Re: Zum ersten Mal ein Wochenende ohne Baby

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Liebe Caro,

ich lach mich grad so ein bisschen scheckig. Du fährst also dieses Wochenende kinderlos weg, ja? Ich freue mich sehr für Dich, denn es wird mir an den nächsten zwei Tagen ganz genauso ergehen. Jawohl.

Ich werde mein erstes kinderfreies Wochenende seit der Geburt meiner Tochter vor sechs Jahren erleben. Nein, meine Kinder sind keine Babys mehr, selbst die Zwillinge sind schon vier. Und nein, ein alleiniger Trip ins Badezimmer reicht mir nicht (siehe Foto), ich brauch mal Wegsein. Da denkst Du jetzt sicherlich: Haha, da fällt der Abschied ja viel leichter als von einem elf Monate alten Würmchen. Aber ich sag Dir was: Mir ist genauso mulmig dabei wie Dir.

Allerdings: Meine Kids können schon reden, sie können schon verstehen, wenn man ihnen sagt: „Die Mama kommt wieder.“ Das ist wirklich verdammt beruhigend. Aber ich mache mir ganz andere doofe Gedanken. Was, wenn sie einen Unfall haben? Ohne mich? Na, ich steigere mich da jetzt mal nicht rein.

Das Ding ist ja: ICH hatte angekündigt, ein Wochenende mit meinen Mädels zu verbringen in einem Wellnesstempel im Bademantel. Und jetzt? Jetzt fährt mein Kerl Hals über Kopf mit den Kindern übers Wochenende weg. Ohne mich! Da werd ich also heute nachmittag WinkeWinke machen und Goodbye und werde einsam und allein zurückbleiben, schluchz… bis ich dann morgen früh selbst aufbreche.

Nun, der Tag begann eigentlich gut. Sehr gut und süß. Meine Tochter war schon mit Papa in der Küche und ich träumte noch so vor mich hin, als vier kleine Füße angetapst kamen. Kennst Du diesen Babyschlaf-Mundgeruch am Morgen? Zauberhaft. Der bleibt mir sogar immer noch in der Nase, wenn ich von der Kita zurück nach Hause fahre. Die kleinen warmen Körperchen schmiegten sich an mich und es hätte immer so bleiben können… wäre da nicht ein Streit darüber entbrannt, wer jetzt auf mir draufliegen darf. Und wer nicht. Es ist Fakt. Auf mich passt nur EIN Vierjähriger drauf. Nicht zwei. Ach, was soll ich sagen, der Streit endete blutig im Badezimmer, als der eine dem anderen mit Vollkaracho einen Kugelschreiber in den Kopf rammte.

Durchatmen.

Kinder trennen.

Nasses Handtuch auf die blutende Stelle.

Caro, ich sage Dir, das alles spielte vor acht Uhr, das ist nicht gerade meine Zeit. Ich habe sogar ein Foto vom Aua-Köpfchen gemacht, werde das aber hier nicht posten, weil Du Dir sicher vorstellen kannst, dass das nicht ganz so süß aussah. Ja, es ist das Rauf-und-Kämpfe-Alter gerade, aber muss das immer gleich so ausarten? Aber genug der Klage.

Es ist Ende Oktober und draußen hat´s 19.5 Grad. Die Bäume leuchten uns in allen Farben entgegen und das ganze Wochenende soll es so schön bleiben. Herrlich, oder? Außerdem begrüßt mich Facebook mit einer Werbung für extragroße BH´s! Was die alles zu wissen glauben 🙂

Und ja, Du denkst jetzt wahrscheinlich, die Lisa ist jetzt sicher total froh, wenn sie ihre Streithähne mal ein ganzes Wochenende los wird. Bin ich ja auch. Und trotzdem blutet das Mutterherz. Also jetzt nicht von einer Kugelschreiber-Attacke, aber zumindest vor präventiver Sehnsucht…

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1 Kommentar

  1. klasse
    Die Karte ist klasse, die will ich haben 😉

    Ansonsten warte ich auf den Tag, an dem wir es schaffen jemanden alle drei Kinder anzudrehen und ein Wochenende alleine zu zweit zu verbringen …