Und ihr so?: Heute mit Stephanie, die uns ihre „3-2-1-Regel“ erklärt

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Wer seid Ihr? 

Ich bin Stephanie Poggemöller – Gründern von Work&Family (www.workandfamily.de) und berate Familien dabei, ihren ganz eigenen Weg für den Familien- und Berufsalltag zu finden. Mit meinem Mann und unseren beiden Kindern leben wir vor den Toren Münchens.

Was heißt für Euch Heimat?

Den Begriff Heimat verbinde ich nicht mit einem bestimmten Ort. Ich verbinde ihn mit Menschen, die mir am Herzen liegen, mit Erlebnissen, mit Natur, mit dem Gefühl von „nach Hause kommen“. Und im Moment fühlen wir uns hier – mit den Bergen vor der Tür – sehr, sehr wohl.

Wie wohnt Ihr?

Wir leben zwischen Vorstadt und Großstadt. Schätzen es, dass wir im Grünen wohnen und dass die Stadt so nah ist, dass wir jederzeit urbanes Feeling genießen können, wenn uns danach ist. Was vor allem mir sehr wichtig ist.

Wie hat sich Eure Wohnsituation verändert seit Ihr Kinder habt?

Mit dem ersten Kind hatten wir noch genug Platz in unserer damaligen Wohnung im Herzen Münchens. Als dann das zweite Kind kam, wurde es mit der Zeit räumlich einfach zu eng und wir haben uns nach einer Alternative umgeschaut. Am Anfang noch in der Stadt, doch das Angebot und unsere Vorstellungen waren nicht vereinbar und so haben wir den Radius vergrößert und sind in einen Vorort gezogen.

Das Treiben, die Straßencafes und spontane Abendspaziergänge im Viertel fehlen mir ehrlich gesagt schon. Dafür schätze ich es sehr, dass die Kinder hier unbefangen auf der Straße rumrennen können, dass die Wege kurz sind und wir den Wald mit Möglichkeiten zum Toben direkt vor der Tür haben. Für unsere aktuelle Lebenssituation daher sehr passend, doch ich schließe nicht aus, dass sich das irgendwann auch nochmal ändert.

Was macht Ihr vormittags? 

Die Kinder sind am Vormittag im Kindergarten bzw. in der Schule und ich und mein Mann arbeiten.

Und nachmittags?

Am Nachmittag ist dann Kinderzeit. Entweder gehen wir zum Sport, treffen wir uns mit Freunden oder verbringen Zeit im Garten. Meistens in der Hängematte, die steht bei allen hoch im Kurs.

Stichwort Vereinbarkeit: Wie glücklich seid Ihr mit der Situation?

Organisation, Absprachen und Prioritäten setzen, sind denke ich wichtige Aspekte, damit Berufliches und Familiäres gut unter einen Hut gebracht werden kann. Das macht nicht immer Spaß und ist auch mal nervig, doch im Großen und Ganzen kriegen wir es damit gut hin, genug Zeit für beide Lebensbereiche zu haben. Eine dieser Prioritäten ist es zum Beispiel, dass wir eine Mahlzeit am Tag gemeinsam haben und so Zeit für Austausch ist.

Was bedeutet Gleichberechtigung für Dich?

Die faire Aufteilung von Erziehungs- und Organisationsaufgaben. Die Erziehungsfragen betreffen speziell den Partner. Und bei den Organisationsaufgaben sind alle gefragt, auch die Kinder. Denn – im Rahmen ihrer Fähigkeiten – können sie auch schon Tätigkeiten übernehmen und damit zum gemeinsamen Miteinander beitragen.

 

Was ist etwas, mit dem Du nie gerechnet hast bevor Du Mutter wurdest? 

Dass es mal zwei Menschen in meinem Leben geben wird, die mich derart fordern und gleichzeitig so erfüllen können. 

Inwiefern würdet Ihr Euer Leben optimieren, wenn Ihr könntet? 

Über diese Frage habe ich seitdem ich Kinder habe schon sehr oft nachgedacht und auch vieles ausprobiert. Einiges mit mehr Erfolg als anderes.

Mittlerweile denke ich, dass man ein Leben mit Kindern und Beruf gar nicht bis zum äußersten optimieren kann. Denn selbst, wenn man noch soviel plant, vorbereitet und organisiert, wenn das Kind krank wird oder die Schule anruft, weil es verletzt ist, dann bricht das ganze Konstrukt von einer Minute auf die andere in sich zusammen. Das einzige was dann bleibt, ist die Unzufriedenheit, weil das Optimum nicht erreicht wurde. Daher ist es aus meiner Sicht besser, etwas von diesem Optimierungsanspruch wegzukommen und zu versuchen, so positiv wie möglich mit dem vermeintlich Negativen umzugehen.

Was ist Euch als Familie wirklich wichtig?

Wir achten darauf, dass wir auf die Bedürfnisse aller Familienmitglieder eingehen. Das klappt natürlich nicht immer gleich gut, weil manchmal die Rahmenbedingungen einfach so sind, dass nicht alles berücksichtigt werden kann. Doch der Fokus darauf, der ist uns wichtig.

Nach der Geburt unseres ersten Kindes, haben wir deshalb die „3-2-1 Regel“ in unserer Familie eingeführt. Bedeutete für uns, dass es Zeit zu dritt (als Familie), zu zweit (als Paar oder ein Elternteil mit dem Kind) und auch Zeit alleine gab. Auch jetzt mit zwei Kindern setzen wir das weiterhin hin um und fahren damit sehr gut. Die Kinder haben dadurch mal Mama oder Papa ganz für sich alleine. Wir verbringen Zeit als Familie zu viert, nehmen uns Zeit als Paar und jeder bekommt die Möglichkeit, mal etwas nur für sich zu tun. Natürlich müssen wir dafür auch mal hin und her organisieren. Außerdem brauchen wir externe Hilfe in Form eines Babysitters. Doch der Aufwand lohnt sich für uns, weil wir alle davon im gemeinsamen Miteinander profitieren.

Was ist Euer Lieblings-Familienessen?

Mhm, gute Frage. Bei den vielen verschiedenen Vorlieben und Abneigungen, das richtige Essen zu finden ist oft gar nicht so leicht. Doch mit Spaghetti Bolognese und Eis zum Nachtisch wären alle glücklich

Wohin geht der nächste Urlaub?

Nach Italien. Sonne, Eis, Meer und Strand – für uns gerade der perfekte Urlaubsort.

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3 comments

  1. Danke
    Liebe Theresa,

    vielen Dank für diese positive Rückmeldung. Das freut mich sehr. Ja, ich finde auch, dass es wichtig ist, in einer Familie, die Bedürfnisse aller im Auge zu behalten. Ich wünsche Dir und Deinen Lieben noch einen schönen Tag. LG Steffi

  2. Schöne Idee, Deine Regel
    Liebe Steffi, habe mich in Eurer „3-2-1-Regel“ direkt wieder gefunden. Wir sind mittlerweile zu fünft und handhaben das auch so, dass wir darauf achten, immer in unterschiedlichen Konstellationen Zeit miteinander zu verbringen, denn jedes Kind hat ja auch ganz unterschiedliche Bedürfnisse…

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