Gastbeitrag von Jennifer: Drei Wochen Kur für Mama und Kind

Ihr Lieben, nach unserem Interview mit Anne Schilling vom Müttergenesungswerk, schickte uns Jennifer ihren Kur-Erfahrtungsbericht. Viel Spaß damit!
 
Da mein Jahr 2014 um die Sommerzeit ziemlich turblent war, beschloss ich, für mich und meine Tochter eine Kur zu beantragen. Ich arbeite im Krankenhaus im Schichtdienst und hatte mit Rückenschmerzen, Schlafproblemen, Magenschmerzen und so einigen Sorgen um meine Kinder zu kämpfen. Es waren also mehrere Punkte bei mir, die für eine Kur sprachen.
Ich reichte meinen Antrag Ende Oktober  (es war ein Mittwoch) ein… und hatte schon am folgenden Montag (!!!) die Zusage! Mir wurde eine Mutter-Kind Einrichtung im schönen Harz zugewiesen. Die Vorsorgeklinik meldete sich bei mir und ich bekam einen Termin für den 17.02.2015! Mir war schon klar, dass es etwas dauern würde – dass ich aber noch vier Monate warten musste, fand ich schwierig – schließlich ging es mir nicht gut. Nun denn.
Am 17.02.2015  ging es los, mit meiner Tochter (7)! Erst war ich skeptisch, weil der Harz bei mir um die Ecke liegt und ich von einem Aufenthalt an der Ostsee geträumt hatte. 
Aber was soll ich sagen: Es war super! Die Klinik ist sehr klein, nur für 19 Mütter und 33 Kinder ausgelegt. Alle Familien reisen zusammen an und auch wieder ab – so lernt man sich schnell gut kennen.
Am ersten Tag plagten mich dann Gewissensbisse, weil ich meinen Sohn (3) nicht mitgenommen hatte. Nach Telefonaten mit meiner Krankenkasse und dem herzlichen Bemühen der Klinik war dann mein Sohn ab Freitag doch dabei 😉

Generell kann ich sagen: Alle Mitarbeiter waren super freundlich. Und ich denke, eine kleine Klinik hat Vorteile, da man dann besser auf die Mamas und die Kinder eingehen kann. Ich konnte mir meine Therapien selber aussuchen… habe mich aber dadurch auch etwsa übernommen. Ich wollte einfach alles ausprobieren und habe eine Sache nach der anderen belegt. Das Gute war, dass ich dann nicht an allem teilnehmen musste, was ich mir ausgesucht hatte, da war die Klinik sehr flexibel. Ich hätte das wohl auch gar nicht alles geschafft.

Die Kinder brachte ich vormittags  in die Kinderbetreuung. Da ich immer wieder Therapien hatte und ja auch an die Essenzeiten gebunden war, hatte ich nie wirklich Zeit für mich ganz allein, einfach so zum Nichtstun. Aber trotzdem war es anders als zu Hause, da ich einfach nicht diesen Alltagsstress mit Arbeiten, Wäsche oder Essen hatte.

In der Kur entdeckte ich Yoga für mich und werde es zu Hause auf jeden Fall weiter machen. Weitere Therapien wie Yoga, Nordic Walking, Massagen, Becken-Bodengymnastik und Rückenschule fand ich wirklich klasse, weil es einfach in der Gruppe Spaß gemacht hat und ich manche Dinge noch nie gemacht habe…wie z.B Aroha.  Boah…wenn Ihr das noch nicht kennt…probiert es aus! Ich hatte drei Tage Muskelkater in den Oberschenkeln.
Insgesamt wurde mir bewusst, dass ich mich unbedingt regelmäßig Sport treiben sollte. Ich dachte, dass ich mich ja genug während des Tages bewege… aber in der Kur lernte ich Muskeln in meinem Körper kennen, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie habe.
 

Was die Gespräche in der Kur angeht: Ich hatte welche über Stressbewältigung und Kindererziehung. Das hat mir, ehrlich gesagt, überhaupt nichts gebracht. Mein Problem ist, dass ich unter Ängsten leide, ganz speziell,was meine Kinder betrifft. Und ich denke, bei so einer Problematik sind drei Wochen einfach zu kurz. Ich habe zwar Tipps bekommen, was ich zu Hause verbessern kann, aber generell war es mir zu wenig. Außerdem hat mir gefehlt, dass die Kinder einbezogen wurden. Klar, die Kur war auf mich ausgerichtet – aber zu meinem Leben gehören die Kinder nun mal dazu. Ich hätte mir gewünscht, dass ich in der Kur auch Therapien mit den Kindern machen kann… z.B. Entspannung, Nordic Walking, Yoga, Rückenschule.

Meine Tipps für alle, die in eine Kur fahren wollen: Erkundigt Euch vorher bei Euren Krankenkassen, welche Einrichtungen für Euch in Frage kämen! Außerdem: Ich fand die Zeit für den Kurantritt zu lang… vielleicht kann man durch den Arzt angeben lassen das es "dringend" ist und kommt so schneller an einen Termin.
Ich würde immer wieder eine kleine Klinik bevorzugen, weil es einfach familiärer ist und man immer für drei Wochen immer dieselben Mamas um sich hat. Und ich denke auch für die Kinder ist es einfacher in einer kleineren Gruppe.
Informiert Euch außerdem darüber, was bei einer vorzeitigen Abreise auf Euch zukommt. Soweit ich weiß, kommen keine Kosten mehr auf Euch zu, solange ein medizinischer Grund vorliegt.
Ganz wichtig in einer Kur: Es sind viele Kinder da – kleinere und größere – da kann es schon mal laut werden. Entweder Ihr habt also ein dickes Fell oder Ihr braucht Ohrenstöpsel 🙂
Für mich war es eine super schöne Zeit, ich habe tolle Mamis und Kinder kennengelernt. Wir hatten Glück: Der Harz ist wunderschön, es lag Schnee und wir waren viel im Wald unterwegs. Wir haben Stöcke und Äste gesammelt, sind mit der Seilbahn gefahren und haben Hexen im Wald entdeckt. Es war eine wunderbare Auszeit für mich und die Kinder. 
 

Euch alles Liebe, Eure Jennifer

Du magst vielleicht auch

2 Kommentare

  1. war 2x über
    war 2x über müttergenessungswerk in der kur. beide male waren die kurhäuser optimal ausgesucht. die gespräche sind für die probleme der einzelnen vielleicht doch zu kurz, aber ich habe auch nicht erwartet, diese in den 3wo kuraufenthalt gelöst zu bekommen.

    in der zweiten kur gabs viele angebote für mama-kind. das lag aber auch daran, dass das haus auf mutter-kind-interaktion (unter anderem) spezialisiert war.

  2. war 2x über
    war 2x über müttergenessungswerk in der kur. beide male waren die kurhäuser optimal ausgesucht. die gespräche sind für die probleme der einzelnen vielleicht doch zu kurz, aber ich habe auch nicht erwartet, diese in den 3wo kuraufenthalt gelöst zu bekommen.

    in der zweiten kur gabs viele angebote für mama-kind. das lag aber auch daran, dass das haus auf mutter-kind-interaktion (unter anderem) spezialisiert war.