Jetzt ist Schluss: „Viel zu lang ertrug ich den Narzissmus meines Mannes“

Häusliche Gewalt

Symbolfoto: pixabay

Ihr Lieben, wenn man nur Fotos sah, sah die Familie unserer Leserin aus wie eine Bilderbuchfamilie: Haus, drei Kinder, beide Elternteile erfolgreich im Job. Alle sportlich, viel unterwegs, auch mal im Urlaub. Doch hinter der Fassade der vermeintlich perfekten Familie brodelte es schon lange. Bis es irgendwann zu einem Moment kam, in dem es Klick machte und unsere Leserin wusste: Keinen Tag länger darf diese Beziehung andauern. Aus Selbstschutz. Aber auch, um die Kinder zu beschützen. Hier kommt der berührende Gastbeitrag unserer Leserin:

Als ich mich vor mehr als 18 Jahren in meinen Mann verliebt habe, waren es sein Selbstbewusstsein, sein Charme und sein Witz – die mich besonders beeindruckt haben und in die ich mich zuallererst verliebte. Dass genau diese Dinge 18 Jahre zur Trennung führen, hätte ich damals nicht gedacht.

Der Narzissmus war immer da – am Anfang hat er sich nur gut versteckt

Männer haben mich immer sehr schnell gelangweilt. Entweder sie hatten keine Tiefe – oder sie wussten nicht, was sie wollten. Doch bei ihm war das anders. Von Anfang an. Er war beruflich erfolgreich. Wusste, was er wollte. Hatte eigene Hobbys und gab mir das Gefühl sein Leben mit mir teilen zu wollen.

In den ersten Jahren unserer Beziehung verbrachten wir rückblickend relativ wenig Zeit miteinander. Wir arbeiteten beide viel, hatten jeweils eigene Freundeskreise und Hobbys und so genossen wir die übrige, wenige gemeinsame Zeit immer besonders. Er war in dieser Zeit des Beginns aufmerksam, charmant und ich genoss dies sehr.

Die ersten Zweifel kamen im ersten Urlaub

In unserem ersten Urlaub bekam ich das erste Mal Zweifel. Die Dinge mussten immer so laufen, wie er es wollte. Der Standbesuch, die Fahrt in die Stadt – er bestimmte alles und gab mir wenig Raum für meine eigene Meinung. Nach fünf Tagen lag ich weinend im Hotelzimmer und sagte zu ihm: „In deiner Nähe weiß ich gar nicht mehr, wer ich bin. Ich habe das Gefühl, nicht gesehen zu werden.“

Er war so aufmerksam an diesem Tag. Hörte mir zu. Gab mir das Gefühl, mich ernst zu nehmen und meine Sorgen zu sehen – und so war am nächsten Tag irgendwie unausgesprochen wieder alles beim Alten. Rückblickend hätten bei mir damals schon die Alarmglocken läuten sollen.

Wie die Kinder zum Katalysator unserer Schieflage wurden

Wir heirateten, bekamen unseren ersten Sohn – und dies war der Zeitpunkt, an dem diese kleinen Risse, die ich die ganze Zeit nicht sehen wollte, immer deutlicher wurden. Wir hatten vor der Geburt nie über Arbeitsteilung gesprochen – aber da ich auch Vollzeit berufstätig war – und auch acht Wochen nach der Geburt wieder in meine Selbstständigkeit zurückkehrte, nahm ich naiverweise an, dass wir uns alle Aufgaben teilen würden.

Doch dem war nicht so. Jede Aufgabe, die er übernehmen sollte, musste ich erbitten. Nichts war selbstverständlich und so saßen wir sechs Monate nach der Geburt bei einem Paartherapeuten. Wir konnten einige Themen klären – ich hatte das Gefühl, gesehen und gehört zu werden und sah am Ende der Therapie eine Entwicklung. Das Wichtigste für ihn nach diesen Terminen: Der Therapeut gab nicht allein ihm die Schuld. Sondern auch mir. Dies betonte er wieder und wieder.

Wie der Narzissmus im Alltag ein fast unbemerkter Begleiter wurde

Rückblickend gibt es so viele Momente, bei denen sein Narzissmus auch damals schon durchschimmerte. Doch da ich aus einem Elternhaus mit einem sehr dominanten Vater kam, fielen mir diese kaum auf. Mein Umfeld wies mich zwar immer wieder auf sein dominantes Verhalten hin – aber war nicht genau dieses Selbstbewusstsein das, in das ich mich damals auch verliebt hatte?

