Kann man in dieser Welt noch guten Gewissens Kinder kriegen?

Liebe Leser*innen von Stadtlandmama.de – ich heiße Katja und habe zwei Kinder. Ich wünsche mir sehr ein drittes Kind, aber ich habe auch Zweifel. Denn immer, wenn ich anderen Leuten davon erzähle, heißt es: „In diese Welt würde ich kein Kind mehr setzen.“

Und irgendwie ist da ja auch was dran. Krieg, Umweltzerstörung, Klimawandel, Seuchen – manchmal frage ich mich auch, in welche Welt unsere Kinder geboren werden und was wir ihnen in der Zukunft zumuten.

Dennoch ist mein Kinderwunsch groß. Ich würde mich sehr über eure Meinung freuen, wie ihr das seht.

Bild: Pixabay

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26 comments

  1. Hallo Katja,
    ich bin der Meinung, dass du ein drittes Kind bekommen solltest, wenn du eins möchtest. Wenn die Umstände für dich und deine Partner stimmen, warum denn nicht um Himmels Willen? Die ganzen äußeren Umstände, die du erwähnst und als möglichen Gegengründe anführst, gab und wird es geben. Seit wann ist das Kinderwunsch vorausgesetzt auf Kinder zu verzichten? Für mich wäre es das nie im Leben…
    Wer soll denn bitte schön, wenn wir alt sind gegen diese ganzen leider unmenschlichen Umstände kämpfen?
    Mir hilft es bei solchen Fragen, die mich umtreiben, auch immer über den Tellerrand zu gucken, deswegen Glückwunsch zu dieser guten Idee. Wir haben zwei Kinder, beide Schwangerschaften waren nicht einfach, beim zweiten habe ich zusätzlich zu Schwangerschaftsdiabetes unter Bluthochdruck gelitten. Die erste kam zu früh, beim zweiten habe ich mich ins Krankenhaus einliefern lassen wegen Schwangerschaftsvergiftungssymptomen. Der Wunsch nach.einem dritten ist da, aber vernünftig wäre es ganz und gar nicht.

  2. „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“
    – Zitat Martin Luthers

  3. Moin,
    ich könnte mir vorstellen, dass die Antwort anderer stark davon abhängt, dass du schon zwei Kinder hast, was von vielen Menschen als ideal und/oder ausreichend angesehen wird. Eine Frau ohne Kind, die das gleiche Argument anbringt um kein Kind zu bekommen, bekommt auch heftigen Gegenwind.
    Letztendlich halte ich diese Frage für rein persönlich entscheidbar: willst du/wollt ihr? Sind noch Ressourcen vorhanden?
    Über alle Zeitalter hinweg hat die Menschheit schwere Zeiten erlebt und ausgehalten.
    Liebe Grüße
    Anne

  4. Ich bin derzeit mit unserem zweiten Kind schwanger. Sie kommt in ca.3 Wochen. Corona ok, irgendwann lernt man damit zu leben. Aber dann der Krieg…ich habe schon einige Tränchen verdrückt deswegen. Aber dann ermahne ich mich selbst, denke an die Schwangeren die direkt in der Ukraine sitzen. Uns geht es ja hier nicht wirklich schlecht.
    Wie viele bereits vor mir erwähnten und ich es auch so von einigen persönlich gehört habe, jede Generation hatte sicherlich diesen oder ähnliche Gedanken wie du.
    Wenn man schwanger ist macht man sich eh die wildesten Gedanken…ich versuche jetzt mich einfach nur auf unser zweites Wunschkind zu freuen und hoffe weiter, dass irgendwann alles gut wird

    1. Hallo Kinder sind die Zukunft der Welt, wenn wir aufhören Kinder zu haben und vorallem zu lieben dan hat unsere Welt keine Zukunft mehr. Jeder sollte dan Kinder bekommen wen er sie möchte, den es wird immer Katastrophen in der Welt geben. Auch Krig wird es so lange geben bis wir endlich verstehen das wir nicht so viel brauchen und wir nicht immer mehr Macht und Geld anstreben sollten. Die Welt ist voller Wunder und Kinder sind eins davon.
      Ich habe mein drittes Kind im Nov. Bekommen dürfen und bin einfach nur dankbar für dieses große Glück. Und ja ich kan auch Menschen verstehen die sagen sie möchten keine oder nur 1 den wir sind so verschieden wie der Regenbogen und das ist auch gut so.

