Unbedingt ein Mädchen? Warum darf mein drittes Wunder nicht einfach ein Kind werden?

Schwangerschaft

Mädchen, Junge? Hauptsache: Kind. Foto: pixabay

Ihr Lieben, ich bin 30 Jahre alt und Mama von zwei wundervollen Kindern. Mir war immer klar, dass ich gerne Kinder haben möchte – am liebsten mehrere, auf jeden Fall niemals ein Einzelkind, wie ich selbst eines bin.

Nach unserer Hochzeit wollten mein Mann und ich nun Eltern werden. Nach einem halben Jahr hat sich dann unser erstes Wunschkind angekündigt. Wir haben uns wahnsinnig gefreut und auch unsere Familie, sowie der Freundeskreis waren begeistert. Mein Mann und ich haben uns Namen für beide Geschlechter überlegt und waren sehr gespannt, endlich zu erfahren, ob wir nun einen Jungen oder ein Mädchen erwarten.

Schwanger: Wir erwarten einen Jungen!

Sehr früh war dann klar, dass wir uns über einen Jungen freuen dürfen. Es war einfach schön, nun das Geschlecht zu wissen, da die Schwangerschaft und die kommende Zeit viel realistischer geworden sind. Unser Baby hatte einen Namen, mit dem ich es ansprechen konnte, wir haben erste Sachen besorgt und uns einfach auf unser Wunschkind gefreut. Im Herbst 2015 wurde unser Sohn dann geboren und machte uns zu stolzen Eltern.

Mein Mann hat drei Geschwister und auch er hat sich immer mehrere Kinder gewünscht, aus seiner eigenen Erfahrung heraus am liebsten mit geringem Altersabstand.

Zwei Kinder: Wir wünschten uns bald ein weiteres Baby

Wir haben uns also entschieden, unsere Familie zu vergrößern, als unser Sohn 20 Monate alt war. Zu unserer Überraschung war ich auch sofort schwanger und wir glücklich über unser zweites Wunder. Während der Schwangerschaft kamen jedoch immer häufiger Aussagen wie: „Jetzt könnte es ja ruhig ein Mädchen sein“.

Etwa in der Mitte der Schwangerschaft haben wir erfahren, dass unser ungeborenes Baby ein Junge ist. Ein kerngesunder Junge.

Ein zweiter Junge, wie schön! Oder?

Ich fuhr nach Hause und habe meinem Mann das Geschlecht verkündet. Wir haben uns gefreut und unserem ersten Sohn erzählt, dass er bald einen Bruder bekommt. Schnell wurde mir bewusst, dass einige Menschen es offensichtlich sehr schade finden, dass wir einen zweiten Jungen bekommen.

Am Prägnantesten war für mich ein zufälliges Aufeinandertreffen mit einer Freundin meiner Mutter. Sie fragte, ob wir das Geschlecht schon wissen. Als ich sagte, dass wir einen weiteren Jungen bekommen, folgte die ernüchternde Antwort „Oh, naja, ist ja auch schön“.

Mädchen? Junge? Hauptsache Kind!

Ich war irgendwie überfordert damit und konnte nichts sagen. An diesem Abend habe ich mit meinem Mann darüber gesprochen. Ich habe ihn gefragt, ob er sich ein Mädchen gewünscht hätte. Er sagte, dass er sich ein weiteres Kind gewünscht hat.

Er hätte sich über ein Mädchen, genauso wie über unseren Jungen gefreut. Wir haben darüber gesprochen, was Vor- und Nachteile wären und waren uns irgendwann an diesem Abend einig, dass es für uns ganz egal ist. Wir haben uns Kinder gewünscht. Bestenfalls gesunde Kinder, die glückliche Menschen werden. Und diese beiden Wunder haben wir heute.

Zwei Jungs, aber total unterschiedlich

Unser zweiter Sohn wurde im Frühling 2018 geboren und wir sind stolze Eltern von zwei wunderbaren Kindern, die das gleiche Geschlecht haben, aber ansonsten absolut unterschiedliche Kinder sind. Sie ähneln sich weder in ihrem Wesen, noch optisch – beides Jungs, die wir mehr lieben als alles andere.

Als unser zweiter Sohn knapp zwei Jahre alt war, wurde der Wunsch nach dem dritten Kind immer größer. Wenn das Thema irgendwo aufkam, wurde ich manchmal direkt gefragt, ob wir ein drittes Kind wollen, damit es endlich ein Mädchen wird. Ich habe immer erklärt, dass wir uns nach einem weiteren Kind sehnen und nicht nach einem bestimmten Geschlecht. Ich habe aber bemerkt, dass mein Gegenüber mich meist nicht verstand.

