1 Euro = 1 warme Mahlzeit. Florian kocht für die Bahnhofsmission in Berlin

Ihr Lieben, zur Weihnachtszeit suchen ja viele von Euch Organisationen, an die man spenden kann. Das ist gar nicht so leicht, weil man ja will, dass wirklich jeder gespendete Cent ankommt – und nicht irgendwo in der Bürokratie versickert. Heute möchten wir Euch Florian vorstellen, der seit dem ersten Lockdown ehrenamtlich für Obdachlose in Berlin kocht. Ein ganz tolles Engagement – das Ihr bereits mit 1 Euro unterstützen könnt. Denn 1 Euro Spende heißt 1 warme Mahlzeit. So kann man schon mit einem kleinen Betrag einen großen Beitrag leisten. Hier alle Infos dazu:

Lieber Florian, Du bist Koch und hast eine Catering-Firma. Seit einiger Zeit kochst du einmal wöchentlich für bedürftige Menschen. Wann und warum hast du dich dazu entschieden?

Ich bin gelernter Koch, kümmere mich aber in meiner aktuellen Aufgabe als Geschäftsführer der Factory Kitchen mehr um administrative Themen.

Durch den ersten Lockdown und der damit verbunden Einstellung des täglichen Betriebs, kam es zu der Frage: „Was machen wir mit den ganzen Lebensmitteln?“ Das war der Start für unsere „Suppenaktion“ für die Bahnhofsmission am Ostbahnhof, die seit Anfang März jede Woche läuft.

Anfangs haben wir also einfach einen Weg gesucht, die Lebensmittel bestmöglich weiter zu verwerten. Aber schon bei der ersten Essensausgabe wurde uns bewusst, dass es einen großen Bedarf gibt und das Ganze mehr Potential hat als nur eine einmalige Aktion zu bleiben.

Deshalb haben wir auch nach dem ersten Lockdown weitergemacht. Ohne viel Hilfe, ohne großes Tamtam – einfach hin und Essen raus.

Wie genau sieht Euer Engagement aus? Wer kann bei Euch essen?

Bei uns kann jeder essen, der Hunger hat. Es gibt bei uns keine Kontrolle, ob jemand bedürftig ist oder nicht. Gerade zum Monatsende hin merkt man, dass bei vielen Menschen das Geld knapp wird – vor allem bei Rentnern. Die bringen dann manchmal gleich eine Tupperdose für eine zweite Portion mit.

Wir kochen mit dem gleichen Anspruch für die Bahnhofsmission wie in unserem Restaurant. Das kommt gut an, oft hat sich schon eine Warteschlange gebildet, wenn wir kommen.

Wie wird dieses Essen finanziert? Wie kann man Euch unterstützen?

Nach der Wiedereröffnung unser Restaurants stammen mehr als 75% unseres Wareneinsatzes aus Überschüssen des täglichen Geschäfts.

Für alle weiteren Kosten, also Suppeneinlagen wie z.B. Würstchen, Beilagen aber auch den Transport greifen wir auf Spenden zurück. Diese nehmen wir natürlich gerne weiterhin auf factorykitchen.de an – das geht ganz einfach per Paypal. 1 Euro = 1 Essen. 

Gibt es eine Geschichte, die dich während deiner Arbeit dort sehr berührt hat und die du mit uns teilen kannst? 

Anfangs haben mich besonders die jungen Menschen beschäftigt, die sich bei uns Essen holten. Da habe ich mich gefragt: „Was ist passiert, dass du in so einer Situation bist?“ Aber dann ich habe mich dafür entschieden, die Leute nicht zu bemitleiden, sondern ihnen einfach und unkompliziert mit einer warmen Mahlzeit pro Woche zu helfen.

Aber natürlich berühren mich die körperlichen und geistigen Verschlechterungen der Menschen, die man nun schon mehrere Monate lang kennt. Die Obdachlosen leiden sehr unter der Corona-Pandemie. Zum einen fehlen ihnen die Pfandflaschen, die Reisende oft irgendwo stehen lassen – zum anderen fehlt ihnen auch der Kontakt zu anderen Menschen. Sie fühlen sich noch unsichtbarer als sonst.

Deshalb schätzen sie es so sehr, dass wir ihnen ein warmes, gutes Essen schenken. Und diese Dankbarkeit macht ja auch was mit uns als Team. Uns ist noch klarer, dass wir persönlich mehr als genug haben – und dass wir deshalb anderen Menschen helfen wollen.

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