Sahnekapseln, Snooze und Trinkpäckchen: So tickt und trickst die Jugend

Drogen

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Ihr Lieben, neulich standen wir bei einer Abschlussfeier zusammen und kamen so ein bisschen ins Reden über die Tricks der Jugend von heute und da auch ein großer, jugendlicher großer Bruder und eine Lehrerin dabei waren, kamen hier tatsächlich Sachen auf den Tisch, wie die meisten von uns noch nicht gehört hatten.

Und damit ihr als Eltern oder LehrerInnen nicht genau so naiv in all diese Dinge reinschliddert, kommt hier mal ein Best of. Nehmt das bitte nicht als Anleitung, sondern als Vorwarnung…

Kick aus der Sahnekapsel

Eine Lehrerin wunderte sich auf einer Klassenfahrt in der neunten, warum einige Kinder Sahnekapseln dabei hatten. Als die Jugendlichen auf Nachfrage „Zum Kuchen backen“ antworteten, wurde sie skeptisch. Und siehe da, in Artikeln wie diesem hier, wird das Phänomen mit dem „Kick aus der Sahnekapsel“ näher beschrieben.

Die kleinen Kapseln, die eigentlich zum Sahne-Aufschäumen verwendet werden und im Supermarkt erhältlich sind, enthalten Lachgas und können zu einem kurzen, aber heftigen Rausch führen, wenn man das Gas entweder direkt aus der Patrone oder aus einem damit gefüllten Luftballon einatmet. Der Trend kommt wohl grad aus Großbritannien und Dänemark rüber zu uns. Supergefährlich, weil das Gas den Sauerstoff verdrängt und damit zu Mangelerscheinungen im Körper führen kann.

Alu-Trinkpäckchen und Glätteisen

Ha! Das ist ja wirklich auch eine kreative Art des Rebellentums. Da wird also ein Alu-Trinkpäckchen oben aufgeschnitten, der Inhalt ausgetauscht oder mit Alkohol aufgefüllt – und anschließend mit dem Glätteisen wieder zusammengeschmolzen.

Darauf angesprochen schauten uns jede Menge Jugendlicher fragend an, als wären wir von nem anderen Planeten (sind wir vermutlich auch): „Hä? Klar, wenn du auf Partys oder Festivals Leute mit Einhorn- oder Multi-Trinkpäckchen siehst, ist da safe kein Fruchtsaft drin.“ Ähm. Okayyy. In unserer Generation gab´s halt noch keine Glätteisen… oder so. In den kleinen Trinkpäckchen werden wohl auch andere Dinge transportiert, von Pillen bis zu Pyro fürs Stadion… good to know.

Snooze als Aufputschmittel

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Sie sehen ein bisschen aus wie eine Miniaturausgabe eines Teebeutels. Oder wie die Trockenpäckchen in Corona-Schnelltests: Snooze (oder auch Snus genannt). Und es geht hier natürlich nicht um die Wecker-Taste, die uns noch ein wenig länger im Bett liegen lässt. Es geht um eine Tabakmischung, die unter die Oberlippe oder in die Wangentasche gelegt wird und quasi mit dem Speichel Nikotin freisetzt.

Verkauft wird es in zumeist runden Dosen, also wenn ihr da mal was vor dem Waschen in den Hosentaschen findet… kommt auch gern mit skandinavischer Beschriftung daher, so dass man nicht gleich erkennt, um was es sich handelt. Es schmeckt wohl recht scharf und minzig im Mund und führt bei vielen erstmal zu Übelkeit, kein Wunder, es hat 10-20x so viel Nikotin wie eine Zigarette… Andere nehmen es vor Sportwettkämpfen oder Prüfungen, weil es „kickt“ und ein (noch!) legales Aufputschmittel ist. Macht aber natürlich abhängig und ist extrem ungesund.

