Homeschooling: Wir haben aufgegeben, bevor wir daran zerbrechen

Seid Ihr schon mal an etwas gescheitert, was eigentlich total wichtig ist? Und Euch deshalb total als Versager gefühlt?
So fühle ich mich gerade. Worum es geht? Homeschooling! Ein Thema, das die meisten Eltern aktuell sehr belastet, denn es ist einfach alles viel: Homeoffice, Homeschooling, Haushalt, 24 Stunden Kinder, die belastende Enge.

Homeschooling. Das ist für mich das Unwort des Jahres. Wie jeder andere auch sitzen wir seit etwa sechs Wochen zu Hause ohne Schule, ohne Freunde, ohne Hobbys. Ich heiße Judith, bin alleinerziehend und arbeite als Gesundheits- und Krankenpflegerin auf einer Covid 19- Station. Meine Tochter ist acht Jahre alt und geht in die zweite Klasse. Normalerweise ist sie eine sehr gute Schülerin, bei Lehrern und Mitschülern unheimlich beliebt und ein kleiner Sonnenschein. Sie ist sehr emphatisch, später möchte sie auch mal Krankenschwester werden.

Als Krankenschwester habe ich bereits relativ früh sehr genau die Entwicklungen des Corona-Virus in anderen Ländern verfolgt. Auch, weil ich in unserem Krankenhaus natürlich die Vorbereitungen auf die Pandemie mitverfolgen konnte. Ganze Stationen wurden zu Isolationsstationen, Patienten wurden verlegt, Operationen abgesagt. Durch diese Informationen war mir ziemlich früh klar, dass wir auf eine Schulschließung zusteuern.

Deshalb habe ich mit meiner Tochter viel über dieses Szenario gesprochen, was das dann bedeutet und dass sie ihre Hausaufgaben natürlich trotzdem machen muss. Wir waren uns aber beide sicher, dass wir das mit dem Homeschooling gut hinbekommen. Sie war ja eine gute Schülerin, die auch immer ohne großes Murren Hausaufgaben machte.

Und dann kam der Tag X. Die Schulen machten zu. Wir bekamen eine Menge Schulstoff nach Hause, ein paar Tage klappte das Bearbeiten recht gut. Doch ich merkte, dass sich meine Tochter veränderte. Sie wurde von Tag zu Tag verschlossener, verbrachte immer mehr Zeit alleine in ihrem Zimmer und hörte einfach still ihrer Musik zu. Das ist absolut untypisch für sie.

Was die Schulsachen betrifft, kam ich gar nicht mehr an sie ran. Wir brachten uns sehr schnell gegenseitig zur Verzweiflung, es flossen viele Tränen. Glücklicherweise kamen dann die Osterferien und ich hatte die Hoffnung, dass einfach nur die Luft bei meinem Kind raus ist und es nach den Ferien wieder besser klappt.

Als wir dann nach den Ferien wieder neu starteten, begann das Drama wieder von vorne. Ich dachte, ich müsste strenger sein, damit das klappt. Aber ich war gleichzeitig aus so kaputt von meiner Arbeit, dass ich das Streng-Sein nicht durchhielt.

Wir leben mit meiner Mutter zusammen, also dachten wir, dass sie das Homeschooling übernimmt. Aber auch das klappte nicht. Homeschooling bedeutete für uns alle nur noch Tränen der Wut, Verzweiflung, Aggressionen. Teilweise flogen sogar Sachen durch die Luft.

Und dann kündigte die Klassenlehrerin an, bei jedem Kind die Arbeitsblätter der letzten Wochen abzuholen, um zu gucken, wer was geschafft hat. Nun gerieten wir noch mehr unter Druck – plötzlich reichte es nicht mehr, ein bisschen was zu machen – wir sollten alles fertig machen.

Die Folge: Es wurde noch mehr geweint, noch mehr geschrien und ich fühlte, wie mein Kind sich von mir entfernte. Da beschloss ich an einem Sonntagabend: Jetzt ist Schluss. Wir geben auf.

Ich merkte einfach, dass unser Familienfrieden völlig im Eimer ist, dass die Liebe und Geborgenheit total auf der Strecke bleibt. Und das wollte ich nicht. Niemals.

Am Montag morgen rief ich in der Schule an. Wir wohnen in einem kleinen Dorf, die Dorfschule ist im nächsten Ort. „Ich muss Ihnen was beichten. Wir haben die Schulaufgaben nicht geschafft“, sagte ich der Lehrerin.
Ich erzählte ihr von unseren letzten Wochen, wie sehr mein Kind unter der ganzen Situation leidet und dass ich auch einfach überfordert bin.

Wir sprachen darüber, warum ich meine Tochter nicht in die Notbetreuung gebe. Ich hätte ja Anspruch, aber da ich direkt mit Covid 19- Patienten zusammen komme, halte ich es für keine gute Idee, dass mein Kind mit anderen Kindern betreut wird.

Die wunderbare Klassenlehrerin hörte sich das alles an und versprach, sich etwas zu überlegen. Zwei Stunden später rief sie wieder an und sagte, dass meine Tochter nur noch eine Stunde am Tag lernen müsse – vor und nach der Lerneinheit würde sie mit der Lehrerin telefonieren.

Und obwohl ich weiß, dass es richtig so war, die Lehrerin um Hilfe zu bitten, habe ich das Gefühl, versagt zu haben. Wenn ich auf Instagram sehe, wie alle Mütter erfolgreich Homeschooling machen, wenn Freundinnen meiner Tochter erzählen, dass sie sogar die Zusatzaufgaben gemacht haben, dann macht mich das fertig. Wir sind gescheitert und zwar so richtig.

Ich bin nicht stolz darauf, aber ich glaube, dass viele Eltern gerade an ihre Grenzen kommen. Mein Text soll Euch Mut machen, ehrlich mit den Lehrern zu sprechen. Denn der Duck, den wir Eltern und die Kinder verspüren, ist enorm. Wir wären beinahe daran zerbrochen.

Jetzt gehen wir den Weg anders. Mit weniger Homeschooling, dafür mit mehr Liebe, kuscheln, spielen und Netflix. So werden wir diese Zeit schaffen. Ganz bestimmt.


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61 Kommentare

  1. Uns ergeht es ähnlich. Habe mich an die Schule, das Schulamt und an das Ministerium. Aber wirklich besser ergeht es uns nun nicht. Wir pauken die Aufgaben der letzten Wochen noch immer durch. Laut Ministerium nicht notwendig, laut Klassenlehrerin unabdingbar. Dauerstress in allen Richtungen.

  2. Hallo Judith,
    alles richtig gemacht!
    Du hast die Priorität deines Herzens gewählt und das war mutig.
    Und das wird auch deine Tochter sehen und behalten.
    Alles Gute euch.

  3. Mit unserem Viertklässler haben wir uns hin gesetzt. Die Aufgaben der Schule kamen total unstrukturiert, das hab ich für ihn aufgeteilt. Mit ihm müssen wir uns auch im normalen Schulalltag hin setzen, weil er von alleine gar nichts macht und schriftliche Leistungen generell verweigert. Es war also nicht so anders als sonst (inklusive Wutanfälle, Tränen, Geschrei…), nur das Pensum war um einiges höher (an guten Tagen 3 Zeitstunden, an schlechten bis 8).
    Die Siebtklässlerin dagegen, die ihr Schulzeug seit der Grundschule weitestgehend selbständig erledigt (mit gelegentlichen Anstupsern von mir), kam mit der Situation gar nicht zurecht. Sie machte immer weniger, erledigte lediglich einen Bruchteil aller Aufgaben. Seit 2 Wochen müssen sie Dinge online abgeben. Sie kommt nicht mehr hinterher, ist mit dem Pensum Wochen im Rückstand. Sie pupertiert massiv, Mutter-Kind-Kommunikation ist unter normalen Umständen schon schwer. In den letzten Wochen hat sie sich komplett zurück gezogen, nimmt kaum noch am Familienleben teil. Hilfe von mir nimmt sie absolut nicht an. Letzte Woche Gespräch mit der Lehrerin, seit dem macht sie gar nix mehr. Sie hat komplett aufgegeben. Wie es weiter gehen soll? Keine Ahnung. Weder wir Eltern noch ihre Lehrerin haben noch Ideen.
    Ab Montag haben sie Präsenzuntericht. Alle ihre Freunde sind in der anderen Gruppe. Sie hat absolut keine Lust, hin zu gehen.
    Ich mach mir unendliche Sorgen um sie. Zumal sie sich auch die Arme aufkratzt.
    Ich hab auch das, Gefühl, versagt zu haben.
    (Restliche Familienkonstellation: eine 3 Jährige, Mann im Homeoffice und ich arbeite Teilzeit)
    LG von einer Dreifachmama

  4. Nein, das ist und darf kein homeschooling sein – also bitte nicht dieses wording:
    Es ist Fernunterricht, Fernschule, Fernbeschulung o.vgl. – Eltern sind qua ihrer innerfamiliären Rolle selbst bei besten Kompetenzen nicht die Lehrer ihrer Kinder – können es auch gar nicht sein.
    Die Beziehungsebene ist eine andere.
    Durch ein derartiges framing wird die Verantwortung für den Unterricht als auch das Ergebnis zum wesentlichen Teil auf Eltern abgewälzt statt sie dort zu belassen, wo sie entsteht und hingehört, beim ausgebildeten Lehrpersonal❗️

    Deshalb ist möglicherweise auch das „Scheitern“ vorprogrammiert, wenn man diesem Anspruch gerecht werden will, hier homeschooling betreiben zu müssen.