Vor acht Jahren wurde mein Mann dann arbeitslos. Er machte sich keine Sorgen. Bekam eine dicke Abfindung und war sich sicher, wieder einen guten Job zu finden. Meine mahnenden Worte möglichst bald mit der Jobsuche anzufangen hatten für ihn keine Bedeutung. Sein berufliches Selbstbewusstsein war größer als meine Sorge.

Mit der Arbeitsloisgkeit wurde sein Verhalten schlimmer

Leider kam es dann genau so, wie ich es befürchtet hatte. Es dauerte über ein Jahr, über 80 Bewerbungen – mit unendlich vielen Absagen, bis er überhaupt wieder irgendeinen Job gefunden hatte. In dieser Zeit konnte ich zusehen, wie er sich mehr und mehr veränderte. Aus einfachen, narzisstischen Zügen wurde eine narzisstische Persönlichkeitsstörung.

Er wurde ungeduldiger mit den Kindern. Die Dinge zu Hause mussten noch viel mehr nach seinen Vorstellungen laufen. Es galten nur seine Wünsche und Regeln. Die Bedürfnisse der Kinder – wir hatten mittlerweile drei – hatten für ihn kaum Bedeutung. Sein größtes Thema: Ordnung.

Hatte ein Kind Unordnung gemacht und diese nicht wieder unverzüglich aufgeräumt fing er sofort an rumzuschreien.  Er nahm diese „Rücksichtslosigkeit der Kinder seinem Bedürfnis nach Ordnung gegenüber“ immer sehr persönlich. Und empfand dies als einen persönlichen Angriff.

Ordnungszwang und Grenzüberschreitungen

Es führte dazu, dass wir eine halbe Stunde bevor mein Mann nach Hause kam, immer alle gemeinsam panisch das Haus aufräumten. Taten wir es nicht, wussten wir, dass mit dem Nachhausekommen meines Mannes ein Donnerwetter auf uns wartete. Meist noch bevor er einen von uns begrüßt hatte.

Doch Ordnung war nicht das Einzige Thema: Machte ein Kind nicht das, was es sollte, schrie er es an. Wurde auch mal handgreiflich oder stellte eines der Kinder unter eine kalte Dusche. Und ich stand immer daneben. Wissend, dass dies nicht okay war. Und fühlte mich dennoch hilflos…

In dieser Phase dachte ich das erste Mal über Trennung nach. Doch meine Angst, finanziell nicht über die Runden zu kommen, war zu groß.

Mit Vermeidungsstrategien Konflikte vermeiden

So entwickelte ich Vermeidungsstrategien. Ich war ständig am Aufräumen – kümmerte mich um alle Themen und Bedürfnisse der Kinder – damit mein Mann keine Angriffsstelle fand und opferte mich – neben meinem 30-Stunden-Job völlig auf.

Mit der Zeit kamen immer weniger Freunde zu uns nach Hause. Die Spielkameraden meiner Kinder hatten Angst vor dem strengen, schreienden Vater. Und gemeinsamen Bekannten, die z.B. zum gemeinsamen Abendessen vorbeikamen, konnte man ansehen, wie unwohl sie sich fühlten, wenn mein Mann die Kinder oder mich anmotzte, wenn mal wieder etwas nicht so war, wie er es erwartete.

Spirale der Einsamkeit

Unser Freundeskreis wurde immer kleiner – und ich immer einsamer in meiner eigenen, kleinen Schutzhülle, in die ich mich und meine Kinder gepackt hatte, um uns vor dem Mann mit der mittlerweile sogar vom Hausarzt diagnostizierten narzisstischen Belastungsstörung zu schützen.

Ich nahm mich immer mehr zurück – versuchte gleichzeitig nach außen den Schein zu wahren und teilte meine Geschichten und Gefühle irgendwann mit niemanden mehr. Sie waren mir zu unangenehm. Zu sehr wusste ich, dass bei uns zu Hause etwas nicht stimmte – dass das narzisstische Verhalten meines Mannes nicht richtig war. Und dass ich viel zu viel tolerierte.

