Wir müssen lernen loszulassen! Uns zuliebe, ja, aber vor allem: Dem Kind zuliebe.

plakat
Liebe Caro,
stell Dir vor, gestern habe ich mit einer alten Klassenkameradin gesprochen, die im Vorfeld unserer Kölner Lesung ordentlich Werbung für unser Buch gemacht hatte, indem sie Plakate im Geburtsvorbereitungskrus aufgehängt hatte und vieles mehr. Sie war dann komischerweise selbst aber gar nicht da! Und jetzt weiß ich doch tatsächlich auch den Grund: Sie hat just AM TAG DER LESUNG ihr Baby bekommen. Ist das nicht fabelhaft?  Unglaublich?

Sie entschuldigte sich für ihr Nichtkommen, aber sie habe eben vier Wochen zu früh ihr Kind bekommen…. niedlich, oder?

Zu Deiner Fahrrad-Panik kann ich heute nur kurz antworten, leider, weil meine Kinder mal wieder eine Dauerkarte für die Erkältungs-Couch gebucht haben 🙁 Aber: Ich hatte selbst kein Auto in Berlin, als wir mit den Kindern noch dort lebten, also habe ich unheimlich viel mit dem Fahrrad gemacht. Besonders in der Zwillingsschwangerschaft bin ich viel Rad gefahren mit meiner zweijährigen Tochter hinten drauf, sogar noch bis in den neunten Zwillingsmonat hinein. Viele erklärten mich für verrückt mit dem Riesenbauch noch zu fahren, aber durch das Gewicht, war laufen für mich viel schwierieger. Jeder Schritt schmerzte im Bauch, während ich auf dem Fahrrad gemütlich sitzen konnte. Als sie da waren, hatten wir einen Anhänger, ein Kind durfte auf den hinteren Sitz auf dem Fahrrad, zwei hinten rein. Das klappte technisch wunderbar, sozial aber überhaupt nicht gut, weil natürlich jeder oben sitzen wollte…

Du meinst das ja aber auch viel genereller, Dir geht es ja viel weniger um das Fahrradfahren an sich, als darum, dass man als Mutter gewisse Dinge geschehen lassen muss, obwohl sie einem selbst nicht behagen. JA!, schreie ich da nur aus, wir müssen uns von unseren eigenen Einstellungen und Ängsten manchmal lösen. Schwer! Aber wichtig! Genau deswegen ist es auch so wertvoll, wenn ein Kind von zwei ode rmehr Menschen großgezogen werden kann, weil dadurch das Spektrum des Erlaubten größer wird. Wenn ich sehe, wie Väter zum Beispiel ihre Kindere in die Luft werfen, wird mir auch Angst und bange. Oder wenn sie die Kinder auf dem Motorrad mitnehmen. Oder vielleicht später auf eine River Rafting Tour. Mit mir allein hätte das Kind solche Chancen nie bekommen.

Und ja: Ich kann dabei nicht zuschauen, weil ich vielleicht Panik bekomme, aber genau das ist es ja, was uns die Elternschaft lehrt: Loslassen. Nicht nur vom Kind, sondern auch von den eigenen Einstellungen und Ängsten. Wir können nicht alles zu jeder Zeit immer ganz genau und allein im Griff haben. Und selbst wenn das ginge, würde es unsere Kinder doch erheblich einschränken. Wir müssen sie machen lassen. Und unsere Männer auch. Und einfach mal vertrauen.

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6 Kommentare

  1. Schwer
    Loslassen ist echt schwer. Und gerade bei einer Sache bei der ein Elternteil Angst hat.Aber auch Eltern müssen lernen, wie die Kleinen auch.

  2. Schwer
    Loslassen ist echt schwer. Und gerade bei einer Sache bei der ein Elternteil Angst hat.Aber auch Eltern müssen lernen, wie die Kleinen auch.

  3. loslassen…
    Du hast ja so Recht, Lisa! Aber loslassen fällt uns wohl nicht nur beim Kind schwer sonder auch beim Partner und anderen materiellen und nicht materiellen Dingen. Danke für diesen Beitrag!

  4. loslassen…
    Du hast ja so Recht, Lisa! Aber loslassen fällt uns wohl nicht nur beim Kind schwer sonder auch beim Partner und anderen materiellen und nicht materiellen Dingen. Danke für diesen Beitrag!