Elternfragen

17/04/2018 - 19:15

Stadt-Mama Katharina

Leserfrage: Brauchen Kinder unbedingt Geschwister?

Mein Name ist Julia, ich bin 36 Jahre alt und unsere Tochter ist fünf Jahre alt. Es läuft alles prima, ich bin zurück in meinem alten Job, mein Mann und ich haben genug Paarzeit - kurz: Ich habe das Gefühl, wir wuppen unser Leben zu dritt ziemlich gut. 

Deshalb sehne ich mich nicht nach einer erneuten Schwangerschaft. Ich habe keine Lust darauf, alles nochmal von vorne zu erleben. Ich bin zufrieden mit einem Kind, das uns sehr glücklich macht, aber mit dem wir auch noch genug Freiraum für uns selbst haben. 

Nun werde ich aber immer öfter gefragt, wann denn Nummer zwei käme. Unsere Tochter sei doch schon ganz schön alt und es werde ja nun Zeit. Wenn ich dann sage, dass ich noch nicht weiß, ob ich noch ein Kind will, heißt es: Aber sie kann doch kein Einzelkind bleiben!!!

Als ob Einzelkinder die schrecklichsten Wesen überhaupt wären....Nun hoffe ich, dass andere Mamas mit nur einem Kind mir von ihrer Sicht erzählen oder andere Mamas sagen, was ein Kind von seinen Geschwistern lernen kann, was nicht auch Freunde dem Kind beibringen könnten...

Foto: Pixabay

 

Tags: Eltern, Geschwister, Liebe, Schwangerschaft

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Kommentare

Sina — Di, 04/17/2018 - 19:47

Also erst einmal finde ich es grundsätzlich frech und übergriffig von Mitmenschen, nach der Familienplanung anderer zu fragen oder gar, wie hier, ungefragt eine Bewertung der Situation zum Besten zu geben! Ich habe bis jetzt eine Tochter und möchte gern noch weitere Kinder. Wenn Julia dies aber nicht möchte und mit ihrem Familienmodell glücklich ist, ist doch schon alles gesagt. Ich kenne ganz furchtbare Einzelkinder, aber auch einige die beweisen, dass Einzelkinder nicht zwingend egoitisch oder Einzelgänger sein müssen! Ich finde auch, dass man zusammen mit Freunden ebenso gut aufwachsen kann. Allerdings glaube ich, insbesondere später, ist es einfach schön, wenn man Geschwister hat, die die eigene Kindheit mit einem teilen. Und es wird der Tag kommen, an dem man sich von seinen Eltern für immer verabschieden muss. Als Einzelkind ist man dann quasi "allein" auf der Welt. Das ist für mich der negativste Punkt! Meine Schwester möchte ich nicht missen und finde Geschwister haben super!

Katrin Birr — Mi, 04/18/2018 - 02:22

Nur als Beispiel, ich habe einen Bruder, mit dem ich mich garnicht verstehe und seit über 20 Jahren keinen Kontakt habe, auch so kann Geschwisterleben ausseh.

seinfeld — Sa, 04/21/2018 - 14:48

Hallo, schließe mich deinem Kommentar an. Ich habe 2 Brüder und jetzt im späten Alter keinen Kontakt. Ich konnte zwar eine gute Kindheit genießen, aber das heißt nicht, dass man automatisch später einen guten Draht zu den Geschwistern hat. Ich muss immer innerlich etwas schmunzeln, wenn Leute immer noch an diese heile Geschwisterwelt glauben.

Jessica — Di, 04/17/2018 - 20:02

Ich stimme Sina zu - es ist frech, übergriffig und meiner Meinung nach respektlos Familienmodelle/ -konstellationen zu bewerten. Zudem man die Hintergründe auch nicht kennt. Ich hätte z.B. sehr gerne ein bis zwei Geschwister für meine Tochter. Nun, das soll leider nicht sein. Manche Dinge liegen einfach nicht in unserer Hand. Aber Einzelkind zu sein bedeutet nicht "allein" zu sein. Manchmal sind Freunde sogar die bessere Familie.

