Sechs Jahre alleinerziehend, dann zogen die 3 Kinder zum Papa

Trennung

Foto: pixabay

Ihr Lieben, uns hat die folgende Geschichte sehr gepackt, als wir sie zum ersten Mal lasen. Weil darin eine Entwicklung zu erkennen ist, weil am Ende im Sinne der Kinder eine Lösung gefunden wurde. Sechs Jahre lang war Saskia allein mit ihren drei Söhnen, nach Trannung, Trauer um die eigene Mutter und Lockdowns merkte sie irgendwann: Ich kann nicht mehr. Ihre Kinder zogen dann zum Vater. Das war keine leichte Entscheidung für sie, wie ihr euch vorstellen könnte, aber heute geht es der Familie viel besser als zuvor.

Liebe Saskia, du hast drei Söhne und warst mit ihnen sechs Jahre lang alleinerziehend. Wie erinnerst du dich an diese Zeit?

Es war eine sehr schöne, intensive Zeit. Ich konnte meine Söhne bei all ihren wichtigsten Entwicklungsschritten begleiten. Ich war ihre Welt und sie waren meine. Ich habe nicht gearbeitet und war ganz zu Hause. Mein Exmann ist zwei Wochen vor Geburt unseres gemeinsamen dritten Sohnes ausgezogen. Ein halbes Jahr später offenbarte er eine Beziehung zu einer früheren Bekannten von mir.

Das war für mich sehr hart, da ich gehofft hatte, dass es nochmal eine Chance für uns gibt. Ein Jahr nach unserer Trennung ist meine Mutter verstorben. Ich hatte zu meiner Mutter eine sehr intensive Beziehung. Sie war schon länger körperlich krank, aber mental war sie top fit. Ich konnte ihr alles erzählen, sie war immer für mich da und ich hätte mir keine bessere Mutter wünschen können. Für meine Jungs war sie eine tolle Oma. Hat immer außergewöhnliche Geschenke gemacht. Solche, bei denen man merkt, dass der andere sich wirklich Gedanken gemacht hat. 

Den einzigen Halt, den ich dann noch hatte, war meine ältere Schwester. Mir ging es zu dem Zeitpunkt nicht gut. Ich hatte die Trennung noch gar nicht überwunden, dann der Tod meiner Mutter. Das war alles zu viel. Damals waren meine Jungs nur alle 14 Tage am Wochenende bei ihrem Papa. Ich hatte somit kaum Zeit für mich, um all das zu verarbeiten.

Wenn es aber hart auf hart kam, war aber meine Schwester da. In Situationen, in denen ich krank war, brauchte ich einfach jemanden, der mal für mich kocht, oder die Kinder vom Kindergarten abholt. Ich glaube, als alleinerziehende Mutter gibt es keine anstrengender Situation, als wenn man selbst krank ist.

Meine Schwester verkündete mir dann zwei Jahre nach dem Tod unserer Mutter, dass sie mit ihrer Familie für ein Jahr nach Australien gehen wollen. Ich habe mich wahnsinnig für sie gefreut, wusste aber auch, dass ich nun völlig alleine bin und niemanden mehr habe, der mich so bedingungslos unterstützt.

Da bin ich dann zusammen gebrochen und habe mich ein Monat später in einer psychiatrischen Klinik wiedergefunden. Dort blieb ich drei Monate. Von jetzt auf gleich von meinen Jungs getrennt. Das war für mich und auch vor allem für meinen mittleren Sohn sehr hart. Die anderen beiden sind gut mit der Situationen klar gekommen.

Allerdings brauchte ich die Zeit. Es war unglaublich, wie lange es gedauert hat, bis mein Stresspegel und meine Anspannung endlich verschwand, bzw. niedrig war. Die Zeit dort hat mir gut getan. Ich möchte sie nicht missen. Sie war der Anstoß für eine wichtige Entwicklung.

Was für eine Mama warst du in diesen Jahren, besonders zum Ende hin?

Ich habe immer versucht, eine liebevolle Mutter zu sein. Ich war oft nicht konsequent genug und habe den Dreien einiges durchgehen lassen. Ich hatte aber auch häufig gar keine Kraft zu diskutieren oder wollte schlicht meine Ruhe. Der Lärm war für mich oftmals nicht zu ertragen.

Trotz der Situation, dass wir Eltern getrennt waren, wollte ich, dass die Jungs nichts verpassen. Rückblickend kann ich mich zwar verstehen, bin heute jedoch wesentlich entspannter. Ich bin immer mit ihnen in den Urlaub gefahren, obwohl diese Zeit meist doppelt anstrengend für mich war. Sie konnten immer zum Kinderturnen, Spielgruppe, Babyschwimmen, Fußball gehen – ich habe alles möglich gemacht. Am Wochenende haben wir viel unternommen. Auf meine Bedürfnisse zu achten, das habe ich erst in der Klinik gelernt.

Wann war der Moment gekommen, in dem du dachtest „Nee, jetzt bin ich nicht mehr die ausgeglichene Mama, die meine Kinder brauchen“?

Dieser Moment kam nach dem letzten Lockdown. Der erste Lockdown war noch sehr entspannt. Ich habe es genossen, endlich mal nicht von Termin zu Termin zu hetzen. Ausschlafen und entspannt den Tag starten – super! Doch beim letzten Lockdown kippte die Stimmung. Mein großer Sohn war in der vierten Klasse, mein mittlerer Sohn in der ersten Klasse und der Kleine ein Kindergartenkind. 

