3 Kinder, 3 Väter, 3 Jobs: Wie Emma ihr Leben alleinerziehend wuppt

Ihr Lieben, Emma hat drei Kinder und gehört zu den Alleinerziehenden, die wirklich allein sind, weil die Väter die Kinder nie nehmen und weil sie außer der Zahlung des gesetzlich vorgeschriebenen Pflicht-Unterhalts nicht im Leben ihrer Kinder vorkommen. Sie sind 14, sieben und zwei Jahre alt.

Liebe Emma, du bist alleinerziehend mit drei Kindern. Wie kommst du grad ganz aktuell klar mit deinem Alltag, dem Familienleben und allem, was dazu gehört?

Ich komme wirklich ganz gut klar grad im Alltag mit meinen Kindern. Alles ist so weit organisiert, die Kinder kennen die Regeln und ihre Aufgaben. Und wir sind zufrieden.

Im Moment machst du auch noch eine Ausbildung, wie klappt das mit der Vereinbarkeit?

Genau, ich mache derzeit eine Weiterbildung zur Fußpflegerin. Das klappt ganz gut, weil ich von zu Hause aus lernen kann – auch wenn die Kinder da sind. Und ich will nicht angeben, aber ich bin so superstolz und happy, denn die letzte Weiterbildung habe ich mit voller Punktzahl als Klassenbeste abgeschlossen. Ich bin zudem noch berufstätig in zwei Jobs: In der ambulanten Pflege und als Haushälterin. Das klappt ganz gut, wie gesagt: Alles muss immer organisiert sein, sonst geht es nicht mit drei Kindern.

Gibt es Menschen, die dir die Kinder auch mal abnehmen oder dir sonst irgendwie helfen?

Ich habe niemanden, der mir hilft. Ich mache alles alleine.

Wo sind deine Kinder, wenn du arbeitest?

Wenn ich arbeite sind meine Kinder in der Schule und Kita und wenn es Ferien gibt, nehme ich mir so viel wie möglich frei.

Und wenn du krank bist oder die Kinder krank sind?

Dann bin ich zu Hause und lasse mich kindkrankschreiben. Wenn ich selbst krank bin, kämpfe ich mich durch und mache halt weniger Haushalt. Nur das Nötigste natürlich, das geht schon. Wenn ich wieder gesund bin, dann kann ich alles nachholen und meine Kinder verstehen es, wenn ich sage: Bitte, mir geht nicht so gut, ich muss mich hinlegen. 

Wie war das in Corona-Zeiten?

In der Corona-Zeit haben wir das Beste draus gemacht. Gott sei Dank wohnen wir auf dem Land, da bekam man nicht ganz so viel davon mit. Wir waren viel im Garten und spazieren und das Homeschooling war zwar nicht einfach, aber wir haben es gemeistert zusammen.

Wie kommst du finanziell über die Runden?

Finanziell komme ich ganz gut aus. Ich verdiene durch meine Jobs und bin sehr sparsam. So kann ich mir sogar einmal im Jahr einen Urlaub mit den Kindern leisten.

Deine Kinder sind von drei verschiedenen Vätern, „geplant war das so nicht“, sagst du, „ich habe die Situation aber so angenommen, wie sie ist“. Wie hast du das geschafft?

Ja, meine Kinder haben nicht denselben Vater, es war tatsächlich nicht so geplant. Bei meinen zwei Jungs bin ich trotz Verhütung schwanger geworden. Erst war ich natürlich geschockt, aber für mich kam keine Abtreibung in Frage. Für mich klar, dass ich das schaffen werde, egal wie schwer es auch manchmal werden würde. Und ich habe es geschafft. Und schaffe es noch immer. 

Kümmern sich die Väter deiner Kinder?

Nein, leider nicht, die Väter sind nicht präsent im Leben meiner Kinder. Keiner kümmert sich, sie waren der Meinung, ich hätte besser abtreiben sollen und ich sei selbst schuld, wenn ich es eben nicht mache. Aber sie zahlen immerhin Unterhalt.

Wie reagiert dein Umfeld, wenn du davon erzählst?

Ich gehe damit offen um, dass meine Kindern nicht den gleichen Vater haben und manche Leute sind dann schon geschockt, aber es ist mir egal. Und es gibt natürlich auch viele, die mich dafür nicht verurteilen. Ich sage immer: Wenn man permanent Angst davor hat, dass die anderen über einen reden könnten, ist man verloren. Leute reden – egal, was du machst. 

Was rätst du anderen Frauen in deiner Situation?

Ich würde Frauen raten, nicht aufzugeben, weiterzumachen und ganz wichtig, zu versuchen, positiv zu bleiben. 

Immer, wenn du dachtest, jetzt geht es bergauf, kam wieder irgendein Stein, der sich dir in den Weg legte. Wie schaffst du es, immer wieder neu aufzustehen und Kraft aufzubringen, um auch den nächsten Stein zur Seite zu räumen?

Ach, mir gibt mein Optimismus Kraft. Egal, wie schwer es ist, ich versuche immer, positiv zu bleiben. Ich sage mir dann: Es ist nur eine Phase und geht sicher bald vorbei. Was auch kommt, ich versuche, die Situation so anzunehmen wie sie ist und nicht dagegen anzukämpfen. Mein Mantra: Es wird alles gut und es war immer gut.

Dein erster Sohn kam mit nur einer Hand zur Welt.

Ja, genau. Als er klein war, meinten viele, wir sollten es mal mit einer Prothese versuchen. Das haben wir dann irgendwann auch, aber mein Sohn nahm sie als Fremdkörper wahr. Er kommt auch ohne gut zurecht. Für mich war er von Anfang an und genau so mein Kind, ich stand und stehe immer hinter ihm und bin superstolz auf ihn. Er ist total sellbstbewusst und hat seine Realschule geschafft.

Hast du auch Raum für Auszeiten nur für dich oder wo schöpfst du Kraft?

Ich habe mein wunderbares Schlafzimmer, wo ich mich abends früh ins Bett lege. Durch genügend Schlaf bekomme ich viel Kraft. Außerdem tanke ich meinen Akku gern beim Spazierengehen in der Natur auf – mit meinen Kindern. Das genießen wir nämlich alle voll und ganz. 

Wenn du mehr über Emma erfahren möchtest, schau auch gern mal auf ihrem Youtube-Kanal „Emma’s Blog“ vorbei.

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2 comments

  1. Vielen Dank dafür, dass Du Deine Erfahrungen mit uns Teils. Hut ab vor dem Pensum, dass Du rockst! Viel Erfolg bei Deiner Weiterbildung und viel Spaß mit Deinen Kindern.

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