Ein drittes Kind! Wir wissen das Geschlecht noch nicht

Auch dieses Mal wurde ich schnell wieder schwanger. Aktuell nähern wir uns der Mitte der Schwangerschaft und wir kennen das Geschlecht unseres dritten Wunschkindes noch nicht. Die Reaktionen unseres Umfelds sind für mich aber teilweise schwer hinzunehmen.

Zunächst einmal verstehen einige den Wunsch nach einem dritten Kind bereits nicht. Zwei Kinder reichen doch heutzutage! Und dann diese vielen Fragen und Wünsche bzgl. des Geschlechts…

Geschlechterfrage: Warum mischen sich so viele ein?

Ich frage mich sowieso grundsätzlich, warum es Menschen gibt, die sich so gerne ins Leben anderer einmischen. Mir persönlich würde nie einfallen, darüber zu urteilen, ob jemand eines oder fünf Kinder bekommt, sich Mädchen oder Jungen wünscht. Kann man sich denn nicht einfach freuen, dass ein Kind geboren wird?

Ich verstehe die Reaktionen tatsächlich nicht und bin es leid, mich zu erklären, was ich ja prinzipiell auch nicht muss, aber in der Situation rutscht man einfach manchmal in diese Rechtfertigungsposition.

„Mädchen kannst du so schön anziehen“

Mittlerweile bin ich dazu übergangen, zu fragen, warum die jeweilige Person uns so sehr ein Mädchen wünscht. Ich bekam Antworten wie
„Mädchen kannst du so schön anziehen und endlich mal Puppen kaufen“
„Ein Mädchen hat im Erwachsenenalter eine viel engere Beziehung zu dir“
„Eine Tochter bringt auch die Enkelkinder zu dir“
„Mädchen kämpfen nicht ständig wie die Jungs
„Töchter kümmern sich im Alter um dich und begleiten dich zum Arzt“

Wenn ich an dieses ungeborene Wesen schon verschiedenste Erwartungen habe, kann das doch keine gute Voraussetzung für eine glückliche Kindheit sein, in der sich ein Kind frei entwickeln kann. Ich möchte ein Kind, das möglichst ohne Erwartungen meinerseits groß wird. Ich möchte dieses kleine Wunder kennenlernen, begleiten und unterstützen und zwar auf seinem Weg. Nicht auf dem Weg, den mein Mann oder ich für es vorsehen.

Der Wunsch nach einem Mädchen scheint riesig zu sein

Der Gipfel kam für mich vor einer Woche. Meine Tante hat ein graues Jäckchen für unser Baby gestrickt. Ich hatte es mir extra in einem neutralen Grau gewünscht, sie aber wünscht sich offenbar so sehr, dass es ein Mädchen wird, dass sie rosafarbene Knöpfe drangenäht hatte. Ich habe eigentlich keine Worte dafür.

Ich bemerke momentan, dass ich bereits die Ellbogen ausfahre, wenn dieses Thema aufkommt. Ich freue mich so sehr auf unser drittes Kind und kann aktuell nur schwer damit umgehen, dass andere sich nicht einfach auf dieses Kind freuen. So wie es bei unserem ersten Kind der Fall war und es auch dieses Kind verdient hätte. Es fühlt sich einfach so ungerecht dem Kind gegenüber an. Mein Mann ist wie immer gelassener und lässt die anderen einfach reden. Ich hingegen habe das Gefühl, mein Baby schützen und verteidigen zu müssen.

Ich freue mich einfach auf mein Kind – egal ob Mädchen oder Junge

Ich versuche mich auf unsere kleine Familie zu besinnen und mich einfach auf unser Kind zu freuen, das nochmal ein ganz anderer kleiner Mensch sein wird als seine Brüder – ganz egal, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Es gibt viele Menschen, die wahnsinnig glücklich wären, überhaupt ein Kind zu bekommen, unabhängig vom Geschlecht. Oder Eltern, die alles dafür geben würden ein gesundes Kind heranwachsen zu sehen. Genauso gibt es aber wohl die Menschen, für die das Geschlecht eine unglaublich wichtige Rolle spielt. Für uns glücklicherweise nicht.