    In der jetzigen relativ unerwarteten Pandemie-Situation fallen uns jahrzehntelange Versäumnisse des Schulsystemes gleichzeitig dem Lehrpersonal, den Eltern und leider nicht zuletzt den SchülerInnen (insbesondere denen aus benachteiligten Verhältnissen) auf die Füsse.

    Rückwärtsgewandte Larmoyanz hilft uns da natürlich nicht weiter. Es ist nun unter Beweis zu stellen, inwieweit wir bereit sind, uns zu modernisieren.

  5. Liebe Judith,
    Danke fürs Mutmachen! Ich werde gleich direkt den Klassenlehrer meiner 13jährigen Tochter anmailen, weil es bei ihr auch überhaupt nicht gut klappt. Die 11jährige und der 15jährige (der seit knapp zwei Wochen wieder zur Schule gehen darf) meistern das ganz gut. Die beiden können sich ganz gut selber organisieren, leider schafft es die mittlere gar nicht gut.
    Du hast mir mit deinem Beitrag den Mut gemacht, mich auch bei dem Lehrer zu melden, mal schauen, wie er reagiert und ob es für meine Tochter besser wird.
    Im übrigen bin ich der Meinung, dass viel zu wenig auf die Kinder in dieser besonderen Situation geschaut wird, sie sind meiner Meinung nach diejenigen, die am stärksten in dieser Krise leiden!
    In diesem Sinne: Passt auf euch und vor allem die Kinder auf!

    1. Hallo, ich war sehr beeindruckt von dem Brief. Bei mir ist es ähnlich anders da meine Kinder 6 und 10 ihre Mutter durch Depression verloren haben und ich seit 2.5 Jahren alleinerziehend bin. Schule Erziehung und gute Tipps von anderen fressen einen auf. Bis das mir ein erfahrener Therapeut auf norderney mal erklärte was für Kinder und auch für mich das wichtigste ist, nämlich genau das, liebe kuscheln und essen 😅. Das hilft auch in Corona Zeiten ganz liebe Grüße

  6. Danke für deinen Bericht…so ehrlich und wohltuend.
    Ich (seit viele Jahren Prmarlehrerin) dachte am Anfang der Schulschliessung, das schaffen wir schon. Kein Problem, nicht viel anders als in der Schule. Naja…ich bin kläglich gescheitert. Gescheitert an der Kombi von allem. Dem Homeschooling, dem Homeoffice, dem 24h aufeinander sitzen. Zu allem übel brach ich mir noch den Zeh, misste operieren und mich schonen. Nach vielen Kämpfen, Tränen und Streitigkeiten zog ich ebenfalls die Notbremse…sprach mit der Schule, nahm Druck raus. Ich musste aber v.a. mir selbst sagen, dass es ok ist. Ich verstehe also deine Gedanken vom Versagen, vom nicht geschafft haben. Und immer wieder sage ich mir, dass die Schule nicht alles ist, dass meine Kinder neben dem Homeschooling so viel mehr gelernt haben. Und das ist dann auch wirklich alltagsrelevant…
    Und ich bin froh, gehts bald wieder etwas normaler weiter…

    1. Liebe Judith,

      es erschreckt mich sehr wenn ich derartige Berichte lese. Kurzum, du hast richtig reagiert und in meinen Augen alles andere als versagt!
      Das Wichtigste Gut, ist die Liebe & Geborgenheit in der Familie! Die Reaktion deinerseits ist für mich absolut nachvollziehbar und man braucht nicht darüber zu diskutieren, dass es richtig war!
      Du bist keine Versagerin! Du leistest den Beitrag, der jetzt sehr sehr wichtig ist und hältst deine kleine Familie zusammen.Und weniger (lernen) ist manchmal mehr.
      Ich hoffe, dass sich die Situation bei dir wieder entspannt hat, drücke dir die Daumen.

      Alles Gute & bleib gesund.

      Liebe Grüße
      Micha

  7. Vielen Dank für Deinen Bericht! Wir kämpfen auch sehr—arbeite ebenfalls im Gesundheitsbereich —dzt sogar mehr als vor dem Lockdown— kann es nicht mehr hören dass sich so viele entschleunigt fühlen— ich bestimmt nicht. Die Mitschüler meiner Tochter machen ebenfalls problemlos die Wochenpläne und Zusatzaufgaben—wir schaffen die Pflicht mit Müh und Not am Abend und Wochenende obwohl sie eine sehr gute Schülerin ist. Fühle mich da gerade sehr alleine!

    1. Ich kann Dich so gut verstehen. Ich habe zwei Kinder, die ihre Abschlüsse machen. Mein Sohn ist sehr fleißig,trotzdem hat auch er Schwierigkeiten gehabt, sich auf seine Abiturprüfungen vorzubereiten. Schwierigkeiten macht bei uns der MSA unserer Tochter. Jemanden Mathe beizubringen und dann noch Massen an Übungsseiten, wenn man selbst das nicht versteht, bringt uns total in Druck. Jetzt ist sie einige Tage in Vorbereitungen in der Schule, leider kommen trotzdem noch Übungsarbeiten, die sie vorbereiten sollen, die aber gar nicht zu schaffen sind für sie. Ich bin froh, wenn beide Kinder ihre Abschlüsse haben…

  8. Hallo Judith,

    Du machst alles richtig, wenn Du den Druck da ‚rausnimmst. So, wie es aussieht, fehlt Deiner Tochter der Umgang mit ihren Klassenkameraden. Sie zieht sich zurück und fühlt sich alleingelassen. Es fehlt die Möglichkeit, sich mit den anderen auszutauschen, Spaß zu haben und auch mal Unfug zu machen. Übrig bleibt nur die „Arbeit“.

    Wenn möglich, würde ich versuchen, den Kindern eine Möglichkeit zum Unterhalten zu geben. Ich bin kein Freund von Zoom, daher nutzen wir in der Familie Wire, um uns zu sehen. Eventuell redest Du mal mit der Lehrerin oder den anderen Eltern und Ihr organisiert ein regelmäßiges Online-Quatschen Event für die ganze Klasse, wo die Kinder sich über die Aufgaben austaushen und alle zusammen kommen. Darüber hinaus kann man dann ja in kleineren Gruppen zusammen die Aufgaben lösen. Auch wenn die beste Freundin nur auf dem Monitor oder Tablet ist, man kann doch was zusammen machen und neben den Aufgaben vielleicht einfach nur mal zusammen lachen.

    1. Endlich eine Mama, die auch keine perfekte Lehrerin ist, sein kann oder will! Ich will nämlich nicht und dies, weich ich einfach keine Lehrerin sein will. Ich bin Mutter von 3 grossartigen Kinder und Geschäftsfrau. Leider werde ich jetzt von Bund gezwungen meinen Job aufzugeben, um jetzt ungefragt den Job der Lehrer zu übernehmen. Dies, obwohl ich eigentlich Arbeit hätte in Hülle und Fülle. Eigentlich grotesk, denn ich belaste jetzt zusätzlich und unnötig die ohnehin stark beanspruchten Sozialleistungen. Wenn es nach mir gehen würde, könnte meine Kinder auch einfach mal ein paar Wochen Pause einlegen, dann würde ich nämlich Kinderbetreuung und Homeoffice unter einen Hut bringen. Leider schaffe ich es nicht 3 Kids, Haushalt, Homeoffice und Homeschooling inklusive Basteleien aus dem Kindergarten unter einen Hut zu bringen, denn Lehrerin oder Kindergärtnerin zu sein liegt mir einfach nicht! Deshalb machen wir nur das, was wir können und freiwillig geht. Ich könnte toben wie ein Kleinkinds und frage mich, ob das wirklich alle anderen Supermütter schaffen mit links?

  9. Trösten Sie sich. Ich fühle mich auch jeden Tag wenn ich von der Arbeit nach Hause komme wie ein Versager.
    Grüße
    Ein Englisch- und Geschichtslehrer

  10. Zuallererst: Sie sind nicht gescheitert! Im Gegenteil. Sie haben genau richtig gehandelt. Jedes Kind regiert anders auf die soziale Isolation und braucht deswegen angepasste Maßnahmen.
    Sie haben insofern genau richtig gehandelt, dass sie die Expertin für den Unterricht an ihrem Kind mit einbezogen haben, wie es in der Bildungspartnerschaft vorgesehen ist. Nur so konnte sie die Entwicklungen ihrer Tochter mitbekommen und individuell und angemessen reagieren. Sie werden sehen, ihre Tochter wird wieder zu ihren Leistungen finden, wenn sich die Umstände normalisieren.
    Zudem hat Schule nichts damit zu tun, pefekte Lösungen für alle Aufgaben auf ein Blatt Papier oder in eine E-Mail zu schreiben. Schule soll Kinder zuallererst Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung voranzubringen. Sie soll eine Lernumgebung schaffen, in der das Kind sich weiterentwickeln kann und lernen kann. Es geht um eine grundlegende Bildung und Erziehung. Nicht um perfekte Leistungen. Ein Feedback in Form von Noten gehört dazu und gewisse Leistungen sind nötig für das Kind, um bestimmte Ziele zu erreichen. Aber kein Kind muss perfekt sein.
    Leider sehen das viele Eltern nicht so. Wohlgemerkt Eltern. Und sie übersetzen diese Annahmen an das Homeschooling. Und sie merken tatsächlich, dass sie (meist) doch keine geschulten Pädagogen sind, überfordert sind. Und das mit ein bis drei Kindern, nicht mit 25-30. Vielleicht bleibt das als positiver Effekt aus dieser Zeit.

