Um Leben und Tod. Ein Provinzkrimi vor Lisas Tür. Hauptdarsteller: Ein Schaf

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Caro, Caro, Caro,
heute morgen war´s ernst hier. SOS auf der Schafswiese. Nicht so ein PillePalle, wie: Pflanz‘ ich jetzt die Möhre links oder rechts auf meinen einen Quadratmeter Dachterasse, nein, es ging tatsächlich um Leben und Tod. Ein wahrer Provinzkrimi.
Auf dem Weg zur Kita sehe ich es. Ein regloses Fell in der Wiese.
Hat der Fuchs gewütet, ein Wolf sogar?
(Und jetzt ist soeben mein kleiner fiebriger Sohn über das Ladekabel des Computers gestoplert, hat sich selbst das Kinn aufgeschlagen und den Computer auf den Küchenfußboden rumpsen lass, der flog aber nur zum Teil in seine Einzelteile. Während ich ihn tröste, hackt mir die Katze ihre Krallen in die Füße. Doch weiter im Text…)
Auf dem Rückweg aus der Kita liegt das Fell noch immer an der gleichen Stelle. Ich stelle mein Auto auf den Hof (Parkplatzsuche? Was war das nochmal?) und sage meinem Fieber-Sohn Bescheid. Der steht natürlich sofort in Gummistiefeln parat. So etwas lässt er sich nicht entgehen. Wir laufen zur Weide, die Vorderbeine des Schafes scheinen sich in einem Seil verheddert zu haben. Wir laufen zurück ins Haus und rufen den Bauern an, Notfall, Tragödie, er werde sofort kommen, sichert er zu. Wir gehen zurück zur Wiese, warten auf den Trecker und was sehen wir da? Ein Zucken aus dem Fell. Das Schaf lebt. Das Schaf lebt, ruft mein Sohn und hüpft freudig in die Luft, als hätte sein Lieblingsverein grad ein Tor geschossen. Das Tier kann sich nur nicht selbst befreien.
Nicht allein auf die Wiese, der Bock, der Bock, ruft noch der Nachbar, also laufen wir zurück zum Haus, holen die Oma und eine Heckenschere und wagen uns rauf auf den Acker. Der Bauer lässt noch auf sich warten. Wir schneiden das schwache Schäfchen frei, nach dem Dreckgrad seines Felles zu urteilen, muss es die ganze Nacht gekämpft haben. Wir streichen dem liegenden Tier über den Kopf, wackelig versucht es, aufzustehen. Und als es da so steht und versucht, von der Stelle zu humpeln, da sehen wir ihn. Den dicken Bauch. Wir haben ein schwangeres Schäfchen gerettet.
Und mein Sohn hat in Sachen Hilfsbereitschaft mehr gelernt als tausend Worte es ihm beschreiben könnten. Als der Bauer kommt, drücken wir ihm nur noch das Seil in die Hand, von dem wir das Tier befreit haben. Happy End auf´m Acker. Und wir gehen erstmal Kakao trinken…

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5 Kommentare

  1. Ick werd zum Schaf
    Tolllllll Ihr Lebensretter!!!! Rrichtig schoene Geschichte. Hoffentlich war der Bauer dankbar!?

    L.g. Christian

  2. Schön, das das Schaf Euch in der Nähe hat
    Sehr schöne Geschichte. Das habt Ihr schön gemacht. Hoffentlich hat der Kleine kein Fieber mehr. Dann ist das Happy End perfekt