In dieser Zeit war ich unglaublich allein mit meinen Ängsten und Sorgen.

Der Narzissmus meines Mannes fraß mich auf

Ich verkroch mich immer mehr in mir selbst. Traf kaum noch Freunde. Versuchte immer, vor ihm ins Bett zu gehen, um möglichst wenige Berührungspunkte mit ihm zu haben und betäubte mich abends mit stundenlangem Serienschauen, um über meine Situation nicht nachdenken zu müssen.

Nach außen war ich die beruflich erfolgreiche, selbstbewusste Unternehmerin und Mutter. Innerlich war ich ängstlich und taub.

Der Moment als ich wusste – so geht es nicht mehr weiter

Und dann gab es diesen einen Moment. Diesen einen Moment, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Ich kam nach der Arbeit nach Hause. Mein Mann war im Homeoffice und hatte somit auch die Verantwortung für die Betreuung der Kinder. Mein 15jähriger Sohn kam am ganzen Körper zitternd und weinend auf mich zu und ließ sich auch für eine wirklich lange Zeit nicht beruhigen. Auch meine kleine Tochter weinte und war ängstlich.

Nachdem sie sich beruhigt hatten, erfuhr ich, dass ihr Vater so erzürnt war, dass sie einen Geschwisterstreit hatten, während mein Mann einem beruflichen Call in seinem Arbeitszimmer wahrnahm, dass er ihnen gedroht hatte, sie tot zu schlagen, wenn sie nicht sofort aufhörten. An der Reaktion meiner Kinder war mir klar, wie deutlich diese Drohung gewesen sein musste.

Es machte Klick und es war klar: Wir müssen uns trennen

Und auf einmal machte es Klick bei mir. Ich ging in das Arbeitszimmer meines Mannes, teilte ihm mit, dass er so schnell wie möglich ausziehen muss und ich und meine Kinder sein narzisstisches Verhalten nicht mehr weiter tolerieren werden.

Zugegebenermaßen dauerte es zwei Wochen, bis mein Mann verstand, dass dies keine leere Drohung von mir war – sondern mein voller Ernst. Doch diesmal blieb ich – für meine Kinder und mich – stark.

Wir sind nun ein halbes Jahr getrennt. Mein Mann ist in Behandlung gegangen und arbeitet an seiner narzisstischen Belastungsstörung. Heute weiß ich, das ist ganz typisch von Menschen mit Narzissmus. Sie sehen ihre Probleme erst dann, wenn ihnen zwischenmenschliche Beziehungen entzogen werden.

Ich bin mir sicher: Ich will auf keinen Fall in diese Ehe zurück

Für mich war und ist diese Trennung wie ein Aufwachen! Wie eine Reise zu mir selbst. Und auf dieser Reise muss ich mich selbst völlig neu kennenlernen: Was will ich für eine Mutter sein? Was will ich für eine Frau sein? Und was sind meine Bedürfnisse?

Viel zu lang habe ich all das aus Schutz hintenangestellt, es unter den Erwartungen und Bedürfnissen meines narzisstischen Mannes begraben. Habe mich angepasst, mich klein gemacht und selbst verraten – nur aus Angst vor dem nächsten Streit, der nächsten Eskalation oder dem nächsten Tadel.

Nach der Trennung haben mir eigentlich fast alle Menschen in meinem Umfeld gesagt: „Ich habe mich schon so lange gefragt, warum du das noch aushältst.“, „Ich hätte mich schon viel früher getrennt.“ Und „Wir haben dir so lange beim Leiden zugesehen und uns gefragt, wie lange du das noch erträgst.“

Und heute – sechs Monate nach meiner Trennung frage ich mich das auch. Mir geht es wieder so viel besser. Ich fühle mich wieder so viel freier und ich habe das Gefühl, endlich wieder ich sein zu dürfen. Auch wenn ich manchmal gar nicht mehr weiß, wer das ist.

Wir sollten in einer Ehe nichts „aushalten müssen“. Wir sollten „gesehen werden“ und nicht nur wir – auch die Bedürfnisse unserer Kinder. Wir sind alle mit all dem, was wir sind und uns ausmacht, gleich viel wert – und sollten auch so behandelt werden.

Ist das nicht so – ist da irgendwo eine Schieflage – kann ich aus eigener Erfahrung nur sagen: Habt den Mut, genauer hinzusehen und euch zu fragen, ob ihr mit dieser Schieflage wirklich dauerhaft leben könnt.

