Warum sind wir so schadenfroh, wenn eine Promi-Ehe in die Brüche geht?

Noch größer als das Interesse war die Häme, die über Brad Pitt und Angelina Jolie ausgeschüttet wurde, als die Trennung der beiden vorletzte Woche bekannt wurde. Das Internet war plötzlich voll von Bildern einer lachenden Jennifer Aniston (Brads Ex), Firmen nutzten die Gelegenheit, um billige Flüge nach Los Angeles anzubieten. Ja, Mädels, ab nach Hollywood, vielleicht kann sich ja eine den Neu-Single Brad abgreifen.

Überall wurde über die möglichen Trennungsgründe spekuliert, jeden Tag gibt`s nun neue schmutzige Details. Im TV analysieren selbsternannte Promi-Experten die Situation, Magazine füllen ihre Seiten damit: Lags an Brads Gekiffe? Oder an Angelinas unmöglichem Erziehungsstil? Und überhaupt, eigentlich war die Beziehung doch schon seit langem nicht mehr das Wahre, oder?

Mich widert das an. Denn hier geht es nicht um zwei seelenlose Wesen, sondern um zwei Menschen, deren Traum von einer intakten Familie gerade platzt. Denn genau das wollten sie sein – eine große, bunte, heile Familie.

Und lange Zeit machten sie das doch wirklich gut. Man kann davon halten, was man will, dass die beiden mit den Kids samt einer Horde Nannys durch die Welt jetteten. Aber Jolie und Pitt waren immerhin 12 Jahre lang ein Paar (und führten damit sicher länger eine Beziehung als so mancher lästernder Promi-Experte).

Brad Pitt adoptierte die bereits vorhandenen Kinder und zeigte doch damit: Ich will Dich UND die Kinder. Das Paar bekam drei leibliche Kinder, sie standen schwere Zeiten durch (die Brustamputation von Angelina Jolie und den Tod einiger naher Verwandter.) 

Klar gibt es dann immer welche, die sagen: "Die haben es so viel leichter, weil sie mega viel Kohle haben." Aber ist das wirklich so? In manchen Dingen mag das stimmen. Natürlich können Hollywood-Stars sich die besten Ärzte leisten und eine Horde von Babysittern. Aber darum geht es doch nicht in einer Ehe. Das hält doch eine Ehe nicht zusammen. 

Wie man ja jetzt auch sieht, denn die beiden sind gescheitert – so wie Millionen anderer Menschen auch. Wie ein Herr Müller oder eine Frau Schulz müssen sie nun Kindertränen trocknen und erklären, warum Mama und Papa sich nicht mehr lieb haben. Das ist hart. Das tut weh, egal ob man Millionär ist oder Busfahrer.

Und vorallem: Eine Trennung tut den Kindern weh. Ich bin auch ein Scheidungkind – ich weiß, wovon ich rede. 

Deshalb wäre ich dafür, weniger sensationsgeil und hämisch zu sein – die meisten sollten mal lieber vor ihrer eigenen Tür kehren…

 

Foto: Pixabay

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