Gehen oder bleiben: Wann ist eine Ehe nur noch Schein?

Mein Name ist Martina, ich bin seit 10 Jahren mit meinem Mann Patrick zusammen, unsere Kinder sind 7 und 4 Jahre alt. Viele Jahre lang galt für mich einfach nur „Durchhalten“, mich selbst habe ich ganz schön hinten angestellt. Es blieb zwischen Job und Kindererziehung wenig Zeit übrig, um mir zu überlegen, wie es mir geht, was ich mir eigentlich noch vom Leben erträume und wie es um unsere Ehe gestellt ist.

Patrick ist ein guter Mensch und ein guter Vater – das soll heißen, er weiß um seine Verantwortung und ist liebevoll mit den Kindern. In den letzten Jahren jedoch ist unsere Ehe mehr und mehr zu einer Zweckgemeinschaft geworden. Wir funktionieren zusammen, lassen uns nicht hängen. Im letzten Jahr jedoch bemerke ich Veränderungen an uns. Wir sind weniger geduldig miteiteinander, sagen manchmal Dinge, obwohl wir wissen, dass sie dem anderen weh tun. Wir haben kaum noch Sex, abends verschwindet er hinter dem PC und ich gammel auf der Couch. Ich habe es ein paar Mal angesprochen, aber Patrick hat abgeblockt. Er scheint kein Interesse daran zu haben, dass sich etwas ändert – schlimmer noch: Er scheint kein Interesse mehr an mir zu haben.

Ich habe in den letzten Wochen viel mit einer Freundin gesprochen, die auch eine Coaching-Ausbildung hat, um herauszufinden, wie ich eigentlich zu meiner Ehe stehe. Es tut mir unheimlich weh, aber ich muss zugeben, dass auch ich mir ein Leben ohne Patrick vorstellen könnte. Wenn ich alleine wäre. Aber ich kann doch den Kindern nicht den Vater nehmen.

Ich hätte auch Schiss davor, im Alltag alleinerziehend zu sein. Patrick kümmert sich zwar gut um die Kinder, aber er ist schon immer etwas anstriebslos und ich befürchte, er würde der typische „Jedes-zweite-Wochenende“-Vater werden.

Ich überlege also. ob ich einfach so weitermache oder ob ich mich trenne. Ich bin 42 und finde eigentlich, dass ich zu jung bin, um unglücklich zu sein. Aber meine Kinder sind auch zu jung, um unglücklich zu sein….

Ich würde mich freuen, wenn es hier Mamas gibt, die aus ihren Erfahrungen  erzählen. War schon mal jemand in einer ähnlichen Situation?

Du magst vielleicht auch

7 Kommentare

  1. Sorry aber diese Kommentare machen mich total wütend.
    Sie zeichnen ein Bild das ich absolut katastrophal finde.
    Hier wird immer ‚das Wohl der Kinder‘ als Grund dafür erklärt, in einer Ehe/Beziehung zu bleiben die einen (hier die Mutter) nicht mehr glücklich macht.
    Du hast ein Recht darauf, glücklich zu sein!
    Deine Kinder haben ein Recht darauf, glücklich zu sein! Und der Verbleib in einer Ehe ist dafür nicht in jedem Fall der Königsweg.
    Es ist nicht verantwortungslos, nach vielen inneren Kämpfen und reichlicher Überlegung einen Weg zu wählen, der zumindest eine theoretische Möglichkeit für etwas wie ‚Glück‘ offen hält. Leichtfertig geht so einen Schritt sicherlich niemand.
    Und wer ernsthaft glaubt, Kinder wären in einer nicht-glücklichen Beziehung mit unglücklichen Bezugspersonen irgendwie besser aufgehoben als mit zufrieden getrennten Eltern, der irrt meiner Meinung nach völlig.
    Denn: Ich möchte nicht, dass meine Kinder in einem Klima aufwachsen, in dem eine Art von Gleichgültigkeit, freundlichem Nebeneinander und einer Art von Resignation an der Tagesordnung sind (von Gewalt etc. natürlich ganz zu schweigen!).
    Meine Kinder haben ein Recht darauf, dass ihnen nichts vorgeschauspielert wird, das sie früher oder später wahrscheinlich eh durchschauen. Meine Kinder haben ein Recht darauf, nicht eines Tages ein schlechtes Gewissen zu haben, dass sie wohl der Grund waren, dass Mama nie gegangen gangen ist, obwohl sie doch nie wirklich glücklich war. Sie sollen lernen, dass man Situationen in denen es einem nicht gut geht nicht aushalten muss. Sondern alles ändern kann und sollte um glücklich zu sein.
    … selbstverständlich reden wir davon, dass eine solche Trennung trotzdem sehr behutsam erfolgen muss. Die Kimder natürlich immer traurig sein werden, dass Mama und Papa nicht mehr zusammen sind. Aber damit können und werden sie eines Tages sehr gut leben können. Nicht jedoch, wenn sie spüren (und das werden sie), wenn sie realisieren, dass Mama (oder Papa) eigentlich nicht wirklich glücklich ist und irgendetwas ‚aushält‘.