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9 comments

  1. So und so ähnlich ist auch meine Geschichte. Das verrückte am Narzissmus ist dass sich die Geschichten immer gleich lesen, es gibt ein Schema. Und das tückische ist das kaum jemand nachvollziehen kann (oder will) was in einer betroffenen Familie passiert. Narzissmus ist ohne die Mitarbeit des Narzissten (was niemals der Fall ist) nicht nachzuweisen oder zu beweisen. Ich habe mich nach 17 Jahren getrennt, als unsere Kinder 5 und 9 Jahre jung waren. Doch was nach der Trennung kam war noch viel schlimmer wie ich es mir je hätte vorstellen können. Wenn Einen die narzisstische Wut trifft ist es Zerstörung pur. Der Narzissmus geht bei Institutionen weiter und in meinem Fall hat er dazu geführt dass ich alles verlor was mir wichtig war, bis hin zu meinen Kindern. Ich hätte nie gedacht wieviel Hass und Wille zur Zerstörung ein Mensch aufbringen kann… Weitere 7 Jahre Hölle erwarteten mich bis ich die nötige Stärke aufbringen konnte und damit das Blatt zum Besseren wenden konnte. Heute habe ich den Narzissmus meines Ex-Mannes von Psychologen bestätigt, was es leichter macht, ihn studiert, mehrere Therapien hinter mir und unsere gemeinsamen Kinder sind alt genug ihre Entscheidungen teilweise selbst zu treffen. In der Zwischenzeit lebe ich mit dem wunderbarsten Mann, der als einziger zu mir hielt und meine Geschichte von Anfang an miterlebt hat in einer Ehe und wir haben 2 wunderbare gemeinsame Kinder. Kinder die unbeschwert aufwachsen dürfen. Trotzdem ist der Narzisst ein Teil meines Lebens und es immer ratsam aufmerksam durchs Leben zu gehen. Denn ein Narzisst lässt seine „Opfer“ niemals los.
    Trotz allem kann ich jeder betroffenen Frau nur raten zu gehen, jedoch niemals unvorbereitet und uninformiert. Wenn man den Narzissten versteht ist er berechenbar.
    Übrigens gibt es auch weibliche Narzissten (nicht dass sich hier jemand diskriminiert fühlt), auch das ist nicht unproblematisch und verhält sich ganz anders, ist aber für die Betroffenen ebenso schlimm.

  2. Es ist traurig, dass die Kinder das 15 Jahre aushalten mussten. Die haben leider alle einen Knacks für’s Leben weg.
    Es tut mir leid, was die Autorin erlebt hat, aber warum lässt man zu, dass den eigenen Kindern so etwas angetan wird?

    Mein ehemaliger Chef ist Narzisst. Er hat uns Mitarbeiter jeden Tag fertig gemacht, hat Kunden angeschrien während ich daneben saß und betreten auf den Boden schaute. Nicht wenige Kundinnen kamen heulend aus dem Beratungsgespräch.
    Nach 1 1/2 Jahren hatte ich endlich genug Berufserfahrung, dass ich einen anderen Job fand. Nie wieder würde ich freiwillig für so jemanden arbeiten. Seine Frau hat er aus dem außereuropäischen Ausland nach Deutschland geholt. Wie die Ehe lief, weiß ich nicht. Nach außen war es eine heile Welt. Wie ich ihn jedoch kennengelernt habe, hat er sie vermutlich nicht besser behandelt als uns. Ich hoffe für sie, dass sie sich nach den drei Jahren, oder ab wann sie auch immer die Aufenthaltserlaubnis erhält, hat scheiden lassen. Er ist im Rentenalter angekommen. Man soll es ja niemandem wünschen, aber wenn er stirbt, ist es nicht schade drum. Ein schlechter Mensch weniger auf der Welt.

  3. Vielen Dank für den Bericht! Ich kenne das nur zu gut, dieses ständige Gebrülle. Wenn alles nach seinem Kopf geht, ist alles gut. Aber wehe, die Kinder oder ich wollen etwas anderes machen. Dann ist was los. Ich frage mich, wie vom Hausarzt die narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde? War der Mann selbst dort? Das zB würde meinem Mann nie einfallen, denn ER braucht keine Hilfe. Er würde auch nie in eine Therapie gehen, keine Chance.

