Ghosting: Wenn die beste Freundin plötzlich komplett abtaucht

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Ihr Lieben, wisst ihr, was Ghosting ist? Wikipedia sagt dazu: Unter dem Begriff Ghosting (engl. „Geisterbild“, „Vergeisterung“) versteht man in einer zwischenmenschlichen Beziehung (Partnerschaft oder Freundschaft) einen vollständigen Kontakt- und Kommunikationsabbruch ohne Ankündigung.

Wir haben auf unserer Facebook- Seite gefragt, wem das schon mal passiert ist – und haben unfassbar viele Mails und Nachrichten dazu bekommen. Auch Doreen hat uns geschrieben, ihre ehemals beste Freundin hat sie geghostet. Hier erzählt sie die Geschichte.

Liebe Doreen, heute geht es um eine ehemals sehr dicke und feste Freundschaft – ihr wart seit der 8. Klasse unzertrennlich. Erzähl uns mal ein bisschen was über deine ehemals beste Freundin.

Meine damalige beste Freundin A. kam in der 8. Klasse an unserer Schule. Ihre Familie zog – aufgrund eines Arbeitgeberwechsels des Vater – von Hessen nach Sachsen. Wir verstanden uns auf Anhieb gut und verbrachten die gesamte Teenagerzeit zusammen. Als beste Freundinnen erlebten wir so viel gemeinsam und meisterten Seite an Seite alles – den ersten Liebeskummer und auch den zweiten und dritten ;-), Schwierigkeiten in der Schule, Probleme in der Familie, feierten aber auch später viele Nächte durch und hatten wahnsinnigen Spaß.

Wir hatten den gleichen Freundeskreis und verbrachten jede freie Minute zusammen. Es gab nichts, vor dem wir Halt machten. Sie war meine engste Vertraute, meine Seelenverwandte und aus meinem Leben nicht wegzudenken.

Besonders gern erinnere ich mich an das Jahr 2003: Wir beide hatten uns in dem Jahr vorher in Sachen Schule nicht mit Ruhm bekleckert und mussten die 12. Klasse wiederholen. Hinter mir lag außerdem eine ausgesprochen schwierige Zeit (meine Eltern trennten sich, ich brach mit meiner Mutter und zog mit meinem Vater von zu Hause aus). Allen Schwierigkeiten zum Trotz haben A. und ich gekämpft und letztlich das Abitur bestanden. In diesem Sommer genossen wir unsere Freiheit und den Erfolg und machten einen Roadtrip nach Kroatien. Eine wirklich schöne Zeit, die ich ewig in meinem Herzen tragen werde.

Gab es eine Höhe oder eine Tiefe, wo deine Freundin ganz besonders wichtig war?

Sie ist eine der wenigen Menschen, die die Probleme in meiner Familie (allem voran mit meiner Mutter) von Anfang an mit mir durchlebte und immer genau nachvollziehen konnte, was diese Zeit mit mir gemacht hat. 

Vor fünf Jahren hast du geheiratet und sie sollte deine Trauzeugin sein. Hat sie sich darüber gefreut?

Nach der Schule schlugen wir unterschiedliche Wege ein, sie zog nach München, machte Party und Karriere – ich blieb auf dem Land und gründete eine Familie. Uns trennten knapp 400 Kilometer, aber sie verlor nie an Wichtigkeit für mich. Für mich war immer klar, dass nur sie meine Trauzeugin sein würde, denn sie kannte mich so gut wie niemand.

Als ich sie also bat, meine Trauzeugin zu sein, freute sie sich. Wir fingen an, gemeinsam die Feier zu planen und sie kam sogar extra aus München zu mir gereist, um beim Brautkleid-Kauf dabei zu sein. Wir verstanden uns so gut, es war herrlich.

Ich ließ also die Einladungskarten für die Hochzeit drucken und gab (mit ihrem Einverständnis) sie als Ansprechpartnerin für die Organisation der Feier an. Im Wesentlichen sollte sie die von den Gästen geplanten Überraschungen zeitlich ein bisschen koordinieren. 

Und dann kam das Unvorstellbare – der Kontakt riss ab. Erzähl mal.

Das Ganze Revue passieren zu lassen, lässt mich auch jetzt – nach 5 Jahren – wieder erstarren. Im Prinzip ging es damit los, dass sie auf Anrufe/ Whatsapp nicht reagierte. ich war deshalb nicht sofort panisch, weil ich ja weiß, wie anstrengend der Alltag manchmal sein kann.

Als meine Schwiegermutter dann aber ein paar Tage später auf mich zukam und sagte, dass sie A. auch nicht mehr erreichen könne, um mit ihr über die Hochzeit zu sprechen, wurde mir langsam mulmig.

