Wer Kinder hat, hat Sorgen…

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…dieser Satz stammt übrigens nicht von mir, sondern von Heidi Klum! Hat sie mal in einem Stern-Interview gesagt. Keine Ahnung, wo sie ihn her hat, aber irgendwie habe ich ihn mir gemerkt. 

Weißt Du, Lisa, heute morgen hatte ich einen kleinen Schreck-Moment. Ich werde Dir davon erzählen, aber bitte halte mich nicht für verrückt. Wie Du weißt bin ich ja mit Baby Nr. 2 in der 16. Woche schwanger. Es war ein wunderschöner Morgen, Maxime tobte noch im Schlafanzug bei uns im Bett herum und wir Eltern versuchten, obwohl uns gelegentlich ein Plastikbagger überrollte, noch ein wenig zu dösen.

Ich weiß nicht wie es Dir manchmal in solchen Momenten geht, aber ausgerechnet dann, wenn alles perfekt und alle Gedanken weg sind, setzt das Kopfkino ein. Ich dachte darüber nach, dass mir viele meiner Freundinnen erzählt hatten, dass sie in der 16. Woche bereits Kindsbewegungen gespürt hätten, ja sogar schon in der 14. Woche und ich eigentlich noch gar nichts. 

Im Gegenteil: Mir ist eigentlich immernoch schlecht und ich fühle mich wie zu Beginn meiner Schwangerschaft. Dazu kam, dass ich seit einer Woche ein komisches Gefühl hatte. „Du, Pausti“, schreckte ich plötzlich auf. „Ich glaube, ich fahre jetzt für einen Check ins Krankenhaus“. Er seufzte. Hatte er gehofft, dass mein ständiges Grübeln über Dinge in der zweiten Schwangerschaft besser wird. Nö, warum auch. Also schnappte ich mir Maxime (warum auch immer ER mitkommen musste) und fuhr ins Krankenhaus. Im Nachhinein, während ich das schreibe, erscheint es mir fast lächerlich so gehandelt zu haben, aber erklär mal einer Schwangeren mit einem unbestimmten Gefühl, das irgendetwas nicht stimmt, dass sie sich lächerlich benimmt… Nein, ernsthaft traut sich das niemand. 

Im Krankenhaus angekommen, stieß ich direkt in der Anmeldung, die gähnend leer war dank Feiertag auf eine super Hebamme. Sie machte so eine Art CTG und taste mit einem Sensor auf meinem Bauch herum, um die Herztöne des Babys zu finden. Doch da war nichts. Maxime saß am Ende der Krankenhauspritsche und spielte mit dem Bagger aus der krankenhauseigenen Spielzeugkiste. 

Obwohl Hebammen in Krankenhäuser ja die besten Pokerfaces der Welt haben und auch in Notsituationen noch lächeln, um bei der Schwangeren keine Panik auszulösen, merkte ich, wie ihr Suchen hektischer wurde. Meine Gedanken verschwommen. Was wenn nicht alles okay wäre? Wie schlimm wäre es für mich ein Kind zu verlieren? Hätte ich, alleine aus Gottesfurcht (Ich bin übrigens katholisch) überhaupt das Recht traurig zu sein, angesichts der vielen Menschen, denen es schlechter geht als mir? Müsste ich es nicht angesichts des Glücks, das ich mit Maxime habe, mit der angebrachten Größe hinnehmen? Vielleicht wäre es in so einer Situation das Schlimmste für mich, es allen sagen zu müssen. Meiner Familie, meinen Freunden und Kollegen. Ich glaube, ihr Mitgefühl würde mich umbringen. 

Letzendlich machten wir einen Ultraschall und als wenn nichts gewesen wäre, strampelte mein Baby da auf dem Monitor fröhlich vor sich hin. Ich war ergriffen vor Ehrfurcht. Wieviel Glück ich doch habe…

Ich glaube, Lisa, es ist auch dieses Glück, mein Familienglück, das mich mit jedem Jahr ängstlicher macht. Ob das normal ist oder nicht kann ich Dir nicht sagen, aber seitdem ich Mama bin fürchte ich mich vor verdammt viel. 