    Endlich merken die Eltern, dass es mehr

  11. Hallo Judith,
    ich fühle mit dir. Uns geht es hier genauso. Ich habe 3 Kids:1 Schulkind in der 2. Klasse, 1 Kitakind und 1 Kleinkind (21 Monate). Mein Mann geht weiter arbeiten, sitzt mit im Krisenstab und geht daher außer Haus bevor wir aufstehen und kommt erst wieder wenn die Kids schlafen. Ich selber bin noch in Elternzeit und muss daher zum Glück nicht noch einen Job schultern. Aber der zu Hause reicht im Moment völlig aus. Der Alltag ist pausenlos geworden. Und jetzt nach den Ferien ist das Homeschooling eskaliert. Es fehlt einfach ein Ziel vor Augen. Und den Kids, vor allem den zwei großen Jungs fehlen extrem die Gleichaltrigen. Wutausbrüche, Verzweiflung, Tränen,…. Waren bei uns die letzten Tage an der Tagesordnung.
    Und wir haben jetzt auch beschlossen den Druck von der Schule rauszunehmen. Und das was wir schaffen, ist okay und was wir nicht schaffen, schaffen wir eben nicht. Es geht einfach bicht mehr. Und wenn ich hier als Mama kollabiere haben wir ein ernstes Problem.
    Daher ihr seid nicht alleine 😘

    1. Ach lieber Lehrer… ich bin Lehrerin, geschult und ausgebildet. Und ich dachte ohne Kinder immer, dass ich die geduldigste Mutter aller Zeiten werde, weil ich mit meinen Schülern wirklich immer sehr geduldig war. Gerne mit schwierigen Schülern, Schulabbrechern usw., alles kein Problem.
      Mein eigenes Kind 24/7 zu unterrichten, als Mutter, wo ja der Vorteil der Lehrer genau der ist, eben NICHT die Eltern zu sein, ist, bei aller Schulung nun wirklich nicht mit einer normalen Klassensituation zu vergleichen. DER Vergleich hinkt nicht nur, der kriecht.

      Insofern ist der Kommentar: „Tja, da sind die Eltern schon mit 1-3 Kindern überfordert, nicht mit 25-30“ einfach fehl am Platze. Es fängt damit an, dass es die eigenen Kinder sind, dass dies in einer absoluten Sondersituation geschieht, emotional und sozial und dass in einer Klasse alle Kinder denselben Stoff lernen, nicht aus unterschiedlichen Schulen, Altersklassen usw. kommen.

      GANZ so einfach ist die Welt halt doch nicht.

  12. Hei du Liebe! Ich bin Alleinerziehend (meine Tochter ist 8) und bin auch Lehrerin 🙂 UNBEDINGT sollst du/sollt ihr euch bei der Lehrerin melden! Dafür sind wir da! Finde es seltsam hat die Lehrperson sich nicht öfter erkundigt, wies läuft..

  13. Als Lehrerin und Mutter eines schulpflichtigen und eines nicht schulpflichtigen Kindes muss ich sagen…ich verstehe Dich seeehr gut! Du hast nicht versagt, bist nicht gescheitert und darfst einfach nur stolz auf Dich sein!! Die momentan Situation bringt uns an unsere Grenzen und fordert uns unglaublich heraus.
    Meines Erachtens hast Du das einzig Richtige getan und auf Dich gehört! Warst ehrlich und hast um Rat und Hilfe gebeten! Was besseres hätte es nicht gegeben!! Versagt?? Das hat hier niemand…! Alle versuchen das zu tun, was man von uns verlangt. Die einen mögen über sich herauswachsen, andere erkennen ihre Grenzen!
    BRAVO! Für Gefühl, Ehrlichkeit und Offenheit!

    1. Hallo Judith

      Du schreibst mir aus dem Herzen. Die Umstände sind bei mir etwas anders (im Homeoffice, mit Partner, 2 Kinder), die ‘Symptome’ aber praktisch identisch.
      Ich finde, du hast alles andere als versagt, sondern verantwortungslos gehandelt, zum Wohle eures Seelenheils! Gut so, sei stolz auf dich!

  14. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist nicht nur dein eigenes Kind, sondern sind auch die Kinder, die die Hausaufgaben brav machen, Grund für deinen Frust. Aber fraglich ist ja, aus welcher Motivation heraus die anderen Kinder so fleißig sind. Vielleicht, weil sie auf diese Weise um Anerkennung kämpfen? Ich finde nicht, dass es ein schlechtes Zeichen ist, wenn Kinder ihren eigenen Willen versuchen durchzusetzen. Das zeigt zumindest, dass die sich der Liebe ihrer Eltern sicher sind.
    Bei mir und meiner achtjährigen Tochter war der Verlauf identisch und ich habe das Problem so gelöst: Wir haben gemeinsam Wege gefunden, wie sie sich den Stoff auf eine für sie interessantere Weise aneignen kann (z.B. Lernapps und -spiele, praktische Tätigkeiten, Naturexpeditionen, Bücher lesen und Briefe schreiben, etc., also klassisches Homeschooling). Die Aufgaben der Schule ignorieren wir, wenn wir sie beide nicht sinnvoll finden, oder ich habe die Blätter auch schon mal selbst ausgefüllt, wenn sie abgegeben werden mussten. Das Ganze hat dazu geführt, dass meine Tochter jetzt auch wieder mehr Schulaufgaben freiwillig macht. Ich schätze, das liegt daran, dass sie mehr Selbstbestimmung erlebt als vorher. Den Druck kann man sich meiner Meinung nach nur selbst nehmen, indem man selbst entscheidet, inwieweit man die Anweisungen der Schule befolgt.

  15. Liebe Judith,
    Du bist nicht gescheitert, sondern hast das für Euch richtige entschieden! Später kräht kein Hahn mehr danach, ob Dein Kind Seiten weniger bearbeitet hat als andere. Bei uns flossen auch schon die Tränen, Radiergummis und Stifte flogen umher. Meine Anfrage nach Hilfe sah so aus von der Lehrerin (die selber eine Erstklässlerin hat). „Ja, wir bekommen auch so viel. Alles wird auf die Eltern abgewälzt.“ Bitte was??? Das musste ich mir von der Lehrerin meines Sohnes (2.Klasse- läuft sehr mäßig das Homeschooling) anhören. Wir machen das was geht und basta!

    Lg Annika

  16. Ich finde es so traurig, dass wir dieses Corona-bedingte Lernen zuhause „Homeschooling“ nennen. Denn „echtes Homeschooling“ ist etwas ganz anderes. Es ist in den meisten Fällen individuelles, Interessen-geleitetes Lernen im Rhythmus des Kindes, manchmal eher formal an einem Lehrplan orientiert, oft auch aus den Fragen und sich ergebenden Interessen eines intensiven Alltags gewachsen. Es bedeutet Museen besuchen, Sozialkontakte pflegen und oft aktives Vereins- und Sozialleben. Es ist so ganz anders als diese Zeit und es ist der größte Wunsch einer steigenden Anzahl von Eltern und Kindern, dass es auch in Deutschland, ebenso wie in fast allen anderen europäischen Ländern, endlich legal möglich wird!
    Diese Zeit dagegen ist geprägt von schulischem Lernen zuhause, was in sehr vielen Familien Stress und Druck verursacht und eher schlecht funktioniert: diese Art des Lernens ist nicht sehr Kindgerecht und Gehirngerecht und funktioniert in der Schule auch nur bedingt und nicht bei allen Kindern gleich gut. Aber die Schule ist genau so gestaltet, dass es halbwegs funktioniert: wenig Ablenkung, Gruppendruck und Konkurrenz, ständige „Überwachung“ und Kontrolle, … Diese Bedingungen haben nun einmal die wenigsten zuhause, was ein großes Glück ist! Also empfinde ich es nicht als persönliches Scheitern sondern schon fast als gutes Zeichen eines lebendigen und engen Familienlebens, wenn es mit diesem Lernen Schwierigkeiten gibt.

