind für mich gestorben, ich habe den Kontakt abgebrochen. Wir wohnen zwar noch in einen Haus , aber kein Wort.Sie existieren nicht mehr für mich.Mein Mann und ich versuchen , mit Paartherapie die Ehe zu retten.Und Ich gehe zur Therapie, um die Erniedrigungen zu verarbeiten und nicht zur verbiesterten Alten zu werden.Ich werde wieder Spass am Leben haben , und dagegen können die Alten nichts mehr machen.Ich habe ihnen die Macht entzogen. Kathrin Raue

  2. Ich hatte meine Schwiegermutter gebeten kurz mit meinem 1.5 Jahre alten Sohn vor einem DM Markt zu warten, da ich nur das rasierwasser meines Mannes besorgen wollte. Als ich aus dem Markt kam waren meine Schwiegermutter samt dem Kinderwagen in einer für sie unbekannten Stadt einfach weg. Sie hatte noch nicht mal eine Telefonnummer dabei. Ich brauchte 1.5 Stunden um sie wiederzufinden, die schlimmsten 1.5stunden meines lebens.seitdem hab ich dieser Frau nie mehr vertraut.

  3. oh ja,ich kenne das,sie hat lügen über mich verbreitet.Und meien Mann hat sie auch noch 20 Jahre nach ihrem Tod beeinflusst.Unsere älteste Tochter aufgeklärt über mich.Ich leide heute noch darunter.

  4. Meine Schwiegermutter hat mir zwei Wochen vor der Geburt unserer Tochter erzählt, dass immer wieder Kinder kurz vor der Geburt versterben und wie schlimm das sei…. Unglaublich „hilfreich“, muss ich schon sagen. 🙄 Auch sonst hat sie immer wieder versucht, sich einzumischen. Zum Glück hat mein Mann immer zu mir gehalten, sonst wäre das definitiv auch schief gegangen.

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