Wir erwarten unser drittes Kind diesen Sommer und sind sehr gespannt, welches Wunder uns dieses Mal erwartet.

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32 comments

  1. Ich habe mit in beiden Schwangerschaften klar ein Mädchen gewünscht. Hat leider nicht geklappt. Für ein drittes Kind haben wir Dank nicht existierender Unterstützung keinerlei Kraft. Selbst mit Garantie auf ein Mädchen habe ich nicht die Kraft für ein Drittes. Hätte ich vorher gewusst, dass es wieder ein Junge wird, gäbe es Nummer zwei ziemlich sicher nicht. Das zweite war klar der Wunsch meines Mannes. Dieser wollte ein Kind, ich eine Tochter. Meiner Vorschreiberin kann ich mich somit anschließen, nur dann ein Kind zu bekommen, wenn man ein Kind will. Nicht, wenn man ein bestimmtes Geschlecht möchte. Und ja, ich als Mutter habe das Recht, mit ein Geschlecht zu wünschen. Die anderen jedoch nicht.

    Dumme Kommentare zum Geschlecht in der zweiten Schwangerschaft habe ich sehr direkt gekontert mit: Ich wollte auch keinen Sohn. Hat leider nicht geklappt. Deswegen versuchen wir es jetzt nochmal.
    Da kommt dann immer nix. Oder man ist die schlechte Mutter. Es geht die anderen nichts an. Man hat freundlich zum Kind zu gratulieren und Basta. Die anderen müssen schließlich nicht mit ihm leben.

    Ach ja, selbstverständlich werden meine Söhne geliebt, getragen, gestillt und familiengebettet. Es geht ihnen sicher besser, als in vielen anderen Familien. Und nein, auch eine Tochter würde nicht anders erzogen werden oder bevorzugt. Aber es wäre schön, einem Mädchen die Chancen im Leben zu ermöglichen, die ich mir ertrotzen und selbst finanzieren musste (das Studium einer Tochter ist schließlich rausgeschmissenes Geld, Zitat mein Vater). Die meinem Bruder jedoch nachgeschmissen wurden.

    Aber, von rosa Knöpfen fällt der Schniedel nicht ab. Selbst von ganz rosa Jacken nicht. Haben meine Söhne für dich getestet. Ich war einfach froh über die warme Jacke und den Kindern wars eh egal.

  2. Man muss einfach lustig & schlagfertig antworten: Zur Kassiererin hätte ich gesagt: Na Sie als Mutter möchte auch kein Kind, egal ob Junge oder Mädchen. Nur so merken die Leute wie übergriffig sie sich verhalten! Oder ich stelle eine Gegenfrage: Habe Sie auch Kinder? Viele sind selber sehr unzufrieden… Freue dich über deine Jungs. Die Gesellschaft (vor allem Frauen) sollten aufhören sich gegenseitig Druck zu machen!
    LG von einer 2fach Jungsmama

  3. Ich kann noch die Perspektive des Kindes beisteuern: bin selbst das sechste von sieben Kindern und das einzige Mädchen. Auch ich wurde als Kind oft gefragt, ob ich denn nicht gerne eine Schwester hätte. Und habe die Frage kaum verstanden. „nein warum, ich hab meine Brüder lieb“

    Nun bin ich schwanger und es wird ein Junge. Wie freuen uns riesig auf unseren kleinen Rabauken, der mich jetzt bereits kaum schlafen lässt. Bei „dummen“ Nachfragen reagiere ich zuweilen entsprechend reserviert. In meinem Fall ist wohl schon das Geschlecht des ersten Kindes für manche ein Grund zur Enttäuschung. „so viele Jungs in der Familie“. Und? Von denen hat keiner ein bevorzugtes Geschlecht…

  4. Ich habe selbst 3 Jungs und finde mich da voll wieder.
    Was mir für meine Jungs fehlt sind Bücher (mehr als 2), in den Geschichten von Jungsgeschwistern erzählt werden. Denn in Büchern sind Geschwister sehr oft ein Mädchen und ein Junge. Diese Prägung zieht sich einfach durch. Bei den Nachfragen/Kommentierungen zum Geschlecht der Kinder wird oft nicht nachgedacht. Ich frage dann gern, ob mein Gegenüber damit ein Problem hat, ich nämlich nicht. Aber das musst du üben.

