Der Tag, an dem ich ein bisschen bekannt, als Heldin gelobt und als blöde Prenzlauer Berg-Mami beschimpft wurde

bu

Liebe Lisa,

buuuuh! So sehe ich morgens aus! Am Tag, nachdem ich leider unseren Familienurlaub abbrechen musste, weil mein Sohn krank ist. Um es kurz zu fassen: Er hat eine Haselnussallergie, die sehr schlimm ist und Pausti und ich wussten nicht, ob wir die richtigen Medikamente dabei haben. Also sind wir auf Nummer sicher gegangen, haben einen Rückflug gebucht und planen jetzt eine Silvester-Party für Eltern, die keinen Babysitter haben (oder kennst Du einen, der Silvester macht :-)!)

Doppelt Puh! Was war das gestern doch für ein verrückter Tag! Denn zwischen der Sorge um Max, Flughafen-Gehetze und Reisestress, stand mein Handy nicht still. Gestern war nämlich der Tag, an dem mein Erfolg gegen Quengelware an der Supermarktkasse über die Deutsche Presse Agentur (dpa) lief. Eine Redakteurin hatte mich ein paar Tage vorher angerufen und dann diesen netten Text hier über mich geschrieben.

Ja, und dann riefen Radiosender und Magazine an, die Interviews wollten und ich zwischen Banane vom Buggy-Wischen, Einchecken und mit dem Liebsten anzicken so: „Ähhhh….Können Sie die Frage wiederholen?“

Manchmal ist das Leben schon ganz schön irre.

Zum Beispiel auch dann, wenn einem plötzlich Leute schreiben, die einen loben oder einen wüst beschimpfen, ohne das man so richtig weiß warum jetzt.

Hier mal ein paar Auszüge der bösen Kommentare:

„Mütter wie Sie lassen unsere Gesellschaft verweichen.“

„Kümmern Sie sich lieber um Ihr Kind als Unterschriften zu sammeln.“

„In Prenzlauer Berg sind das wohl Ihre größten Probleme.“

Ja, und so weiter…

Irgendwie schon verrückt wie sehr wie Mamas doch oft als Zielscheibe für wilde Vorurteile und Beschimpfungen herhalten müssen. Ja, ja, Lisa, ich will nichts vorwegnehmen, weil wir in unserem Buch ausführlich über dieses Problem schreiben.

Und weißt Du was, meine liebste Co-Autorin? Ich gehe jetzt die Küche putzen, Mittagessen machen und tue eben das, was eine Hausfrau so tut…

Aber mal jetzt im Ernst: Ich fand meine Familienkassen-Initiative sinnvoll. Es ist immer wichtig, dass der kleine Verbraucher sagt: „Nein lieber Großkonzern, so bitte nicht mehr.“ Ich finde die süßigkeitenfreie Kasse hat mir einfach gezeigt, dass solche Aktionen auch im Kleinen ECHT etwas bringen. Und ich hätte gern mehr davon!

Wer also einen Vorschlag hat, liebe Leser, was sich ändern muss, der kann…nein, muss mir schreiben :-)!

Und jetzt erstmal einen schönen Tag Dir Lisa und Euch allen!!