  2. Im Text ist die Reden von „entweder aushalten oder Trennung“.
    Warum nur schwarz oder weiß?

    In einer solchen Situation, in der es aus dem Blickfeld rückt, dass Mann/Frau sich eine harmonische Beziehung wünscht, gibt es so viele Möglichkeiten, genau diese Beziehung wieder glücklich sein zu lassen! Oft beginnt es einfach damit, sich und den Partner aus den Augen zu verlieren.. Beide gucken auf die Kinder und den stressigen Alltag, sich aber nicht mehr an 🙁 Dann kommt Unzufriedenheit, dann mehr Streit und plötzlich erscheint Trennung realistisch und besser. Ich erlebe im Coaching mit Mamas immer, dass sie viel früher ansetzen können und wieder glücklich werden! Selbst wenn es ausweglos scheint ist es möglich. Dafür sollte man aber auf die Beziehung gucken und nicht auf die Trennung🤷‍♀️

    Ich/wir waren selbst an dem Punkt vor Jahren. Ich bin so froh, weiter nach Wegen gesucht zu haben.

  3. Liebe Martina,
    es ist schwer dir einen Rat zu geben. Ich kann dir nur meine Geschichte erzählen. Ich war 14 Jahre mit meinem Mann zusammen, 7 davon verheiratet. Wir haben 2 Kinder 3 und 6 Jahre. Die letzten 3 Jahre waren sehr turbulent und wir hatten uns sehr oft in den Haaren, ich habe viel mit mir machen lassen, hatte aber nie den Mut mich zu trennen. Dann lernte ich einen Mann kennen. Vom Sehen her kannten wir uns, wir haben das gleiche Hobby. Aber vor einem Jahr haben wir uns dann das erste mal länger unterhalten und von da an eigentlich täglich Kontakt gehabt. Auch da war es ein holpriger Start, er steckte auch noch in einer Beziehung genauso wie ich. Wir haben versucht dagegen anzukämpfen, aber unsere Gefühle waren stärker. Im Dezember letzten Jahres haben wir uns dann jeweils von unseren Partnern getrennt. Und es war die richtige Entscheidung. Mittlerweile wohnen wir zusammen und genießen die gemeinsame Zeit total. Ob es gut geht kann man im Vorfeld nie sagen, wir sind jetzt aber glücklich und planen unsere Zukunft und genau das ist es was uns so glücklich macht. Ich wünsche dir alles Gute!!