  5. Kinder sind die Hoffnung. Vermutlich hatten diesen Gedanken alle Generationen vor uns auch. Lediglich hatten sie nicht so viele Möglichkeiten der Geburtenkontrolle wie wir sie heute haben. Trotz aller Bedenken ist jedes Kind ein Geschenk und der Glaube an ein besseres Morgen.

  6. Die Frage habe ich mir nie gestellt, aber meine Oma (Jahrgang 1933) hat mir immer gesagt „setze bloß kein weiteres Kind in diese Welt, ihr habt doch euren süßen“. Sie hat schon recht, aber ich stelle mir grundsätzlich die Frage ob ich dieses und jenes betreuen würde wenn ich mit 80 im Schaukelstuhl sitze und dieses u jenes gemacht/nicht gemacht hätte. Und nun habe ich 3 wundervolle Kinder. Kinder wurden immer geboren u es gab immer mal schlimme Zeiten. Zudem wollte ich kein Einzelkind, dieses ist sonst ein Leben lang irgendwie immer allein…

  7. Ich kann diese Angst und die Gedankengänge gut nachempfinden. Mir ging und geht es genauso. Allein schon seit meiner Jugend denke ich generell über die Sterblichkeit nach, alles, was lebt, muss eines Tages sterben und wir Menschen haben den Verstand, darüber nachzudenken und Angst zu bekommen. Und zusätzlich gibt es zu den ohnehin unumgänglichen Tod machthungrige Staatsführer, die den Terror gutheißen, Mord, Totschlag und Krankheiten.

    Vor der Schwangerschaft meiner ersten Tochter machte ich mir Sorgen deswegen, ob ich nicht doch egoistisch wäre, meinem Wunsch und inneren Drang, Mutter werden zu wollen, nachzukommen. Ich habe eh Schwierigkeiten, schwanger zu werden, wäre das nicht ein Zeichen, es doch lieber sein zu lassen? Wäre es nicht besser, zu adoptieren oder Pflegekinder aufzunehmen? Was tut man den Kindern, späteren Erwachsenen damit an, sie in eine solch verkorkste Welt zu setzen? Adoption ist gar nicht so einfach, die Hürden sind doch höher als erwartet und Pflegemutter kann ich nicht sein, dies geht mir alles zu sehr ans Herz.
    Ich hatte ein Gespräch mit meiner Schwiegermutter. Diese meinte, es wird immer schlechte Zeiten geben und ja, leider auch Opfer. Aber vielleicht werden wir das Glück haben, doch eine Veränderung im Positiven zu erleben und zu den Strukturumwälzer könnten unsere Nachkommen gehören, wenn wir sie in diese Richtung lenken.

  8. Ich bin meinen Urgroßmüttern sehr dankbar, dass beide sich trotz erstem Weltkrieg für Kinder entschieden haben. Ohne gute Aussichten, was Essen, Wohnen und Arbeit betraf. Mein Opa (geb. 1914), meine Oma (seine Frau, geb. 1918) haben dann selbst 1941 meine Mutter bekommen. Mein Vater ist Flüchtling, geb. 1936. Ich bin einfach nur dankbar, dass sie sich von den Umständen nicht aufhalten haben lassen. Trotz alldem was passierte. Ich möchte existieren, auch wenn es bedeutet, dass ich selbst eventuell sehr grosses Leid erfahre. Unsere Seele ist mehr als dieses Leben jetzt und hier. Das könnte ein esoterischer Gedanke sein, aber ich verstehe es aus meinem christlichen Weltbild heraus.

  9. Ich verstehe den Gedanken sehr gut. Ich habe 3 Kinder. Mein Sohn ist 9, meine Tochter 3 und mein kleiner Sohn ist 7 Monate. Ich liebe alle 3 mehr als alles Andere auf der Welt und würde alles für sie tun, sie vervollständigen mich und ich bin froh, dass es sie gibt. Aber in letzter Zeit denke ich oft (durch den Klimawandel, die Pandemin, den Krieg) dass es ein Fehler war, Kinder zu bekommen. Was haben ich meinen fröhlichen und glücklichen Lieblingen nur „angetan“. Sie werden, wie es den Anschein hat, in einer schrecklichen Welt groß, voller Leid, Krieg, evtl. Hungersnot, Naturkatastrophen… wer weiß was die Zukunft bringt, sie sieht nicht rosig aus. Und was, wenn ich sie nicht immer beschützen kann, vor dem was noch auf sie und wahrscheinlich auf uns alle zukommt?