In meiner ersten Schwangerschaft wurde ich in Paris von einer Jugendgang ausgeraubt. Seitdem fürchte ich mich nachts alleine in meiner Wohnung. Vor Einbrechern oder irgendetwas Irrem, was passieren könnte. 

Ich fürchte mich, seitdem mein Sohn allergisch auf Haselnüsse reagiert hat. Werden sie in der Kita aufpassen? Im Notfall richtig handeln. Man kann die Kita und die Erzieher dort noch so sehr lieben und ihnen vertrauen. Dieses Stück Ungewissheit bleibt dann doch. Ich glaube, wenn jemand von der Kita anrufen würde und sagen würde: „Oh, Maxime hat sich den Fuß gebrochen.“ – ich wäre erleichtert, dass der Anruf  nichts mit der Allergie zu tun hat, so sehr bereitet es mir Sorge. 

Ich mache mir Sorgen darüber, was wäre wenn mein Mann nicht da wäre. So sehr er mich auch mit seiner Gelassenheit nervt, so sehr brauche ich sie auch als Konstante. 

Und ein ganz klein bisschen mache ich mir auch Sorgen, was aus mir noch so wird. Nach zwei Sachbüchern will ich jetzt mal einen Roman versuchen. Wie schrecklich wäre es ausgerechnet an diesem schweren Stoff, den ich mir ausgesucht habe, zu scheitern. 

Ja, das sind so meine dunklen Gedanken, wobei ich nicht jedes Angstszenario aus Rücksicht auf meine eigenen Gefühle, hier ausgeführt habe. 

Tja, wer Kinder hat, hat Sorgen. 

Aber auch weniger Sorgen. Gerade habe ich Pfannekuchen gemacht. Für Maxime, Pausti und das Nachbarskind. Und macht auf jeden Fall gute Laune. 

Schönen Feiertag Euch allen und Dir, Lisa, Eure Caro xxx

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8 comments

  1. ach zum Glück sagst du das…
    ach zum Glück sagst du das… Ich dachte schon ich wäre völlig paranoid!

    Seit mein Sohn auf der Welt ist, ist eine konstante Angst in mir. So viele Gedanken… Irgendwie würde ich am Liebsten mein Sohn videoüberwachen, um ja sicher zu sein, dass alle (der Papa, die Oma, die Tagesmutter…) ja so handeln wie ich das möchte!!!!!
    Geht ja nicht, zum Glück… trotzdem ist die unsicherheit da….

  2. @Alle
    Danke, Ihr Lieben für Eure tollen Kommentare! Hat echt gut getan, das alles zu lesen. Wenn ich das nächste Mal nachts wach liege, weiß ich mich in guter Gesellschaft :-)!

  3. Muetteraengste gehoeren dazu…
    … kenne ich nur zu gut. Schlaeft er zu wenig, mache ich mir Sorgen, schlaeft er zu viel mache ich mir Sorgen, isst er zu viel/wenig, ist er krank, war er schon lange nicht mehr krank… Ich muss mich auch immer daran erinneren, einfach mal zu geniessen. Versuche mir auch immer zu sagen: Es kommt, wie es kommt. Manchmal funktioniert es besser, mal schlechter.

