Der Weg einer Land-Mama

Liebe Caro,

mit deinem Beitrag zum täglichen Kitaweg hast du mir heut wahrhaftig gute Laune gemacht. Du weißt ja, manchmal leide ich ja unter akuter Berlin-Sehnsucht. Heute nicht! Ich hatte ein bombastisches Wochenende mit einer großartigen Hochzeit und fantastischen Kindern. Erkältet, aber happy starte ich also in diese neue Woche und was sehe ich da? Caros Weg zur Kita. Gammelige Laternenmasten. Dreckige U-Bahnen. Da sag nochmal einer, Land-Kinder seien immer voller Matsch. Sauber sind die, gegen das, was ich auf deinen Bildern da so sehe. Als Antwort gibt es heute eine etwas übertriebene Fotoschau meinerseits. Ich gebe zu: Sie sind nicht allesamt heute morgen entstanden, aber sie sind ein Potpourri aus dem, was ich so morgens zu Gesicht bekomme.

Wir starten also mit Morgengymnastik auf der Wiese in den Tag (sieh Foto oben). Der Weg führt vorbei an Kühen, Fischreihern und Wäldern.

Die Sonne scheint uns entgegen. Es ist fast wie bei Rosamunde Pilcher und die beste Inspiration für Stadt Land Mama. Denn auf dem Rückweg sehe ich nur Wiesen und Hügel. Ich höre nichts. Und ich kann einfach so vor mich hindenken. Okay, um das ganze hier nicht zu einer romatischen Explosion aufzubauschen, zeige ich auch, womit man als Land-Mama den ein oder anderen Morgen auch zu tun kriegt: Mit Vogelkacke auf der Windschutzscheibe. Was soll`s? Dafür gibt es Scheibenwischer.

Dieser Blick entschädigt dann wieder.

Im Dorf angekommen, geben sich McDonald´s und Demeter die Klinke in die Hand.

Hier ist das nämlich alles nicht so ideologisch besetzt, liebe Caro, dass man bereits im x-ten Beitrag erwähnen muss, dass man im Biomarkt einkaufen geht, so wie du das als Klischee-Prenzlauer Berg-Mutti tust, haha. Hier darf noch alles nebeneinander existieren: Junkfood und Ökofraß. Jawoll. Und wie du unschwer erkennen kannst, fährt man hier Jeep. Landrover. Und solche dicken Karren eben. Nur, um an der Baustelle dann doch auf 20 km/h abzubremsen, weil sonst die Felgen leiden. Jaja, jeder Wohnort hat so seine Macken. Die Kita spare ich jetzt also auch mal aus, so wie du das getan hast. Auf dem Rückweg geh ich dann jedenfalls nochmal rasch einkaufen und parke auf meinem persönlichen Lieblings-Parkplatz.

Zurück zu Hause: Frühstück. Draußen. Bei Sonne. Ohne Straßenlärm.

Und wenn mich dann doch nochmal die Sehnsucht nach der großen Stadt packt… dann kann ich immer noch nach Köln fahren. Auch nicht so schlecht. Oder?

 


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