  17. Hallo Judith, ich habe Deinen Bericht mit großem Interesse gelesen….allerdings glaube ich, hätte ich anders gehandelt. DU als Krankenschwester siehst ja sehr viel und siehst auch die unterschiedlichen Verläufe der Krankheit. Insofern glaube ich schon, dass ich es zumindest tageweise “riskiert“ hätte, mein Kind in die Notbetreuung zu schicken, umso etwas Luft aus der angespannten Situation zu nehmen. Soweit ich informiert bin, schlägt ja Covid 19 bei Kindern in der Altersgruppe Deiner Tochter gar nicht an bzw. der Krankheitsfall ist sehr milde. Das Problem sind nicht die vielen Hausaufgaben, das Problem ist im Moment die Perspektivlosigkeit vieler Eltern und deren Kinder, ob und vor allem wann (konkretes Datum) die Kinder wieder beschult werden dürfen. Nun ich sehe das jetzt so, das Schuljahr ist so gut wie gelaufen. Stirnrunzeln bereitet mir aber Dienstag, 8.9. – richtig, da geht in Bayern wieder die Schule los. Wie soll denn da bitte ein normaler Schulbetrieb möglich sein? Bekanntlich steigen ja von “O bis O“ die Infektionskrankheiten und schließen wir dann die Schulen wegen jedem “Bepperles“ (z. B. Magen-Darm-Infekt). Ich bin der Meinung, dass man Covid 19 mit der nötigen Umsicht, aber auf keinen Fall übertriebener Übervorsichtigkeit begegnen sollte. Ich selbst bin jetzt so froh, einer positiv getesteten Covid 19 Patientin begegnet zu sein, die halt die typischen Erkältungssymtome hatte (Husten, Fieber, Abgeschlagenheit). Mir und meiner Familie wurde jetzt eine große Unsicherheit/Angst genommen. Das eigentliche Problem in meinen Augen ist nicht Covid 19, das eigentliche Problem wird neben eines katastrophalen Wirtschaftseinbruchs der ganz persönliche seelische Supergau aufgrund des im Moment ungelebten Lebens sein. Und das Leben ist nun mal reine Glückssache. Darum nochmal mein ganz persönlicher Tipp, schicke Deine Tochter an bestimmten Tagen in die Notbetreuung, Du wirst sehen, Deine Tochter wird wieder Dein kleiner Sonnenschein, der wieder an Motivation und Sicherheit gewinnt. Dies schreibt Dir eine Mama, deren Tochter seit 27.04. wieder beschult werden darf und die jetzt hoffentlich ohne weiteren Schlingerkurs bald ihre Mittlere Reife schreiben darf.

    1. Hallo Judith, ich habe Deinen Bericht mit großem Interesse gelesen….allerdings glaube ich, hätte ich anders gehandelt. DU als Krankenschwester siehst ja sehr viel und siehst auch die unterschiedlichen Verläufe der Krankheit. Insofern glaube ich schon, dass ich es zumindest tageweise “riskiert“ hätte, mein Kind in die Notbetreuung zu schicken, umso etwas Luft aus der angespannten Situation zu nehmen. Soweit ich informiert bin, schlägt ja Covid 19 bei Kindern in der Altersgruppe Deiner Tochter gar nicht an bzw. der Krankheitsfall ist sehr milde. Das Problem sind nicht die vielen Hausaufgaben, das Problem ist im Moment die Perspektivlosigkeit vieler Eltern und deren Kinder, ob und vor allem wann (konkretes Datum) die Kinder wieder beschult werden dürfen. Nun ich sehe das jetzt so, das Schuljahr ist so gut wie gelaufen. Stirnrunzeln bereitet mir aber Dienstag, 8.9. – richtig, da geht in Bayern wieder die Schule los. Wie soll denn da bitte ein normaler Schulbetrieb möglich sein? Bekanntlich steigen ja von “O bis O“ die Infektionskrankheiten und schließen wir dann die Schulen wegen jedem “Bepperles“ (z. B. Magen-Darm-Infekt). Ich bin der Meinung, dass man Covid 19 mit der nötigen Umsicht, aber auf keinen Fall übertriebener Übervorsichtigkeit begegnen sollte. Ich selbst bin jetzt so froh, einer positiv getesteten Covid 19 Patientin begegnet zu sein, die halt die typischen Erkältungssymtome hatte (Husten, Fieber, Abgeschlagenheit). Mir und meiner Familie wurde jetzt eine große Unsicherheit/Angst genommen. Das eigentliche Problem in meinen Augen ist nicht Covid 19, das eigentliche Problem wird neben eines katastrophalen Wirtschaftseinbruchs der ganz persönliche seelische Supergau aufgrund des im Moment ungelebten Lebens sein. Und das Leben ist nun mal reine Glückssache. Darum nochmal mein ganz persönlicher Tipp, schicke Deine Tochter an bestimmten Tagen in die Notbetreuung, Du wirst sehen, Deine Tochter wird wieder Dein kleiner Sonnenschein, der wieder an Motivation und Sicherheit gewinnt. Dies schreibt Dir eine Mama, deren Tochter seit 27.04. wieder beschult werden darf und die jetzt hoffentlich ohne weiteren Schlingerkurs bald ihre Mittlere Reife schreiben darf.

  18. Hallo Allerseits, ich finde auch Sie haben das einzig Riichtige getan. Auch bei uns zu Hause spitzt sich die Lage immer mehr zu…. Das Selbe höre ich von vielen anderen Eltern auch…. Das Traurige ist, homeschooling mit all seinen Stressfaktoren bleibt dann als eine wesentliche Erinnerung an die Corona Zeit über.

    1. Ohhh ich fühle so mit dir!
      Ich muss zum Glück oder Pech gerade nicht arbeiten,aber habe auch zwei Kinder in 70 qm ohne Garten.
      Meine Tochter wird jetzt im Mai acht Jahre alt(großes Drama,ob man feiern kann und definitiv zu wenig Geld für Ihre Geburtstagswünsche) und geht auch in die zweite Klasse!
      Bei uns fließen auch Tränen,Sachen fliegen und das Mutter-Tochter Verhältnis leidet enorm darunter.
      Meine Tochter ist an sich eine gute Schülerin und bemüht aber sie kann sich nicht konzentrieren und auch keine selbstverantwortung gegenüber den schulaufgaben übernehmen.lebe getrennt und bin die einzige die da hinterher ist!somit auch immer die Blöde😩
      Habe vor Wochen schon aufgegeben,mit den ganzen Wochenplänen(finde es einfach auch zu viel) und Aufgaben,weil ich einfach keine Lehrerin bin.
      Meine Tochter hatte schon das Pech,dass Sie in der ersten Klasse nur drei Monate richtig Unterricht hatte worunter Mathe stark gelitten hat..hängt mit minus rechnen so hinterher weil sie den grundbaustein in der Schule da nicht richtig für bekommen hat.so und jetzt soll ich in Homeschooling ihr das 1×1 beibringen…lernen und Aufgaben machen…zum heulen!
      Und dann wurde nur noch geschrien und geweint bis ich dann gesagt habe,es bringt nichts!wir kommen eh nicht hinterher und meine Maus empfindet es einfach nur unfair lernen zu müssen,wo ihr kleiner Bruder spielen oder TV schauen darf.
      Ich mache jetzt das mit meiner Tochter was ich schaffe und nicht in Streit ausartet..
      Bin dennoch genervt von den Anforderungen der Schule,die wissen doch garnicht wie die Situationen zuhause sind und machen alles online,Zoom hier,padlet da!ich hab keine Ahnung davon und auch kein technisches Gerät was ich meiner Tochter geben kann dass Sie die Sachen nutzen kann von der Schule!
      Ich nehm druck raus und warte ab wann und ob meine Maus vor den Ferien noch zur Schule gehen kann.alles andere wird sich dann fügen denke ich..
      Ich wünsche allen Mamas viel Kraft für diese anstrengende Zeit!

  19. Hey, ich sehe es so: Homeschooling während dieser Pandemie mit all den Einschränkungen ist nicht Home-Schooling, sondern Isolation-Schooling. Homeschooling in „normalen“ Zeiten ist so viel mehr: Lernen ohne Zeitdruck, ohne vorgegebene Arbeitsblätter, in eigener Struktur und unter Wahrnehmung der vielfältigen kulturellen und sozialen Angebote wie Museen, Bücherei, Kunstprojekte, Sportvereine, sowie Spielplatzbesuche und natürlich das regelmäßige Treffen von Freunden und Familie. Dies alles fällt derzeit weg, was Homeschooling zu Isolationschooling dekradiert. In meinen Augen hast Du ganz und gar nicht versagt, im Gegenteil: Du hattest den Mut mit Eurer Lehrerin Eure Situation und Eure Bedürfnisse offen anzusprechen. Dadurch hast Du schon gut Druck rausnehmen und einen angenehmeren Weg für Euch in dieser Situation ebnen können. Ich wünsche Dir, dass Du weiterhin so aktiv und mutig für Deine und Eure Bedürfnisse einstehst!