Verena — Di, 04/17/2018 - 20:24

Ich bin selbst kein Einzelkind und habe zwei Kinder. Dafür habe ich mich aber nicht entschieden, weil ich Einzelkinder generell negativ finde, sondern weil es mit meinem einen Kind sehr unausgewogen in der Familie war. Es war kein eingependeltes Familienleben und das Geschwisterchen hat uns allen sehr gut getan. Auch der Entwicklung meines Erstgeborenen. Wenn wir aber zu dritt zufrieden und glücklich gewesen wären, hätte ich kein weiteres Kind bekommen. Nicht aus dem Grund, dass mein Kind kein Einzelkind sein darf. Ich selbst habe keine Beziehung zu meinem Bruder. Er gratuliert weder mir noch seiner Nicht/Neffe zum Geburtstag. Wenn die Kinder bei meinen Eltern sind, kommt er extra nicht zu Besuch, da es ihm zu anstrengend ist. Auch in der Kindheit und Jugend gab es nicht viele Gemeinsamkeiten. Ich könnte genauso gut Einzelkind sein, da ich mich alleine um unsere Eltern kümmern werde. Man sieht also - es kann alles auch anders kommen. Das sind alles Wunschvorstellungen, die mit der Realität manchmal nicht zu tun haben.

Tanja — Di, 04/17/2018 - 20:27

Leider gibt es immer Menschen, die der Meinung sind, alles besser zu wissen/können. & wenn ihr euch in eurer Familie, so wie sie ist, wohl fühlt, dann ist das vollkommen ok so. Das wichtigste für ein Kind ist die Liebe seiner Eltern & nicht ob es Geschwister gibt. Mich würde interessieren, ob ihr mal mit eurer Tochter darüber geredet habt, ob sie gerne eine Schwester/ einen Bruder hätte. Um zu meiner Meinung bezüglich der Geschwister zu kommen: Meine Mama ist gestorben als ich 6 Jahre alt war. Außer Frage steht, dass es für meinen Papa mit 3 Mädels ziemlich anstrengend war. Aber für uns war es schön nicht nur den Papa zu haben. & auch jetzt als Erwachsene bin ich wahnsinnig froh meine Schwestern zu haben. Es ist so etwas wertvolles jemanden zu haben der immer für einen da ist & immer zuhört. Deshalb wird mein Sohn definitiv Geschwister bekommen. Abschließend muss natürlich auch gesagt werden, dass man sowas als Familie nur selber entscheiden kann. Z.b. passt ein zweites Kind zu uns, lässt sich das mit dem Job vereinbaren, wie sieht es dann für das Paar an sich aus usw. Liebe Grüße Tanja

Fiona — Di, 04/17/2018 - 20:36

Natürlich muss es jeder/jede entscheiden und jede Familie ist und darf anders sein! Aber ich bin mit drei Geschwistern aufgewachsen und bin jetzt sehr sehr dankbar dafür. Sie sind meine engsten Vertrauten und wenn etwas im Leben mal nicht so super lief, dann waren es die Geschwister die immer da waren. Natürlich können das auch Freunde sein, meiner Erfahrung nach sind die allerwenigsten Freundschaften, wenn überhaupt, so eng wie eine Geschwisterbeziehung. Wir kennen uns einfach schon so lange wir uns erinnern können und haben so unglaublich viel zusammen durchgemacht. Also - ja für Geschwister! Deswegen haben wir auch mehrere Kinder bekommen, ich möchte unbedingt das meine Kinder auch diesen Familienkreis haben wenn sie erwachsen sind und wir nicht mehr da sind. Aber - ich kenne auch viele viele liebe Einzelkinder! Dein Bauchgefühl sagt dir schon was die richtige Entscheidung ist :-). Alles Gute!

Anja — Di, 04/17/2018 - 20:51

Trefft die Entscheidung, die für Euch die Beste ist. Davon haben Eure Tochter und auch ihre potentiellen Geschwister einfach am meisten. Cousins/Cousinen/Nachbarskinder/Freunde geben Eurer Tochter das Gruppengefühl. Es ist prägend Geschwister zu haben, aber eben auch keine zu haben. Und die Richtung der Prägung (egozentrisches Einzelkind/mitfühlend Einzelkind/sich vernachlässigt fühlendes Geschwisterkind/"nicht ohne meine Geschwister-"Kind) gebt so oder so Ihr vor.