  5. ich finde nicht das schwangere einfach nur zu sensibel wie manche hier kommentieren. ich habe schon zu den möglichsten und unmöglichsten thema rund um die kinder kommentare bekommen und gehört. und vieles geht einfach zu weit. es ist einfach kein wunschkonzert und es kommt was kommt, und der charakter ist sehr viel ausschlaggebender als das geschlecht und das können wir vorher ja auch nicht beeinflussen….. viele menschen sollten einfach mal besser aufpassen wie sie mit anderen kommunizieren, und nicht nur die hörenden weniger sensibel sein….

  6. Wir haben 3 Jungs und die dritte Schwangerschaft war ein regelrechter Spießrutenlauf. Wirklich jeder und jede hatte einen Kommentar dazu, dass wir erneut einen Jungen erwarten. Und die waren fast alle bedauernd und mitleidig. Ich hätte nie für möglich gehalten dass die Leute so unsensibel sind. Das hat mich angestrengt und wütend gemacht. Das Leben ist kein Wunschkonzert und Jungs sind nicht weniger wert als Mädchen!

  7. Hallo,

    Ich bin auch mit meinem dritten Kind schwanger. Wir haben bereits eine Tochter und einen Sohn. Da meine Tochter das Down Syndrom hat, werden bei uns ganz andere Fragen gestellt. Hast du keine Angst vor noch einem Kind mit Behinderung? Was lasst ihr alles testen? Was ist wenn doch etwas ist? Und so weiter. Also extrem persönliche Fragen, aber diese werden von fast fremden Personen gestellt. Manchmal habe ich wirklich das Gefühl mich erklären zu müssen, warum wir uns noch ein drittes Kind wünschen und es uns egal ist ob es mit oder ohne Behinderung oder Krankheit in unser Leben kommt. HAUPTSACHE ES WIRD GELIEBT!

  8. Ich kann die schwangere Textschreiberin gut verstehen, dass sie traurig oder wütend über gewisse Kommentare ist. Ich bin Mutter dreier Söhne, die letzten beiden sind Zwillinge und wir sind sehr froh dass nach einer schwierigen Schnwagerschaft alle gesund und munter sind. Und trotz drei gesunder Kinder haben wir schon in der Schwangerschaft ständig Mitleidsbekundungen erhalten (Oh, drei Jungs, naja, hat nicht sollen sein… Ein Mädchen hast du dir doch sicher gewünscht, bist du jetzt enttäuscht…?, Heieiei, drei Jungs sind aber anstregend)und müssen weiter mit sehr abwertenden und total übergriffigen Kommentaren leben. Highlights: Verkäuferin: Sind das drei Jungs? Mein fünfjähriger nickt stolz Verkäuferin: da würde ich mich entschiessen und lacht sich kaputt…altr Damen an der Kasse: oh je drei Jungen, die wollte ich aber auch nicht geschenkt haben. Ich hätte am liebsten gewein bei diesen Aussagen im Beisein meiner Kinder. Ich finde solche Kommentare bzgl des Geschlechts können für die Eltern und für die Kinder total verletzend sein, sind sehr anmaßend und völlig unnötiger Bullshit.

  9. Liebe Mama,

    ich kann dich sehr gut verstehen. Es ist natürlich total in Ordnung, wenn jemand eine oder eben keine Präferenz beim Geschlecht hat, aber dieses unaufgeforderte Bewerten ist einfach respektlos und unverschämt. Wenn ich beispielsweise einen Jungen bekäme und mir sagte jemand, schade, dass es kein Mädchen wird, dann gibt er mir das Gefühl, der Junge sei weniger wert oder das schlechtere Geschlecht. Geht’s noch?! Da müssen nicht die werdenden Mütter drüber hinwegsehen lernen, sondern die Mitmenschen müssen Grundregeln über respektvolles Miteinander lernen. Dann kommt nämlich dieser Konflikt gar nicht erst auf. Ich sag ja dann auch nicht zurück: Na aber dein Mädchen ist ja auch nicht die hellste Kerze auf der Torte. Oder so etwas… und erwarte, dass der/die andere damit schon klarkommt.

  10. Deine Geschichte hat mich an unsere Mama erinnert: Wir sind zwei Schwestern, deren Eltern einen Betrieb geführt haben. Als dann meine Mutter mit meiner jüngeren Schwester schwanger war (es war das 4. Mädchen, wir haben noch zwei ältere Halbschwestern) hatten Außenstehende fast schon ihr Bedauern ausgedrückt, dass es „nur“ ein Mädchen ist. Unglaublich. Klar, wenn es keine Söhne gibt, kann es keinen Betriebsnachfolger geben… Man sollte einfach versuchen, nicht so viel auf das Gerede der Leute zu hören. Heute führen meine Schwester und ich gemeinsam unseren Familienbetrieb und das war früher ein klassischer Männerberuf.

