10 Gründe, warum ich mich als Mutter wieder in meine Studentenzeit zurückversetzt fühle!

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Liebe Lisa,

ja, ein bisschen Frieden! Dein Vorschlag hört sich super an! Zumal du mich mit deiner herrlichen Ziegen-Burnout-Profilaxe echt gerade sehr neidisch machst! Einfach auf eine Weide starren – das wär’s jetzt! Max ist (mal wieder!) krank. Und eigentlich sollte man diese Einrichtungen nicht Kitas, sondern Immunisierungsstationen nennen. Max ist mit seinen bald zwölf Monaten seit drei Monaten in der Kita. Jeden Tag vier Stunden. Drei Monate Kita, zwei Monate davon krank. Die ganze Palette. Von der Hand-Mund-Fußkrankheit (toller Name!), bis Grippe, jetzt eine Mittelohrentzündung.

Toll, toll, toll!

Wiedermal Systemabsturz! Die ganze Woche zuhause. Die ganze Woche NICHT arbeiten.

Tolles Timing, dass gerade meine Babysitterin, die netterweise jeden Morgen zwei Stunden kommt, damit ich wenigstens ein klein bisschen arbeiten kann, ab morgen vier Wochen mit ihrem Boyfriend nach Madrid fährt.

Gerade fühle ich mich wie ein Teenie, der sich für eine halbe Stunde in sein Zimmer verkrochen hat und heimlich seinem Tagebuch, den ganzen Stress anvertraut. Nur dass in meinem Fall unten die Babysitterin Höhlenbauen spielt und ich im Kinderzimmer zwischen Spielzeug hocke und versuche unter anderem AN DICH, Lisa, zu schreiben.

Das ist zum Beispiel einer der Gründe, warum ich mich als junge Mama oft die dunklen Tage meines Studentenlebens (Foto, Caro als Student, siehe oben) erinnert fühle. Willst du die neun weiteren Gründe lesen. Hier sind sie:

  • Es gibt NIE Privatsphäre. In der WG nerven deine Mitbewohner, die das Wort KLOPFEN nicht verstehen, zu Hause sitzen dir deine Eltern im Genick.
  • Du trägst drei Tage hintereinander teilweise dieselben Klamotten. Diese tollen Dinge wie Facials, Maniküre und Friseur, die du in deinen späten Zwanziger im Terminkalender stehen hattest, sind leider zeitlich nicht mehr zu machen.
  • In deiner Spüle türmt sich das Geschirr und neben der Waschmaschine die Wäscheberge.
  • Du bist STÄNDIG müde, weil du die Nächte durchmachst.
  • Du schließst Wetten mit dir selbst ab, ob an der Supermarktkasse deine EC-Karte noch durchgeht, weil du seit Wochen Dispo-Dancing machst. Schon blöd, wenn noch einer auf deine Kosten mitisst.
  • Und weil du so eine unorganisierte Mami bist, ist Babys Fach immer bis oben hin voll mit ESSEN und dein Kühlschrank gähnend leer.
  • Weil das so ist und du aber trotzdem Hunger hast, rührst du dir erstmal schön einen Gin Tonic abends vorm Fernseher und hoffst, dass irgendjemand nach Hause kommt (dein Mann?) und Essen mitbringt.
  • Du hast immer ein schlechtes Gewissen auszugehen und schleichst dich auf Zehenspitzen rein. Wäschst dir die Hände als dürfte keiner mitbekommen, dass du zwei Zigaretten geraucht hast.
  • Du bist die Meisterin der Papierstapel, vor allem wenn es um Rechnungen, Paketzettel oder Amtsanschreiben geht.

Und jetzt sag‘ einfach nichts, Lisa! Ein kurzes freundschaftliches Nicken reicht.

Grüß‘ die Ziegen und hab‘ einen schönen Mittwoch. Man liest sich!

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