VioCocoba — Di, 04/17/2018 - 21:06

Liebe Julia, neulich erst hat ein Prof in der Uni gesagt, dass Einzelkinder eigentlich viel stärker gefordert sind soziale Kompetenz aufzubauen, denn sie haben nicht automatisch Spielkameraden zu Hause, sondern müssen sich Beziehungen zu anderen Kindern stärker "erarbeiten". Das widerspricht also der weit verbreiteten Annahme Einzelkinder wären egoistischer und weniger sozial verträglich, oder so. Ich fand die Argumentation recht einleuchtend. Liebe Grüße

Angie — Di, 04/17/2018 - 21:42

Vorne weg, ich bin Einzelkind und durchaus sozial kompetent, wirklich nicht egoistisch, anpassungsfähig und noch nie das „Horror-Einzelkind“ gewesen, das so oft als typisch beschrieben wird. Ansonsten kann ich nur sagen, hör auf dein Herz und dein Bauchgefühl. Aus meiner Sicht als Einzelkind kann ich nur sagen, mir persönlich haben Geschwister gefehlt... immer! Nachmittags, im Urlaub, als mein Vater starb, wenn man Krach mit den Eltern hatte etc. auch heute noch, als erwachsene Frau und Mutter von 3 Kindern, denke ich manchmal noch dass eine Schwester oder ein Bruder echt cool wären! Ich hatte immer viele Freunde, die haben auch ganz viel aufgefangen und mit mir durchgestanden (und diese Freundschaften bestehen auch immer noch teilweise aus Grundschulzeiten) aber am Liebsten waren mir immer die, die Geschwister hatten, da war einfach immer was los! Natürlich habe ich nun auch passend einen Mann mit mehreren Geschwistern und es ist einfach groß viel bunt und laut wenn wir alle zusammen sind, denn unsere 3 Kinder sind natürlich nicht die einzigen Enkel. Für mich ist es einfach großartig, wenn unsere Kinder gemeinsam im Bett abends kuscheln, sich gegenseitig helfen und aufeinander aufpassen, auch wie kreativ sie sein können, sich gegenseitig die Schuld für etwas in die Schuhe zu schieben... Und trotzdem sind sie füreinander da, umarmen sich nach einem langen Tag ohne einander, achten zuverlässig aufeinander, wenn ich sie alleine auf dem kleinen Waldweg nach Hause schicke und sorgen dafür, dass es dem anderen generell gut geht... Und dann sagt mir mein Herz und mein Bauch: genau so ist es für uns richtig und genau so hätte ich es mir gewünscht für mich als Kind! Ich würde daher sagen, frag dein Bauch, dein Herz und dein Kind.... (Wenn ich unsere Kinder frage, hätten Sie gerne noch mehr Geschwister, aber mein Bauchgefühl möchte das jetzt nicht mehr) ;-)

Renate — Di, 04/17/2018 - 22:15

Liebe Julia, Deine Entscheidung finde ich völlig ok, auch wir haben nur ein Kind und wir 3 sind sehr glücklich, wie es ist. Manchmal hab ich mir schon ein Geschwisterchen für unseren Großen gewünscht, er wollte aber nie einen Bruder oder eine Schwester. Das hat sich auch bis heute, er ist 9, nicht geändert. Zu meinem Bruder habe ich wenig Kontakt, mein Mann hat zu seinem Bruder auch kein inniges Verhältnis. In schweren Zeiten wird keiner von beiden da sein. Aber wir werden füreinander da sein und unsere Freunde werden da sein. Und so wird es einmal auch für unseren Sohn sein und auch für eure Tochter. Sie werden eine eigene Familie haben und gute Freunde auf die sie sich verlassen können. Geschwister zu haben heißt nicht automatisch dass man durch sie Unterstützung, Liebe und Zuwendung findet. Lebt EUER Leben wie es für euch passt, nicht für den Rest der Welt!