  10. Ich habe mal mit meinem Vater genau darüber gesprochen…. Und er sagte mir, dass er sich bei meiner Geburt (1987, Tschernobyl) genau die gleiche Frage gestellt hat. Und wahrscheinlich hat sich seine Mutter bei seiner Geburt (1949 Nachkriegszeit) auch diese Frage gestellt. Eine Liebe Freundin antwortet mir : Jedes Kind kann auch dazu beitragen die Welt ein bisschen besser zu machen.

  11. Ich verstehe diese Gedanken/ Zweifel sehr gut. Ich finde dass man trotz des vielen Leids momentan auch Mut und Zuversicht haben darf. Häufig sind es die Kinder die uns zeigen wie man friedlich miteinander leben kann, sie haben einen großen n Sinn für Gerechtigkeit. Nach langem Überlegen haben wir uns für ein 3. Kind entschieden und wir sind unendlich dankbar für diese Bereicherung.

  12. Ich denke, die Frage, ob man in ,,diese Welt,, ein Kind setzen möchte zu objektiv.
    Ein Kind zu haben ist was, was man, wie ich finde, nicht nüchtern betrachten kann. Mama zu sein ist eine der schönsten und gleichzeitig herausfordernsten Angelegenheit meines Lebens – in meinem Inneren. Die Umstände äußerlich kommen dazu.

    Und wenn ich mir die Geschichte unserer aller Vorfahren ansehe, stelle ich mir die Frage, wann wäre es je besser gewesen?!

    Nur das Herz kann diese Frage* beantworten, soll ich, will ich, traue ich mich…
    Bei der Geburt nimmst du diese Schwelle erneut! Trau ich mir das Mama sein wirklich zu? Das zu tun, verändert wirklich alles. Auch die Geburt.

    * Für mich waren es sehr viele Fragen, die ich mir zu beantworten hatte. Die wichtigste war: wenn ich mir vorstelle ich bin 80 und ohne Kind, ich liege im Sterben und habe NEIN zum Kind gesagt, wie ginge es mir?
    Damit war die Antwort auf einmal, trotz widerer Umstände klar.

    Welche Frage ist für dich relevant, damit du dein Leben so leben kannst, dass du nach deiner Blütezeit sagen kannst: ich war mutig und habe auf mein Herz gehört.
    Was oder wer ist es, der deine Richtung in diesem Leben bestimmt?

    Alles Liebe für dich!

  13. Es wurden zu allen Zeiten Kinder geboren – und bei Licht betrachtet waren die meisten davon deutlich schlechter als Mitteleuropa in den letzten Jahrzehnten und auch aktuell immer noch.
    Wir kennen sowohl als Kinder als auch als Erwachsene ja nur die Welt, wie wir sie aktuell sehen und erleben.
    Und wenn ich meine Kinder so anschaue und mit ihnen rede (ich habe selbst 3), dann habe ich Hoffnung, dass sie dazu beitragen, diese Welt ein bisschen besser zu machen.

    1. Die Entscheidung sollte nicht daher rühren was eventuell kommen wird, sondern was du möchtest und dein Herz dir sagt. Wie oben schon geschrieben solche Zeiten wird es immer geben. Auch wenn man in der Zeit zurückblickt und bedeckt was alles schon auf der Welt war es gab immer irgendwas das einen Zweifeln lässt.
      Ich mach mir auch immer wieder Mal deswegen Gedanken, erwarte momentan mein drittes Kind und freu mich total auf unseren kleinen Schatz.

  14. Ich stimme Gabriele zu, du weißt wer du bist und du triffst deine Entscheidungen!
    Ich bin mal noch direkter, das ist jammern/ kokettieren auf hohem Niveau!? Du kennst deine Entscheidung doch schon? Wieso machst du dich in deinen Entscheidungen so abhängig von völlig Fremden? Das finde ich eher peinlich für eine (erwachsene?) Frau und Mutter.