  20. Liebe Judith!
    Du hast genau das Richtige gemacht. Das Wichtigste ist,dass es dir und deiner Tochter gut geht. Gerade empathische Kinder haben es in dieser Zeit besonders schwer. Durch das Gespräch mit der Lehrerin konntet ihr einen guten Weg finden.Als Versagerin braucht du dich sicher nicht zu fühlen.
    Ich bin selbst DGKS in einem Krankenhaus und auch mein Mann ist auch in dieser Zeit 40 Stunden in der Arbeit. Meine dreizehnjährige Tochter ist deshalb oft alleine zu Hause und ist auf sich alleine gestellt. Sie erledigt in der Zeit, neben ihrer Aufgaben für die Schule, auch noch kleine Tätigkeiten in Haushalt und kocht sich einfache Gerichte( wenn ich nicht schon vorgekocht habe).Sie ist zwar eine sehr gute Schülerin und schafft ihre Aufgaben gut,aber auch bei uns gab es schon Tränen,weil es in einem Gegenstand zu viel zu erledigen gab. Auch sie hat oft Angst, vor allem um mich. Einige meiner Kolleginnen sind auch positiv getestet und unsere derzeitige Arbeitssituation bringt uns täglich an unsere Grenzen. Emphatische Kinder spüren so viel, auch wenn man es gar nicht ausspricht.Umso wichtiger ist es, zu Hause mal auf die Bedürfnisse aller Familienmitglieder einzugehen und nicht schon wieder Druck zu bekommen. Auch ich habe mit der betroffenen Lehrerin Kontakt gesucht und sie hat nun auch den Zeitrahmen für die Abgabe der Arbeiten erweitert. Ich finde es auch wichtig, bei Problemen mit den Lehrern Kontakt aufzunehmen. Auch für sie ist diese Situation neu und sie freuen sich über Feedback. War ja auch bei euch so.
    Ich wünsche euch alles Gute für die kommende Zeit. Auch wenn ein wenig Lehrstoff versäumt wurde, bin ich mir sicher,dass das nachgeholt werden kann. Dein Kind wird sich aber später daran erinnern, dass die Mama in dieser Zeit als Rettungsanker da war und ihr gemeinsam die schwierige Zeit gemeistert habt.

    Viele Grüße

    1. Hallo Judith, ich habe Deinen Bericht mit großem Interesse gelesen….allerdings glaube ich, hätte ich anders gehandelt. DU als Krankenschwester siehst ja sehr viel und siehst auch die unterschiedlichen Verläufe der Krankheit. Insofern glaube ich schon, dass ich es zumindest tageweise “riskiert“ hätte, mein Kind in die Notbetreuung zu schicken, umso etwas Luft aus der angespannten Situation zu nehmen. Soweit ich informiert bin, schlägt ja Covid 19 bei Kindern in der Altersgruppe Deiner Tochter gar nicht an bzw. der Krankheitsfall ist sehr milde. Das Problem sind nicht die vielen Hausaufgaben, das Problem ist im Moment die Perspektivlosigkeit vieler Eltern und deren Kinder, ob und vor allem wann (konkretes Datum) die Kinder wieder beschult werden dürfen. Nun ich sehe das jetzt so, das Schuljahr ist so gut wie gelaufen. Stirnrunzeln bereitet mir aber Dienstag, 8.9. – richtig, da geht in Bayern wieder die Schule los. Wie soll denn da bitte ein normaler Schulbetrieb möglich sein? Bekanntlich steigen ja von “O bis O“ die Infektionskrankheiten und schließen wir dann die Schulen wegen jedem “Bepperles“ (z. B. Magen-Darm-Infekt). Ich bin der Meinung, dass man Covid 19 mit der nötigen Umsicht, aber auf keinen Fall übertriebener Übervorsichtigkeit begegnen sollte. Ich selbst bin jetzt so froh, einer positiv getesteten Covid 19 Patientin begegnet zu sein, die halt die typischen Erkältungssymtome hatte (Husten, Fieber, Abgeschlagenheit). Mir und meiner Familie wurde jetzt eine große Unsicherheit/Angst genommen. Das eigentliche Problem in meinen Augen ist nicht Covid 19, das eigentliche Problem wird neben eines katastrophalen Wirtschaftseinbruchs der ganz persönliche seelische Supergau aufgrund des im Moment ungelebten Lebens sein. Und das Leben ist nun mal reine Glückssache. Darum nochmal mein ganz persönlicher Tipp, schicke Deine Tochter an bestimmten Tagen in die Notbetreuung, Du wirst sehen, Deine Tochter wird wieder Dein kleiner Sonnenschein, der wieder an Motivation und Sicherheit gewinnt. Dies schreibt Dir eine Mama, deren Tochter seit 27.04. wieder beschult werden darf und die jetzt hoffentlich ohne weiteren Schlingerkurs bald ihre Mittlere Reife schreiben darf.

  21. Liebe Judith,
    Ich bin selbst Lehrerin und ich muss mich den vielen Kommentaren vor mir anschließen und möchte allen Eltern was mit auf den Weg geben: ihr seid beide nicht gescheitert, sondern ihr habt beide gelernt, dass ihr etwas nicht geschafft habt aber trotzdem zusammen haltet. Und genau das ist auch Schule. Ich unterrichte ausschließlich Schüler vor dem Abitur und erlebe immer wieder, dass sie Angst haben „zu versagen“, dass sie schlechte Noten so empfinden als seien sie selbst nicht gut genug, als Mensch nichts wert. Ich sage diesen jungen Erwachsenen immer wieder, dass das Leben ihnen sooo viele Herausforderungen bringen wird, sie immer wieder hinfallen und aufstehen müssen und dass sie dieses „Scheitern“ – wie wir es nennen – auch „lernen“ müssen. Lernen und erfahren, dass es nichts mit ihrem Wert als Mensch zu tun hat. Es macht mich sehr traurig, dass so viele das kurz vor dem Erwachsensein noch nicht lernen konnten. Vielleicht behüten wir unsere Kinder viel zu sehr? Dies in jungen Jahren und in einem geschützten System zu durchleben wie in der Schule, oder eben auch innerhalb einer Familie, ist ein im Nachhinein ganz wertvoller Schatz. Später im Leben, in Beruf und Beziehung wird man vielleicht auch an etwas „scheitern“. Mit dem erlernten Bewusstsein, dass man dadurch nicht zerbricht kann man aber wieder selbstbewusst aufstehen.
    Es ist unsere Aufgabe als Lehrer, als Eltern, als Familie und als Gesellschaft dieses etwas nicht zu schaffen, mal nicht zu 100 Prozent zu funktionieren nicht als eine Katastrophe zu sehen. Wir sind alle Menschen, und daher dürfen wir alle Fehler machen und auch mal scheitern. Mir scheint es jedoch wir haben ALLE verlernt, damit umzugehen (In einer Gesellschaft in der es nur noch um den Schein anstatt das Sein geht). Also liebe Judith, liebe Eltern, man darf „scheitern“, uns allen werden doch gerade unsere Grenzen aufgezeigt. Wir Lehrer wissen das, wir wissen, dass es jetzt nicht darauf ankommt, ob jede Aufgabe und jedes Arbeitsblatt gemacht ist. Wir wissen, dass ihr keine Lehrer seid und wir wissen, dass homeschooling keine Schule ersetzen kann. Schule ist nämlich so viel mehr als fachliche Inhalte, es ist die soziale Interaktion, die persönliche Beziehung zwischen Lehrer und Schüler (positiv wie negativ), das gemeinsame Lachen aber auch das gemeinsame an etwas Scheitern und trotzdem gemeinsam weitermachen. Liebe Eltern, löst euch von dieser Angst des Scheiterns und des Drucks perfekt funktionieren zu müssen.

  22. Nein, du hast keineswegs versagt. Das ist die Realität und sei dankbar, dass du die Notbremse gezogen hast. Ich habe es direkt nach den Osterferien gemacht. Ich habe ein alkoholgeschädigtes Pflegekind und die Beziehung zu meinem Kind ist mir wichtiger als die Schule. Der Rat von seiner, wirklich tollen Lehrerin, ,,lass ihn alltagspraktische Sachen machen und darüber ein Tagebuch führen“. (er sollte pro Woche 2×2,5 DIN A4 Seiten freie Geschichten schreiben).
    Normale Kinder holen den Stoff mühelos wieder auf. Was haben die Kids davon wenn ihre Seele und die Famile kaputt gemacht wird, weil man zusätzlich unter dem Schulstress steht? Richtig, nichts. Nimm dir die Zeit die du hast für deine Tochter, spielt, backt, kocht und fangt mit dem Hobbygärtnern an(funktioniert auch in einer Wohnung).
    Aber wir alle sollten uns und die Kinder nicht kaputt machen lassen. Es ist, gerade für die jüngeren eine beängstigende Zeit. Ich wünsche jedem von uns viel Kraft, viel,Geduld und noch mehr Liebe. Denn das ist’s, was wirklich zählt.

  23. Liebe Judith
    Danke für deine ehrlichen Worte! Mein Mann und ich arbeiten beide im Schichtbetrieb. Meine Tochter (8 Jahre) hat auch sehr grosse Mühe mit den Aufgaben zuhause. Manchmal gehts super, manchmal könnten wir beide verzweifeln. Es flossen auch schon oft genug Tränen. Wenn ich arbeite, sind die Aufgaben auch schon mal liegen geblieben. Aber was solls, dann machen wir sie halt am Wochenende nach. Ich versuche, den Druck so gut es geht raus zu nehmen, sonst sind wir im Sommer alle am Ende unserer Kräfte. Im schlimmsten Fall heben wir uns ein paar Aufgaben für die Sommerferien auf. Meine Tochter kommt mit dem Stoff gut mit, da ist mir lieber, wir machens entspannt, als dass es ein Krampf wird. Aber für diese Einsicht habe ich auch so meine Zeit gebraucht.
    Liebe Grüsse

  24. Danke für diese ehrlichen Worte. Ich freue mich sehr, dass deine Tochter eine so tolle Lehrerin hat. Ich bin selbst Lehrerin und versuche ebenso empathisch mit meinen Schülern und ihren Eltern umzugehen. Und auch die Situation zu Hause mit 2 Schulkindern zu handeln. Da fühle ich mich manchmal auch als Versagerin ;-(. Aber das dürfen wir nicht, lieber etwas weniger Hausaufgaben und dafür mehr mit den Kindern geredet, gekuschelt oder gespielt. Alles Gute für euch!

