Gedanken zum Ende der Herbstferien: Lebt ihr da, wo ihr gerne leben wollt?

Ihr Lieben, würde ich meiner Instagram-Bubble glauben, würde ich meinen, alle Berliner seien auf Kos, Kreta oder Mallorca. Noch nie sind wohl so viele nochmal in die Sonne geflohen, bevor der gruselige Berliner Herbst richtig zuschlägt. Tatsächlich hatte ich mich zu Beginn der Herbstferien ein bisschen geärgert, dass wir nicht auch in den Flieger gestiegen sind, denn ein bisschen Sonne auf der Haut hätte uns allen auch gut getan.

Stattdessen hatten wir andere Pläne – eine Woche unterwegs sein, eine Woche in Berlin bleiben (weil wir Eltern auch die zweite Woche wieder arbeiten mussten.)

Am ersten Ferientag sind wir nach Bayern zu meiner Mama gefahren, sie wohnt dort in einem kleinen Dorf unweit eines Sees. Sie hat einen riesigen Garten und für die Kinder gibt es jede Möglichkeit, sich auszutoben. Meine Mama ist körperlich total fit, daher sind wir jeden Tag spazieren gewesen, einmal sind wir sogar auf den höchsten Berg der Umgebung geklettert. An dem einen Schlecht-Wetter-Tag war ich mit den Kids im Hallenbad – das erste Mal seit zwei Jahren. Die Kinder waren unfassbar happy, sind nonstop gerutscht, haben im Wellenbad getobt – und ich dachte mir wieder: Kinder brauchen echt nicht viel, um glücklich zu sein.

Danach sind wir noch zu meiner Schwester gefahren, die mit ihrer Familie nahe München mit lebt. Ich selbst bin ja auch in Bayern aufgewachsen, habe fast jede Ferien in Österreich verbracht. Deshalb schlägt mein Herz sofort schneller, wenn ich Berge am Horizont sehe.

Ich lebe schon so viele Jahre nicht mehr in Bayern, habe in Hamburg, in Erfurt und nun in Berlin gelebt – und dennoch ist die bayerische Lebensart doch tief in mir drin. Es ist mir einfach so vertraut.

Auf der Rückfahrt nach Berlin haben mein Mann und ich wie immer darüber nachgedacht, ob wir eigentlich so leben, wie wir leben wollen. Mittlerweile sind wir in Berlin verwurzelt, unsere Kinder sind waschechte Berliner, wir haben hier viele Freunde und fühlen uns auch sehr wohl – und doch bleibt der Traum, irgendwann zurück nach Bayern zu ziehen, vielleicht einen Hof zu restaurieren und in die Weite zu schauen…

Lustigerweise haben viele Freunde von mir diese Gedanken. Kaum einer kann sich zum Beispiel vorstellen, in Berlin alt zu werden. Aber wo dann? Kann man sich nochmal ein soziales Netz woanders aufbauen? Und wann wäre der richtige Zeitpunkt, die Zelte abzubrechen? Wenn die Kinder groß sind? Oder vorher?

Erzählt doch mal: Lebt ihr da, wo ihr gerne leben wollt? Und könnt ihr euch vorstellen, nochmal umzuziehen??


*Werbung wegen Markennennung*: Den Trip nach und durch Bayern haben wir übrigens mit einem VW Caddy Maxi gemacht, den wir freundlicherweise testen durften. Im Alltag fahren wir selbst ein sehr kleines, altes Auto – aber die Vorzüge eines geräumigen Autos für weite Strecken liegen wirklich auf der Hand. Wir hatten wunderbar viel Platz (dank dritter Sitzreihe, die man ausklappen kann). Genial fand ich die technische Ausstattung – Warnlichter, wenn ein Auto im toten Winkel hinter uns war, automatische Abstandseinhaltung, automatisches Gegenlenken, wenn man über den Mittelstreifen fährt. Dazu ein großartiges Navi und Soundsystem und ein riiiiiieeeeessssiges Glasdach, durch das wir in den blauen Himmel Bayern schauen konnten.