Wir saßen am Esstisch: Mit dem Großen übte ich für die Fahrradprüfung, dem Mittleren musste ich das Alphabet beibringen und der Kleine saß auf meinem Schoß und wir haben „Vier gewinnt“ gespielt.

Nach all den Wochen kam ich an meine Grenze. Die Stimmung zu Hause war schlecht. Die Schulkinder wollten ihre Aufgaben nicht machen, der Kleine wollte nicht „den ganzen Tag still sein und alleine spielen“. Mein mittlerer Sohn, der auch in meiner Zeit in der Klinik so gelitten hatte, war sehr wütend und traurig. Er nahm es persönlich, dass ich nun mal seine neue Lehrerin war. Er saß oft heulend in seinem Zimmer und weinte: „Meine Mama hasst mich“.

Das tat sehr weh. Ich wusste, dass er damit nur seine Ohnmacht und seine Unzufriedenheit ausdrückte. Ich versuchte ihm zu erklären, dass nicht ich diejenige war, die dies wollte, sondern dass er das für die Schule lernt. Es überzeugte ihn leider nicht.

Ich kam in dieser Lockdown Zeit so sehr an meine Grenzen, dass ich meinen Exmann um Hilfe bat. Da er berufstätig ist, war es für ihn nicht einfach, so abrupt Hilfe zu organisieren. Mein großer Sohn zog jedoch zu ihm und von nun an hatte ich nur noch meinen mittleren Sohn zu Hause, da ich den Kleinen zur Notbetreuung in die Kita bringen durfte.

Das war eine große Entlastung. Trotzdem war das Verhältnis zu meinem mittleren Sohn schwierig. Ich habe ihn dann auf die Warteliste einer Psychologin setzen lassen. Dort bekam er ein halbes Jahr später auch einen Therapieplatz. 

Trotz der positiven Entwicklung fühlte ich mich immer noch absolut erschöpft und ausgelaugt. Ich überlegte, nochmals in eine Klinik zu gehen. Und ich hatte Angst: Vor einem erneuten Lockdown. Wieder für alles alleine verantwortlich zu sein, eingesperrt mit drei Kinder. In einer Situation, wo niemand seine Bedürfnisse nach Bewegung und sozialen Kontakten ausleben kann.

Darüber sprach ich offen mit meinem Exmann. Die anschließenden Gespräche waren nicht schön. Deswegen suchten wir uns eine Mediatorin. Das klappte gut.

Mein Exmann offenbarte mir, dass er nicht in der Lage ist, mich von jetzt auf gleich – wenn es mir schlecht ginge – zu unterstützen. Er bräuchte Vorlauf, um das zu organisieren. Er schlug dann vor, dass die Kinder komplett bei ihm einziehen. Da ich das sofort verneinte, setzte er mich unter Druck, dass er zur Not vor Gericht gehen würde, um dies zu erstreiten. 

War der Gedanke ganz bei den Kindern oder hast du in diesem Moment auch ein bisschen an Gleichberechtigung gedacht, jetzt darf auch mal jemand anders übernehmen und die Verantwortung schultern?

Nein, das habe ich überhaupt nicht gedacht. Ich habe nur an die Kinder und natürlich auch an mich gedacht. Ich wollte die Kinder um mich haben. Ich ertrug den Gedanken nicht, sie nicht bei mir zu haben oder nur alle 14 Tage am Wochenende.

Nach dem Gespräch konnte ich zwei Tage nicht schlafen. Ich war fix und alle. Mein neuer Partner war damals für mich da. Das tat so gut. Er konnte mir bei der Entscheidung nicht helfen, signalisierte mir aber, dass er immer hinter mir steht.

Ich habe lange mit mir gerungen. Aber musste mir irgendwann eingestehen, dass ich nicht die ausgeglichene, liebevolle und fürsorgliche Mutter sein kann, die ich gerne wäre. Ich habe dem Vorschlag, erstmal auf ein halbes Jahr begrenzt, zugestimmt.

Wie funktionierte das in der Praxis?

Mein Exmann hat sein Leben neu organisieren müssen. Ich bin ehrlich gesagt beeindruckt, wie er das hinbekommen hat. Er war früher ein Workaholic. Nimmt sich aber nun mehr Zeit für die Kinder. Und mit Haushälterin, Kindermädchen und zwei Omas, die alle unterstützen, läuft es ganz gut. 

Wie haben die Kinder selbst reagiert?

Für die Kinder war es am Anfang völlig ok. Ihr Vater wohnt auf einem riesigen Bauernhof mit Pferden, Hühnern, Hunden und super viel Platz zum Fußballspielen. Mit eigenem kleinen Wäldchen auf dem Grundstück und einem Teich und Bachlauf. Es ist ein Eldorado.

Zusätzlich haben die Kinder nun auch ein männliches Vorbild greifbar. Ich denke, gerade für drei Jungs, ist das sehr wichtig. Sie lernen bei ihrem Papa die eher sachliche Sicht der Dinge und natürlich ist Papa auch ein Vorbild im männlichen Verhalten.

Die beiden Kleinen wollten jedoch irgendwann auch gerne wieder zurück. Gefragt warum, kam schlicht, dass sie bei mir mehr zocken dürften als bei Papa.

Wie lang ist ihr Auszug nun her und wie oft siehst du sie?

Die Jungs wohnen nun seit einem Jahr bei ihrem Vater. Am Anfang war mein Exmann sehr strikt und wollte Regelmäßigkeit für die Kinder. Deswegen unterband er noch den intensiveren Kontakt. Dies wollte ich aber partout nicht akzeptieren.