    1. silvia, auch ich finde Ihre Kommentare unter etlichen beiträgen hier sehr unsensibel. Hier fragen menschen nach, möchten aber nicht verurteilt werden.und ich finde es auch teils beleidigend. Können Sie Ihre Meinungen nicht freundlicher formulieren?!

  15. Ich liege manchmal nachts wach und denke, dass meine Kinder eine furchtbare Zukunft vor sich haben. Allein der Klimawandel macht mir so große Angst, dass ich manchmal denke ich hätte besser keine Kinder bekommen. Obwohl ich sie nie missen wollen würde.
    Ich kann aber sehr verstehen, wenn man sich deswegen gegen Kinder entscheidet.

  16. Einer meiner Leitsätze lautet, wenn du deinen Weg finden willst, brauchst du Andere nicht danach fragen.
    Somit erübrigt sich meine Antwort. Es gibt ja sowieso nie den richtigen Zeitpunkt dafür, sondern es ist ein inneres Gefühl und ein riesiger Wunsch der auch von innen kommt. Heute bekommt man doch mehr denn je von allen Seiten zu hören, dass man seinen Wünschen, Interessen usw, folgen soll, wieso dann nicht auch einem so starken Gefühl, ein Kind zu bekommen. Höre auf dein Herz und auf deinen Bauch. Alles Liebe

  17. Hallo,
    ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen, wobei ich den Schwerpunkt leicht anders setzen würde, denn für mich ist die Welt trotz aller Schwierigkeiten und Schlechtigkeiten immer noch eine grundsätzlich gute und das Leben lebenswert.
    Allerdings gibt es halt insgesamt eher zu viele Menschen auf diesem Planeten, so dass der Verzicht auf (weitere) Kinder aus eben diesem Grund durchaus für mich etwas Positives und Empfehlenswertes ist.
    Dennoch sind wir einen anderen Weg gegangen, denn wir haben nur ein Leben und für mich gehörte zu meinem Leben immer der unbedingte Wunsch nach drei Kindern. Darüber hinaus ist unsere familiäre Situation so, dass ich meinen zwei ersten Kindern unbedingt ein weiteres Geschwisterkind als Unterstützung gewünscht habe.
    Wenn du dir dein Leben mit bewusst nur zwei gewählten Kindern gut vorstellen kannst, dann ist doch alles gut, so wie es ist und freue dich einfach an und mit den beiden. Wenn für dich selbst aber das Gute in dieser Welt trotz allem überwiegt und es ein Herzenswunsch von dir ist, dann lasse dich doch davon leiten und bewahre dir Optimismus und helfe deinen Kindern, dass ihre Welt eine gute sein wird, so weit es dir eben möglich ist.

  18. So gesehen könnte man die Frage erweitern und fragen: Konnte man JEMALS guten Gewissens Kinder kriegen?
    Irgendetwas ist ja immer, selbst in Weltkriegen wurden Kinder geboren, in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts hatte man Angst vor dem Atomkrieg, dem sauren Regen usw. usw. Meines Wissens gab es noch nie eine Situation, in der es keinen Krieg, keine Not usw. gab. Und die Menschen haben immer Kinder bekommen.
    Heute kann man auch darauf hinweisen, dass die Erde mehr als überbevölkert ist. Da wäre ein Verzicht auf weitere Menschen durchaus sinnvoll. Und trotzdem bekommen die Menschen Kinder.
    Und auch ohne Blick auf akute Katastrophen: Man kann ein Kind niemals sicher vor Leid und Schmerz in die Welt setzen, man erhofft sich das, aber hat letztlich nur bedingt Einfluss darauf. Ereilt das Kind eine Krankheit oder ein Elternteil usw.? Es gibt tausend Unwegbarkeiten im Leben.

    Und deshalb: Die Entscheidung für oder gegen ein Kind ist eine zutiefst private. Es erfordert sehr viel Liebe, Mut und Kraft, ein Kind großzuziehen. Die suboptimale „Außenwelt“ und die Gefahren, die einem Kind drohen können, wird es immer geben. Davor können und konnten Eltern ihre Kinder nie ganz bewahren, müssen sie aber auch nicht. Das ist das Leben.

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