Hirntumor statt Abi! Marlene, 18, sagt: Meine Medizin seid ihr

Sie hat ihre Follower bei Instagram mitgenommen, als es ihr am schlechtesten ging – zur Chemo- und zur Strahlentherapie. Denn kurz vor dem Abi bekommt Marlene im Alter von 18 Jahren eine niederschmetternde Diagnose: Hirntumor.

Mit ihrem Blog und ihrer Offenheit betreibt sie emotionale Aufklärung! Ihr Buch "Meine Medizin seid ihr" (Affiliate Link) setzt ihren Social-Media-Kanälen nun noch eine Krone auf. Was der Krebs mit ihr, mit ihrer großen Liebe und mit ihrer Familie gemacht hat, erzählt sie uns hier im Interview. 

Liebe Marlene, auf dem Cover deines Buches strahlst du, obwohl deutlich zu sehen ist, dass deine Haare nach der Chemo gerade erst wieder nachwachsen. Was hat dir den inneren Antrieb gegeben, durch deine Therapie hinweg so optimistisch zu bleiben?

Meine Familie und Freunde die immer und zu jeder Zeit für mich da waren, haben mich immer unterstützt und so dafür gesorgt, dass nicht in ein Loch falle und sie haben mich immer aufgefangen und angetrieben. Sie haben mir gutgetan, mich von meiner Krankheit und der Therapie abgelenkt und ein bisschen Normalität in meinen Alltag gebracht, was in so einer ungewöhnlichen Zeit im Lebe, unheimlich gut tut.

Nun hast du dein Buch sogar "Meine Medizin seid ihr" genannt. Wer hat dir durch die schwere Zeit geholfen und gibt es überhaupt Worte, die deinen Dank in Worte fassen könnten?

Auch hier kann ich wieder meine Familie, Freunde aber auch Community nennen, es war immer jemand für mich da und ich bin unglaublich dankbar. Ja es ist tatsächlich schwer meinen Dank in Worte zu fassen, ich weiß vor allem gar nicht was ich ohne meine Familie gemacht hätte, sie war mir eine riesige Stütze und der Dank dafür ist nicht in Worte zu fassen.

Du hast die Diagnose Hirntumor kurz vor deinem Abi bekommen, du warst 18 Jahre alt. Während alle anderen ihren Abschluss feierten, lagst du um dein Leben bangend in der Klinik. Du hättest alle Berechtigung gehabt, in Selbstmitleid zu zerfließen, das hast du aber nicht getan… neigst du einfach sowieso dazu, Dinge so anzunehmen, wie sie sind?

Das ist eine gute Frage… ich glaube ich würde nein darauf antworten. Früher, vor meiner Erkrankung fiel es mir schwer Dinge einfach anzunehmen, ich habe mir oft diskutiert oder war sauer, wenn Dinge nicht so liefen wie ich es mir vorgestellt hatte. Anfangs war ich auch wirklich sauer, sauer dass ich mitten im Abi abbrechen musste, dass meine lange gezüchteten Haare ausfielen, dass ich im Krankenhaus sein muss, während alle anderen an mir vorbei ziehen. Mit der Hilfe meiner Eltern, Freunde und meinem damaligen Freund habe ich gelernt, dass es ok ist und ich die Dinge annehmen muss so wie sie sind. Natürlich war ich sauer und das ist auch ok, aber ewig sauer und traurig zu sein bringt mir auch nichts und macht die gesamte Situation nicht besser. Versuchen die schönen und guten Dinge in all dem Schlechten zu sehen und versuchen das Beste draus zu machen, macht doch viel mehr Spaß und die Zeit dann doch ein bisschen schöner. Das habe ich für mich gelernt und nicht nur für die Zeit der Krankheit, sondern für mein ganzes Leben. Ich habe für mich gelernt, dass man manchmal einfach Dinge so annehmen muss, wie und man das Beste draus machen muss.

Wir sind ja hier ein Mamablog, wie geht es denn deiner Mutter heute – und hast du mit ihr mal offen darüber gesprochen, wie diese Zeit für sie war? Sie hatte immerhin noch zwei weitere Kinder plus Pflegekinder, um die sich in der Zeit des Sorgens und Bangens um dich kümmern musste…

Ich rede mit meiner Mama ganz viel und sehr offen über alles, meine Mama ist quasi meine beste Freundin wie man so schön sagt. Heute geht es ihr wieder gut und von Zeit zu Zeit, jetzt wo die Krankheit immer weiter in den Hintergrund rückt wird das Thema auch leichter für sie.

Ich muss sagen, anfangs fiel es mir sehr schwer mit ihr über das ganze Thema zu sprechen, da sie selbst ihre Mutter am Krebs verloren hat und ich wusste wie schlimm die ganze Sache für sie war. Ich wusste selbst nicht wie ich mit ihr umgehen sollte, was ich sagen sollte… Irgendwann entschied ich mich meine Gedanken einfach offen auszusprechen, was die beste Entscheidung war. Gemeinsam sind wir durch diese schwere Zeit gegangen und ich glaube meiner Mama tat es sehr gut, dass ich so positiv mit dem ganzen Thema umgegangen bin.

