Wo bekommt meine Freundin in Quarantäne Hilfe?

Mein Name ist Ute, ich habe eine alleinerziehende Freundin mit zwei Kindern. Der Große ist acht, der Kleine ist zwei und hat eine starke Entwicklungsverzögerung (Pflegestufe 3). Für sie ist der normale Alltag schon nicht so leicht.

Nun wurde meine Freundin allerdings positiv auf Corona getestet und ist mit beiden Kindern in Quarantäne. Wir Freunde versorgen sie mit Lebensmitteln und Einkäufen, aber ich mache mir Sorgend um meine Freundin. Sie ist mit ihrer Kraft komplett am Ende.

Bei jeder anderen Krankheit kann man ja externe Hilfe beantragen, wenn man die Kinder nicht mehr versorgen kann. Aber wie ist das nun bei Corona? Gibt es da überhaupt eine Möglichkeit, Unterstützung im Haushalt und bei der Kinderversorgung zu beantragen? Ich glaube wirklich, dass meine Freundin das nicht mehr schafft.

Hat jemand einen Tipp für mich? Wie und wo kann ich helfen oder wen schalte ich ein, wenn die Kindesversorgung nicht mehr gewährleistet werden kann?

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8 comments

  1. Ohje, eine wirklich schlimme Situation. Ich kann leider auch nicht mehr Tipps beisteuern, als die, die schon genannt wurden. Ich habe so etwas ähnliches, wenn auch lange nicht so schlimm auch schon durch. Meine beiden Kindern 6 Monate und 2,5 Jahre damals hatten im Juni 2020 leicht Schnupfen und ich leicht Fieber, Kopf und Gliederschmerzen und konnte überhaupt nichts riechen, nicht einmal die Windeln der Kinder. Hilfe hatte wir auch Keine. Krank zu sein, mit zwei kleinen Kindern ohne Hilfe ist echt ein Alptraum. Mein Mann gehört wegen einer Vorerkrankungen zur Risikogruppe und hat uns wo es eben ging gemieden. Ich habe mich nicht testen lassen, da ich nicht gewusst hätte wohin mit den Kindern in der Zeit. Unsere Ärztin, sagte ich können ruhig noch ein zwei Tage warten und erst zum Test gehen, falls die Symptome schlimmer werden. Und um die Kinder bräuchte ich mir wenn es nur beim Schnupfen bliebe auch keine Sorgen machen. Wir haben die Zeit dann irgendwie überstanden und uns ging es bald besser. Tut mir Leid, viel helfen kann ich mit meiner Antwort nicht, (war bei uns ja vielleicht auch gar kein Covid-19), aber vielleicht die Hoffnung geben, dass diese schlimme Zeit irgendwann überstanden sein wird. Trotzdem ist es bestimmt eine gute Idee die genannten Ansprechpartner mal zu fragen, ob nicht doch Hilfe in irgendeiner Form möglich ist.

  2. Wirklich schwierig. Vielleicht findet sich ein ambulanter Pflege-oder Betreuungsdienst der einspringen kann. Vielleicht gibt es dort schon geimpftes Personal?
    Allerdings sind beide Kinder Kontaktpersonen 1. Grades und somit selbst Quarantänepflichtig.
    Ich denke auch das es sinnvoll ist beim zuständigen Gesundheitsamt nachzufragen.
    Bei Notlagen kann man auch immer beim Jugendamt nachfragen. Die sind auch für sowas zuständig und machen einen guten Job.

  3. Liebe Ute
    Ruf doch mal bei der Krankenkasse an. Da der „Kleine“ eine Pflegestufe hat müsste es möglich sein dass eine externe Hilfskraft vorbei kommt. Ob man momentan eine Haushaltshilfe bekommt wenn man positiv auf Corona getestet ist weiß ich nicht, aber ein Versuch wäre es wert.

    1. Hallo Ute,
      ich bin selbst bei einem Gesundheitsamt tätig und zuständiger Ansprechpartner ist in dieser Situation das Gesundheitsamt, das die Absonderung ausgesprochen hat. Dort sollte darüber informiert werden, dass die Versorgung der Kinder nicht gewährleistet werden kann und evtl das Kindeswohl gefährdet ist. Das Gesundheitsamt kann das Jugendamt einbeziehen, am besten natürlich, wenn das alles im Einverständnis mit der Mutter erfolgt. Eingliederungshilfen über das Jugendamt müssen auch während Corona und Lockdown etc. weiter laufen bzw. neu installiert werden können. Die Krankenkasse oder irgendwelche Träger wie DRK können in so einer Situation nicht weiter helfen. Nur das Gesundheitssamt kann unter Einhaltung des Infektionsschutzgesetzes individuelle Hilfen bereit stellen. So kann z.B. ein Mitarbeiter im Auftrag des Gesundheitsamtes einen Hausbesuch in der Quarantäne abstatten, was dritten gar nicht erlaubt ist. Dort anrufen, mailen, nicht von einer fachfremden Kraft am Telefon abwimmeln lassen, bis sich ein fachlich kompetenter Mitarbeiter tatsächlich um eine konkrete Lösung kümmert! Alle Gesundheitsämter haben Webseiten mit entsprechenden Mailadressen und Telefonnumern von Mitarbeitern im Infektonsschutz und auch konkrete Ansprechpartner im zuständigen Jugendamt findet man so. Alles Gute.

  4. Ich habe viel Gutes über die Diakonie gehört. Dort gibt es auch in Zeiten von corona Hilfe. Der erste Schritt wäre eine telefonische Beratung dort. Das könntest du auch für deine Freundin übernehmen. Und die Menschen dort helfen entweder direkt oder vermitteln weiter. Ich wünsche dir und deiner freundin von Herzen ganz viel erfolg!

  5. Wirklich helfen weiß ich auch nicht wie… Vielleicht besteht die Möglichkeit, dass ein Kind oder beide die Quarantäne als Kontaktperson woanders verbringen können (Großeltern, Freunde, Verwandte – Risiko eben, dass diese Corona mitbringen). Muss natürlich mit Gesundheitsamt abgestimmt werden. Vielleicht weiß die Telefonseelsorge auch was noch an Hinweise…
    Ansonsten eben fertige Mahlzeiten vorbei bringen oder auch neues Beschäftigungsmaterial für die Kinder. Und wie wärs dem Kleinen über Video Geschichten vorzulesen, damit die Mutter ‚in Ruhe‘ Essen warm machen kann.
    Viel, viel Kraft!

  6. Moin,
    ich finde es gerade total traurig, dass hier bisher niemand einen Tipp für dich hat, weil die Situation durch ein immer weiter so nicht lösbar ist. Dazu sind die drei Menschen zu wichtig und Kraft irgendwann doch begrenzt.
    Ich würde bei der Stadt anrufen (oder wer auch immer verwaltungstechnisch zuständig ist) und vorher abgesprochen für deine Freundin fragen oder ohne ihren Namen zu nennen pauschal fragen, was in so einer Situation für Hilfen möglich sind.
    Es bringt niemandem etwas bei Eltern drauf zu warten, bis sie zusammenbrechen, weil die Betreuungsfrage immer schwieriger wird, je größer die Erschöpfung ist.
    Ich wünsch‘ deiner Freundin unbekannterweise die Hilfe, die sie braucht, und ganz viel Kraft und Mut.
    Liebe Grüße
    Anne

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