#IchBinEinBerliner: Berlin, du weltoffene Hauptstadt! Warum wir Dich lieben

Ihr Lieben, wenn man schlimme Nachrichten hört und geschockt davor steht, dann entsteht da oft eine Leere. Diese Leere wird bei mir oft erst durch Gutes gebrochen, das ich der Situation abgewinnen kann. Wenn in all dem Leid etwas Schönes passiert.

Wirklich weinen musste ich gestern erst, als ich bei Twitter las, wie sehr die Welt Anteil nimmt, an dem, was in Berlin am Abend geschehen ist. Ein LKW rast am Breitscheidplatz auf den Weihnachtsmarkt und reißt Dutzende Menschen mit. Und unter dem Hashtag #IchBineinBerliner melden sich Menschen aus Frankreich, aus den USA, aus der ganzen Welt. Der Eiffelturm in Paris erstrahlt in Schwarz-Rot-Gold. Alle stehen wir zusammen in solch schrecklichen Momenten, so wie damals viele Deutsche ihr Profilbild änderten, als in Paris oder Nizza die Anschläge geschahen. Es rührt mich zutiefst, zu wissen, dass wir nicht allein sind, zu wissen, dass da draußen empathische Menschen sind, die nicht auf Spaltung aus sind, sondern die so leben wollen wie Du und ich – in Sicherheit und Frieden.

Ein Vater mit seinem Kind an der Hand, ein Touristenpaar im Liebesurlaub, eine Oma, die letzte Geschenke einkauft. Ein Weihnachtsmarkt ist ein friedlicher Ort. Wir fühlen mit allen, für die dieser Ort gestern Abend zum Horror wurde. Und weil man sich an diesem Morgen so hilflos fühlt – lasst uns die Kräfte der Trauer und des Schocks für etwas Positives nutzen. Denn Wut und Hass helfen keinem weiter. Berlin, das ist die Stadt, in der Lisa geboren wurde und in die sie nach dem Abi in Köln zurückzog und so viele Jahre lebte, bis sie zur Landmama wurde. Berlin, das ist die Stadt, in der Katharinas Familie seit so vielen Jahren lebt und in der sie eigentlich ihre Emotionen fürs Wochenbett aufsparen wollte. Wir haben heute Morgen ungeordenete Gedankenfetzen zu dieser unserer Hauptstadt gesammelt. Lisa in kursiv, Katharina in normal. Eine Liebeserklärung an Berlin.

Berlin, Du bist und bleibst die Stadt der Freiheit.

Berlin, Du meine große Liebe, die ich auch nach vier Jahren Landleben noch so sehr vermisse.

Hier habe ich meinen Traumberuf gelernt: Journalistin. Von Berlin aus flog ich in die Welt, um die Geschichten zu erzählen. 

Du bist die für mich interessanteste Stadt Deutschlands.

Ich wollte oft im Mauerpark Karaoke singen und hab mich nicht getraut

Berlin, du bist wie ein Beet, auf dem bunte Blumen wachsen – und manche verblühen.

Als ich aus Hamburg nach Berlin zog, fand ich Dich schrecklich. Schrecklich groß. schrecklich grau, schrecklich voller Hundekacke. Man muss sich erst an Dich gewöhnen, Du bist keine Stadt für Feiglinge. 

Ich habe in Dir studiert, volontiert, gearbeitet, gefeiert, gewohnt – und mich verliebt mit Happy End.

Berlin, Deine Spätis sind ein Segen. Für Bier mitten in der Nacht, für Chips, für Zigaretten, wenn man einfach kein Ende mit der besten Freundin findet

Wenn ich an Berlin denke, denke ich auch an meine Kindheit. Ich wurde im fünften Stock eines Mietshauses am Nollendorfplatz in Schöneberg geboren.  

Berlin, Deine Winter sind schrecklich grau. Man braucht viel Fantasie, um sich an den Frühling zu erinnern.                    

Berlin ist für mich unsere Altbauwohnung, der Kaffee im Einstern um die Ecke, das „Wohnen“ vor der Tür, auf den Spielplätzen mit den vielen anderen so unterschiedlichen Müttern mit spannenden Geschichten.

Ich tanzte hier bis zum Morgengrauen, sah die Sonne am Alexanderplatz aufgehen. Fühlte mich jung und unsterblich. 

Berlin, Du bist für mich wunderbare Freundschaften, fantastische Erinnerungen und ein Ort, an den ich mein Leben lang gern zurückkommen werde.

Mein erstes Gehalt investierte ich im KaDeWE in eine Designer Handtasche.

Berlin ist für mich das Gegenteil von engstirnig, auch wenn es dort bestimmt auch engstirnige Menschen gibt.

In Berlin fand ich so viele neue Freunde, Zugezogene, Alt-Berliner. Man muss sich um Anschluss bemühen, findet man ihn, ist er fest und tief. 

Ick hab noch nen Koffer in Berlin.

Runde um Runde drehte ich im Prenzlauer Berg, trank Kaffee und beobachtete anderen Mamas. Überhaupt ist es wunderbar, andere Menschen in der Hauptstadt zu beobachten. Was für eine Vielfalt, was für eine bunte Mischung. Einfach wunderbar. 

Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft.

Nie vergessen werde ich meine erste Taxifahrt in Berlin. "Kann man hier mit EC-Karte zahlen?" fragte ich den Taxifahrer. "Wenn man hier mit einer Scheiß EC-Karte zahlen könnte, wäre am Scheiß-Fenster ein Scheiß EC-Zeichen", war die Antwort. Berliner Freundlichkeit eben.

Alle unsere sechs Stadt Land Mama-Kinder sind echte Berliner – in der Hauptstadt geboren.

 

Zum Weiterlesen:

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Ein kleiner trauriger Zwischenruf zur aktuellen Nachrichtenlage

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4 comments

  1. Berlin, du warst und bist für mich ein Zuhause
    Auch ich war gestern fassungslos und kann auch heute sicher noch nicht die richtigen Worte finden. Die Menschen wollten dort gestern auf dem Weihnachtsmarkt eine schöne Zeit haben, Freunde treffen und vielleicht ein Geschenk für einen lieben Menschen kaufen. Jetzt kommen einige nicht mehr nachhause zu ihren Familien.
    Ich habe 8 Jahre in Berlin gelebt und liebe diese Stadt.

    Eins weiß ich, ich lasse mir mein Weihnachten und die Dinge die ich daran liebe von niemandem kaputt machen, dann haben die ja gewonnen. Ich denke wir sollten alle auf den Weihnachtsmarkt gehen, um der Welt zu zeigen dass wir uns nicht einschüchtern lassen. Wir laden jeden, egal woran er glaubt doch ein mit uns Weihnachten zu erleben und ein paar schöne Tage mit der Familie zu verbringen.

    Lasst uns an den nächsten Abenden bis Weihnachten eine Kerze ins Fenster stellen um zu zeigen dass wir an diese Menschen und ihre Familien denken.

  2. In Gedanken in Berlin
    Ich wohne in Oberbayern, bin aber in Gedanken heute bzw. seit gestern beinahe die ganze Zeit in Berlin. Dieses Ereignis macht mich fassungslos und traurig

    Lisa und Katharina – ihr hättet eure Gedanken nicht besser in Worte fassen können und sprecht sicher vielen anderen aus der Seele.