  25. Liebe Judith,
    ihr habt alles richtig gemacht! uns geht es ähnlich. Wichtig ist, das wir und unsere Kinder es gemeinsam durch diese Phase schaffen. Die NOTEN SIND nicht wichtig. und ja, der Unterrichtsstoff dieses Halbjahres auch nicht. Und auch meine Kinder sind stiller,nachdenklicher und trauriger geworden. Es ist keine heile Welt.
    Und ich glaube diese „alles ist super“ feedbacks mancher Mütter sind gefakt – zumindest ist das was die Kinder sagen SEHR anders, als das Feedback der Eltern. Es ist wahnsinnig schwer. Diese Woche haben die SChulen beider Kinder Webex für sich entdeckt und wollen Teleunterricht – nur leider alle zur selben Zeit. Nur blöd, dass wir nur einen PC haben… und ich seit 6 Wochen von zuhause im Telearbeit bin und wir kein schnelles Internet haben. WIr bekommen immer noch Arbeitsblätter mit „macht in Gruppenarbeit ein Referat“… na, da haben sich die Lehrer viieele Gedanken gemacht, den Unterrichtsstoff an die Situation anzupassen. Wir machen Abstriche und arbeiten so, wie wir es können. Manchmal ein bisschen, manchmal nichts, manchmal mehr. Lustiges öfter und schneller.

  26. Bravo!! Sei stolz auf dich! Wie gut, dass du die Notbremse gezogen hast und den Blick von aussen (den schulischen Anforderungen) wieder zurück zu dir und euch und euren Bedürfnissen gelenkt hast. Der Anruf bei der Lehrerin war keine Schwäche, ganz im Gegenteil! Du sorgst für euch, genau das braucht deine Tochter! Deine Stärke, deineNähe und emotionale Unterstützung, dein Lachen sind ihr Anker. Schulaufgaben sind da zweitrangig, nicht wichtig!!! Dein Kind kommt auch ohne Hausaufgaben wieder in die Spur, wenn die Schule wieder offen ist. Schau du, dass sie jetzt emotional gesund bleibt! Ich wünsche mir, dass noch mehr Mütter STOPP sagen. Die Zeit ist so schon stressig und belastend, da darf Schule nicht noch zusätzlich Stress und Belastung für Kinder, Eltern und Beziehungen sein!

    1. Liebe Judith,
      Vielen Dank, dass du dich bei der Lehrerin gemeldet hast. Ich finde, die Lehrerin hat das gut geregelt, und ich schätze, sie wird wirklich nicht denken, dass du versagst hast, sondern froh sein, dass du Vertrauen hattest, offen mit ihr zu sprechen. Ich als Grundschul-lehrerin einer derzeit vierten Klasse denke: Jede Familie darf das Homeschooling so nutzen, wie sie möchte und es leisten kann, denn die Situation ist enorm schwierig gerade, auch ohne Homeschooling. Aber ja, ich stehe da als Institution und schaue auch seit den Ferien Arbeiten der Kinder und mehr oder weniger abgehakte Listen durch und hake nach, wenn etwas Bestimmtes fehlt…in meiner Rolle als Lehrerin. Ich ziehe meinen Hut vor allen Familien, die dies durchstehen und dabei schaffen, auf sich zu achten, was ihnen gut tut und was ihnen schadet! Beuge dich bitte nicht dem Druck, den wir als Lehrer euch gerade bereiten. Ich als Lehrerin stehe im Zwiespalt zwischen schulisch die Kinder weiter arbeiten lassen (müssen –> Ministerium, Vereinbarungen als Kollegen) und die Familien nicht mit so was belasten wollen. Wer es wahrnehmen kann, soll es nutzen, wer nicht, soll es auf jeden Fall so machen, dass es euch als Familie damit einigermaßen gut gehen kann. Meine Kollegen und ich sind froh, wenn die Eltern sich bei uns melden, wenn es Probleme gibt. Denn nur dann kann ich einschätzen, was los ist, und man kann gemeinsam überlegen, wie es entspannter laufen kann.
      Glaube bitte nicht diesen Instagram-Müttern! Es läuft nur bei den wenigsten gut mit dem Homeschooling, aber das Schaulaufen kennst du doch bestimmt bereits 😉, gibt’s doch immer und überall…
      Haltet durch und seid stolz auf euch, egal, wie ihr es für euch entscheidet, denn das ist ein Ja zu euch! Alles Gute, Katinka

  27. Liebe Judith,
    Diese Situation ist für alle eine sehr herausfordernde Situation und ich finde du hast keinesfalls versagt oder bist gescheitert. Ganz im Gegenteil! Schule und Aufgaben sind wichtig ja – aber viel wichtiger in dieser aktuellen Situation ist die Liebe und Nähe in eurer Familie. Die Kinder erleben unser Leben aktuell als unsicher und anders, um so wichtiger ist die bestehende Nähe und Geborgenheit Zuhause – im sicheren Hafen. Es ist richtig und mutig sich einzugestehen, dass es so wie bisher nicht funktioniert. Streit, Ärger und Tränen dürfen nicht der tägliche Begleiter beim Lernen sein! Ein Hoch auf dich! Mehr Mamas und Papas sollten bei Schwierigkeiten Hilfe bei den Lehrern einholen. Dafür sind wir Lehrer da! Als Mamas sind wir für andere Dinge da und du machst es genau richtig!!!

  28. Hallo liebe Judith,
    Danke für deinen Beitrag. Uns geht es ähnlich. Wir streiten sehr viel, es fliegen die Fetzen. Obwohl sich die Menge der Aufgaben bei uns in Grenzen hält, ist mein Sohn, 10 dermaßen unmotiviert, dass es uns voll an unsere Grenzen bringt. Dein Beitrag animiert mich jetzt dazu, endlich mal mit seiner Klassenlehrerin zu reden und ihr unsere Lage zu schildern. Es ist alles nicht einfach und wir müssen nur noch funktionieren. Hoffentlich hat der Spuk in absehbarer Zeit ein Ende.

  29. Ich finde Ihr habt die richtige Konsequenz gezogen und damit alles richtig gemacht. Total egal ob das bei andern besser klappt. Ihr zählt für euch und es ist deine Verantwortung für euch GUT zu sorgen. Falls die Lehrerin mit liest… meine herzlichen Grüße und sie sind super.

  30. Das war genau richtig mit den Lehrern zu sprechen. Das ist auch überhaupt kein persönliches Versagen oder Scheitern. Jedes Kind ist anders und geht anders mit der momentanen Situation um. Bei manchen ist es kein Problem mit dem Lernen daheim, bei anderen schon. Daran sind dann nicht die Eltern Schuld, wenn Sie versucht haben ihr Kind zu motivieren und ihm zu helfen. Ich bin selbst Lehrerin und finde es ziemlich belastend nicht genau zu wissen wie es den Kindern mit dem Lernen daheim geht. Deshalb bin ich allen Eltern sehr dankbar, die sich melden, wenn es nicht gut läuft. Dann kann ich helfen. Das ist meine Aufgabe. Lehrer haben jetzt keine Ferien – wir sind im Dienst. Ich rufe auch täglich bei einem Schüler an um ihm bei den Aufgaben zu helfen. Deshalb wirklich meine dringende Bitte: sprecht ehrlich mit den Lehrern. Das ist dann kein Versagen oder Scheitern sondern verantwortungsvolles Kümmern. Ich wünsche allen Eltern von Herzen ganz viel Kraft für diese außergewöhnliche Zeit.

  31. Hi,

    du hast wirklich überhaupt nicht versagt. Das, was du da beschreibst ist sicher der Alltag einiger, meiner auch. Während um mich rum gefühlt alle das 6 fache machen, habe ich mich mit Homeoffice und 2 Kindern in der 2ten und 4ten Klasse schon vor Wochen ausgeklinkt. Meine Kinder haben noch dazu einen dummen Virus, der sie seit 6 Wochen mit Fieber beschert. Wir machen jeden Tag das, was zu schaffen ist. Die Tage sind unterschiedlich. Ich habe das auch klar so kommuniziert, der Super Gau (der für mich völlig vertretbar ist) ist, dass Kind das Schuljahr irgendwann wiederholt. Aber unsere Beziehung hat dafür durchgehalten. Meine Kinder, insbesondere 1, ist auch sehr mitgenommen von der Situation. Er muss unterstützt werden. Ich bin auch alleinerziehend.

