Von Machtspielen und Nein-Sagern im Familien-Alltag: „Wir können es nicht immer allen recht machen“

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Ihr Lieben, wir sind viele. Fünf Personen in unserer Kleinfamilie. Und drum herum noch die Großfamilie. Es ist so, das weiß ich nach Jahren der Erfahrung: Es gibt keinen einzigen Tag, an dem ich es allen recht machen kann. Wir Eltern verhandeln, diskutieren, argumentieren – und am Ende ist doch immer irgendwer beleidigt.

Wollen wir in den Wald?

Nein.

Wollen wir auf den Drachenfels wandern mit Eis hinterher?

Nein. Ich gehe niemals-nirgendwohin heute, ich bleibe zu Hause.

Wollen wir zu Hause bleiben?

Nein, das ist total langweilig.

Wollen wir im Garten arbeiten?

Nein. Nein. Nein.

Dabei will der andere doch so gern auf den Drachenfels, freut sich die Hausgemeinschaft doch so sehr, wenn wir im Garten helfen, würde einer doch so gern in den Wald. In der Familie leben heißt: Kompromisse leben. Ohne Kompromisse kommen wir nicht weiter. Das gilt nicht nur in Familien, das gilt auch in der Politik. Die Kunst ist, die Waage zu halten zwischen den eigenen und den Bedürfnissen der anderen. Sich selbst nicht zu verlieren (ja, auch das gilt für Politiker). Seine Linie trotzdem grob beizubehalten, indem man sich immer mal wieder zurücklehnt und die Situation von außen betrachtet. Mal machen wir das, was sich Papa wünscht, mal das, was Mama mag, mal trennen wir uns auch, dann können die ohne Lust zu Hause bleiben und die mit Lust mitfahren. Aber immer trennen ist uns auch zu doof.

Und gerade jetzt, da bei einem unserer Kinder die längst überwunden geglaubte Nein-Phase wieder in seiner autoritärsten Form auftaucht, ist das manchmal gar nicht so leicht. Wir können nicht alle Unternehmungen abblasen, weil einer nie mit will.

Doof ist auch, wenn sich einer aus der Familie dann zwischen den Stühlen wiederfindet. Wenn einer es dem Nein-Sager recht machen möchte. Aber auch dem Wünscher. Dann ist er nämlich selbst schnell frustriert. Können wir mal irgendwas machen oder nicht machen ohne dass sich jemand wahnsinnig darüber aufregt? Wir machen uns hier doch Gedanken, damit es euch allen gut geht. Warum können wir nicht einmal die Woche etwas finden, dass allen gleichzeitig Spaß macht?

Mitgehangen, mitgefangen. Und am Ende war dann die Radtour, auf die das Kind auf keinen Fall mitwollte, auch gar nicht so schlimm. Wenn man ganz ehrlich ist, war sie dann sogar richtig schön, besonders die Rast an der Bäckerei im Nachbarort. Ja, es braucht manchmal diplomatisches Geschick als Eltern. Oft.

Und viel Geduld. Immer.

So, dass der Familienfrieden erhalten bleibt und trotzdem alle auf ihre Kosten kommen. Wir können nicht immer gerecht sein. Aber wir können versuchen, die Waage zu halten. So dass am Ende alle sagen: Es ist okay so wie es ist. Selbst wenn man mal ein Machtspielchen verliert… 😉

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2 comments

  1. Kenne ich
    nur zu gut!! Kommt mir alles sehr bekannt vor. Wir sind auch eine fünfköpfige Familie und es ist in der Tat sehr schwierig es allen und jedem recht zu machen!