Landleben

09/09/2018 - 08:30

Land-Mama Lisa

Familienvater & Fotoreporter: Wie wir versuchen, unserem Freund aus Uganda zu helfen

Ihr Lieben, wir wenden uns heute mal mit einem privaten bzw. persönlichen Anliegen an euch.

Als wir 2005 drei Wochen im afrikanischen Uganda waren, wohnten wir in dieser Zeit bei einer Freundin aus Deutschland, die zusammen mit einem Ugander einen acht Monate alten Sohn hatte. Wir waren so verknallt in den kleinen Knilch, dass wir bedeutungsschwangere Blicke austauschten - und ich dann bald tatsächlich auch schwanger war. 2006 kam unsere Tochter zur Welt ;-)

Der kleine Knilch bekam später noch eine Schwester und als es Richtung Einschulung ging, beschloss die Mama, mit den Kindern nach Deutschland zu gehen. James, der Papa, blieb in Uganda. Er ist Fotoreporter und dokumentiert - unter anderem für die Agentur Reuters - die Entwicklungen in seinem Land.

Uganda-Deutschland-Beziehung

Seine kleine deutsche Familie sieht er regelmäßig - hier oder dort oder per Facetime. Nun bekamen sie allerdings besorgniserregende Nachrichten vom Papa. Er wurde während seiner Arbeit auf einer Demonstration zusammengeschlagen, es gibt sogar ein erschreckendes Video von dem Vorfall, und trug eine schwere Kopfverletzung, jede Menge Prellungen und einige gebrochene Finger davon. Seine Kamera hatten sie ihm entwendet.

Worum es ging? Die Demonstranten forderten die Freilassung des ugandischen Oppositionspolitikers Bobi Wine, der tagelang an einem unbekannten Ort festgehalten und mutmaßlich gefoltert wurde. Uganda wird seit 1986 von Yoweri Museveni regiert, der sich 2021 wiederwählen lassen will und dafür eigens die Verfassung ändern ließ. Doch die jungen Wähler vor allem in den Städten gefährden den von ihm fest eingeplanten Sieg. Sie stehen hinter Bobi Wine, der in seinen Songs zum Widerstand gegen Unterdrückung aufruft. Bobi Wine ist für die Jugend ein Star, weil er ein prominenter Sänger ist.

Eine neue Kamera für James

Wir als Freunde der Familie haben nun überlegt, was wir tun können, damit sich James möglichst bald von dem Vorfall erholt. Und da seine wichtigste Lebensgrundlage seine Kamera ist, er das Geld dafür aber allein nicht aufbringen kann, haben wir ein Crowdfunding für ihn gestartet. Damit er weiter arbeiten und über die Grenzen hinaus aus seinem Land berichten kann. Wenn ihr Lust habt, uns dabei zu unterstützen, könnt ihr dies gern hier tun (Link zu gofundme – dort findet sich auch das Video des Vorfalls, Warnung: nicht leicht verdaulich).

Das Verfahren ist total unkompliziert und jeder noch so kleine Betrag hilft - nicht nur für die Kamera, sondern auch um ein Zeichen gegen diese Ungerechtigkeit zu setzen. 

 

 

Tags: Uganda, Deutschland, Freundschaft, Presse, Pressefreiheit, Hilfe, Unterstützung, Zusammenhalt

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