Beobachtungen an einem Samstagmorgen in Prenzlauer Berg

barn

Guten (verkaterten) Morgen Lisa,

ich war gestern aus. Bei der Release-Party der neuen Platte meines besten Freundes Malakoff Kowalski. Es war ein rauschendes Fest im Themroc. Der Laden war rappelvoll. Freunde, Bekannte, Promis, Paparazzis, Spaghetti Cabonara und so viel Wein – alle und alles war da. Es war so toll.

Und dann der Morgen danach. Mein Babysohn Max findet es übrigens toll, eine verkaterte Mami zu haben. Sie ist geduldig, motzt weniger rum und hat keine Kraft hinter ihm her zu laufen und ihm Sachen zu verbieten…

Und bevor Sohnemann und ich uns jetzt gleich zu einem frühen Mittagsschlaf wieder ins Bett legen und ich gleich den zwei Seiten Beitrag über das Kinderkriegen von meinem Nachbarn Malte Welding in der Berliner Zeitung lese, muss ich doch noch ein paar Beobachtungen über Prenzlauer Berg teilen. Berlins vielleicht bekanntester und kinderreichster Stadtteil ist nämlich immer wieder gut für Gesellschaftsphänomene und Erstaunliches.

Heutiger Gegenstand der Caro-Fragestunde: Der Kollwitzmarkt und Umgebung

  • Warum ist gefühlt fast jeder Kinderwagen auf dem Kollwitzmarkt ein Zwillingswagen? In Vitro lässt grüßen, schon klar, aber so viele? Nun, ja…
  • Da, da! Schau mal das Foto oben! Schon wieder ein Buggy vor dem angeblich kinderfeindlichen Café The Barn Roastery. Das wird ja bald ein Mami-Treff!
  • Ich zitiere aus der Kaffeekarte im Bistro bei mir nebenan: Kinderccino, Babyccino, Sojamilch, Laktosefreie Milch, Seitan-Milch, Zuckerfreier Diät-Kakao, Frappucino mit 0-Prozent-Fett-Sahne. Aber sonst geht’s allen gut?
  • Und warum schimpfen bekanntermaßen die ganzen Mamis immer rum, dass es in der Kita zu viel Süßes gibt und auf dem Markt treffe ich kein Kind ab drei Jahren aufwärts, dass KEINE Nutella-Crepe in der Hand hält? Ist mit Dinkelmehl gebacken, schon klar.
  • Und warum gibt es dann umgekehrt eigentlich nicht mehr diesen geilen Rührkuchen am Käsestand mit dem flüssigen Teig, den man einfach nur in den Ofen schieben musste und es sah so aus als hätte man selbst gebacken?
  • Wer kauft eigentlich am Ziegenfleischstand? Ich seh‘ dort nie jemanden Schlange stehen!
  • Warum gibt es einen Stand, der „Berliner Crepe“ verkauft? Was ist das denn? Eine normale Crepe. Ach so.
  • Warum gibt es auf dem Spielplatz am Kollwitzplatz eigentlich nur zwei Schaukeln für 300 Kinder. Dass es dort eines Tages zu Handgreiflichkeiten zwischen den wartenden Eltern gibt, kann ich nach einigen Besuchen dort und manchen Szenen, nicht ausschließen.
  • Plastik ist schlecht. Das sehe ich ein. Aber warum muss ich ständig befürchten, dass mein Sohn sich einen Splitter in die Zunge oder die kleinen Patschehändchen zieht, weil jedes Spielgerät aus irgendwann morschem Holz sein muss?
  • Warum muss ich am Kaffeestand drei Euro für einen Latte-Macciato zahlen, der mit Aldi-H-Milch geschäumt ist?

Und warum brauchen wir überhaupt den blöden Markt, wenn 300 Meter weiter ein RIESEN Bio-Markt ist mit soviel Gemüse drin, dass man ein ganzes Bundesland damit verköstigen könnte? Okay, Lisa, ich weiß du magst den Markt. Ich nehm’s zurück… Um des Stadtlandmamas Friedens willen…

Oh, Mann mein Kopf. Zeit sich wieder hinzulegen. Schönen Samstag und bis später!
 

 

 

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