Lena — Mi, 04/18/2018 - 06:26

Wir haben uns bewusst für ein zweites Kind entschieden und dieses zweite Kind war im ersten Jahr wahnsinnig anstrengend. Das hätte ich niemals durchgestanden, wenn ich ihn nur unserer Tochter zu liebe bekommen hätte. Jetzt ist es wunderschön mit den beiden, aber das erste Jahr.... es gibt ein Zitat von Reinhard Mey „Jedes Kind sollte das Recht haben herbei gewünscht und herbei gesehnt zu werden...“ Also, ja es ist insbesondere für später toll Geschwister zu haben, aber Nein, bekommt kein Kind was ihr euch nicht wünscht! Viele Grüße

Maria — Mi, 04/18/2018 - 09:35

Ich bin ja ein großer Fan von Geschwistern, möchte meine eigenen nicht missen und bin froh, dass wir zwei Kinder haben, wenn es nach mir ginge, sind wir auch noch nicht fertig. Mein Mann ist Einzelkind und auch einziges Enkelkind, da seine Mutter auch schon Einzelkind war. Die Verwandtschaft seines Vaters wohnt weit weg und es gibt wenig Kontakt. Ich finde diese volle Aufmerksamkeit und Konzentration auf ihn sehr anstrengend und blicke schon mit Sorge in die Zukunft, wenn seine Eltern Mal nicht mehr für sich selbst sorgen können, weil dann alles an ihm hängt. Aber das ist natürlich nur meine subjektive Sicht und meine persönliche Erfahrung mit meinen tollen Geschwistern auf die ich mich verlassen kann. Daher meine Antwort auf deine Frage: Nein, Kinder brauchen nicht zwingend Geschwister! Wenn ihr euch einig seid, dass eure Familie perfekt ist, wie sie ist, dann freut euch einfach! Alles Gute für eure Familie!

Lucy — Mi, 04/18/2018 - 10:33

Obwohl mein Mann und ich beide keine Einzelkinder sind und ein gutes Verhältnis zu unseren Geschwistern haben, haben wir uns bewusst nur für ein Kind entschieden. Mir geht es wie Julia, ich habe auch keine Lust nochmal alles von vorne zu erleben und das obwohl wir von Anfang an ein pflegeleichtes Kind hatten, das wir immer und überall mitnehmen können, das vom ersten Tag an gut geschlafen hat und uns sehr glücklich macht. Wir haben keine/kaum Einschränkungen hinsichtlich unseres Lebensstandards oder in unserem Freizeitverhalten, machen die gleichen Individualreisen wie früher und fühlen uns einfach nur sehr wohl in unserer 3-Personen-Familie. Unser Kind hat gleichaltrige Cousinen, geht in die Kita und hat jetzt schon einen großen Freundeskreis, so dass ich mir fehlende über Sozialkompetenz keine Gedanken mache. Alles Gute!

Andrea — Mi, 04/18/2018 - 11:06

Ich habe eine Schwester und wir haben ein sehr gutes Verhältnis, auch wenn wir uns selten sehen (andere Städte) und nur ab und zu telefonieren. Es passt trotzdem und wir sind uns nah. Ich kenne aber auch viele Beispiele, egal welchen Alters, da haben die Geschwister nix gemeinsam und keine Beziehung zueinander. Ich denke, dass Freunde im späteren Leben eher eine Stütze oder Familie sind, als bei den meisten die eigenen Geschwister. Unser Sohn (13) ist Einzelkind und findet es mal gut, mal weniger. Wir als kleine Familie sind glücklich und es fehlt nichts. Wir sind komplett. Wir leben in einer kinderreichen Nachbarschaft und er hat dort auch Freunde und oft Zugang in die Großfamilien. Dort holt er sich seinen Geschwisterersatz und sagt dann manchmal, wie froh er über die Ruhe Zuhause ist. Wie gesagt, ich denke Freunde und auch später eigene Familie sind oft näher als Geschwister und das tröstet mich, wenn ich den Gedanken habe, irgendwann sind wir mal nicht mehr und er muss allein damit zurecht kommen. Er wird nicht allein sein. Kinder brauchen nicht unbedingt Geschwister. Durch Kita, Schule und Freundeskreis wird das Sozialverhalten genauso gut geschult und für das Wertesystem sind ohnehin vorrangig die Eltern verantwortlich. Jeder so wie er sein Leben leben möchte.

