Das Fahrrad als Sinnbild für nicht lösbare Konflikte zwischen Mama und Papa

Hallo Lisa, schönen Sonntagabend! 

Als Erstes muss ich mich bei Dir und bei allen lieben Menschen da draußen bedanken, die mir gestern zum Geburtstag gratuliert haben! Ich bin 31 Jahre geworden und das ist ja schon ein bisschen lästig, aber Ihr habt es mir versüßt! Danke dafür. 

Dieses Wochenende war toll. Wir hatten irre viel Besuch aus meiner alten Heimat Bonn und Samstag habe ich eine große Party geschmissen. Tja und nachmittags, als ich die Party vorbereitet habe, hat Pausti mit unserem Sohnemann Maxime einen Fahrradausflug gemacht, was mir ehrlich gesagt nicht besonders behagt hat…

Nun, Lisa, Du kennst sie als dreifache Mutter bestimmt zu Hauf, diese Eltern-Situationen, in denen man sich austauscht, nicht zusammenkommt und dann muss einer über den Willen des Anderen hinweg einfach sein Ding machen. Meistens, also fast immer bin das dann ich die entscheidet, aber manchmal muss ich mich auch (alleine aus taktischen Gründen) fügen. 

Wie beim Fahrrad. Ich habe zu Fahrradfahren in der Stadt nämlich eine sehr radikale Meinung. Ich finde es schlicht zu gefährlich und deshalb unnötig. Von meiner jahrelangen Redakteurstätigkeit bei Tageszeitungen weiß ich einfach zu viel (und vielleicht mehr als normale Menschen), dank Polizei-Pressemeldungen, über schlimme Fahrrad-Unfälle Bescheid und die Zahl ist in Berlin nicht unerheblich, auch weil oft der Behördenirrsinn in dieser Stadt tobt und Fahrradwege schlecht geplant sind. Dazu kommt, dass ich alleine von der Logik her nicht verstehen kann wie man freiwillig „Ich gegen 10 000 Autos“ spielen will. 

Wie gesagt, meine Meinung ist eben radikal zu diesem Thema und ich habe sie auch schon oft mit meinen (fahrradfahrenden) Freunden diskutiert. Was soll’s. Ich war gegen den Kindersitz, Pausti dafür und irgendwie wäre es mir irre von mir vorgekommen, trotz meiner Ängste, Pausti eine normale Tätigkeit wie Fahrradfahren mit Maxime zu verbieten und mich durchzusetzen. Und so habe ich mit klopfenden Herzen dieses Foto oben geknipst als wir uns dann später in der Nähe des Kollwitzspielplatzes wiedergetroffen haben…

Mmmh, kennst Du das, Lisa? Dinge, die die Kinder betreffen, mit denen man sich einfach nicht einig wird und sie dann zähneknirschend oder mit Sorge doch ansehen muss, weil als Eltern eben auch mal der Andere siegen muss? 

Also, ich bin nach wie vor mehr als skeptisch um das Fahrrad-Thema. Wie gehst Du/Ihr mit sowas um?

Alles Liebe und schönen Abend Dir und Euch, 

Caro xxx


Mehr zum Thema