Mittlerweile habe ich mit den beiden Kleinen einen festen Mamatag die Woche. Wo wir nur zu zweit etwas unternehmen. Mein 11-jähriger Sohn hatte da keinen Bedarf – er wollte sich lieber mit seinen Freunden treffen. Was für mich aber völlig ok ist. Jeden Freitag hole ich dann alle Drei von der Schule ab und wir verbringen den Tag. Alle 14 Tage gehört das Wochenende uns. Zusätzlich gehe ich mit den Kindern zum Arzt und bin bei jeder Aufführung der Schule und bei jedem Fußballspiel dabei. 

Wie sind die Reaktionen deines Umfelds auf eure Lebenssituation?

Ehrlich gesagt hänge ich das nicht an die große Glocke. Ich mag meine Beweggründe gar nicht offenlegen. Es geht niemanden was an und ich möchte mich auch nicht erklären oder mich mit den moralischen Vorstellungen von anderen Leuten auseinandersetzen.

Wenn es doch mal zur Sprache kommt, reagieren die meisten verdutzt. Es ist in den gesellschaftlichen Köpfen so drin, dass die Kinder bei ihrer Mutter leben müssen. Natürlich gab es auch Freundinnen, die empört reagiert haben: „Ich könnte meine Kinder nie abgeben“ habe ich nicht nur einmal gehört. Ich habe darüber viel nachgedacht und es beschreibt auch meine Gefühle ganz am Anfang. Allerdings ist mir dann klar geworden, dass ich nur etwas abgeben kann, was mir gehört.

Meine Kinder gehören mir aber nicht. Meine Kinder sind darauf angewiesen, dass ich als Mutter die beste Entscheidung für sie treffen. Und zu entscheiden, dass sie bei ihrem Vater, der emotional ausgeglichen reagieren kann und in so einem wunderschönen Umfeld wohnt, besser aufgehoben sind – war die schwerste, aber auch die beste Entscheidung meines Lebens. 

Haderst du manchmal mit der Entscheidung oder ist es einfach eine riesige Erleichterung – auch, weil du siehst, dass es dir und den Kindern nun besser geht?

Ganz ehrlich? Am Anfang habe ich ganz fürchterlich gelitten. Mein Partner hat mich sehr unterstützt und das war auch der Grund, warum ich es irgendwann auch als Erleichterung wahrnehmen konnte. Wir wohnen nicht zusammen und konnten ab da viel Zeit miteinander verbringen, was mir unendlich guttat. Mit jeder vergangenen Woche wurde ich ruhiger, ausgeglichener.

Ich bin dann – nach neun Jahren Hausfrauendasein – wieder in meinen Beruf als Grundschullehrerin eingestiegen. Das macht mich unheimlich glücklich. Ich liebe meinen Beruf. Im Gegensatz zu den anderen Müttern kann ich mich auch in aller Ruhe darauf konzentrieren. Ich habe diesen permanenten Spagat nicht, alles gleichzeitig organisieren zu müssen.

Meinen Söhnen geht es auch sehr gut. Sie haben sich zu ausgeglichenen Persönlichkeiten entwickelt. Mein mittlerer Sohn hat dank Psychotherapie viele seiner Wunden heilen lassen können. Wir beiden haben nun ein inniges, liebevolles Verhältnis. Nun läuft er flötend durch das Haus und singt: „Meine Mama liebt mich“. Ich muss jedes Mal mit den Tränen kämpfen, wenn er das tut.

Die Zeit war nicht einfach, aber es hat sich gelohnt einen ungewöhnlichen Weg zu gehen. Am Ende sind nun alle glücklich. Mein Exmann ist nun auch mir gegenüber sanfter geworden. Ich denke, die Zeit mit den Kindern hat ihm gezeigt, dass Kinder allein großzuziehen nicht ganz so easy ist, wie er es mir oftmals unterstellt hat. Mittlerweile sind wir ein ganz gutes Team. Der Fokus liegt auf den Kindern und das eigene Ego sollte nicht das Handeln beeinflussen. Das klappt immer besser. 

Was möchtest du anderen Müttern in deiner Lage mit auf den Weg geben?

Hör nicht auf andere 😉 Nein, im Ernst. Es ist super wichtig, bei sich zu sein und zu bleiben. Wir haben nur dieses eine Leben und jeder hat es verdient, glücklich zu sein. Egal was die Gesellschaft sagt. Wenn es nicht zum eigenen Leben passt, ist es für einen nicht richtig.

Du magst vielleicht auch


Mehr zum Thema





40 comments

  1. Ich kann das komplett nicht nachvollziehen,ich habe vier Jungs . Gehe Mittags und Abends arbeiten . Tagsüber schmeiße ich den Haushalt , wasche und koche und keine Überforderung in Sicht . Und bediene noch meinen Mann von vorne bis hinten und manche knickt schon bei ihren eigenen Kindern ein, echt traurig .

    1. Super Susie, dein Kommentar hilft der Mutter bestimmt sehr… Sei doch einfach froh dass du nicht krank bist (hat mit „einknicken“ nämlich absolut nichts zu tun) und scheinbar gerne deinem Mann hinterher räumst. Das mag aber nicht jede/r so und das ist auch gut so. Zum Glück ist jeder Mensch verschieden und darf sein Leben so leben, wie er oder sie will. Immer dieses „ich schaff das schließlich auch“, „ich hab ja auch keine Hilfe“, „ich bin auch arm dran“… Furchtbar. Keine Ahnung woher so eine Lebenseinstellung kommt.

