Die Liebe in Zeiten der Corona

Mundschutz

Mundschutz gegen Corona. Foto: pixabay

Ihr Lieben, ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich denke, wir bekommen die Auswirkungen des Coronavirus-Tsunamis gerade alle in irgendeiner Form zu spüren.

Veranstaltungen werden angesagt, Fußball-Bundesliga-Spiele werden vor leeren Rängen und ohne Publikum ausgetragen, die deutsche Eishockeyliga beendet die Saison vorzeitig und ohne Meister. Fakt ist: So etwas gab es noch nie.

Coronavirus: So etwas gab es noch nie

Natürlich gab es SARS und Vogel- und Schweinegrippe, aber dass es unser öffentliches Leben so derart beeinflusst, nein, so etwas gab es noch nicht. Ich war am Wochenende für die Blogfamilia in Berlin und Jens Spahn hatte vorher geäußert, er würde von unnötigen Reisen nach NRW abraten.

Ich habe an einem Samstagabend noch nie so wenige Reisende auf dem Weg zurück nach Köln gesehen. Einige mit Masken, aber es war einfach kaum jemand unterwegs. Das hat schon etwas Gruseliges. Gespenstisches.

Es geht also doch! Weniger Reisen, weniger unterwegs sein. Fürs Klima nicht, nee, aber als Coronaschutz-Maßnahme. Immerhin. Die Schule, die direkt an die Schule meines Kindes angrenzt ist geschlossen für die nächsten Wochen, es gibt einen bestätigten Coronafall. Die Kinder der Schulen teilen sich die Sporthalle, den Schulweg, den Bus.

„Ich warte täglich auf den Anruf, dass die Schule schließt“

Ich warte täglich auf den Anruf, dass auch unsere Kinder ab jetzt zu Hause bleiben sollen. Notfallpläne werden geschrieben, damit der Unterrichtsstoff im Zweifel mit nach Hause kann. Homeschooling.

Eine liebe Bekannte aus Berlin wurde nun tatsächlich positiv auf COVID-19 getestet. Sie hatte kein Fieber, einfach nur Erkältungssymptome und Halsweh. Sie wurde einfach nur abgecheckt, weil sie Kontakt zu einer betroffenen Person hatte – und sitzt jetzt in Quarantäne.

Mit den Kindern, die natürlich die Wände hoch gehen. Für sie ist das viel anstrengender als das Virus. Aber es haben natürlich nicht alle das Glück, dass es so glimpflich verläuft. Sie ist fit und jung, ihr Körper schafft das.

Absagen: Wenn nichts mehr planbar ist

Ich habe mich im Hintergrund seit Wochen auf eine große Reise vorbereitet. Am Mittwoch sollte mein Flug nach Addis Abeba gehen, ich hätte als Journalistin Hilfsprojekte von World Vision besucht.

Hier hängen etliche Listen, wann welches Kind wo abgeholt oder eingesammelt werden muss, wer wann welche Dienste übernimmt, welches Hobby ansteuert, welche Klassenarbeiten mit wem vorbereitet – und welches Lieblingsessen die Kinder haben.

Ihr könnt euch vorstellen, was es bedeutet, wenn die Betreuung von drei Kindern plötzlich outgesourct werden muss, wenn die Mama weg ist, die das sonst übernimmt. Ich wäre das erste Mal mehr als eine Woche getrennt von meinen Kindern gewesen. Ich war wirklich immer wieder mal sehr nervös darum. Die Reise wurde abgesagt.

Der gepackte Koffer ist wieder ausgepackt und im Schrank. Und das ist gut so, denn stellt euch vor, ich würde das Virus unbemerkt in mir tragen. Nicht auszudenken, wie viele Kinder und Mütter und Väter ich in den Projekten angesteckt hätte.

COVID-19: Das Leben steht still für einen Moment

Das Leben steht ein bisschen still derzeit. Als wäre plötzlich der Bildschirmschoner unseres Alltags angesprungen. Die Kinder freuen sich bei allem Mitfühlen tierisch, dass ich bleibe. Auch ohne die Reise hat sich die Dynamik verändert, alles ist nicht mehr so selbstverständlich. Mama, ich hätte dich sooo vermisst.  

Chorfahrten werden abgesagt, Klassenreisen, die lit.cologne, die ITB. Veranstaltungen, die mit Herz und Engagement vorbereitet wurden.

Und trotzdem ist das alles nichts gegen all diejenigen, die in den Arztpraxen gerade fast bis ins Burnout arbeiten, besorgte Patienten beruhigen, zum Gesundheitsamt verweisen. Nichts gegen all die Krankenschwestern und -pfleger, die sich für unsere Gesundheit einsetzen, die sich selbst dem Risiko der Ansteckung aussetzen.

Nichts gegen all die PolitikerInnen, die nächtelang Maßnahmenpläne erarbeiten, die Forscher, die händeringend an Impfstoffen herumbasteln. Es ist alles eine Sache der Sichtweise.

Danke an alle, die sich für unsere Gesundheit einsetzen

Und ich möchte all jenen, die sich für unser Wohl einsetzen, während wir einfach auf der Couch sitzen (ja, vielleicht sogar in Quarantäne, aber immerhin Couch) echt meinen größten Dank aussprechen.

Denn IHR seid unersetzlich, während wir vielleicht einfach nur mal kurz auf ein großes Abenteuer verzichten müssen. Ihr rettet Leben. Ihr seid unersetzlich und mit Geld nicht zu bezahlen.

Wie sagte Landrat Stephan Pusch aus dem vielfach betroffenen Gebiet Heinsberg so schön? „Es gibt ein Medikament, das haben wir alle bei uns: Solidarität und Mitmenschlichkeit.“ Lasst uns das ernst nehmen.

Lasst uns beim nächsten Arztbesuch oder Gesundheitsamt-Anruf oder beim nächsten stationären Krankenhausaufenthalt einfach mal Danke sagen. Denn all unsere Einschränkungen sind nichts gegen das, was sie da leisten.

DANKE!

Tipp: Lest euch gern auch diese tolle Zusammenfassung zum Coronavirus von Alexandra Jahnz durch. Und schaut mal bei unseren Kollegen, den newdadsonthe blog vorbei, denn hier schreiben Thomy und Jessi (sie wurde positiv auf Corona getestet) aus der Quarantäne mit zwei Kids. Thomas beantwortet auch etliche Fragen in seinen Instastorys. Folgen lohnt sich!

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1 comment

  1. Sehr schöner Artikel… Bei uns im Norden kommt der Virus auch langsam, aber hier ist vielen die Problematik noch nicht ganz klar. An unserer Schule gibt es einen bestätigten Corona Fall einer Lehrerin, sie war auch ansteckend noch unterrichten. Die Schule war 2 Tage zu. Nur ihre Klasse ist in Quarantäne. Der Rest geht heut wieder hin. Weder alle Lehrer, noch alle ihre Kinder wurden getestet. Nicht mal d Eltern der betroffenen Quarantäne Kinder müssen zuhause bleiben… Unverständlich für mich..
    Ich hoffe einfach, dass sich die ganzen Schreckensszenarien nicht bestätigen werden, bezweifle es aber…

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