  32. Hi,

    du hast wirklich überhaupt nicht versagt. Das, was du da beschreibst ist sicher der Alltag einiger, meiner auch. Während um mich rum gefühlt alle das 6 fache machen, habe ich mich mit Homeoffice und 2 Kindern in der 2ten und 4ten Klasse schon vor Wochen ausgeklinkt. Meine Kinder haben noch dazu einen dummen Virus, der sie seit 6 Wochen mit Fieber beschert. Wir machen jeden Tag das, was zu schaffen ist. Die Tage sind unterschiedlich. Ich habe das auch klar so kommuniziert, der Super Gau (der für mich völlig vertretbar ist) ist, dass Kind das Schuljahr irgendwann wiederholt. Aber unsere Beziehung hat dafür durchgehalten. Meine Kinder, insbesondere 1, ist auch sehr mitgenommen von der Situation. Das muss unterstützt.

  33. Moin aus Dänemark 😃,
    ich kann es nur zu gut verstehen, würde es auch nicht als scheitern sehen, sondern als Erfolg und Bereicherung für das Zurückfinden zu dem bedürfnisorientierten Inbeziehung gehen.
    Das was alle homeschooling nennen ist bei weitem nicht das was es in selbstgewähltem Zustand ist. Ich nenne es einfach KRISENBESCHULUNG IN ISOLATION.
    Denn homeschooling bedeutet sehr viel mehr, nämlich vernetzt sein, sich in öffentlichen Einrichtungen selbst zu bilden, ohne festen Lehrplan oder vorgegebenen Arbeitsblättern mit Termindruck, nach intrinsischer Motivation einen eigenen Lehrplan erstellen , soziale Kontakte pflegen können in vielfältiger Sport- und Kulturlandschaft und so vieles mehr.
    Genießt euch in dieser verrückten Zeit, statt euch verrückt machen zu lassen von außen oder euch gegenseitig verrückt zu machen und eure Seelen und das tiefe Vertrauen zu verletzen. Euch ganz viel Fröhlichkeit, Kraft und Sonnenenschein!!!

  34. Du bist doch gar nicht gescheitert! Deiner Tochter fällt nur das Lernen in der aktuellen Situation eher schwer-wie vielen Kindern! Deshalb hast du sinnvollerweise mit der Lehrerin gesprochen und mit ihr vereinbart, dass deine Tochter nur das Nötigste macht! Das ist ja auch überhaupt kein Problem, weil sie an sich ja zu den starken Schülern gehört! Alles wunderbar, oder?

    Und lasst bitte das Wort Homeschooling weg-das baut doch an sich schon Druck auf! Die Kinder bekommen Aufgaben von der Schule-fertig! Und die erledigt jeder so gut er kann und meldet evtl. Schwierigkeiten der Lehrerin zurück!

  35. Liebe Judith,
    ich bin selber Lehrerin und kann das sehr gut nachvollziehen, da ich Mutter von zwei Söhnen (9 und 11) bin.
    Obwohl ich ja „vom Fach“ bin, finde ich es recht schwierig die eigenen Kinder immer wieder zu motivieren, denn immerhin verbinden sie ja das Zuhause mit einem kurzen Arbeitspensum (HA) und ansonsten Spielen und Erholung. Und das müssen wir nun ändern, indem wir zu Hause unterrichten. Ich finde es sehr gut, dass Du die Lehrerin Deiner Tochter angerufen hast und sie so eine gute Idee mit der persönlichen Unterstützung durch Anrufe hatte. Deine Tochter ist ja auch „erst“ Zweitklässlern, also Kind durch und durch, das es gewohnt ist, mit anderen in Kontakt zu stehen, vielleicht auch mit der besten Freundin sich beim Bearbeiten von Aufgaben auszutauschen. Es ist eine extrem herausfordernde Situation und
    – ganz nach dem Leistungsprinzip – wird nur geschaut, was die Kinder an D,M, SU oder Fremdsprachen machen sollen. Was diese Zeit aber mit den Kinderseelen macht, wieviel Verunsicherung es auch mit sich bringt, diese Situation als Kind zu erleben, wird nicht beachtet. Für die gesunde Entwicklung Deiner Tochter ist die Entscheidung, täglich nur eine begrenzte Zeit zu arbeiten, richtig. Du hast als Mutter das einzig Richtige getan: Nämlich auf Dein Kind geschaut – und nicht auf die zu erledigenden Aufgaben. Das ist das Gegenteil von Versagen! Wenn wir auf diese Zeit zurückblicken, wird es nicht der Lernzuwachs sein, an den sich die Kinder erinnern – sondern an die Gefühle, die sie in dieser Zeit hatten. Diesen schönen Satz hat meine Schulleiterin in einem Elternbrief geschrieben, und ich finde: er trifft’s genau!

  36. Ihr könnt so stolz auf euren Mut sein. Es gibt für jeden einen anderen Weg damit umzugehen und ihr findet gerade euren.
    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag.

  37. Ein dicker Daumen hoch auch für die Lehrerin. Ich finde es toll zu sehen, dass es Lehrer gibt, die auch in der aktuellen Zeit Kinder individuell auffangen.

  38. Ich finde überhaupt nicht, dass das ein Scheitern ist. Gerade, wenn die Kleine so empathisch ist, spürt sie sicher sehr genau die ganze Belastung und leidet ja dann auch sicher sehr unter der fehlenden Klassengemeinschaft. Die Lehrerin um Hilfe zu bitten, war doch der beste Ausweg aus dieser Situation, denn sie ist in diesem Fall die professionelle Kraft, die ja dann auch Struktur, Verlässlichkeit und Zuwendung geben kann. Toll, dass sie gleich so einen guten Vorschlag gemacht hat. Der Rest wird dann schon laufen, denn eine sonst gute Schülerin wird diese Wochen, in denen ja auch die anderen nicht im gewohnten Tempo vorangekommen sind, wegstecken. Alles Gute!
    Maren

  39. Ich umarme Dich einfach mal virtuell für Deine Ehrlichkeit.

    Mein Sohn ist in der 2. Klasse und die ersten zwei Wochen waren unfassbar anstrengend. Bei uns haben die Lehrer den Druck rausgekommen. „Macht einfach wie weit Ihr kommt“. Empfohlen wurde 1-2 Stunden Homeschooling pro Tag.

    Für mich schlimmer sind z. T. einzelne Eltern die sich gegenseitig befeuern und betonen wie fleißig ihre Kinder sind „xy kann jetzt das kleine 1×1, wir fordern umfangreiche Zusatzaufgaben an, nach Corona kann mein Kind locker eine Klasse überspringen, usw.“
    Denen gehe ich aus dem Weg.

    Wir gehen unseren Weg.

  40. Was ist denn das Schlimmste, was passieren kann, wenn ihr die Aufgaben nicht schafft? Dass euer Kind vielleicht eine Klasse wiederholt. Na und?

    Ist es das wert, sich so unter Druck zu setzen? Nein!

    1. Nein du bist nicht gescheitert. Du hast dich richtig entschieden. Auch wir haben uns entschieden keinen Stress daraus zu machen. Und wir haben auch längst nicht alle Aufgaben geschafft. Aber wir sind auch keine Lehrer und es gibt wichtigeres.
      Fühle dich mal ganz fest gedrückt.

  41. Liebe Judith,

    Kinder sind so sehr Spiegel ihrer Umwelt. Und Deine Tochter spiegelt wohl einfach nur, worauf es gerade wirklich ankommt: Nähe, Liebe, Kontakt, Geborgenheit und was grad so nebensächlich ist: Leistung und Schule. Und Du machst es richtig, wenn Du Ihr gibst,was sie braucht. Alles andere wird dann kommen, wenn wieder Zeit und Raum dafür ist, da bin ich sicher.

    1. Liebe Judith,
      Ich bin selbst Lehrerin und ich muss mich den vielen Kommentaren vor mir anschließen und möchte allen Eltern was mit auf den Weg geben: ihr seid beide nicht gescheitert, sondern ihr habt beide gelernt, dass ihr etwas nicht geschafft habt aber trotzdem zusammen haltet. Und genau das ist auch Schule. Ich unterrichte ausschließlich Schüler vor dem Abitur und erlebe immer wieder, dass sie Angst haben „zu versagen“, dass sie schlechte Noten so empfinden als seien sie selbst nicht gut genug, als Mensch nichts wert. Ich sage diesen jungen Erwachsenen immer wieder, dass das Leben ihnen sooo viele Herausforderungen bringen wird, sie immer wieder hinfallen und aufstehen müssen und dass sie dieses „Scheitern“ – wie wir es nennen – auch „lernen“ müssen. Lernen und erfahren, dass es nichts mit ihrem Wert als Mensch zu tun hat. Es macht mich sehr traurig, dass so viele das kurz vor dem Erwachsensein noch nicht lernen konnten. Vielleicht behüten wir unsere Kinder viel zu sehr? Dies in jungen Jahren und in einem geschützten System zu durchleben wie in der Schule, oder eben auch innerhalb einer Familie, ist ein im Nachhinein ganz wertvoller Schatz. Später im Leben, in Beruf und Beziehung wird man vielleicht auch an etwas „scheitern“. Mit dem erlernten Bewusstsein, dass man dadurch nicht zerbricht kann man aber wieder selbstbewusst aufstehen.
      Es ist unsere Aufgabe als Lehrer, als Eltern, als Familie und als Gesellschaft dieses etwas nicht zu schaffen, mal nicht zu 100 Prozent zu funktionieren nicht als eine Katastrophe zu sehen. Wir sind alle Menschen, und daher dürfen wir alle Fehler machen und auch mal scheitern. Mir scheint es jedoch wir haben ALLE verlernt, damit umzugehen (In einer Gesellschaft in der es nur noch um den Schein anstatt das Sein geht). Also liebe Judith, liebe Eltern, man darf „scheitern“, uns allen werden doch gerade unsere Grenzen aufgezeigt. Wir Lehrer wissen das, wir wissen, dass es jetzt nicht darauf ankommt, ob jede Aufgabe und jedes Arbeitsblatt gemacht ist. Wir wissen, dass ihr keine Lehrer seid und wir wissen, dass homeschooling keine Schule ersetzen kann. Schule ist nämlich so viel mehr als fachliche Inhalte, es ist die soziale Interaktion, die persönliche Beziehung zwischen Lehrer und Schüler (positiv wie negativ), das gemeinsame Lachen aber auch das gemeinsame an etwas Scheitern und trotzdem gemeinsam weitermachen. Liebe Eltern, löst euch von dieser Angst des Scheiterns und des Drucks perfekt funktionieren zu müssen.