Dennoch weiß ich, dass meine Diagnose sehr schlimm für sie war und sie das Thema heute auch immer noch zu Tränen bringen kann. Die Krankheit hat uns noch mehr zusammengeschweißt und aber dennoch war sie nicht einfach. Meine Mama hatte zu dieser Zeit zum Glück unheimlich viel Unterstützung durch meinen Papa und auch meine älteren Geschwister haben meine Eltern immer unterstützt, also die Familie hat immer zusammengehalten. Ich weiß, dass das Reden für uns alle gut war und vor allem die große Leidenschaft des Reitens und der Pferde hat meiner Mama auch sehr durch diese schwere Zeit geholfen.

Du hast dich entschieden, offen mit deiner Erkrankung umzugehen, Menschen in einem Blog und bei Instagram auf dem Laufenden über deinen Gesundheitszustand zu halten. Würdest du dich wieder dafür entscheiden?

Eindeutig: Ja!

Ich muss sagen, es war eine gute Entscheidung. Ich habe so ganz viele tolle Menschen kennengelernt, Gleichgesinnte gefunden und man war quasi nie alleine. Man konnte sich austauschen und hat sich gegenseitig online unterstützen. Zu dem hatte ich zu dieser Zeit, in der ich sowieso nicht viel machen konnte, ein Hobby gefunden, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Ich war schon immer ein offener Mensch und ich wollte auch einfach erklären was so im Krankenhaus und bei einer Chemotherapie passiert. Ich wollte nicht das arme kranke Mädchen sein und abgeschieden von der Außenwelt sein. Mein Hobby das Fotografieren und Fotos online stellen wollte ich mir nicht nehmen lassen und ich wollte zeigen, dass es gar nicht so schlimm im Krankenhaus ist. Ich wollte über diese Krankheit sprechen und zeigen, wie wichtig es ist auf den Körper zu hören, dass Krebs nicht nur eine Alterskrankheit ist. Heutzutage kommt fast jeder Mensch mit dem Thema irgendwie in Berührung und ich finde es sollte kein Tabuthema mehr sein, wo keiner sich traut darüber zu sprechen.
Außerdem war es irgendwann sehr praktisch, da auch Familie, die weiter weg wohnt immer auf dem neusten Stand meiner Therapie und meines Zustands war, weil ich das ja online geteilt habe.

Beim Lesen deines Buches habe ich viel Zuversicht erlebt – und nicht einmal das Gefühl gehabt, du würdest an deiner Genesung zweifeln. Stimmt das oder hattest du wirklich eigentlich nie Todesangst?

Ja das stimmt. Ich hatte wirklich eigentlich keine Todesangst, da der Tod für mich nie wirklich greifbar war. Außerdem war das Thema sterben so weit weg von mir und meinem derzeitigen Leben, dass ich es für mich persönlich irgendwie nie im Raum stand. Mir war natürlich bewusst, ich habe eine lebensbedrohliche Krankheit, aber ich wusste auch, ich kann wieder geheilt werden. Sterben war für mich einfach keine Option, habe ich immer gesagt. Der Tod war einfach viel zu weit weg und meine Prognose war auch nicht schlecht, deshalb hab ich mir da auch nicht versucht so viele Sorgen zu machen und erstmal positiv zu denken.

Ein besonderer Begleiter in der Zeit war auch dein Freund, der immer wieder Thema im Buch ist. Seid ihr heute noch zusammen? Und wenn ja: Wie hat sich eure Liebe verändert durch all das, was ihr zusammen durchgemacht habt?

Nein, wir sind nicht mehr zusammen, aber ja er war mir in dieser Zeit eine große Stütze und ich bin froh, dass ich ihn an meiner Seite hatte.

Und wenn du jetzt mal nur an dich denkst: Inwiefern bestimmt die Angst noch dein Leben, dass die Krankheit zurückkommt? Und lebst du dein Leben intensiver, nutzt du jeden Tag, seit du weißt, dass das alles nicht selbstverständlich ist?

Die Angst hat mein Leben persönlich nie bestimmt und tut sie bis heute immer noch. Mir geht es gut, ich bin fit und habe keinen Grund zur Sorge. Ich sage immer, solange es mir gut geht und ich keine Beschwerden habe, habe ich doch auch keinen Grund zur Sorge und es bringt mir nichts mich verrückt zu machen und wegen jedem kleinsten Ziepen Panik zu machen. Ich habe aber natürlich gelernt mehr auf meinen Körper zu hören und ungewöhnliche Dinge schon Ernst zu nehmen. Ich würde schon behaupten, dass ich mein Leben jetzt anders leben als vorher und dass sie etwas verändert hat und ich jetzt ein Stück weit bewusster lebe.

Ich glaube meine Sicht auf das Leben hat sich geändert, zum positiven, ich schätze besondere Momente, Augenblicke und Erlebnisse mehr als vorher und kann sie glaube ich, ein Stück weit mehr genießen. Ich schätze Beziehungen zu Menschen die mir wichtig sind noch mehr und weiß, wie wichtig diese sind. Ich habe sehr viel für mich und mein eigenes Leben und meine Zukunft gelernt, aber natürlich fällt man trotzdem immer wieder in den Alltagstrott und vergisst manche Dinge. Trotzdem bin ich einfach nur glücklich und unheimlich froh leben zu dürfen und hier auf dieser Welt zu sein und das schönste daraus zu machen! Ja, der Krebs hat mich verändert und mir gezeigt wie wertvoll und schön das Leben ist und sein kann.

Das Buch: Marlene Bierwirth: Meine Medizin seid ihr. Warum man den Krebs nicht allein besiegt (Affiliate Link)

 

 

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1 Kommentar

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