    2. Bravo Susie, genau wegen Frauen wie Ihnen geht es anderen schlecht. Diese Kommentare sind es, die Frauen erniedrigen und diese dazu bringen, keine Hilfe anzunehmen. Man fühlt sich nicht ernst genommen oder nicht so wertvoll. Andere schaffen es ja schließlich auch. Pustekuchen. Ich kenne viele, die es „hinkriegen mit allem“. Oftmals gibt es aber Punkte, die dann doch nicht perfekt sind. Haushalt wird vernachlässigt, die Kinder müssen mehr funktionieren als ihre kurze Zeit als Kinder wirklich ausleben zu dürfen oder die Partnerschaft ähnelt eher einer WG. Nee, mir kann keine solcher Frauen sagen, dass sie ALLES gewuppt kriegen. Allein schon, wenn hier Menschen grantig kommentieren, ohne Empathie, deutet es darauf hin, dass auf jeden Fall nicht alles perfekt funktioniert. Fakt.

    3. Viel Power, wenig Empathie. Leider nicht zielführend hier, wenn man die eigenen Stärken (zu diskutieren wäre noch, ob es denn welche sind, wenn der Mann von vorne bis hinten bedient wird) gegen die hier offen gespielte akute Schwäche einer anderen Mutter herablassend platziert. Puh…und schade.

  2. Was für ein ermutigender Artikel! Vielen Dank dafür!!
    Ich bin auch eine Mama, deren Kinder (seit Dezember) beim Vater wohnen, und das ist echt hart.
    Ich sortiere gerade mein Leben neu und arrangiere mich damit, dass es den Kindern im großen Haus mit Garten und Freunden in der Nähe besser geht. Papa ist auch ein toller Papa und bemüht sich sehr.
    Ich denke auch, dass man als Mama echt mehr nach sich selber gucken muss. Das habe ich versäumt. Und das wiederum hat die Beziehung zum Vater belastet.
    Jetzt ist es gut und wir haben uns arrangiert.
    Hut ab für alle alleinerziehenden und auch alleine wohnenden Mamas und Papas!

  3. Schön, dass es auch friedlich laufen kann… Bei mir und meiner Ex ist das leider überhaupt nicht möglich. Unser Sohn wird im Oktober zwei Jahre als, und wir sind seit Ende April getrennt. Seit der Trennung sieht sie jedoch rot, sorgt dafür, dass ich meinen Sohn so wenig wie nur möglich sehen kann. Ich muss mich mit Aussagen wie „Du bist nur ein Erzeuger“ rumschlagen und werde nur mit Verachtung und Respektlosigkeit behandelt… Aber die 1700€ Unterhalt nimmt sie natürlich gerne…
    Eine Mediation ist nicht erfolgsversprechend und ich werde nun den Weg über das Gericht nehmen, um mehr Zeit mit meinem Sohn verbringen zu können und idealerweise ein Wechselmodell durchzusetzen.

    1. Ich drücke Ihnen die Daumen und wünsche Ihnen sehr, dass Sie für sich und Ihr Kind einen guten Weg finden. So lange vom Vater oder der Mutter keine Gefahr fürs Kind ausgeht ist meine Meinung, dass jedes Kind das Recht hat beide Elternteile so oft wie möglich und wie es will zu sehen.

  4. Respekt für die Mutter, die es geschafft hat eigene Interessen hinter den der Kinder an zu stellen! Seine Kinder zu deren Wohl wo anders ihren Lebensmittelpunkt haben zu lassen ist nicht einfach.

    Alleinerziehend, gerade mit Säugling und zwei älteren Kindern, dann persönliche Schicksalsschläge, das kann jemand so aus der Bahn werfen, dass die Kita-Zeit der Kinder nicht zum vollständigen Aufladen der Akkus reicht. Wenn man dann aber im Modus des funktionieren ist und Corona dazu kommt, dann kann der Akku auch mal Tiefenentladen.

    Ich hoffe das durch diesen mutige Artikel Eltern, egal ob Müttern oder Vätern, egal ob alleinerziehend oder zu zweit, die alles für Ihre Kinder geben und dabei es nicht schaffen/nicht wagen ihre eigenen Akkus wieder ausreichen aufzuladen um auch ausserplanmäigen zu überstehen, den Mut finden sich Zeit für sich nehmen. Idealer Weise bevor es zum Zusammenbruch kommt.

  5. Schön wir hier der Vater runter gemacht wird. Fragt mal Vater nach der Antwort, wenn sie der Frau sagen, dass sie Unterstützung braucht und die Kinder doch häufiger abgeben soll… Die meisten Mütter wollen das gar nicht. Aus vielen verschiedenen Gründen… Weniger Unterhalt, Verlustängste…
    Es ist nicht immer der Vater der Böse!

  6. Danke Rita, ich komme sonst vom Glauben ab. Ich bin auch Alleinerziehend, berufstätig und habe weder eine Haushälterin noch die Großeltern in der Nähe. Der Vater meiner 2 gr.Söhne hat die Kinder 24h im Monat,was für ein Luxus. Meine Zeit für mich habe ich auf Arbeit und wenn die Kinder im Bett sind. Allerdings sehe ich Sie nicht als Belastung, früher oder später kommt auch etwas zurück was man Ihnen gegeben hat.Mit dem Vater meines dritten Sohnes hege ich das Wochenmodell, herrlich.Es ist mir am Anfang nicht leicht gefallen, aber wir verstehen uns alle viel besser und verbringen die Zeit an Wochenenden intensiver. Was mich aber auch ärgert sind die Opfer Rollen der Frauen. Es gibt genug Männer die Ihre Kinder nicht oft genug sehen können und kämpfen, Warum eigentlich, Eltern sind beide gleichberechtigt.Der Kriegsfaktor bei den Geschichten ist oft der Unterhaltsanspruch, den sich die Mütter ohne Rücksicht auf die Kinder beim Vater einfordern. Der Artikel ist subjektiv, der Vater hat seine Ansicht nicht geäußert.Vielleicht hätte auch er die Kinder gern bei sich gehabt? Zum Thema der Vater hat es gut jetzt,die Kinder sind aus dem gröbsten raus fällt mir nichts ein. Wer die Pubertät mit seinen Kindern schon Mal hinter sich hat, kann das verstehen. Da sind Kleinkinder ein Spaß dagegen.