Außerdem hat der VW Caddy zwei Schiebetüren, was für Kinder einfach mega praktisch ist. Kein Drüber-und Drunter-Klettern mehr, sehr angenehm. Dank des großen Kofferraums konnten wir easy Gepäck für fünf samt Fahrrad für die Kleine mitnehmen. Ich habe die erste lange Fahrt nach Bayern alleine mit den Kindern gemacht (mein Mann musste noch arbeiten und kam später mit dem Zug nach) – ich fühlte mich in dem Auto sehr sicher und bin absolut begeistert vom Komfort und dem Fahrgefühl des Caddy Maxi. Ein Traum-Familienauto!

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7 comments

  1. Offen gestanden: Ich liebe das Land und die Natur- um dort Urlaub zu machen.

    Ein nicht-urbanes Leben auf Dauer könnte ich mir hingegen echt nicht vorstellen, alleine schon deshalb, weil ich keine Lust hätte von einem Kfz abhängig zu sein um irgendwo hinzukommen. Ich lebe nun seit 40 Jahren glücklich Kfz-frei und habe auch nicht vor, mir so ein Ding jemals anzuschaffen.

    Außerdem finde ich es einfach cool, jedes Mal wenn ich in der Innenstadt unterwegs bin, alte Bekannte aus der Schule oder meinem früheren Block zu treffen.

    Auch für die Kinder wünsche ich mir ein urbanes Leben in dem sie irgendwann selbst mit den Öffis zu all ihren Aktivitäten fahren können, ohne ständig vom Elterntaxi abhängig zu sein.

    Cool finde ich auch die multikulturelle Klassengemeinschaft und Kindergartengemeinschaft, in denen meine Kinder mit Kindern aus ganz anderen Kulturen befreundet sind.

    Außerdem gehört Kochen zu meinen Hobbys und zwar liebe ich vor allem die vietnamesische, indische und thailändische Küche.
    An einem Ort, an dem es keinen gutsortierten Asiasupermarkt in der Nähe gibt, wäre ich ziemlich unglücklich.

    Und ganz ehrlich: Wenn ich denn mal Zeit habe am Wochenende wegzugehen, liebe ich auch die etwas verrufenen Orte, die schmuddeligen Kneipen und schummrigen Clubs. Das gehört für mich dazu.

    Wenn ich jemals aus FFM weg müsste, wären die einzigen Städte, die für mich in Frage kämen Berlin, Hamburg oder Köln. München ist zwar auch groß, aber da mag ich diese Mentalität zwischen arroganter Schickeria und provinziellem „mia san mia“ einfach nicht.

  2. Wir sind gerade auch total hin und hergerissen. Wir wohnen in Frankfurt, mitten drin mit 3 Kindern (1/4/6) und müssen dringend umziehen weil 3-Zimmer einfach zu eng sind. Das vor e Jahren gekaufte Haus am Stadtrand wird einfach nicht fertig und in 3 Jahren hat sich bei uns auch viel getan. DIeses Haus und den Ort wo es steht können wir uns einfach nicht mehr vorstellen. Der große geht nun in der Stadt auf eine Montessori Schule und die kurzen Wege sind einfach mein Ding. Aber muss es Frankfurt sein?! Wir bekommen hier einfach nicht was wir brauchen zu einem vernünftigen Preis. Mein Mann kommt hierher. Ich komme aus Heidelberg. Ich wollte schon immer mal in Mannheim leben … Es gibt andere Städte die halbwegs groß sind und deutlich preiswerter. Wir wissen es einfach nicht und warten in unserer 3 Zimmer Wohnung auf eine Eingebung … oder eine Wohnung … oder ein Haus 🤷🏼‍♀️

  3. Liebe Katharina, I feel you!
    Wir sind vor fast 4 Jahren von Hamburg nach Bayern zurück gezogen (meine Heimat). Die Kinder waren noch klein (5 und fast 2) und ich konnte mir das Stadtleben und die grauen Winter mit ihnen auf Dauer nicht vorstellen. wir haben hier das Netzwerk durch Familie und alte Freunde, das wir in HH vermisst hatten. Hier ist es zwar auch schwer mit Wohnraum, da sehr touristisch, aber wir haben einen Garten mit Trampolin und die Berge direkt vor der Tür. seit wir hier sind, fühlen wir uns angekommen, die kleinen Auszeiten in der Natur tun so gut und man braucht echt weniger Urlaub. Die Jahreszeiten sind alle 4 gleich toll! Selbst der corona Winter war richtig schön dank Massen an Schnee. Wenn die Kinder Jugendliche sind, vermissen sie vielleicht was, dann müssen sie halt mit dem Zug nach München, so wie wir früher.. für jetzt ist es perfekt und ich kann es nur empfehlen, den Status quo immer mal zu überprüfen und mutig zu sein! Zurück geht immer.. alles Liebe♥️