Mimi — Mi, 04/18/2018 - 13:32

Wir haben drei Kinder, eins ist noch ganz frisch. Mit einem Kind waren wir Paar mit Kind. Es war recht entspannt, im Grunde ähnlich wie du beschreibst. Dann kam eher früher als geplant Nummer 2 und wirbelte alles durcheinander. Die Kinder sind eineinhalb Jahre auseinander, der Anfang war sehr anstrengend. Aber die Belohnung kam auch schnell als die Geschwister miteinander spielten. Als Paar mit Kindern haben wir uns nicht mehr gefühlt, sondern einfach als Familie. Grösser, lauter, chaotischer als zuvor, aber eben auch kompletter. Und ist so schön, dass wir mehr davon wollten. Nun kam Nummer 3. Mal sehen, wie diese Konstellation funktioniert. Ich bin fest davon überzeugt, dass es mit einem Kind zwar zu Beginn entspannter ist, man seine Paarbeziehung und vor allem auch eine gleichberechtigte Beziehung besser leben kann. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird von Kind zu Kind schwerer. Trotzdem finde ich, dass es sich lohnt nochmal aus der Komfortzone zu kommen. Und zwar für das Kind. Geschwister nerven, aber sie sind auch die Menschen, zu denen wir die längste Beziehung unseres Lebens haben. Ob die gut wird oder nicht, weiss man vorher nicht. Aber das hat man ja auch selbst in der Hand.

Mia — Fr, 04/20/2018 - 09:02

Ich habe mich sehr über die wertschätzenden Kommentare unter diesem Artikel gefreut, egal in welche Richtung sie tendierten. Und dann kam dieser Spruch vom "Paar mit Kind", der einem auch im Alltag immer wieder begegnet. Ich finde ihn sehr ignorant und verletzend, spricht es doch wieder einer Familienform außerhalb Vater, Mutter, Kind, Kind, (Kind, etc.) ihre Berechtigung ab. Die meisten Familien mit frischem ersten Kind werden sich erst einmal als "Paar mit Kind" fühlen, da es noch wenig Kommunikation und Interaktion außerhalb des Radius gibt, den man mit einem Baby erlebt. Das Familiengefüge stellt sich erst langsam heraus, wenn die Kommunikation in alle Richtungen sich entwickelt und jeder seinen Platz findet. Die Zeit also, wenn - man ahnt es - bei vielen Familien das zweite Kind unterwegs ist und sich bei ihnen das "Familiengefühl" einstellt. Es wäre schön, wenn jede Familie, egal mit wie vielen Erwachsenen oder Kindern, in unserer Gesellschaft Platz finden könnte, ohne sich andauernd für ihre Form rechtfertigen zu müssen.

Mimi — Fr, 04/20/2018 - 20:20

Huhu Mia, tut mir leid, wenn das falsch bei dir ankam. Ich habe von unserer ganz persönlichen Erfahrung gesprochen und da unser zweites Kind fix kam, war das wahrscheinlich so wie du schreibst (vom gefühlten Paar zur gefühlten Familie). Allerdings sehe ich in meinem Umfeld (manchmal auch mit ein bisschen Neid :-), dass Eltern eines Kindes natürlich (ist ja auch klar irgendwie) mehr Paarzeit haben. Vielleicht ist es deshalb auch so, dass man diese Eltern dann auch stärker als Paare wahrnimmt. Ist doch auch schön so. Deshalb sehe ich es jetzt gar nicht so als "Beleidigung" an, wenn man vom "Paar mit Kind" spricht. Natürlich ist das auch eine Familie, ist doch klar. Im Übrigen glaube ich, dass es Grossfamilien ähnlich geht. Auch sie weichen von der Eltern, Kind, Kind- Normalfall ab. Ich höre seit der Geburt unseres dritten Kindes immer wieder solche Sprüche: "na, nun wirst du wohl nicht mehr arbeiten" (hallo? ganz bestimmt, nie nie wieder!) oder "da wirst du ja keinem mehr gerecht" (oje, die armen Kinder) oder "nummer vier ist auch schon geplant, oder?" (Ja, wir haben mit Neugeborenem nix anderes im Kopf).

Mia — Mi, 04/25/2018 - 09:23

Liebe Mimi, danke für den Nachsatz! Vielleicht habe ich den Satz vom Paar mit Kind einfach zu oft gehört in Verbindung mit "Du kannst da gar nicht mitreden". Ich freue mich wirklich sehr, dass Du noch einmal geantwortet hast und vielleicht frage ich demnächst in meinem Umfeld öfter mal nach, was hinter dieser Aussage steckt. Alles Liebe!!!