  11. Kann ich total verstehen. Die Leute unterstellen einem immer solche Wünsche. Ich hab meinem Mann immer gesagt, ich bin froh, dass wir unsere Kinder in dieser Reihenfolge bekommen haben: Mädchen, Junge, Mädchen. So kann uns keiner unterstellen, dass wir das dritte Kind nur bekommen haben, weil wir das andere Geschlecht haben wollten. Das hätte mich nämlich wahnsinnig genervt. Weil wir einfach nur drei Kinder wollten.

    1. Wir haben es so ähnlich hier zuhause: Junge, Mädchen, Junge. Aber statt der Annahme, dass man ja nur noch ein weiteres Kind bekommt wegen des Geschlechts, wurde ich mehrfach gefragt, warum wir denn ueberhaupt noch ein Kind bekommen wollten. Wir hätten doch schon einen Jungen und ein Mädchen. Das dritte sei doch dann sicherlich nicht geplan gewesen??? Ich fand das so nervig…

  12. Habt ihr euch mal gefragt, warum diese Aussagen über Mädchen und Jungen kommen? Wir alle leben in Schubladen und packen Geschlechterstereotype aus, wann immer es geht. Die Gesellschaft hat ein einseitiges schwarz-weiß-Bild von „Jungen“ und „Mädchen“ gebildet, das wirklich traurig ist – wo soll das hin führen? Und warum ist das überhaupt so?
    Wir alle sollten das überdenken! Rosa Knöpfe und Puppen für Mädchen? Hä??
    Leute, lasst doch ein wenig mehr Farbe in Eure Köpfe! Erzieht Eure Kinder frei und bindungsorientiert ohne bestimmte Genderklischees und Vorstellungen. Mich nervt das so sehr und zwingt unseren Kindern schon im Babyalter eine bestimmte Rolle auf, ohne diese zu reflektieren.

  13. Guten Morgen,

    in meiner dritten Schwangerschaft nach zwei Jungs, haben sich alle einfach gefreut und das Geschlecht war meinem Mann und mir und der Verwandtschaft egal. Nur die Brüder haben sich eine Schwester gewünscht. Ich kann es eigentlich gar nicht richtig glauben, dass soviele kritische Stimmen kommen. Klar, ab und zu hat schonmal jemand gesagt, dass doch ein Mädchen schön wäre. So what? Ich habe geantwortet, dass es uns egal ist und fertig. Smalltalk nennt man das, das legt man doch nicht auf die Goldwaage. Ich habe mich da nicht drüber aufgeregt. Und wäre mir ein Mädchen lieber gewesen (wie es ja auch der ehrlich Wunsch der Brüder war), dann würde ich auch einfach sagen, dass ich mir ein bisschen mehr ein Mädchen wünsche. Ist doch glasklar, dass ich mich dann freue egal was es ist.
    Beste Grüße und alles Gute für die Schwangerschaft, liebe sensible Schwangere *g*, nimm’s ein bisschen mit Humor. Wenn dir die Jungs-Mädchen-Sache so egal ist, dann zieh doch dem Jungen die rosa Knöpfe an. Dann freut sich die Tante und kann auch drüber lachen.

    1. Liebe Lilu, toll, wie deine Verwandschaft reagiert hat und dass das Thema Junge/Mädchen tatsächlich nur smalltalk war. Ganz, ganz oft ist es nämlich- wie viele hier berichten! – tatsächlich viel mehr als das! Ich kenne das auch aus meinem Umfeld und empfinde es auch als sehr befremdlich. Da werden Eltern ehrlich bedauert, wenn das zweite oder dritte Kind schon wieder das gleiche Geschlecht hat, und auch das Interesse am Kind hängt zum Teil tatsächlich vom Geschlecht ab, was ich unglaublich traurig finde… Der 3. Enkel? Wie schön, aber wir haben ja schon 2. Aber dann eine Enkelin! Da war die Freude groß bei den Eltern einer Freundin. Auch werdende Eltern die die Frage nach dem 3. Kind vom Geschlecht des 2. abhängig machen habe ich schon mehrfach erlebt! Von daher vielleicht gar nicht verwunderlich, dass viele annehmen, das dritte Kind gäb es nur um auch mal das andere Geschlecht abzubekommen – oder es ist überflüssig, denn es gibt ja schon Junge und Mädchen in der Familie?!
      Ich kann die Autorin gut verstehen und wünsche alles Gute für die Schwangerschaft!