E-Zigaretten: Dampfen mit Vapes

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Na gut, mit Vapes erzähle ich euch vermutlich nichts Neues, aber da es sie in unserer Jugend eben auch noch nicht gab, kannte ich mich bislang auch damit nicht wirklich aus. Es geht dabei um elektrische Zigaretten, die aromatisiertes Flüssig-Nikotin verdampfen („vaping“).

Die Dinger dampfen extrem und riechen auch schon mal nach Apfel oder Vanille. Die E-Zigaretten enthalten süchtig machendes Nikotin, nicht aber Tabak, was beim herkömmlichen Rauchen zusätzlich die Lunge schädigt. Trotzdem kann durch fehlende Langzeitstudien noch nicht gesagt werden, ob Vapen gesünder sein könnte als Rauchen, denn auch der Vape-Dampf enthält Giftstoffe, die krebserregend sein könnten.  

Perso-Fälschungs-App

Wie komme ich unter 16 rein in die Disco? Das haben wir uns früher natürlich auch schon gefragt. Heute ist das durch die digitalen Möglichkeiten natürlich zum Teil einfacher geworden. Es gibt extra Apps, in denen du deinen Personalausweis scannst und die dir dein Geburtsdatum anpassen. Mit dem Screenshot allein kann man natürlich noch nichts anfangen, aber: Wer zum Türsteher „Oh neiiiin, jetzt hab ich meinen Perso auf dem Küchentisch liegen lassen“ sagt, hat trotzdem Möglichkeiten. Es gibt bei TikTok tatsächlich Unmengen von Tutorials dazu.

Da speichert man also einfach seine beste Freundin als „Mama“ im Handy ein. Schreibt vor dem Türsteher per WhatsApp „Mama, miiiiist, ich hab meinen Perso vergessen, schickst du mir eben ein Bild davon…“ und dann fällt der Fake natürlich nicht direkt auf. Besonders, wenn die „Mama“ dann noch ganz viel Spaß und einen schönen Abend wünscht. Ist aber halt Urkundenfälschung und es steht Strafe drauf. Zumal auch die meisten Türsteher einen TikTok-Account haben und in den meisten Fällen (hoffentlich!) nur müde lächeln und die potentiellen Partybömbchen nach Hause schicken.

Vollrausch durch Wodka-Tampons

Nach Erscheinen dieses Beitrags schrieb uns eine Leserin, dass sie im Erste-Hilfe-Kurs gehört habe, dass auch der Trend der Wodka-Tampons noch nicht vorbei sei. Die in Alkohol getränkten Wattebausche führen sich Jugendliche vaginal oder anal ein, so dass der Rausch zügig über die Schleimhäute ins Blut gelangt.

Das Gefährliche: Kein Schwindel, keine Übelkeit zeigen an, wann es genug ist, die Menge lässt sich nicht dosieren. Und auch kein Magen lässt sich auspumpen, die Jugendlichen sind dem Rausch ausgeliefert. Dazu kommt natürlich, dass die Schleimhäute sehr sensibel sind und je nach Alkoholsorte weggeätzt werden könnten. Tatsächlich: Den Sinn hinter diesem Trend verstehe ich Null. Das hat ja auch nichts Geselliges mehr und ich bin froh, dass ich davon noch nichts aus meinem nächsten Jugend-Umfeld gehört hab. Ich werd mal rumfragen, vielleicht ist dieser Trend ja in Wahrheit doch schon überholt.

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10 comments

  1. Vielen Dank für den Bericht. Ich bin da wohl auch ziemlich blauäugig unterwegs und nicht so up-to-date wie einige andere Kommentierende. Über eine Aktualisierung von Zeit zu Zeit würde ich mich freuen.

  2. Nicht alle E-Zigaretten enthalten Nikotin. Es gibt auch Mischungen die nur Aromen verdampfen. Bisschen unsauber recherchiert oder formuliert.

