Elternfragen

02/11/2018 - 14:00

Stadt-Mama Katharina

Leserfrage: Meine Tochter haut ihren Baby-Bruder - wie gehe ich damit um?

Mein Name ist Claudia und meine große Tochter (3) war bis jetzt immer ganz lieb und toll zu unserem kleinen Sohn (3 Monate).  Aber seit Kurzem hat sie immer wieder "Aussetzer", die meist vollkommen unerwartet kommen. Sie zieht dann an seinen Klamotten, oder an seinem Arm oder haut ihn. Gestern abend wollte sie sogar auf ihn drauftreten. Manchmal denke ich, sie will nur mit dem Baby spielen, aber manchmal merke ich auch, dass irgendwas anderes dahinter stecken muss. 

Ich bin verzweifelt, weil ich nicht weiß, wie ich ihr das klar machen soll, dass das nicht geht. Hinzu kommt, dass sie durch eine schwere Erkrankung sprachliche Probleme hat und sich nicht ausdrücken kann. Ich will nicht ständig mit mit meiner Tochter schimpfen und sie soll ja auch nicht das Gefühl haben, dass sie die böse ist. 

Ich würde mich sehr über Tipps von anderen Mütter freuen. 

 

Foto: Pixabay

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Kommentare

Uli — Fr, 11/02/2018 - 20:28

Hallo, bei uns war bzw. ist es ähnlich. Unser Sohn ist behindert und wir konnten beide lange Zeit nicht ohne Beaufsichtigung allein lassen, keine Minute. Mittlerweile ist unsere Tochter 2 und unser Sohn 6 und es klappt ganz gut. Er ist immernoch sehr grob, aber sie hat ihn " lesen" gelernt und wir vertrauen. Mittlerweile lassen wir sie auch mal unbeaufsichtigt spielen, sind aber immer in der Nähe. Einen bessere Ratschlag als Geduld, erklären und immerwieder erklären kann ich dir leider auch nicht geben. Aber es wird besser!!! Es dauert bis sich die Großen daran gewöhnen, dass da noch jemand ist. Gerade bei Kindern mit Besonderheiten, da sie bis zur Geburt des Geschwisterchen dauerhaft im Mittelpunkt standen.

Karoline — Fr, 11/02/2018 - 20:57

Wir sind gerade in der selben Situation und besonders heftig ist es wenn der Größere irgend ein unerfülltes Bedürfnis hat wie Hunger Durst Aufmerksamkeit /Langweile. Da weiß ich ich darf die beiden null aus dem Auge lassen. Und ich frage mehrmals magst du eine Umarmung oder so - vielleicht ist das eh normal das man das macht aber ich bin im einen nicht so liebevollen Umfeld groß geworden. Und das Baby kriegt auch manchmal "Ermahnungen" damit nicht nur der große gefühlt geschimpft kriegt. Und wir spielen viele Rllenspiele wo das Baby auch mitspielen kann - wie Baustelle Weltraummission E4nten usw. Weiß zwar ned obs hilft, wollt nur mal unsere Beobachtung und Lösung schreiben.

Johanna — Fr, 11/02/2018 - 21:27

Liebe Claudia, bei uns war das fast das ganze erste Jahr des Babybruders so, ungefähr bis er laufen gelernt hat. Jetzt ist er anderthalb und sie können echt prima miteinander spielen. Die Große ist 20 Monate älter, also jetzt 3. Am Anfang bin ich echt verzweifelt, ich hatte mir liebevolle Große-Schwester-Liebe vorgestellt und sie war einfach nur eifersüchtig und konnte auch keine Minute mit ihm allein gelassen werden. Folgendes hat geholfen: * Ganz nah am Geschehen sein, und wenn ich gemerkt habe, jetzt tut sie ihm gleich weh, liebevoll aber bestimmt dazwischen gehen, ihre Hand von ihm abhalten: "Ich sehe du willst ihn hauen, das tut ihm weh, das darfst du nicht. Hau ein Kissen." * Falls ich einen direkten Eifersuchtsgrund erkennen konnte, ihn für sie verbalisieren: "Du ärgerst dich, dass er deinen Hasen hat." Eine Lösung vorschlagen:"Komm, wir bieten ihm ein anderes Kuscheltier zum Tausch an." * Wann immer es ging, dem Baby mal demonstrati den Rücken zuwenden und nur mit ihr spielen. * Das Baby beim Papa lassen und mit ihr allein einkaufen gehen oder auf den Spielplatz oder was auch immer... Die Große Baby sein lassen, tragen, so tun als ob man sie stillt, Babyspiele mit ihr spielen... (Wenn sie das will!) * Gemeinsame Spiele spielen: Große baut einen Turm, Baby darf ihn umwerfen; Fingerspiele vorsingen... * Schöne Momente zwischen den beiden einfangen, wenn möglich fotografieren, um selbst nicht zu verzweifeln. Das Buch "Hilfe, meine Kinder streiten" von Adele Faber ist super! Zwar für so kleine Kinder noch nicht immer anzuwenden, aber das Prinzip versteht man trotzdem. @langsam.achtsam.echt hat auf der Seite vom Gewünschtesten Wunschkind einen sehr hilfreichen Artikel dazu geschrieben. Viel Glück und Zuversicht, es wird besser! Liebe Grüße Johanna