  14. Hallo!
    Ich kann Dich sehr gut verstehen. Mein Mann und ich gehören zu den Paaren, die sich sehr lange gewünscht haben überhaupt ein Kind in unserer Mitte begrüßen zu dürfen. Unabhängig von der langen Dauer unseres Wunsches wollten wir beide einfach „nur“ ein Kind. Deswegen haben wir uns das Geschlecht während der Schwangerschaft auch gar nicht sagen lassen, sondern uns bei der Geburt von unserem kleinen Wunder selbst überraschen lassen. Wenn ich gefragt wurde, was es denn wird, meinte ich immer „na hoffentlich ein Kind!“.
    Mach dich bzw lass dich nicht verrückt machen. Es ist eure Familie. Und manchmal können andere ihre eigenen (unerfüllten) Wünsche nur verarbeiten, in dem sie sie (unpassend) mitteilen .
    Alles Gute!

  15. Hallo, der Text liest sich, als ob du das Thema Geschlecht auch ein bisschen überbewertest. Menschen drücken ihre Freude auf einen neuen Erdenbürger unterschiedlich aus. Sie wünschen euch ja nur Gutes und haben verständliche Gründe, warum sie euch ein Mädchen wünschen würden.
    Ich wette, dass diese Personen genauso viele Vorteile bei Jungen aufzählen würden, wenn eine Mutter bereits zwei Mädchen hat und noch einmal schwanger ist.
    Ich finde es immer sehr befremdlich, dass werdende Mütter sich nicht nur Mitfreude von anderen Menschen über ihre Schwangerschaft wünschen, sondern auch noch gerne bestimmen würden, WIE sich andere (mit)freuen dürfen (wie beim ersten Kind) und WAS sie sagen dürfen (ja keine Bedenken, ja keine kritische Stimmen, oder eigene Meinung, die von der Schwangeren abweichen könnte).
    Eine menschliche Reaktion ist nun mal neben einer Emotionsbekundung (Freude, Sorgen, Ängste) auch die Mitteilung der eigenen Meinung über bestimmte Themen.
    Das bedeutet ja nicht eine automatische Abwertung und kann ja von der eigenen Einstellung abweichen. Was ist daran schlimm?

  16. Hey liebe Autorin, ich verstehe Dich total gut. Ich habe auch zwei Jungs, die total unterschiedlich sind. Und ganz ehrlich: Ich habe zu ihnen eine enge Beziehung und kann mir sehr gut vorstellen, dass sie mich später auch unterstützen, wenn ich ihre Hilfe brauche. Das Geschlecht ist da doch völlig egal. Wichtiger ist, welche Werte wir mitgeben.
    Für Euer drittes Glück wünsche ich Euch alles erdenklich Liebe! Es wird ein wunderbares Kind – egal, welches Geschlecht es hat.

    1. Hallo,
      Ich sehe den Kommentar von Brida definitiv anders. Aber schön,xwenn es Euchre Meinung ist, ists ok.

      Ich bin auch in der Situation, wir bekommen vermutlich nden 4 Jungen. Und nachdem Junge 2 lange ei Mädchen hätte werden sollen, darf ich mir diese ach so nett gemeinten Kommentare ständig anhören. Ich bin bei Nr. 3 dazu übergegangen den Leuten (viele kennen einen nur flüchtig) den Wind aus den Segeln zu nehmen uns zu sagen: Wir bekommen nur Jungen, wir sammeln die… „Dazu sagt dann meist keiner mehr was. Aber auch, bzw gerade wenn ich gerne ein Mädchen gehabt hätte, ist der Junge, der es jetzt wohl wird bei uns genau so willkommen und ich liebe ihn genau so wie die anderen drei, und wie ich es bei einem Märchen getan hätte. Und das Interesse finde ich, das ich schon vor vielen Jahren sagte, ich bekomme mal 4 Jungs…. Aber ich kann nicht gut damit umgehen, wenn mein Mann mittlerweile 2 Patentöchter hat mit dem Kommentare „damit ihr auch ein Mädchen in der Familie“ habt… Ich wäre für mein Patenkind genauso da egal ob Junge oder Mädchen und ich finde diese ganzen unterstellungen definitiv deplatziert.