  7. Schön, dass es jetzt eine gute Lösung für alle gibt!
    Natürlich wäre es wünschenswert gewesen, wenn es schon früher eine andere Aufteilung gegeben hätte, aber direkt nach der Trennung und unter den schwierigen Umständen ist das natürlich auch nicht so einfach.
    Riesen-Respekt an die Autorin, zu erkennen, dass sie aufgrund ihrer psychischen Belastung nicht mehr in der Lage ist, eine gute Mutter für ihre Kinder zu sein!
    Nach der Trennung meiner Eltern sind meine Schwestern und ich ebenfalls bei meinem Vater aufgewachsen, daher weiß ich um die Vorurteile. Und auch für meine Mutter war das nicht leicht. Für uns war es aber viele Jahre eine sehr gute Lösung.
    Leider ist dann unser Vater psychisch krank geworden und leider war er nicht in der Lage, für uns dann eine andere Lösung zu finden. Leider hat auch niemand aus der Verwandtschaft diese Entscheidung für ihn getroffen. Bei einem psychisch kranken Elternteil zu leben ist furchtbar. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen da schneller im Sinne der Kinder eingreifen, denn der psychisch kranke Mensch kann es meistens nicht.

  8. Die letzte Absätze dieser Geschichte sind sehr positiv. Ich finde es schön, dass sich für alle Beteiligten ein guter Weg gefunden hat. Ich zitiere: „Es ist super wichtig, bei sich zu sein und zu bleiben. Wir haben nur dieses eine Leben und jeder hat es verdient, glücklich zu sein.“ Das unterstreiche ich voll und ganz.

    Trotzdem gibt es Konstellationen, bei denen ein Elternteil schlicht und ergreifend eine sehr schwere Wahl hat. Und dann bewusst die eigenen Bedürfnisse hinten anstellen muss.

    Ich bin leider solch ein Fall. Trennung vom Ex-Mann, als meine Kinder 3 und 1 waren (mittlerweile 11 und 8). Ich wollte die Trennung. Der Mann, den ich heiratete existiere nur in meiner Vorstellung. Der Narzisst zeigte mit der Geburt des 1. Kindes schon langsam sein wahres Gesicht. Aggressionen waren an der Tagesordnung und ich versuchte täglich nur größere Eskalationen zu vermeiden.

    Ich arbeitete zum Zeitpunkt der Trennung schon wieder in Vollzeit als Lehrerin. Ja, ich habe die Kinder betreut und das Geld verdient. Aus all dem wollte ich ausbrechen – es hätte mich beinahe zerstört. Danach dauerte es ein paar Jahre, aber nun habe ich gut zu mir gefunden.

    Der Vater hat die Kinder nie regelmäßig geholt. Ferien schon gar nicht. Anfangs wollte ich das aber durchboxen, weil ich Auszeiten brauchte. Später habe ich mich arrangiert die Kinder bereitzustellen, wenn ihm danach war. Hauptsache etwas Luft für mich. Das habe ich bitter bereut. Die Kleine nässt seit Jahren wieder ein. Der Große hatte Jahre mit Angstzuständen und Magenproblemen zu kämpfen. Psychologen rieten zu Abstand – dann Annäherung – die Probleme wurden in Wellen besser und schlechter. Ergebnisse körperlicher und psychischer Gewalt, welche die Kinder lange nicht aussprechen wollten bzw. konnten.

    Es beruhigt sich langsam. Seit fast zwei Jahren ist der Kontakt unterbunden. Ich ließ sie zum Schutz einfach nicht mehr gehen. Das Amt hat es akzeptiert. Der Papa auch. Die Scherben kehre ich auf. Übernachtungen bei anderen Kindern sind noch undenkbar. Die Oma nimmt die Kinder nicht. Es ist ihr zu anstrengend mit allem drum und dran. Ich arbeite nach wie vor in Vollzeit und kümmere mich um einfach ALLES. Meine Beziehung zum langjährigen Partner ist an dieser Hürde gescheitert. Zeit für Kontaktaufnahmen oder Dates habe ich nicht. Zum Ferienbeginn greift die pure Erschöpfung und ich sehe, wie mich das alles mitnimmt.

    In diesen Phasen spüre ich gewissen Neid anderen alleinerziehenden gegenüber, die alle 14 Tage Auszeiten haben. Das gebe ich offen zu. Aber auch das vierfliegt nach geraumer Zeit. Ich bin achtsam und genieße die Tasse Kaffee oder die Stunde am Maltisch mit meiner Tochter. Jeder in sein Werk vertieft. Die Kinder dürfen dann auch mal länger fernsehen. Irgendwo muss ich Luft schaffen. Allein. Und dennoch glücklich. Die Kinder werden groß und meine Freiräume damit auch 😉

    Ich vertraue darauf, dass alles gut wird.