  4. Danke.
    So viele deiner Sätze hätten von mir sein können – in genau diesem Wortlaut. Das Wegbrechen sozialer Beziehungen, das Gefühl, selbst immer mehr zu verschwinden, die Reaktionen des Umfelds nach der Trennung und das endlich-wieder-ICH-sein….
    Und auch, wenn die Geschichten sich im Detail unterscheiden, finde ich es immer wieder erstaunlich, wie gleich sie sich doch in den Grundzügen sind. Umso wichtiger ist es, genau diese Muster zu erklären, öffentlich zu machen – denn es stärkt Betroffene so ungemein, wenn man weiß, dass man nicht allein ist, nicht selbst schuld, nicht bloß zu schwach usw…..
    Einen solidarischen Gruß und viel Spaß noch beim selbst Wiederfinden!!

  5. Danke das ihr euch diesem Thema angenommen habt. Ich selbst stecke leider noch in so einer Beziehung fest. Ich bin zwar ausgezogen mit meinen Kindern musste ihm aber aus gesundheitlichen Gründen wieder Zutritt gewähren und jetzt habe ich den Salat und weiß nicht wie ich ihn wieder loswerden kann. Es ist wichtig das Aufklärung betrieben wird damit mehr und mehr Frauen den Mut finden raus aus diesen Beziehungen zu gehen.

    Danke ihr seit toll

  6. Danke für diesen Bericht. Bei mir war es ähnlich, allerdings die Frau, die diese Verhaltensmuster bei mir ausgelöst hat; zum Glück ohne den Gewalt-Aspekt ggü der Kinder!
    Seit wir getrennt leben ist dieser riesige Stressknoten im Bauch ist weg, fühle ich mich selbst wieder frei und obwohl ich die Kinder nicht mehr täglich sehe, habe ich zu ihnen ein viel vertrauteres Verhältnis als vorher, da ich mich nicht mehr verstellen muss und Angst haben muss, dass ich etwas nicht so gemacht habe, wie es nach ihrer Definition laufen muss.
    Stay strong!

  7. Wahnsinn. Und keiner der Bekannten und Freunde sagt mal was? Niemand? Keiner? Nicht im Vertrauen, nicht alleine in einem geschützten Gespräch? Ja, man kann niemanden dazu zwingen sich zu trennen, aber ansprechen muss man es doch, wenn man es sieht. Mich macht das sprachlos.
    Was wenn sie sich nicht getrennt hätte? Was wenn der Vater die Kinder tatsächlich totgeschlagen hätte? Und alle hätten wieder mal zugeschaut und keiner hätte was gesagt, weil „man sich ja nicht einmischt“. Wir können so stolz auf unsere Gesellschaft sein.

    Der Kindsmutter alles Gute für Ihren weiteren Weg!

    1. Mich hat dieser Beitrag sehr zum Nachdenken gebracht. Danke, für diesen mutigen und sehr ehrliche Beitrag! Aber ich muss auch sagen, dass mich Teile des Beitrags auch schockiert haben und auch ich muss sagen, dass ich mir die Frage gestellt habe warum die Kinder so lange diesen Zustand ertragen mussten. Aber damit möchte ich niemanden einen Vorwurf machen. Dafür weiß ich auch viel zu wenig über die Hintergründe. Ich finde es toll und wichtig, dass solche Punkte ehrliche angesprochen werden. Wir Eltern haben eben auch alle unser Päckchen mit uns zu tragen und jeder hätte vermutlich Dinge die sie oder er ehrlich erzählen könnte wo andere sofort denken würden: „ach du Schande! Die armen Kinder“. Ich wünsche mir mehr solcher Beiträge und eine offene Diskussion darüber was wir unseren Kindern zumute können und dürfen. Gerade auch in Hinblick auf das furchtbar ungemütliche Thema Gewalt gegen Kinder… in welcher Form auch immer. Wir Eltern sind eben nicht perfekt. Wann ist diese nicht perfekt sein in Ordnung? Und wann müssen wir uns eingesehen, dass der Schaden den unsere Kinder durch uns nehmen gerade zu groß ist und wir uns Hilfe holen müssen und/ oder stark an uns und unserer Familie arbeiten müssen?

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