Ein Vater greift zur Flasche: Die sieben witzigsten Szenen aus dem neuen Elternzeit-Buch von Christian Hanne

christian hanne klein

Ihr Lieben, endlich ist es da, das zweite Buch von Christian vom Familienbetrieb. Genau, das ist der, der uns hier jeden Freitag mit den witzigsten Familientweets versorgt und uns permanent zum Lachen bringt. Und deswegen wollen wir euch die lustigsten und einschlägigsten Szenen aus seinem neuen Buch "Ein Vater greift zur Flasche" (Affiliate Link) nicht vorenthalten. Er beschreibt darin die Phase seiner Elternzeit – und wie er allein mit der Babytochter permanent am Rande des Wahnsinns agierte…

Über die Zeit, wenn das Baby endlich mal schlief:

„Nachdem die Tochter das Fläschchen bis auf den allerletzten Tropfen leer getrunken hat, verdreht sie die Augen und schläft ein. Ich bringe sie ins Bett und betrachte sie eine Weile. Was für ein Leben. Essen, schlafen und zwischendurch ein wenig Amüsement einfordern. Mehr spätrömische Dekadenz geht nicht. Am liebsten würde ich mich zur Tochter legen. Es heißt ja nicht umsonst »Schlafe, wenn dein Kind schläft«. Allerdings müsste die Wohnung auch mal wieder richtig aufgeräumt und geputzt werden. Das erledigt sich nämlich nicht im Schlaf. Wenn das so wäre, nähmen wahrscheinlich viel mehr Väter Elternzeit.“

Über die Zeit im Wartezimmer der Kinderarztpraxis:

„Mir gegenüber sitzt eine hochschwangere Mutter, die bemüht ist, ihre knapp zweijährige Tochter namens Lisa- Marie für eine Bio-Reiswaffel zu begeistern. Aber die kleine Lisa-Marie kann sich dafür ebenso wenig erwärmen wie für das Alternativangebot eines selbst gebackenen veganen Müslikekses. Das spricht für die kulinarische Kompetenz der Kleinen, denn wer isst schon gerne gepresstes Vogelfutter oder getrockneten Bauschaum.“

Über die Auswahl des ersten Breis für seine Tochter:

„Ich suche weiter nach einem geeigneten Brei, mit dem wir nicht Gefahr laufen, ein frühkindliches Essenstrauma bei der Tochter hervorzurufen. Warum gibt es denn keine in Gläschen abgefüllte Pizza Margherita? Eine Idee, deren Umsetzung großen Reichtum verspricht, sodass wir einen Sternekoch engagieren könnten, der jeden Tag erlesene Breie für unser Kind zubereitet.“

Über seine Abneigung gegen Familienfeste:

„Onkel Otto stellt sich vor, und bevor ich meinen Namen nennen kann, fängt er übergangslos an, von seinen verschiedenen und sehr zahlreichen Krankheiten zu erzählen. Anscheinend haben sie alle mit seinem empfindlichen Magen und seinem nervösen Darm zu tun. Zum Abschluss seines zehnminütigen Monologs lässt er mich wissen, dass er keinen Rotkohl essen könne, ohne danach die ganze Nacht auf dem Klo zu verbringen. »Das läuft wie die Niagarafälle«, ruft er über den Tisch. »Nur schneller! Und mehr!« Onkel Ottos anschauliche Metaphern wirken nicht gerade appetitanregend. Aus Solidarität verzichte ich auf den Niagara-Rotkohl. Den Rest des Hirschbratens und der Knödel lasse ich auch abräumen. Wo der Kellner schon einmal da ist, ordere ich einen weiteren Schnaps. Sicherheitshalber gleich einen doppelten.“

cover ein vater greift zur flasche

Über die Rückkehr an den Arbeitsplatz nach der Elternzeit:

„Anschließend beginnt der Chef mit einem seiner gefürchteten Monologe, gegen die Fidel Castros Parteitagsreden als pointierte Grußworte gelten können. Um nicht ins Wachkoma zu fallen, untermale ich die Ansprache des Chefs im Kopf mit Kinderliedern. Er redet über das erhoffte Neugeschäft (»Taler, Taler, du musst wandern«), die notwendige Produktivitätssteigerung im Büro (»Wer will fleißige Handwerker sehen«), den anstehenden Besuch einiger Kollegen aus dem Pekinger Büro (»Drei Chinesen mit dem Kontrabass«), den Betriebsausflug nächsten Monat (»Ri ra rutsch, wir fahren mit der Kutsch«) und die farbliche Neugestaltung der Büros (»Grün, grün, grün sind alle meine Kleider«). Dann ist er endlich fertig, und wir dürfen zurück an unsere Schreibtische (»Schlaf, Kindlein, schlaf«).

Über Geburten per Kaiserschnitt:

„Wenn man einschlägige Mütterforen im Internet liest – und das sollte man tunlichst vermeiden –, bekommt man den Eindruck, dass Mütter mit Kaiserschnittentbindungen am untersten Ende des Mütter-Rankings angesiedelt sind. Quasi die Rosinen unter den Müttern (Anm. der Red.: der Autor mag keine Rosinen! Und keinen Rosenkohl! Lieber Käsekuchen!). Nur Mütter, die nicht stillen, sind noch weniger angesehen. Die sind der Rosenkohl unter den Müttern. Der fehlende Geburtsstress bei einem Kaiserschnitt soll dazu führen, dass diese Kinder später häufiger unter Anpassungsschwierigkeiten leiden. Das ist natürlich Blödsinn. Denn, wer wurde auf natürliche Weise geboren? Genau, Hitler. Und der war ja wohl der anpassungsgestörteste Mensch, den man sich vorstellen kann.“

Über die Geburt seines zweiten Kindes:

„Der Kaiserschnitt läuft problemlos – eine Feststellung, die einem recht leicht aus der Feder fließt, wenn man nicht selbst auf dem OP-Tisch liegt und den Bauch aufgeschnitten bekommt. Da der brustabwärtige Teil der Freundin durch ein grünes Tuch abgetrennt ist, bekomme ich von dem Eingriff ohnehin nicht wirklich etwas mit. Nach knapp 30 Minuten ertönt hinter dem Vorhang ein schmatzendes Geräusch, dann ein Brüllen, und schließlich sagt einer der Ärzte: »Da ist er ja, der kleine Mann.« Ich schließe daraus, dass wir einen Sohn haben. Oder dass gerade ein 1,60 Meter großer Arzt den Raum betreten hat.“

Christian Hanne: Ein Vater greift zur Flasche – Sagenhaftes aus der Elternzeit. Seitenstraßen Verlag. 12 Euro. (Amazon Affiliate Link)

 

 

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