Ziva — Mi, 04/18/2018 - 21:43

Hey, ich habe eine gute Freundin, die eine sehr glücklice Kindheit als Einzelkind hatte und der jetzt auch an nichts fehlt. Selbst habe ich noch zwei Geschwister und kann nicht sagen,ob das besser ist. Meine Kindheit war geprägt von Streit und Neid und als Erwachsene verstehen wir uns auch nicht besonders pralle. Von daher ist es eher eine Frage des sozialen Umfelds und Charakters, ob ein Kind sich dann isoliert und einsam fühlt. Die Gefühle gibt es auch in einer großen Familie! Macht euch nicht verrückt. Wenn es für euch wunderbar passt ist es doch gut?!

Silke Fränzel — So, 04/22/2018 - 11:42

Hallo, leider bin ich als Einzelkind aufgewachsen. Klar ich hatte mein Spielzeug für mich alleine, musste nicht teilen, hatte die volle Aufmerksamkeit der Eltern und dennoch hatte ich immer das Gefühl von Einsamkeit und Traurigkeit. Keine Schwester oder Bruder mit denen man sich streiten kann oder lernen muss zu teilen. Keine vertraute Person der man Geheimnisse erzählen konnte. Mittlerweile bin ich 40 Jahre alt. Und ja mir fehlt heute mehr denn Je einen Bruder oder eine Schwester! Ich finde es sehr egoistisch als Eltern sich nur aus Bequemlichkeit ein Einzelkind zu haben!

Sarah — So, 05/13/2018 - 19:04

Hallo, ich habe erst heute deine Frage gelesen. Uns geht es genau wie dir. Wir haben ein Kind und sind damit so wie es ist sehr glücklich. Wir haben nicht das Gefühl, das irgendetwas fehlt und ich bin auch froh Kind und Arbeit gut unter einen Hit zu bekommen. Und doch muss ich dir leider recht geben, dass man häufig so gar nicht als „richtige Eltern“ anerkannt wird. Das finde ich sehr schade. Gefühlt scheint es nur eine „richtige“ Familienform zu geben. Ein Paar und zwei Kinder. Und am besten das erste ein Junge und das zweite ein Mädchen... Das halte ich für völligen Unsinn . Jede Familienform kann richtig sein, egal ob als Paar, mit oder ohne Kindern und egal wieviele oder auch alleinerziehend. Und grundsätzlich glaube ich, dass Kinder glücklicher Eltern auch glückliche Kinder sind. Besser als wenn die Eltern aus gesellschaftliche Gründen irgendwie anders leben als sie es eigentlich wollen.

Sarah — So, 05/13/2018 - 19:07

PS: ich selbst bin auch glückliches Einzelkind glücklicher Eltern, mein Mann hat Geschwister. Und beides ist gut so wie es ist. :-)

Jen — Mi, 06/06/2018 - 13:40

Ich bin Einzelkind und habe niemals Geschwister vermisst. Ich konnte mich immer gut alleine beschäftigen und kam auch mit Erwachsenen zurecht, sagt meine Mutter, genauso wie ich mit den Kiga- und Schulfreunden und Nachbarskindern (bzw. Touristenkindern, die bei uns Urlaub machten) spielen konnte. Ich weiß noch, wie ich ungern zu meiner Freundin, die 4 Geschwister hatte, nach Hause ging, es war mir zu wuselig dort. Andersherum war sie gerne bei uns, sie genoss meine Aufmerksamkeit und auch die meiner Mutter, die Zeit hatte, sich mal mit uns zu beschäftigen, einen Obstteller zu bringen und so und einfach ausgeglichener war als ihre. Für mich ist auch die Entscheidung, maximal ein Kind zu bekommen, ich mag einfach auch mein Leben gern weiter führen (hier bitte nicht angegriffen fühlen, ich kann mir nur nicht vorstellen, wie das zeitlich gehen soll, mit mehr als einem Kind). Natürlich kann sich diese Einstellung ja noch ändern. Mein Freund ist übrigens der mittlere von 3 Jungs alle etwa 3-4 Jahre Abstand, mit dem Älteren hatte er nie das Beste Verhältnis und bis vor Kurzem kaum Kontakt, den kleinen sieht er oft und sie telefonieren regelmäßig. Er möchte gerne mindestens 2 Kinder... Ich denke, man kann das nicht nur an der eigenen Kindheit festmachen, es ist auch der Lebenswandel und eben die Sehnsucht nach einem oder mehreren Kindern, oder eben bei einigen auch gar keinem Kind.

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