  17. Ich bin echt sprachlos angesichts solcher Kommentare oder „Erwartungen“ aus dem Umfeld einer werdenden Mutter.
    Ich sehe es auch so: Es gibt so viele Frauen bzw. Paare, die die glücklichsten Menschen der Welt wären, wenn es überhaupt nur mit einem Kind klappen würde – egal welchen Geschlechts.

    Aus der Sicht vieler Menschen ist wohl immer noch irgendwie Optimierungsbedarf und es scheint völlig legitim, sich in die Lebensweise anderer einzumischen. Ich habe einen 20 Monate alten Sohn und so langsam kommen die Anspielungen, wie es denn aussieht mit einem zweiten Kind.
    Wer vier Kinder hat, der muss sich wahrscheinlich anhören, „dass jetzt dann aber Schluss ist, oder, hö hö hö“. Nerv.

    Wobei es auch immer auf das „Wie“ ankommt. Wenn mich jemand fragen würde, ob wir uns ein zweites Kind wünschen, wäre das was anderes als „Und wann kommt das zweite???“.

  18. Kann ich so zu 100% unterschreiben. War bei mir auch so. Mein 3. Kind wurde auch ein Junge. Grad das ich keine Beileidsbekundungen bekam.
    Jetzt werde ich ständig nach einem 4. Kind gefragt und das muss aber dann unbedingt ein Mädchen werden.
    Kopf hoch und lass dich nicht ärgern und deine Freude über dieses 3. Wunder dämpfen.
    Alles Gute dir!

  19. Inhaltlich bin ich total bei dir! Ich finde diese Erwartungen bzgl. eines Geschlechts übel!
    Ich meine das jetzt auch nicht böse…aber, wenn dir das Geschlecht total egal ist und du dich auch selbst nie (verbal) in das Leben anderer Menschen einmischen würdest-warum regst du dich so auf?
    Ich hab drei Jungs und hab noch niemals einen blöden Satz deswegen gehört. Liegt das daran, dass ich gar nicht darauf achte?

  20. Ich bin Mama von einem wunderbaren Mädchen ins zwei wunderbaren Jungen. Da das Mädchen zuerst da war, hatten wir eure Situation natürlich nicht. Auch uns war das Geschlecht vollkommen egal. Es geht schließlich um DAS Kind. Allerdings hatte ich in der zweiten Schwangerschaft ein seltsames Erlebnis mit einer anderen Mutter:
    Sie fragte mich, was es denn werde. Und antwortete, nachdem ich sagte es sei ein Junge: „Naja, wenn man schon eine Tochter hat, ist es nicht so schlimm!“
    Ich war sehr erstaunt und fand es eher witzig.manche Leute sind halt sau dumm.
    Nicht drüber aufregen!

  21. Guten Morgen ☀️
    Es gibt einen großartigen Text, wie ich finde von Ninia La Grand auf ihren Blog dazu:“Das enttäuschende Geschlecht „ Bei der Frage was es wird hat sie immer geantwortet:
    „ Hoffentlich keine Bratpfanne „
    Ich hoffe du kannst die Schwangerschaft genießen. Alles Gute euch 🍀

  22. Guten Morgen,
    auch aus meinem relativ großen Umfeld mit (mehr als einem) Nachwuchs kann ich von allen, die ich kenne, bestätigen, dass mindestens ein Mädchen gewünscht ist, wenn nicht sogar nur Mädchen. Bei den Familien mit nur einem Kind gibt es auch nur solche, die nur ein (!) Mädchen wollten und das auch bekommen haben. Wenn zuerst ein Junge kam, wurde weitergemacht :), bis (fast immer als zweites) ein Mädchen geboren wurde. Was ich auch bestätigen kann, ist, dass in der Regel (Ausnahmen gibt es natürlich wie in jedem anderen Fall), die Schullaufbahn mit Mädchen (auch gerade jetzt in Coronazeiten) sehr oft ruhiger verläuft. Das liegt meines Erachtens auch daran, dass viele Lehrkräfte lieber mit Mädchen arbeiten, der Unterricht eher darauf ausgerichtet ist usw. Was das Familienleben mit Mädchen angeht, sind diese wohl oft ruhiger, sozialer, ausgleichender und hilfsbereiter als die meisten Jungs, das zieht sich durch die ganze Zeit bis zum Versorgen der Eltern. Ich kenne kaum Männer, die sich später auch nur ansatzweise genauso um die Eltern kümmern wie Frauen. Klar, alles „Privatwissen“ aus meinem Umfeld, aber die Reaktionen und Beobachtungen aus dem Artikel kann ich voll bestätigen.