Ich habe versucht, sie über alle Kommunikationswege zu erreichen, ohne Erfolg. Ich habe dann ihre Schwester angerufen, weil ich mir wahnsinnige Sorgen gemacht habe. Dieses Telefonat war sehr seltsam, die Schwester erzählte mir Dinge von finanziellen Problemen, Schwierigkeiten mit den Eltern – Dinge, die A. bisher nie erwähnt hatte und ich kaum nachvollziehen konnte. Die Schwester von A. konnte mir aber auch nicht sagen, warum A. sich nicht mehr bei mir melde.

Du hast doch sicher auch versucht, sie persönlich anzutreffen, oder?

Ja natürlich. A. wohnte damals alleine in einer Wohnung in München – ich habe mir alle möglichen Geschichten erzählt, was passiert sein könnte – also, dass sie vielleicht alleine und hilflos ist, dass sie in Gefahr ist usw.

Ich habe mich also schließlich ins Auto gesetzt, um nach München zu fahren. Zuvor hatte ich ihr eine WhatsApp geschrieben, dass ich auf dem Weg zu ihr bin. Auf halber Strecke kam die letzte Nachricht von ihr: „Du brauchst nicht kommen, ich bin nicht in München. Wir telefonieren morgen.“ 

Sie hat am nächsten Tag nicht angerufen und danach gab es von ihrer Seite keinerlei Kontakt mehr. Dieses Telefonat fand nie statt und danach gab es von ihrer Seite keinen Kontakt mehr.

Danach gab wirklich absolut null Kontakt?

Ich habe es noch ein paar Mal probiert und irgendwann aufgegeben. Ich weiß – via Social Media – dass es ihr gut zu gehen scheint und dass sie beruflich gut Karriere gemacht hat. Vor zwei Jahren mache ich dann nochmal einen Anlauf gestartet, um sie zu erreichen – wieder ohne Erfolg.

Kannst du dir das irgendwie erklären? Sicher geht man das alles doch tausend Mal durch…

Ich habe alles tausendmal durchdacht und alle Situationen aus den unterschiedlichsten Richtungen bedacht – aber ich finde einfach nichts, was einen Kontaktabbruch berechtigt. Keinen Grund zu kennen, macht es so unheimlich schwer, einen Schlussstrich zu ziehen. Ich frage mich: Hatte sie seelische Probleme, die ich nicht erkannt habe? Was habe ich nicht gesehen?

War es für sie eine Herausforderung, dass ich Familie und Kinder habe und sie nicht? Was habe ich falsch gemacht? Habe ich zu viel erwartet?

Wo fehlt deine Freundin dir? 

Sie fehlt mir oft in allen möglichen Lebenslagen. Eine so tiefe Freundschaft wie mit ihr konnte ich danach nicht wieder eingehen. Wir mussten uns voreinander nicht verstellen, wir brauchten keine Worte, um uns zu verstehen – wir waren Schwestern im Herzen.

Was würdest du ihr sagen, wenn sie plötzlich vor dir stehen würde?

Das habe ich mich selbst auch schon oft gefragt. Ich würde ihr so gerne die Möglichkeit geben, mir ihre Sicht der Dinge zu erklären. Ich bin im Grunde kein nachtragender Mensch und sie wäre mir auf jeden Fall eine neue Chance wert. ob die Freundschaft dann je wieder so tief wäre wie vor ihrem Verschwinden kann ich nicht sagen. Aber ich hätte gerne wieder Kontakt.

Und da man sich ja immer zweimal im Leben sieht, bin ich sicher, dass der Moment irgendwann kommt, in dem wir voreinander stehen….

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13 comments

  1. Einige Monate verspätet, möchte ich auch meine Ansicht zu dem Thema äussern.

    Ich habe vor gut zwei Jahren eine sehr gute Freundin mehr oder weniger geghostet. Ich habe damals zwar vorgängig eine Nachricht an sie gesendet und einige Dinge angesprochen, die für mich nicht mehr passen in der Freundschaft, aber im Endeffekt habe ich ihr nie die Chance gegeben sich dazu gross zu äussern. Vielmehr sind wir so verblieben, dass ich etwas Zeit benötige und mich melde – nur das ich das wahrscheinlich nie tun werde.

