Abschied von Tiger: Wie viel Trauer können wir Kindern zumuten?

Trauer um Haustier

Ihr Lieben, wir sind eine dreiköpfige Familie: mein Mann, meine fast 3-jährige Tochter und ich. Wir wohnen am Stadtrand in einem Einfamilienhaus mit viel Grün Drumherum.

Seit letztem Jahr Ende Oktober gehört unser Kater Tiger, genannt „Tigerchen“ auch zu unserer Familie. Er kam mit 9 Wochen zu uns und wir haben ihn so lieb gewonnen.

Da er sehr freiheitsliebend und abenteuerlustig ist, hat er sich auch schnell an den Freigang gewöhnt und wir dachten auch, dass wir uns nicht so viele Sorgen machen müssen, weil hier wenige Autos fahren und er sowieso nicht hoch zur Straße gelaufen ist, sondern immer auf die Wiesen oder in den Wald.

Leider haben wir dann letzte Woche Donnerstag gegen 13.30 Uhr plötzlich einen Anruf bekommen, dass sie unseren Tiger gefunden hätten. Mein Mann ist sofort hin. Es lag nur ein paar Häuser weiter mitten auf dem Spazier-Rundweg.

Er ist von einem Hund totgebissen worden.
Das war erst mal ein Schock.

Mein Mann hat ihn zu uns nach Hause getragen und wir haben ihn erst mal in eine Kiste gelegt.

Dann hat er lange mit dem Hundebesitzer gesprochen. Wir waren, bzw. sind froh, dass die Hundebesitzer den Mut gehabt haben, uns direkt zu verständigen, so wissen wir wenigstens, wie es passiert ist. Nicht auszudenken, wenn wir ihn selbst leblos daliegend gefunden hätten…

Wir haben uns dann beraten und entschieden, unserer Tochter gegenüber ehrlich zu sein. Wie erzählten ihr, was passiert ist.

Da unser Tigerchen friedlich aussehend in der Kiste lag, haben wir uns alle gemeinsam von ihm verabschiedet, ihn noch mal gestreichelt und sie hat ihm ein Bild gemalt.

Wir haben ihn zusammen beerdigt und auch einen großen Stein bemalt und Blumen gepflückt.

Freitag und Samstag hat sie gar nicht von ihm gesprochen. Sie hat allerdings in den Nächten unruhiger geschlafen als sonst.

Wir sind alle sehr traurig und vermissen ihn so sehr. Wir haben auch noch nichts von seinen Sachen weggeräumt. Er lag immer auf dem Schaf-Fell auf unserer Liege vor dem Kamin.

Seit Sonntag spricht sie nun wieder täglich von ihm und fragt auch, ob wir irgendwann eine neue Katze bekommen.

Bezugnehmend auf das Alter unserer Tochter fragen wir uns jetzt: Wie viel sollte man mit dem Kind über Trauer sprechen? Sollte man zusammen weinen?

Ab wann sollte man über ein neues Haustier nachdenken?

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3 Kommentare

  1. Hallo zusammen,
    meine kleine Tochter, mittlerweile 6 Jahre alt hat den Tod von drei Tieren erlebt. Sie war zwei als die Katze überfahren wurde und unser Hund eingeschläfert werde musste. Ein Jahr später musste mein geliebtes Pferd mit 23 über die Regenbogenbrücke gehen.. Ich hab immer versucht ihr von klein auf zu erklären dass unsere Tiere vor uns gehen werden. Die Vorstellung dass sie im Himmel wohnen ist für sie in Ordnung. Sie isst auch kein Fleisch mehr weil sie weiß dass dafür schweine und Kühe sterben. Das ist genau so schlimm wie bei Hund Katze und Pferd. Ich glaube da gibt es kein Patentrezept wie man das Kindern beibringen kann. Ich bin in einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen und wurde von klein auf mit dem Tod von Tieren konfrontiert. Ich denke dass es wichtig ist mit den Kindern offen und ehrlich über alles zu reden. Der Tod gehört leider wie das Leben dazu und das müssen Kinder auch lernen. Das ist meine Meinung. LG Steffi

    1. Ich finde, du hast das bisher ganz gut gemacht. Ihr habt mit euer Tochter darüber gesprochen und ihr noch die Möglichkeit gegeben sich zu verabschieden. bleibt einfach weiterhin autentisch zu ihr. Sie darf merken, dass ihr noch traurig seid. Den Zeitpunkt für eine neue Katze könnt ihr nur selbst entscheiden. Ich würde dann nur drauf achten, dass sie wirklich anders aussieht, so dass nicht das Gefühl aufkommt, ihr würdet Tiger ersetzen.

  2. Hallo, wir mussten unseren Kater letztes Jahr wegen eines Lebertumors einschläfern lassen. Es ging ihm innerhalb von 2 Tagen plötlich schlecht, wir bekamen die Diagnose und wenige Stunden später mussten wir uns von ihm verabschieden. Unser Sohn ist 9 und war dabei als der Tierarzt zu uns nach Hause kam. Wir haben gemeinsam geweint und ihn gemeinsam begraben. Am Abend fragte er uns, wann wir eine neue Katze bekommen würden. Mein Mann wollte eigentlich keine weitere Tiere, jedoch gab er schnell für uns nach. Nach kurzer Zeit haben wir uns 2 neue Kater angeschaut und uns für sie entschieden. Es fiel uns aber auch wesentlich leichter, mit dem Verlust unseres Katers klarzukommen, weil wir ihn erlösen konnten. Der Verlust durch einen Unfall ist schwerer zu verarbeiten.
    Jedoch haben die zwei neuen Jungs sich sofort in unser Herz geschmust und uns sehr über den Tod unseres Katers hinweggeholfen. Wir sind alle (auch mein Mann) sehr froh darüber, dass wir uns für neue Katzen entschieden haben!

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