    1. Mein Respekt für Dich und viele andere hier mit ähnlichen Leistungen ist riesengroß. Ich wünsche dir und deinen Kids alles, alles Gute. Es muss wirklich so etwas von anstrengend sein (bei all den auch schönen und lustigen Momenten mit den Kindern) und du kannst wahnsinnig stolz auf dich sein. Ich hoffe, dass alle Wunden möglichst gut heilen. Zeit und eure gegenseitige Liebe werden dabei helfen… und ich drücke die Daumen, dass du dann auch irgendwann auch wieder die Zeit und Muße hast, dich neu zu verlieben 😉

    2. Hallo Barbara,
      vielen Dank für deinen Einblick in eure Geschichte. Ich bin nicht in der Situation einer Alleinerziehenden, aber ich weiß so sehr um das Hintenabstellen der eigenen Bedürfnisse und neben Kids und Family Management der „Arbeit“ an der Beziehung zum Partner. Im übervollen Alltag sind oft nur klitzekleine Lücken für einen selbst oder den Partner. Dein Weg klingt sehr nachvollziehbar und trotz aller Last, die auf dir liegt, ist es beruhigend zu lesen, dass du deine Kids schützst und in den ganz kleinen Momenten Energie suchst und findest. Eine gute SOS Strategie, im Jetzt zu sein und wenn der Fernseher dir zwischendurch mit ausgesuchten guten Kinderprogrammen ein wenig Freiraum zum Durchatmen geben kann, ist das auch sehr verständlich. Ich wünsche dir und den vielen anderen Elternteilen, die mehr oder weniger allein durch die fordernde Kleinkindzeit gehen, Bärenkräfte und Licht und die besten Entscheidungen für euch und das wichtigste in eurem Leben: die Begleitung eurer Kinder durch die erste Phase ihres Lebens.

  9. Eine starke Entscheidung. Ich verstehe nicht warum auf dem Vater herum gehackt wird? Er ist auch Elternteil! Dieses eitle Mutterbild ( nur Mama kann das) ist furchtbar. Er hätte eher so großzügig unterstützen müssen schon als die Kinder noch bei der Mutter waren ja, die Kinder auch in Ferien/ Urlaub für länger nehmen können richtig. Aber vielleicht konnten das auch beide Seiten nicht so realisieren. Eine Trennung ist immer emotional und verletzend hier besonders für die Mutter. Da klammert man sich erstmal umso stärker an die Kinder. Und das er wohlhabend ist? Ernsthaft die deutsche Neidkultur? Er arbeitet offenbar hart dafür! Und hat ja auch Unterhalt geleistet. ( sage ich als selbst tatsächlich alleinerziehend!)

  10. Ich glaube, der neue Partner der Frau ist ein entscheidender Fakt,dass sie ihre Kinder losgelassen hat .
    Die Sichtweise des Vaters hatte hier dazu gehört.
    Nur dann ist es glaubhaft .

  11. Wieso wird eigentlich immer nur in Kategorien wie „Alleinerziehend“ vs. jedes 2. Wochenende gedacht?
    Gerade in diesem Fall wäre es doch gut gewesen, sich die Sorgearbeit frühzeitig anders aufzuteilen. Dies muss nicht 7 zu 7 sein, aber zwischen „Wechselmodell“ und „Alleinerziehung“ gibt es doch eine Vielzahl von Möglichkeiten.

  12. Herzerwärmend ❤️ Da versorgt die Mutter 6 Jahre lang fast alleine 3 noch sehr junge und dementsprechend aufwändige Kinder, bis zum Zusammenbruch – dann springt heldenhaft der Vater ein mit einer Hilfs“frau“schaft von 4(!) Personen und größeren, deutlich unkomplizierter zu versorgenden Kindern… wie wundervoll :-/

    Ironie off: Die Unterstützung hätte ich der Mutter gewünscht. Für die Kinder war es vielleicht auch ein Schock, den Zusammenbruch der Mutter zu erleben und ihre Hauptbezugsperson von mindestens 6 Jahren zu verlieren. Und es wurde ja auch vom Vater Druck und Drohmittel verwendet „vor Gericht ziehen, Kinder kaum sehen“.

    Das klingt so unfair. Das Patriarchat lässt grüßen.

  13. Ich denk so wie Isabelle. Aus Erfahrung. Die Mutter hat die ersten Jahre zurückgesteckt, sich die Hände schmutzig gemacht, ihm den Rücken freigehalten. Nach der Trennung hat sie sich aufgearbeitet und zum Dank alles an ihn verloren. Na prima. Ganze Arbeit Ex-Mann. Mit der ganzen Unterstützung die er nun für SICH hat in Ruhe organisieren und sich leisten können hätte sie es auch geschafft. Es kotzt mich an. Wie schwer es Mütter in dieser Gesellschaft haben und wie sehr die meisten Väter davon profitieren. Abstauber.

    1. Traurig, dass die Mama erst kaputtgehen muss, ehe mal überlegt wird, ob der Papa helfen kann, getrennt oder nicht.
      Bei einem riesen Haus, Platz, Geld und zwei Omas! wäre doch vielleicht vorher schon mal was drin gewesen (Wechselmodell?)
      Jetzt haben Kinder und Mama ganz viel Leid erlebt, die Kinder verstehen sich als Problem.