    Viele Grüße von einer ZweiJungsMama 🙂

  23. Guten Morgen,

    Ich kann diese Gefühle so gut verstehen! Aktuell bin ich selbst nach zwei Jungs wieder schwanger und um mich herum erwarten nicht nur alle ein Mädchen, sondern erwarten auch, dass wir uns ein Mädchen wünschen. Das dritte Kind ist für viele bereits eins zu viel und dann kommt oft als „Ausrede“ dass wir uns ja natürlich noch ein Mädchen wünschen würden. Dürften wir also nicht einfach ein drittes Kind wollen?
    Bereits beim zweiten Kind war die Freude vieler über eine zweiten Jungen eher gebremst. Merkwürdig für mich und ich habe bei mir auch Wut verspürt über diese Reaktion. Wieso hängt die Freude über ein Kind am Geschlecht?
    Ich habe diese Schwangerschaft besonders Angst vor einem Kind, das krank ist. Mit diesen Gedanken aber erlebe ich es ähnlich, es wird einfach abgewunken und wenige gehen darauf ein – ihr habt doch zwei gesunde Kinder, wieso sollte jetzt etwas passieren?
    Vielen Dank für diesen Artikel, es ist schön zu lesen, dass andere ähnliche Erfahrungen machen!

  24. Liebe bald 3-fach Mama,
    ich kann dein Ärger echt nachvollziehen! Dieses festlegen auf ein Geschlecht ist für mich auch quatsch. Wir erwarten unser 4. Kind im Sommer, meine Freundin nahezu gleichzeitig das 3. – wir beiden dürfen uns natürlich schon allein wegen der Anzahl einiges anhören (muss das denn wirklich sein? – Ganz klares JA!). Ich quatsch den Leuten ja auch nicht rein, wenn sie als kinderlose 150 m2 Häuser für sich beanspruchen…
    Das Geschlecht haben wir uns bisher jedes Mal überraschen lassen, wir wussten es einfach nicht bis zur Geburt! Die Erwartung der andern ist natürlich wieder ein Mädchen da bisher Junge – Mädchen – Junge. Und wenn gefragt wird, antworte ich weiter mit ‚Überraschung‘! Darauf kommt dann oft ein ‚ist ja egal, habt ja eh schon beides‘. Aber eine echte, ehrliche Freude scheint es ab dem 3. Kind kaum zu geben leider.
    Der Konter, warum das denn so wichtig ist welches Geschlecht das kleine Wesen hat, werde ich wohl auch einführen 😉
    Ich freu mich für euer 3. Würmchen!

    1. Liebe bald 3-fach Mama,

      ich habe ebenfalls 3 Kinder (einen Jungen und 2 Mädchen). Bei jeder Schwangerschaft war mir das Geschlecht vollkommen egal. Ich habe auch zu meinem Mann gesagt, wenn man nochmal schwanger werden möchte und ein Wunschgeschlecht hat, sollte man es lassen.
      Blöde Sprüche / Fragen habe ich mir auch anhören dürfen und ich war teilweise echt sprachlos.
      Hier meine Highlights bei der 3. Schwangerschaft:

      War das geplant?

      Aber ihr habt doch schon einen Jungen und ein Mädchen.

      Da hilft nur drüber stehen und sich freuen. Es ist jedes Mal ein Wunder.

      LG, Ulli

  25. Ich habe 3 Mädchen und ich verstehe dich. Viele fragen mich, ob wir nicht mich einen Jungen haben wollen. Ich verstehe diese Frage auch überhaupt nicht. Ist man denn keine richtige Familie oder hat man nicht schon mit der Familienplanung abgeschlossen nur wenn man nicht beide Geschlechter hat?! Ich bin sehr froh 3 tolle Mädels zu haben und hoffe für euch auch dass ihr 3 tolle Kinder haben werdet. 2 habt ihr ja schon und dass 3. wird, egal ob Junge oder Mädchen, eure Familie bereichern.

    1. Und wenn man einen Jungen und ein Mädchen hat heißt es plötzlich, dass Mädchen/Mädchen bzw. Junge/Junge Geschwister Paare ja viel schöner miteinander spielen könnten als ein gemischtes Geschwister Paar🙈😄

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