    Bei mir war es so, dass die besagte Freundin und ich schon immer sehr unterschiedlich waren. Sie sehr extrovertiert, ich sehr introvertiert. Sie hat mich zu vielem gepusht oder teilweise auch überredet und ich konnte mich schlecht abgrenzen und nein sagen. Zusätzlich kamen bei mir noch einige schwierige Jahre (Tod meines Vaters, Angsterkrankung) dazu und ich wollte mich ihr nicht anvertrauen, da sie selten etwas für sich behalten hat. Dadurch habe ich mich immer mehr zurückgezogen. Mein Rückzug hat bei ihr ausgelöst, dass sie Angst bekam mich zu verlieren, dadurch hat sie begonnen mich mit Fragen zu löchern und mich noch öfters zu Unternehmungen überredet. Über die Jahre hat sich dadurch die Freundschaft für mich nur noch wie ein Spiessrutenlauf angefühlt. Ich hatte ständig Angst, dass sie wieder mit einem Vorschlag für eine Unternehmung kam oder mich mit 1000 Fragen löcherte, die mir unangenehm waren.

    Und auch wenn ich überzeugt bin, dass sie es gut meinte, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie nicht gemerkt hat, wie unwohl es mir immer war. Für mich fühlte es sich immer über griffig an und die Treffen mit ihr wurden zu einer immer grösseren Belastung für mich.

    Ich denke täglich an sie und doch zieht sich alles in mir zusammen, wenn ich daran denke, sie zu kontaktieren. Ich war im Endeffekt einfach zu feige, ihr gegenüber zu stehen und ihr ins Gesicht zu sagen, was mich alles stört und dass ich ständig das Gefühl habe, dass sie meine Grenzen überschreitet. Zudem habe ich mich zu sehr geschämt, ihr von meinen Ängsten zu erzählen und das hätte ich bald tun müssen, da sie es teilweise bereits gemerkt hat.

    Sie hat in der Zwischenzeit geheiratet und ich habe ihr gratuliert, ich hoffe sie ist happy in ihrem Leben.

  2. Ich finde es schade, dass sich iwann Leute nicht mehr melden. Man hätte es zuerst auch klären können, weil Mißverständnisse können sich immer bilden. Aber kann auch verstehen dass es nicht immer möglich ist, weil einem die Gefühle manchmal ziemlich überwältigen können.

  3. Ich bin nun Mitte 50 und habe wie du einge Freundinnen wortlos verloren.
    Bis heute schmerzt es mich und ? begleiten mich.
    Nun muss ich sagen, Freundschaften können endlich sein, eingespielte sogar zwei Freundschaften die über 20 Jahre während habe ich beendet, das bewusst und mit Erklärung. Wortlos habe ich noch nie etwas beendet.
    Nach ca. 15 Jahren habe ich zu einer Freundin den Kontakt wieder aufgenommen, mir durchaus,bewusst dass sie hätte mit Ablehnung reagieren können.
    Sie war eben so froh wie ich dass wir wieder annähern. Wir haben heute wieder regelmäßig Kontakt, einander hatten wir nie vergessen.
    Es kann ein Happy End geben.
    Wenn jemand wortlos geht ist das ein brutales unmenschlichen Vorgehen und eben nicht immer nimmt der Zurückgelassene die Warnzeicgen vorher wahr, deswegen ist es eine menschliche Pflicht sich zu erklären, finde ich
    Gegen den Trent Egozentrismus zu leben, mitunter wird Feigheit Selbstliebe genannt.

    Alles Gute

    1. Ein Statement für die andere Seite
      Ich hatte auch eine Freundin über 20 Jahre lang. Es gab immer zwischendrin Gründe, die mich halb verzweifeln ließen an Ihrer Einstellung zu Dingen (sie war ein Snob), an Ihrem Gejammer auf hohem Niveau, an der Tatsache Probleme stundenlang zu diskutieren ohne Ratschläge anzunehmen etc….aber sie hatte ja auch viele gute Seiten, die dem ganzen gegenüberstanden…
      Bis ich vor 4 Jahren eine unheilbare Krebserkrankung bekam..
      Sie war für mich da, hörte mir zu bejammerte (eigentlich mehr als ich) meine Situation…
      Häppchweise teilte ich ihr auch immer den Status meiner Erkrankung mit und wie es mir dabei erging.
      In meiner Situation wollte ich natürlich vermeiden, mich mit Corona anzustecken. Deshalb war ich auch geboostert, sowie fast alle, die mit mir verkehrten.
      Eines Nachmittags erschien ich bei ihr um Ihrer Mutter zum 80jährigen Geburtdtag zu gratulieren da diese gerade auf Urlaub zugegen war. Verschnupft öffnete meine Freundin die Türe und beteuerte, sie sei neg. getestet und habe nur eine Erkältung. Ich wußte, dass sie 4 Tage zuvor mit 2 Freundinnen beim Schneeschuhwandern war, und sich durch An- und Rückfahrt 2 Stunden im selben Auto mit ihnen aufhielt. Was ich nicht wußte war, dass diese beiden Freundinnen am Morgen des Geburtstages pos getestet wurden…sie jedoch wußte es und sie erzählte es auch in die Runde während der Feier.
      Ich verabschiedete mich sehr zügig…am nächsten Tag bekam ich die Nachricht ihres pos Tests. Ich fragte sie, warum sie mir das alles nicht gesagt hätte als sie mir die Tür öffnete. Sie hatte anscheinend vergessen, dass sie es auf der Feier erwähnte und log mich an dass sie es zu dem Zeitpunkt noch nicht wußte.
      Natürlich erzählte ich ihr von allem was sie auf der Feier gesagt hatte, sie konnte sich jedoch nicht mehr erinnern…auch schilderte ich ihr nochmal eindrücklich, wie es mir seit meiner Erkrankung gehe und warum ich nicht noch eine Krankheit brauche.
      Ihr Entsetzen über MEINE EHRLICHKEIT war groß, das hätte sie alles nicht gewußt, aber es war NICHTS anderes, als das, was ich ihr die vergangenen 4 Jahre häppchenweise erzählt hatte…ich wußte einfach, sie hatte mir nie wirklich zugehört…seit diesem Tag konnte ich mich einfach nicht mehr bei ihr melden!!!