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5 comments

  1. Kaisers, Süßes Prenzl´berg
    Moin Moin,

    zu diesem Blog sag ich nix, weil ich Ihn einfach nicht kenne.
    Ich bin auf euch aufmerksam geworden, weil ich Euch beim, ich glaube NDR, gesehen habe.
    Ich finde kleine Aktionen sind wichtig und gut und die äußeren Umstände dabei nebensächlich weil das Ergebnis zählt.
    Also gut gemacht.
    Ich finde aber, man sollte bei grossen Problemen klein anfangen und nicht kleine Probleme groß machen. Vor deiner Tante alle Achtung.
    Ich möchte jetzt garnicht mit Gentrifizierung und ähnlichem Anfangen, aber im Prenzlauer Berg, so finde ich gibt es wohl weit aus wichtigere Sachen die man seinem Kind vorleben sollte. Dort wurden aus Prestige Familien aus Ihren Häusern geschmissen, Berliner Kultur abgeschafft und der eigendliche Flair dieses Stadtteils zerstört.
    Aber jetzt zurück zur Aktion bei Kaisers.
    Nochmal gut gemacht, im Prinzip.
    Ich zeige meiner kleinen Tochter, aber auch das es das beste ist sich nicht von diesen Konzernen einbinden zu lassen, bzw. es das Beste ist nicht Kunde zu sein. Gerade im Prenzlauer Bergsollte es wohl möglich sein über die Runden zu kommen, bei ohne bei Kaisers, Edeka und Co. einzukaufen.
    Und ich meine nicht zum Bio laden zu gehen. Im Prenzelberg musste auch das Handwerk weichen. Echte Bäcker, Fleischer, Schuhmacher etc. sind überteuerten Bioläden, Schnickschnackläden wie Kochhaus,Strickläden, Fahrradläden für Fixis, Rennräder und ChristianiaBikes usw usw. gewichen. Support your Lokal Handwerk.
    Wenn nicht wir unseren Kindern Ethik und moderne Moral vorleben, wer dann?
    Unsere Kinder sollten lernen das Fair Trade bzw Fair Treatment keine Marke ist sondern unser tägliches Leben bestimmen sollte.
    Zum Abschluß aber nochmal Glückwunsch für das Erreichte und keine Rebellion ist umsonst.

    Gruß
    Falk

  2. keine Süßigkeiten an der Kasse
    ich habe den Artikel mit großem Interesse in den Aachener Nachrichten gelesen: ENDLICH; Änderungen beginnen immer mit kleinen Schritten. Mich nervt und ängstigt die Überzuckerung unserer Gesellschaft bishin zu einer latenten Sucht, und vielen gesundheitlichen Spätfolgen. Sicher sollte sich hier einiges mehr ändern, Angebote in den Schulen, Geschäften, Bäckereien u Restaurants. Ich habe heute noch vergeblich versucht Konserven ohne Zucker einzukaufen – sehr schwierig /oder einen gesunden Snack für Zwischendurch -ein einziges Obstgschäft in der City neben einem dutzend Bäckereien( und deren süßes Angebot) u BurgerRestaurants.
    Für mich hat diese Aktion einen symbolischen Charakter, womit ein Geschäft auch werben darf. Hoffentlich folgen noch viele. Vielen Dank

  3. Moment mal!
    Lieber Gast,

    jetzt muss ich aber doch mal protestieren. Ich? Für Kaiser’s als Werbe-Subjekt? Niemals!!!
    Nein, also soviel kann ich sagen: Ich habe denen wochenlang hinterher telefoniert, genervt – die würden sicher ganz bestimmt keine Werbung mit mir machen wollen.
    Und bei der Aktion geht es einfach um Verbraucherrechte. Meine Tante in Frankreich isst zum Beispiel seit Jahren keinen President-Camembert, weil die ihre Mitarbeiter schlecht behandeln sollen. Und wir belächeln sie immer alle.
    Aber im Moment denke ich viel an sie. Weil sie Recht hat und man mit kleinen sinnvollen, leicht zu erreichenden Zielen anfangen muss.
    Wofür würden Sie sich denn einsetzen, lieber Gast?
    Interessiert mich sehr! Gerne auch per Mail!

    Lieben Gruß,

    Caro

  4. naja…
    Ich lese euren Blog echt gerne und muss häufig schmunzel, denn manche Sachen hätten auch mir passiert sein können… aber ganz ehrlich…?! Bei deinem Artikel über die süßigkeitenfreie Kasse habe ich auch gedacht „wer sonst nichts zutun hat…“ Ich habe es noch nie erlebt, dass sich meine Kinder wegen Süßigkeiten auf den Boden geschmissen haben. Ich denke, wenn man ihnen einen gesunden Umgang damit vermittelt, dann ist das einfach auch kein Problem. Und sicher, Caro schadet damit niemanden, aber sie lässt sich auch von Kaisers Tengelmann gut vor den Werbekarren spannen und DAS wäre mir definitiv zu blöd…

  5. du hast recht
    Es gab letztens noch eine Reportage darüber wie schlecht Zucker in großen Mengen ist, und blöderweise ist er ja schon fast in jedem Lebensmittel verarbeitet auch wenn man manchmal denkt sich gesund zu ernähren. Ich denke, die mamas, die such so aufregen haben keine anderen Probleme und steigern sich ins das Thema etwas hinein! Caro schädigt damit niemanden, also sollte sich auch keiner direkt angegriffen fühlen…