Herbert die Welt erklären

tisch

Hallo Lisa, hallo Ihr Lieben, 

ich teile jetzt einen Gedanken mit Euch, der mir am Freitag kam und mich seitdem glücklich macht.

Mein Opa hieß Herbert und war einer wichtigsten Menschen in meinem Leben. Wenn ich als Kind zu Besuch kam, war ich seine ganze Welt und er war meine. 

Er hat mir im Laufe der Jahre, bis ich neun Jahre wurde und er verstarb, so viele Sachen beigebracht. Er hat mir gezeigt wie man Briefmarken sammelt, ordentlich mit Serviette um den Hals Knödel mit Soße isst, wie man Enten mit Spekulatius füttert, eine Dampfnudel im Café bestellt, eine Modelleisenbahn zusammenbaut, Tomaten auf dem Balkon anpflanzt und einfach das Leben genießt. Es war die Summe dieser Sachen, die mir mein Lebensgefühl, mein Glück bis heute geschenkt haben und dieses Gefühl hat dafür gesorgt, dass ich bis heute keinen Tag meines Lebens wirklich unglücklich war. Ich weiß um dieses Geschenk und dass es keine Selbstverständlichkeit ist und deshalb und für so viele andere Dinge bin ich ihm unendlich dankbar. Mein Opa Herbert hat mir die Welt erklärt und deshalb heißt Maxime mit zweitem Namen Herbert. 

Als Maxime und ich dann am Freitag mit dem Taxi nach Hause fuhren, fragte mich Maxime in seinem Kleinkind-Sprech alle möglichen Fragen. Er redet schon erstaunlich gut für einen Zweijährigen, finde ich, seine Mama. Zum ersten Mal fiel mir auf, dass Maxime, wenn er über etwas nachdenkt, sein „Mmmmhhhh“ sehr in die Länge zieht. Genau wie es mein Opa immer gemacht hatte. 

Und dann fiel mir auf, dass Maxime eben doch viel von Herbert hat und dass ich Herbert jetzt die Welt erkläre, genau wie der Herbert, der mir die Welt erklärt hat und plötzlich weinte vor Rührung. 

Vielleicht war das der schönste Gedanke, den ich seit Maximes Geburt um Maxime, meinen Opa, unsere Identität und mich hatte. 

Schönen Sonntag Euch allen, 

Caro xxx


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3 comments

  1. schön…
    Liebe Caro, ganz neu und begeistert auf Eurem Blog gelandet, möchte ich ein dickes BITTE-WEITER-SO da lassen.
    Deine Worte über Herbert und Herbert haben mich sehr berührt, danke! Ganz herzliche Grüße in die ferne Hauptstadt, Friederike

  2. oh wie schön
    das ist echt ne schöne Geschichte. Rührend!
    Solche Opas und allgemein Menschen sind einfach toll, den Kindern was zeigen und nebenbei was viel Wichtigeres mitgeben:
    Die Botschaft „du bist mir wichtig“ und eine Haltung zum Leben und zu sich.

    Das fehlt heute so vielen Kindern, ich seh das grad auch meiner neu begonnenen Arbeit…

    Liebe Caro, wie schön dass jemand so guten Einfluss auf dich hatte, ich denke mir dass das sehr prägend für dein Leben und deine Wertvorstellungen war – z.B. dein Kind an erster Stelle zu stellen, den Job aus Überzeugung zu kündigen, dich einzusetzten wenn dir was nicht passt uvm.

    Dein Opa mag verstorben sein, aber durch das an ihn denken, ist er immer bei dir…

  3. Herbert
    Hallo liebe Caro, eigentlich bin ich nur eine stumme Leserin eures „All“tags. Aber heute … ja heute muss ich Dir sagen, wunderschöne Worte. Unsere Sohn heißt aus diesem Grund und den vielen alltäglichen Erinnerungen an meinem Opa, auch mit zweitem Namen „Herbert“ … sein erster Name ist von Opa väterlicherseits – „Theodor“, also liebe Caro danke für ein kleines bißchen in Erinnerungen schwelgen, habe einen schönen Sonntag, Lisa