Katharina — Fr, 11/02/2018 - 21:58

Unsere zwei sind 2 1/4 Jahre auseinander. Es ist sehr unterschiedlich wie der große mit der kleinen umgeht. Er liebt sie, fragt nach dem aufwachen, heim kommen etc immer Nach ihr und will zum Beispiel erst sie begrüßen und lässt mich links liegen obwohl ich ihm erst Aufmerksamkeit schenken möchte ;). Ich habe gemerkt dass er oft grob wird wenn bei ihm der Schuh drückt: er zu wenig positive Aufmerksamkeit hatte, er sich zu lange und oft zurück nehmen musste, er müde ist, Hunger hat ( beides ganz oft, dann schlägt und tritt er aber auch uns !).... er also gerade selbst ein Bedürfnis hat welches befriedigt werden sollte. Ich versuche deswegen immer heraus zu finden was jetzt eigentlich der Grund dafür ist und dann möglichst darauf einzugehen und ihm auch zu erklären, immer und immer wiede das es dsdür Worte finden sollte bzw ihm Vorschläge mache was er sagen kann etc . Es ist ja zum Beispiel auch schwer für ihn zu verstehen dass sie keinen Ärger bekommt wenn sie uns an den Haaren zieht, er aber schon. Oder wenn sie ein Buch oder Spielzeug von ihm hat welches er gerade nicht von ihr bespielt haben möchte, dann darf er es weg nehmen aber ihr dann dafür etwas anderes geben. Ich musste ihm aber auch schon mal das Bobby Car weg nehmen da er immer über sie fahren wollte und keine andere Alternative geholfen hat. Aber uns fährt er auch gern mal an die Hacken und das hört teilweise auch erst auf wenn wir ihm das Auto weg nehmen. Dann hat er es für eine Weile verstanden und fängt aber irgendwann wieder damit an. Aber da steht dann auch meist ein Bedürfnis von ihm dahinter. Oder wenn wir alleine sind und die kleine stillt biete ich ihm an gleichzeitig ein Buch zu lesen oder zu singen oder dass er mit seinen Spielsachen zu uns kommt und ich ihm trotzdem dabei Aufmerksamkeit schenken. Obwohl er schon mehr als ein Jahr selbst nicht mehr gestillt hat wollte er dann plötzlich auch an meiner Brust „trinken“. Das lasse ich ihn dann auch machen ( er trinkt nicht wirklich) Dann durfte er auch und dann kann es auch die kleine.... ich versuche ihn also auch so viel es geht mit einzubeziehen bzw helfen zu lassen.

Jessica — Sa, 11/03/2018 - 13:06

So wie es sich liest, hört sich das nach einem Aufmerksamkeitsproblem an, was auch verständlich ist aus Sicht der Kinder. Jetzt ist da einer, der immer gleich umsorgt wird und die Mama kommt auch sofort. Die Erstgeborenen merken, dass jemand anderes da ist und die Eltern nun geteilt werden müssen, das wäre ähnlich zu vergleichen, wenn mein Mann auf einmal mit einer 2. Frau heim kommen würde, die den gleichen Stellenwert einnimmt oder sogar noch mehr. Wir hatten das Thema auch, der Große liebt seine Schwester und sie spielen auch zusammen aber er hatte zwischenzeitlich Probleme damit und hat sich durch „negatives“ Verhalten seine Aufmerksamkeit geholt, die er benötigt hat. Leider kommen die Kinder auch so zum Ziel, wenn es anders nicht funktioniert. Hier hat viel Exklusivzeit mit dem Großen geholfen oder ihn bei allem mit einbinden. Er hat auch an der kleinen Schwester getestet und sie z.B. heimlich gekniffen oder andere Sachen gemacht, wo er wusste, er ist der Überlegene. Wir sind immer hin und haben bestimmt aber ruhig erklärt, dass das weh tut, warum man das nicht tut und ihm aufgezeigt, wie er sich fühlen würde, wenn er gekniffen wird. Es ist anstrengend aber viel Zuwendung, viel erklären hilft da. Oftmals setzen wir auch ein Wissen voraus, was die Kinder evtl noch garnicht haben.

Carmen — Mi, 11/07/2018 - 20:12

hallo, ich möchte mich den anderen anschließen- das Verhalten deiner großen ist nicht völlig ungewöhnlich. Gerade, weil sie sich sprachlich nicht oder nur schlecht ausdrücken kann. Das ist ein Aspekt, an dem ich ansetzten würde. Gib ihr Möglichkeiten, sich besser zu verständigen. Zum einen kann ihr da natürlich eine gute Logopädin helfen, evtl. auch ein osteopath (der erst einmal dafür sorgen kann, dass die Beweglichkeiten udn BAhnen für die Sprache frei sind). Zu Hause könntest du ihr vielleicht unterstützend sprachbegleitende Gebärden anbieten, mit denen Sie z. B. ihre Wünsche äußern kann. Zum ersten einstieg finde ich das "Große Buch der BABYzeichen" nicht schlecht. Ganz wichtig: Es geht weniger darum, dass dein Kind dich versteht, sondern dass DEIN Kind einen WEg angeboten bekommt, mit dem es SICH mitteilen kann.

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