    1. Wir haben genau die umgekehrte Perspektive, also wir haben den Wandel vor 4 Jahren gemacht:

      Hochschwanger mit Kleinkind in Hamburg, wo man sich gefühlt um alles streiten muss: Wohnungen mit mehr als 2,5 Zimmern, Jobs, Kitaplätze oder auch nur einen Platz auf der Wiese im Stadtpark…
      Haben wir dann die Reißleine gezogen und sind ein paar Km südlich in einer mittelgroßen Unistadt nun super glücklich!!
      Hier konnten wir ein Haus kaufen, am Stadtrand, so dass man schnell draußen in Grünen ist aber gut angebunden, so dass man auch in 20min in der Innenstadt sein kann. Von allem gibt es hier genug und wir haben zum ersten Mal das Gefühl zur Ruhe und angekommen zu sein. Mit mittlerweile drei Kindern (6, 4 und fast 2) ist es wirklich der perfekte Ort: genug los um auch Teenagern noch gerecht zu werden, aber unaufgeregt genug dass es mit kleinen Kindern nicht zu anstrengend wird.
      Wir kannten hier übrigens niemanden. Und hatten sehr schnell einen Sack voll Freunde, weil man durch die Kinder eben schnell viel Kontakt hat.

      Ich weiß aber auch dass der viel umträumte „alte Hof in Alleinlage“ für uns nicht das große Glück bedeutet hätte, das wäre zu krass. Ein bisschen Stadt ist doch ganz schön 🙂

      Alle, die noch überlegen: Macht es.

  4. Ich kann deine Frage definitiv mit nein beantworten und wir sind auch dabei das zu ändern. Wir haben sehr lange sehr gerne in London gelebt, aber dank Brexit und nun der Pandemie ist die Sehnsucht, wieder bei der Familie in Berlin zu leben, zu groß geworden.

    Daher wird hier in zwei Monaten alles eingepackt und es geht – für mich nach 21 Jahren – zurück nach Berlin! Ganz neu anfangen brauchen wir allerdings nicht, denn durch viele Besuche und die große Familie haben wir eine gute Netzwerkbasis, auf die wir aufbauen können. Auch für die Kinder mit 11, 8 und 3 passt es jetzt noch ganz gut und die freuen sich auch auf das Leben in Berlin.

    Die Freunde von dir, die sich nicht vorstellen können in Berlin alt zu werden: sind das eher Zugezogene oder sagen das auch gebürtige Berliner? Würde mich mal interessieren 😀
    Liebe Grüße aus London,
    Uta

  5. Liebe Katharina,
    ich bin waschechte Berlinerin 😉 lebe jedoch seit 19 Jahren in Hamburg. Ich liebe Hamburg und die Nähe zur Ostsee, meine Tochter ist hier geboren und ich habe hier beruflich/privat ein gutes soziales Netzwerk. Ich kann mir tatsächlich nicht vorstellen, jemals nach Berlin zurückzukehren und dort alt zu werden, obwohl meine gesamte Familie dort bzw im Speckgürtel lebt. Allerdings hab ich schon öfter darüber nachgedacht, vielleicht später noch näher ans Meer bzw die Küste zu ziehen… noch schneller einfach ne Stunde am Strand spazierengehen zu können, fände ich super.

    1. Liebe Katharina, wohnt ihr denn recht zentral? Wir wohnen am Stadtrand im grünsten Bezirk Berlins kurz vor der Grenze zu Brandenburg und sind damit sehr zufrieden. Einen Umzug könnten wie uns gar nicht mehr leisten, selbst wenn wir wollten. Ich würde meine Gegend nicht mehr verlassen wollen. Der Gedanke an ein Haus im Grünen, mit anderer Nachbarschaft, Schule usw., auf keinen Fall. Ich glaube, man ist schnell geneigt, grad im Urlaub, zu denken, es wäre schöner woanders. Aber was es wirklich bedeutet, alles hinter sich zu lassen, ist einem oft glaube ich nicht klar un solchen Sehnsuchtsmomenten. Ich wünsche euch, dass ihr den Ort findet, an dem ihr glücklich seid/werdet 🙂

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