  4. Vertrauen und Gelassenheit
    Liebe Caro,

    bei mir waren diese Ängste besonders im Wochenbett fast erdrückend. Ich weiß nicht wie ich -zur Ablenkung- ohne youtube und so schöne Sachen wie „Rosenheim Cops“ überlebt hätte (und die waren mir schon fast zu hart, obwohl ich davor eigentlich nur Krimis gesehen habe, wenn überhaupt etwas). Irgendwann habe ich mir dann gesagt, dass alles ohnehin so kommen wird wie es kommt – mit und/oder ohne Ängsten und dass -selbst wenn das Schlimmste einträte (was auch immer genau das jeweils sein könnte)…ich die Zeit davor lieber genießen sollte. Natürlich gilt das erst recht, wenn alles gut ist/bleibt. Man hat letztlich eben wirklich ziemlich wenig in der Hand – da hilft nur eins: Vertrauen/Gottvertrauen und…sich von der (männlichen) Gelassenheit immer wieder anstecken lassen. 🙂 (Auch bei mir klopfen die Ängste immer wieder an, aber ich schaffe es, ihnen immer seltener die Türe zu öffnen. Wobei…ganz ehrlich…ich weiß nicht, ob mein Mann das bestätigen würde, aber er muss es ja nicht lesen. :-))
    Das ist jedenfalls mein „Rezept“. Übrigens habe ich die ersten Kindsbewegungen in der 23. Woche gespürt und auch da war ich mir noch nicht mal ganz sicher, ob ich sie mir nur einbildete. Irgendwann -gegen Ende- war er dann aber sehr lebendig…und ist es bis heute (keine Nacht durchschlafen, vor einer Woche 1 geworden…).

    Alles Liebe und Gute Dir und vor allem…viel Vertrauen 🙂
    Anka

  5. Ob das
    immer Kindsbewegungen sind, was einige Frauen da in der 14. und 16. Woche zu spüren glauben, wage ich ja noch zu bezweifeln. Wenn ich nicht 100%ig wüsste dass ich unschwanger bin, würd ich manchmal auch behaupten ich würde Kindsbewegungen spüren…
    Was früher einfach Verdauung, bzw. Darmbewegung war wird ab der 1. Schwangerschaft zur Kindsbewegung. Nur so als Gedanke.
    Und das mit dem Verrücktmachen kennt wohl fast jede, Frauen scheinen da eher einen Hang zu zu haben als Männer. Dafür haben wir aber auch feinere Antennen die schon beim ersten Blick wissen, dass das Kind auf´s Klo muss und dass heute in der Schule irgendein Vorfall war. Hat halt alles 2 Seiten!

  6. wach liegen
    ich lag bei meiner zweiten Schwangerschaft nachts 4 stunden wach weil ich so lang keine Tritte oder ähnliches gespürt hatte, was abends eigentlich immer der normal fall war. und habe so lange in den Bauch gepickst und und den Bauch gewackelt, bis irgendwann nachts Endlich ein gegentritt kam. erst dann konnte ich einschlafen.

  7. Ach ja…
    Ich kenne das, dieses unbestimmte Gefühl, etwas sei nicht gut und dann lässt es einem nicht los und krallt sich im Kopf fest. Dann ist es gut für Klärung zu Sorgen, egal was andere über dich denken.
    Nur zur Beruhigung, mir war es bis zur 16 Woche übel und die Kindsbewegung nahm ich in der 18 Woche war…also kein Stress. Vertraue deinem Kind und Körper und geniesse es. Leichter gesagt als getan. Ich hatte (und habe immer noch:-)) ein sehr aktives Bauchkind in der Schwangerschaft. Wenn er mal ein bisschen ruhiger war als sonst bin ich total ängstlich geworden…mein Freund musste ihn dann immer wecken und erst wenn er sich bewegt hat, hab ich ausgeatmet…dabei hat er wohl nur geschlafen. 🙂

    Ich grüble auch nächtelang über Dinge nach und mache mir oft Vorschusskummer. Vielleicht lerne ich ja noch besser damit umzugehen, wer weiss. Dir wünsch ich auf jeden Fall viele freie und leichte Momente mit ganz viel süssen Pfannkuchen.

    Claudia

  8. Du sprichst mir aus der Seele…
    Seit der Schwangerschaft kommen da immer mal wieder diese Angstmomente, obwohl sie in der aktuellen Situation total unangebracht sind. Danke für diesen Beitrag, gut zu wissen das ich nicht alleine bin!! 😉