  3. Ich kannte nix von dem allen, und dachte mir 48 wäre ich zwar älter, aber nicht sooooo alt. Nach den Artikel fühle ich mich auf jeden Fall älter als davor

  4. Eure Aufklärung zu den Sahnekapseln lässt etwas zu wünschen übrig.
    Das Problem ist in der Tat die fehlende Sauerstoffzufuhr, aber man läuft nicht bei jeder Kapsel die Gefahr deswegen umzukippen. Man kann sich ohne Probleme in seiner Lebzeit 100 von den Dingern reinziehen ohne gesundheitliche Folgen davonzutragen. Weil der Rausch jedoch nur 1-3 Minuten dauert geben sich viele diese Anzahl ohne darüber nachzudenken innerhalb von ein paar Wochen was dann nach einer Zeit wirklich schlimme Folgen haben kann.
    Ein bisschen zu vergleichen mit Kernen von Weintrauben die auch nur negative Folgen haben, wenn man viele davon in kurzer Zeit isst.

  5. nette zusammenfassung, danke. könnte man in regelmäßigen abständen updaten, kann sicher nicht schaden, da auf dem laufenden zu sein 😉
    snus ist aber echt nix neues mehr, das kenn ich noch aus meiner eigenen jugend 😉
    und zu den alk-tampons kann ich evtl eine erklärung liefern: alkohol, bzw alkoholische getränke machen dick, aber nur wenn man sie auch TRINKT…

  6. -Die Sache mit den Sahnekapseln ist ein alter Hut. Lachgaspartys gab es schon in meiner Jugend.

    – Das mit dem Trinkpäckchen und dem Glätteisen ist genial. Chapeau mes enfants. Wir haben damals immer Apfelschorle gekauft, ein Drittel abgetrunken und dann mit Berentzen Apfelkorn wieder aufgefüllt.

    – Snus ist in Deutschland tatsächlich illegal, allerdings nicht der Besitz, sondern lediglich der Verkauf. Es gibt allerdings ähnliche Produkte auf Basis von Kautabak. Wäre mir aber sogar lieber, als wenn meine Kinder anfangen würden Zigaretten zu rauchen.

    – Den Türsteher der auf diese Persofälschungs-App reinfällt (auch mit gefaktem Mama-Anruf) möchte ich sehen. Vielleicht gibt es ihn vor irgendeiner Dorfdisco aber in einer Großstadt kann man die Masche wohl vergessen. Wer will kann das ja mal beim Sven Marquardt vom Berghain ausprobieren.^^

    – Diese Vodka-Tampon-Geschichte wird sich glaube ich nicht durchsetzen, selbst wenn das irgendwelche total abgestürzten Jugendlichen irgendwo mal ausprobiert haben. Ein Trend wird das mit Sicherheit nicht, weil es nun wirklich nicht die angenehmste Form des Alkoholkonsums ist. Außerdem… wie viel Alkohol nimmt man auf diesem Weg überhaupt auf? Habe mal recherchiert: Ein handelsüblicher Tampon nimmt zwischen 5 und 21 ml Flüssigkeit auf.
    Da müsste man für den Vollrausch recht häufig die Tampons wechseln, es sei denn Alkohol würde über die Vaginal- oder Analschleimhaut stärker wirken als über die Mund- und Magenschleimhaut (glaube ich nicht).

  7. Zeigt nur wie wichtig die Bindung und der gute Kontakt zum ( größeren) Kind sind. Das ist bei der breiten Masse nicht der übliche (Dauer)Zustand das sind eher extremere Einzelfälle. Und rauchen und Alkohol haben wir alle, zu allen Zeiten, mal ausprobiert und mal übertrieben und daraus gelernt.

  8. Oh Gott, und ich habe mich bis gerade eben noch für recht jung gehalten, verdammt 🤣
    das mit der Sahne wusste ich nicht. An sich eine recht dumme Idee. Aber wer hatte die nicht in seiner Jugend 😗…Die Saftpackung machen ja sau viel Arbeit, wir haben einfach den Alkohol direkt in die Cola etc. gekippt…aber Päckchen ist vermutlich cleverer und bietet mehr Optionen… Eigentlich verdammt clever 😏
    Ob es einen jetzt „total erschüttern“ muss? (Außer evtl. die Realität des eigenen Alters 😥)

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