  14. Es ist einfach tragisch. Hätte die Mutter die 6 Jahre, die sie alleinerziehend war, die Unterstützung gehabt, die der Vater sich jetzt organisiert hat (Kindermädchen, Haushälterin, Großeltern), wäre sie wahrscheinlich nie ins Mutter-Burnout gerutscht und würde sich nicht so als inkompetent erleben. Es ist einfach, emotional ausgeglichen zu reagieren, wenn man so viel Gelegenheit hat, sich um seine eigenen Bedürfnisse zu kümmern (und da gehört die Ausübung des Berufs dazu).
    Hatte der Mann ihr diese Unterstützung in den Jahren davor zukommen lassen, wäre es wahrscheinlich nie so weit gekommen, ich spekuliere, es wäre vielleicht sogar nicht zur Trennung gekommen.

    1. Hm…ich versteh das schon…dieses gegen-den-Vater-sein, aber ein bisschen gibt es ja wohl schon ein „aber“…
      Der Vater managt das jetzt mit Haushälterin und Kindermädchen…und 2 Omas…wo waren die Omas denn vorher? Der Vater hat immerhin einen 100%-Job…die Mutter hatte (so wie ich es gelesen habe) gar nicht gearbeitet-auch nicht als alle drei in den Kindergarten sind. Warum nicht? Die Zeit der Schulschliessungen war natürlich sehr anstrengend in ihrer Situation-aber ansonsten hatte sie doch vormittags „frei“.
      So ganz versteh ich das Vater-Bashing hier nicht…oder übersehe ich was?

      1. Ja, die Mutter hatte lediglich ihre eigene Mutter als Unterstützung, die erkrankt war und schließlich verstorben ist. Teilweise scheint sie auch ihre Schwester, jedoch ebenfalls mit eigener Familie unterstützt zu haben. Es geht überhaupt nicht um Bashing, sondern lediglich darum, dass man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen kann. Die Wohnverhältnisse der Mutter scheinen beengter als die des Vater gewesen zu sein. Das mach mit drei kleinen Söhnen sicherlich etwas aus. Der Vater hat eine neue Partnerin, deren Mutter sich nun auch kümmert. Wenn die Autorin des Artikels halbtags oder auch Vollzeit als Grundschullehrerin tätig gewesen wäre, hätte sie sicherlich nicht annähernd soviel verdient, um den Personalstab des Vaters zu bezahlen. Also hätte sie im Anschluss parallel zur Kinderbetreuung den Haushalt etc. zu erledigen. Außerdem ist eine 50% -Lehrer*innenstelle nicht zeitlich nach persönlichen Belangen zu gestalten. Es gibt festgelegte Tage für Konferenzen, Teambesprechungen etc.

        1. Na ja, der Vater braucht den Personalstab aber auch, weil er zu 100% berufstätig ist. Die Mutter war überhaupt nicht berufstätig. Daher ist ja anzunehmen, dass es ihr finanziell nicht so schlecht gegangen sein kann-sonst wäre sie ja wieder in die Schule gegangen…? Entweder der Vater hat mehr gezahlt als er musste oder sie hatte von irgendwo anders her Einkommen?
          Mir ist einfach nicht ganz klar, warum der Vater automatisch hier der Böse ist, weil er sich jetzt ein Unterstützungssystem aufgebaut hat. Ich dachte, das sei das, was Frauen machen sollen? Warum nicht Männer?
          Und der Gedanke von René und Mammae ist ja auch richtig…warum sich das Ganze nicht schon früher gleichmäßiger aufteilen?

      2. Die Kinder waren super jung/klein. Das ganze 3mal. Das ständige krank sein jeglicher Familienmitglieder in den ersten Kitajahren. Das auch mal 3. Schlechte, durchwachete Nächte jahrelang. Und jetzt, wo sie aus dem Gröbsten raus sind, ein hoher Grad an Selbstständigkeit erreicht ist, “managt“ der Vater das Ganze MIT Unterstützung. Das hinkt doch vorne und hinten.

  15. Der Bericht ist wunderschön und hat mir ein paar Tränen in die Augen getrieben. Ich muss fast gestehen, dass ich die Geschichte fast nicht glauben konnte.
    Aber wie man herausgelesen konbte, hat die Mutter immer nachgeben müssen, selbst als sie ihren Exmann nach Unterstützung bat, waren nur ihre Wünsche an Bedingungen geknüpft. Gott sei Dank, wurde für die Kinder der richtige Weg gefunden und es ist kein Jugendamt eingeschehrt, um störend und einmischend alles zu koordinieren ode gar eine Inobhutnahme zu erzeugen. Aber ich denke, dass liegt an einem ganz entscheidenden Faktor, die Familie war recht wohlhabend. Eine arme Familie hätte das Jugendamt auf den Plan gerufen und schon längst unter ihrer Gewalt genommen.

    Ich wünschte mir, dass alle geschiedenen Ehepartner sich so vorbildlich und uneigennützig für ihre Kinder entscheiden.

  16. bei all diesen Artikeln zeigt es sich immer wieder: einer allein kann das einfach nicht stemmen. jeder braucht hilfe bei der kindererziehung! sonst ist man am ende irgendwann nur noch fertig.
    schade auch das gerade die männer es aber erst mal selbst erleben müssen bis sie es glauben können anstatt vorher mal die mütter ( ist ja meist immer die gleiche konstellation) ernst zu nehmen und ihnen zu glauben.