  4. Bei mir war es ähnlich. Wir haben immer irgendwie zusammengehalten. Auch für die Kinder. Meine sind 8 und fast 4. Im letzten Jahr habe ich dann gemerkt, dass wir uns immer häufiger stritten, obwohl wir das fast 10 Jahre lang nie gemacht haben. Dann im Dezember ein Gespräch, wo er mir sagt, dass er mich nicht mehr liebt. Das war hart, ich hatte Angst, vor allem, was kommt. Durch Corona sind wir erst seit Mitte Juni diesen Jahres auch räumlich getrennt. Es war anfangs wirklich hart und auch jetzt komme ich oft an meine Grenzen, aber man schafft es. Und im Nachhinein bin ich meinem Exfreund dankbar für die Trennung. Ich hätte mich wahrscheinlich nie getraut, der Kinder wegen. Weil ich genauso gedacht habe. Aber man ist ja selbst auch noch Mensch und möchte noch merken, dass man lebt und nicht nur funktioniert. Mittlerweile habe ich auch jemanden kennengelernt und merke gerade wieder, wie glücklich man sein kann, wenn man nicht nur als Mutter, sondern auch mal wieder als Frau wahrgenommen wird. Ich kann Dir nur sagen, dass man es schafft und für die Kinder ist es natürlich erstmal schlimm, aber sie wollen auch nicht, dass man unglücklich ist und ich kann Dir sagen, dass sie das merken und das ist oft noch schlimmer. Wünsche Dir viel Glück, egal, wie Du Dich entscheiden wirst.

  5. Hi Martina.
    Mir geht es ganz ähnlich. Bei mir steht das Glück der Kinder und meines Mannes gegen meins. Nur unsere Vorgeschichte ist etwas anders.Gehe ich, bin ich egoistisch, wir würden unser wunderbares Haus verlieren, ich würde die Kinder entwurzeln, ihnen den lieben Papa nehmen. Bleibe ich, bin ich unglücklich, aber der Rest von uns kann sein Leben leben. Ich hab noch keine Lösung gefunden. Momentan reiße ich mich zusammen, scheffel mich mit Arbeit voll. Für die Kinder. Und wenn sie dann das Gröbste hinter sich haben bin ich alt und verschrumpelt, Menopause etc. Ich weiß genau wie du auch nicht, was ich tun soll. Abwägen zwischen dem eigenen Glück und dem der anderen ist unglaublich schwierig. Man trägt das doch eine enorme Verantwortung. Aber wenn das Finanzielle bei euch nicht so wichtig ist, würde schon mal ein enormer Stressfaktor wegfallen.

  6. Hallo
    Ich weiß genau wovon du sprichst. Zuerst ist es normal das man sich völlig für die Kinder opfert, aber irgendwann war da nur noch ein nebeneinander her Leben. Ich bin 38 und wünsche mir nicht nur einen „babysitterpartner“.
    Leider hat es unsere Beziehung nicht geschafft. Wir sind getrennt, leben für die Kinder aber weiter als Eltern zusammen. Obb ich mit dieser Entscheidung glücklich bin?
    Ich weiß nicht… es ist angenehm das nicht alles an mir hängen bleibt, die Kinder ihren Vater haben. Aber die weibliche Seite an mir möchte so nicht leben. Icch möchte nicht als Single enden, der sich nur für die Kinder verdreht. Keine Ahnung wie es weiter geht. Ich wünsche dir alles gute und hoffe das du deinen Weg gehen kannst.

  7. Liebe Martina,

    genau so ging es mir vor 7 Jahren auch. Dann kam ein anderer Mann dazwischen und hat mir die Entscheidung leicht gemacht. Was soll ich sage? Die neue Beziehung hat nicht gehalten. Am Ende war es nie wieder so wie vorher. Eine Familie ist eine Familie. Niemand wird deine Kinder so lieben, wie er. Natürlich bin ich auch für Trennung, wenn gar nichts geht und man es oft versucht hat und der Partner einfach nicht bereit ist, was zu ändern. Aber manchmal stecken die Herren der Schöpfung auch fest in diesem Schlamassel. Mit all ihren unerfüllten Wünschen und der Erkenntnis, dass der Alltag schon ziemlich zehrend sein kann.

    Jetzt leben wir wieder zusammen. In einem Haus, in zwei Wohnungen. Die Kinder leben in einem Zimmer in der Mitte des Hauses. Im Moment fühlt es sich an, wie Familie-light. Aktuell bin ich damit glücklich. Er auch, denke ich.

    Überlege es dir gut und geh ggf. zur Paartherapie. Manchmal hilft das. Uns damals leider nicht….

    Beste Grüße und alles Gute.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*