  42. Liebe Judith, Wahnsinn, was du in der Arbeit leistest. Du bist nicht gescheitert! Sondern hast die richtigen Prioritäten gesetzt. Toll!!! Als wir nach 5 Wochen nichts einen Riesenstapel Sachen und Wochenpläne nach Hause bekommen haben, war mir klar, dass ich das nicht hinbekomme mit meinem Erstklässler (noch ein Kitakind und 5 Wochen alte Zwillinge, plus ein Mann auf Montage). Ich habe auch das Gespräch mit der Lehrerin gesucht, und sie hat mich ermutigt, im Lernstoff die Schwerpunkte selbst zu setzen und einfach jeden Tag ein bisschen was zu machen. Auch das ist sehr anstrengend und mit Kämpfen und viel Bestechung verbunden, aber es nimmt ein wenig den Druck. Und ich bin mir sehr sicher, dass mein Kind nicht dumm sterben wird. Sollte er im Laufe der Schulzeit ne Klasse wiederholen müssen, weil ich jetzt nicht „genug“ mit ihm lerne, dann ist das so. Die Beziehung zu ihm ist mir 1000 Mal wichtiger als die Häkchen im Wochenplan. Ich wünsche dir weiterhin alles Gute

  43. Judith du bist meine Heldin! Du versorgst schwerst kranke Menschen selbstverständlich und sorgst dich liebevoll und mit Fürsorge um deine Tochter!!!!!! Du hast aus meiner Sicht vollkommen richtig gehandelt und die Lehrerin mit ins Boot genommen. Das ist soo wichtig Rückmeldung zu geben. Wir Lehrer haben auch eine Fürsorgepflicht für die Schüler. Wir Lehrer in Niedersachsen sind angehalten wöchentlich telefonisch Kontakt aufzunehmen mit den Schülern und einen Wertschätzenden Umgang miteinander zu pflegen. Das ist sooo wichtig in diesen Zeiten, um sich gegenseitig Druck zu nehmen und zu unterstützen.
    Ich wünsche, dass deine Tochter wieder Sicherheit und Zutrauen findet.Auch meine Kita, Tochter leider unter der Kontaktlosigkeit sehr. Dir wünsche ich Kraft für deine Arbeit und Zuversicht für die weitere Zeit!
    Du hast all meinen Respekt.
    Drücker aus der Ferne!!! Yvonne

  44. Danke für diesen Artikel! Ich habe Tränen in den Augen, er spricht mir aus dem Herzen!
    Ich bin ebenfalls Krankenschwester, alleinerziehend mit 5 Kindern (Klasse 3 bis 12) und bei uns allen ist die Luft raus… meine 12. Klässler haben Angst nächstes Jahr ihr Abi nicht zu schaffen, vergraben sich in ihren Zimmern, schwankend zwischen dem Versuch, sich den Abistoff alleine beizubringen, denn Onlineunterricht bietet unsere Schule nicht an -und resigniert stundenlang Serien zu streamen.
    Mein 15 jähriger Sohn ist magisch mit Handy oder Tablett verbunden, ob er tatsächlich Schularbeiten darüber macht ist unklar, denn Spiele und YouTube sind natürlich viel faszinierender in dem Alter… Außerdem muss er sich meinen Laptop mit den jüngeren Schwestern teilen -mehr Geräte haben wir einfach nicht- die auch Berge an Hausaufgaben für Deutsch, Mathe, Englisch, Französisch, Musikunterricht, Eurythmie (unfassbar, sogar so ein Fach soll von Zuhause bedient werden… und, für meine Großen benotet!!) usw…
    Meine Jüngste hat schwere Legasthenie und Dyskalkulie, dadurch braucht sie für alle Schulaufgaben durchweg meine Unterstützung und braucht 3x so lange…
    Und dabei könnte es aus meiner Sicht so viel besser gehen!! Meine 8 jährige Tochter tanzt HipHop als Leistungssport und hat die weltbesten Trainerinnen die man sich vorstellen kann! Sie bekommt Trainingspläne mit Hinweisen auf YouTube Videos, persönliche Motivations- und Trainingsvideos per whatsApp, es gibt wöchentliche Videoschaltungen via Zoom mit der ganzen Formation, ebenso wie Onlinetraining über Zoom. Und es klappt!!
    Meine Tochter wird in 2 Wochen 9 Jahre alt. Auf ihrem Wunschzettel steht -Schulrucksack, -Fotos von ihrem Lieblingspferd welches sie so vermisst, und dass endlich die Schule wieder losgeht!! (Nicht gerade absehbar für eine 3. Klässlerin…)

  45. Lieben Dank für den Beitrag, mir fallen sofort mind. 4 weitere Mütter ein, denen es ähnlich geht – aber nur eine, die ebenfalls das Gespräch mit der Lehrerin gesucht hat. Dazu gehört Mut – und ist das nicht „schlimm“? Dass man mutig sein muss, um mit einem Lehrer zu telefonieren und erklären zu müssen, warum man als Familie bzw. das Kind es nicht schafft? Wovor haben wir nur so viel Angst… Ja wir wissen alle, scheitern gehört zum Leben dazu und wir alle wachsen daran, nehmen etwas daraus mit – und wenn es die Erkenntnis ist, dass wir das, was wir gerade leben, bitte nicht noch einmal in dieser Form erleben wollen. Lieben Dank für den Mut und den mutigen Beitrag!

    Auch wir führen die täglichen Grabenkämpfe um die Schulaufgaben – mit allem was dazu gehört. Letztlich für maximal 1 Std am Tag, 6 Std die Woche. Einfach, weil wir keine Lehrer sind, sondern die Eltern. Einfach, weil die Lernmotivation sinkt, weil Kontakte fehlen und der Austausch. Nicht mit den Freunden, sondern mit den Lehrern. Auch wir wurschteln uns durch. Und sind mutig – haben uns gegen den Kurzvortrag entschieden, gegen das Plakat. Weil es keine Leistung des Kindes gewesen wäre, sondern eine Eltern(-Kind)-Leistung. Und darauf bzw. dafür hatte ich weder die Lust noch die Zeit oder gar Nerven. Nein sagen lernen. Vielleicht auch eines der positiven Dinge, die wir aus dieser Zeit mitnehmen können. Im Sinne des Selbstschutzes Nein sagen. Mutig sein.

  46. Liebe Judith,

    danke für den ehrlichen Bericht. Du hast die richtige Entscheidung getroffen und du hast keineswegs versagt. Lass dir das nicht einreden. Denkan deine Tochter und euer Familienleben. Das ist das wichtigste. Du leistest großartige Arbeit als Mutter und als Krankenschwester. Deine Tochter wird das mit der Schule meistern und ich hoffe dass sich alles wieder zum besseren wendet. Für uns alle.
    Liebe Grüße Steffi

    1. Hallo, ich bin Lehrerin und ich finde es furchtbar, dass ich von vielen Eltern als Ressource gar nicht wahrgenommen werde. Ich habe in einigen Fällen von Schwierigkeiten nur durch Zufall erfahren. Das ist nicht gut. So kann man es nicht besser machen. Diese Homeschooling-Sache kann nur im Dialog klappen. Also meldet euch bei Schwierigkeiten!

  47. Liebe Judith!
    Danke für diesen ehrlichen Beitrag. Ich finde überhaupt nicht, dass du gescheitert bist, ganz im Gegenteil!
    Du hast die Bedürfnisse von dir und deiner Tochter unter dem ganzen Berg Alltagstress hervorgeholt und bist schrittweise dabei, diesen Bedürfnissen im Rahmen der Pandemie wieder gerecht zu werden. Sowas nennt man Selbstfürsorge und nicht scheitern.
    Nichts, aber auch garnichts darf dafür sorgen, dass du und dein Kind darunter leidet.
    Ich klopfe dir mal auf die Schulter, weil du die Lehrerin mit ins Boot geholt hast und ihr eine gute Lösung gefunden habt.
    Kommt gut durch die nächste Zeit und danke für deinen Einsatz!

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