    1. Hmmm… Doch man kann es schaffen. Ich habe es geschafft und auch mit drei Söhnen. Dazu kam, ich bekam keinen Kindesunterhalt und der Vater hatte kein Interesse. Er war untergetaucht, weil er sehr gut verdiente… Also lief alles über das Jugendamt. Ich musste mich also auch noch wie eine Schwerverbrecherin dem Jugendamt beweisen und habe auch konsequent durchgezogen, bis es dem Jugendamt zuviel wurde. Dazu habe ich als Arzthelferin halbtags gearbeitet. Die einzige Unterstützung bekam ich durch Kindergarten, Schulbetreuung und ab und zu meine Mutter.

    2. Warum geht es immer um die Unterstützung der Mutter, ich bin mir sicher das der Vater das auch alles selbst bezahlen muss (Haushälterin, Putzfrau usw.)
      Und wahrscheinlich auch noch Leistungen in seinem Job bringen muss.
      Vllt sollte man sich damit abfinden das sie einfach nicht so resilient ist!

  17. Wäre ja mal interessant zu wissen ob die Frau vollzeit arbeitet und vollen Unterhalt zahlt, bei drei Kindern (das sind nach Düsseldorfer mal ca. 1200€im Monat).

    1. Warum interessieren Sie sich dafür, ob sie Unterhalt bezahlen muss oder nicht?
      Ich glaube, die Kernaussage in diesem Artikel wurde nicht verstanden. Es geht darum, das Beste für die Kinder zu ermöglichen.
      Schön, dass diese Familie das zusammen geschafft hat!

      1. Ja Isabelle, genau das war bei aller Wehmut den Artikel zu lesen, mein Gedanke. Hätte die Mama eine Haushälterin, ein Kindermädchen und jemand, der alle Arzttermine wahrnimmt… Auslauf für die Kinder…Nichtsdestotrotz meine Anerkennung für die Mama, dass sie ihre Grenzen erkannt hat, Schwäche eingestanden hat und sich Hilfe gesucht hat. Es ist einfach schade, dass die Mama es durch die Pandemie nicht geschafft hat, sie steht sinnbildlich für so viele Alleinerziehende, die allein gelassen werden… Aber heißt ja auch Allein-erziehende wa?! 🙄 Ich wünsche der Schreiberin, dass Sie glücklich wird mit der Situation und ggf die beiden Kleinen doch wieder im Wechselmodell betreuen kann, also Wochenmodell. Denn ich habe die Hoffnung, wenn sie sich weiter stabilisiert, wird ihr das wieder guttun und auch langfristig den Kindern.

    2. Der Vater scheint ja weiterhin Vollzeit zu arbeiten, bei dem Personal als Unterstützung: Haushälterin, Kindermädchen, zwei Omas, riesiges Grundstück + plus zwei Mama-Tage die Woche, jeden Freitag und jedes 2. Wochenende alle drei Jungs bei Mama sowie alle Arzttermine der drei Kinder. Wahnsinn! Diese Unterstützung und räumlichen Möglichkeiten schien die Mutter (und alle alleinerziehenden Mütter, die ich kenne) zuvor nicht gehabt zu haben!!

    3. Natürlich kann man. Bzw kann manche Frau das. Aber eben nicht jede. Und das ist ok. Das ist doch eine der Kernaussagen: Bei sich bleiben! Schauen, wie es der eigenen Familie geht! Nicht, wie es bei anderen klappt. Es kann soooo viele Ursachen haben, wenn man es „nicht schafft….“ . Die eigene Vita. Charaktere in der Familie. äußere Umstände….

      Ich kann den Artikel so gut nachvollziehen.
      Ich bin NICHT alleinerziehend. Wie sind wohlhabend. Leben in einem großen Haus mit riesen Garten. Ich musste während der Pandemie nicht arbeiten. Gute Grundlagen also, dass es mir und unseren drei Kindern hätte gut gehen können. Es geht mir aber nicht (mehr) gut. Durch die Pandemie musste ich aufgrund der Kontaktbeschränkungen weitgehend ohne Unterstützung (die wir uns theoretisch hätten leisten können). Die Jahre davor waren – von mir unbemerkt – sehr anstrengend mit einem Kind, das, wie wir erst jetzt wissen, ADHS hat. Mein Mann arbeitet sehr viel und unsere Ehe ist nicht einfach.
      Das Ergebnis: ich bin so fertig und eine so „schlechte“ Mutter, dass ich ebenfalls ernsthaft erwogen habe, die Kinder „abzugeben“. In anderer Form als die Autorin, weil mein Mann und ich nicht getrennt sind (zB an eine Kinderfrau für viele Stunden die Woche) aber dennoch. Zu ihrem Wohl. Und zu meinem, um wieder die Mutter zu werden, die ich sein möchte. Nun haben wir schließlich Hilfe zur Erziehung beantragt obwohl wir von außen betrachtet überhaupt kein „Fall für das Jugendamt“ sind. Obwohl andere Mütter/Eltern in ähnlichen Situationen wie wir es ohne schaffen.

      Hut ab vor der Entscheidung der Autorin!!
      Völlig egal, ob andere es schaffen und unter welchen Bedingungen. Völlig egal ob der Vater reich ist und ob die Mutter nun Unterhalt zahlt oder nicht. Fakt ist: Keine Mutter MUSS irgendetwas schaffen und sich ansonsten schief angucken lassen.
      Jede sollte alle Möglichkeiten nutzen, die sich ihr bieten, damit sie ausgeglichen sein kann.

      Und ja, manche haben keine oder weniger Möglichkeiten als die Autorin. Und das ist natürlich unfair. Aber darum geht es hier nicht.

      1. So ist es, Simone!100 %. Danke für diesen wertvollen Beitrag!
        Und persönlich mein Mitgefühl!!! Alles, alles Gute für dich und alle in deiner Familie!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.