  4. Hallo Leonie, wie soll es möglich sein über die Sicht der Freundin zu sprechen, wenn sie nicht mehr anwesend ist? Es gibt bei Aufgaben, die man übernimmt auch immer die Möglichkeit Nein zu sagen – da muss man nicht abtauchen. Und dass man Gründe sucht und spekuliert um dieses Abtauchen zu erklären ist keine Frechheit sondern normal.
    Kommentare sagen eben oft am meisten über die schreibende Person aus. Finde dich damit ab. Ulli

  5. Genau das ist mir mit meiner besten Freundin auch passiert. Leider ist sie vor einigen Tagen verstorben. Ich werde also nie den Grund für ihr Verhalten herausfinden. Der Bruch ist viele Jahre her, tut aber immer noch weh.

  6. Liebe Doreen, vielen Dank für deinen Beitrag! Ich kann dich sehr gut verstehen, und weiß auch, wie schmerzhaft so etwas ist. Ich habe mehrere enge Freundinnen im Laufe meines Leben verloren, weil diese Personen offenbar das Interesse an mir verloren haben und auf meine Kontaktgesuche nicht mehr eingegangen sind. Noch heute frage ich mich, was ich falsch gemacht habe, warum ich es nicht wert bin oder was mit mir nicht stimmt. Einmal war ich aber auch selbst die „Täterin“. Nach einer Fehlgeburt habe ich versucht, wieder schwanger zu werden, es klappte nicht. Aus heiterem Himmel erzählte dann eine Freundin bei einem Abendessen mit mehreren Pärchen, sie sei schwanger und sie und ihr Freund würden heiraten. Ich weiß nicht mehr, ob sie mich fragte, ob ich die Trauzeugin sein wolle – denn ich habe mich nie wieder bei ihr gemeldet. Anders als du hat sie aber auch nicht bei mir angerufen. Wenn sie hartnäckiger und verständnisvoller gewesen wäre, hätte ich ihr mich vielleicht offenbart. Aber sie war neidisch gewesen, als ich schwanger war… und nun war ich neidisch und habe mich geschämt, das zu äußern. Den Kontaktzu ihr konnte ich deswegen nicht mehr ertragen. Vielleicht gibt es deiner Freundin mit dir irgendwie ähnlich wegen der Hochzeit. Aber da ihr so eng befreundet wart, hätte es möglich sein sollen, darüber zu sprechen. Schade, dass sie das nicht konnte. Ich hoffe, du hast inzwischen andere Freundinnen gefunden und vielleicht kommt es irgendwann doch noch zu einer Aussprache. Ich hatte zu der damaligen Freundin später wieder etwas Kontakt, und auch zu einer anderen, mit der jahrelang Funkstille herrschte. Es ist zwar anders, aber trotzdem gut, um der Sache eine Art Ende/ Frieden zu geben. Viele Grüße und alles Gute!

  7. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ich habe eine sehr gute Freundin auch geghostet. Hintergrund ist, dass ich schon immer psychische Probleme hatte, von der Persönlichkeit aber so bin, dass ich das nicht erzähle und immer alles mit mir selbst ausmachte. Meine Freundin dachte auch immer, mit mir ist alles in Ordnung. Als sie ihre große Liebe kennenlernte und ein Kind bekam, konnte ich ihr Glück einfach nicht mehr aushalten. Nicht, dass ich es ihr nicht gönnte, im Gegenteil, ich werde sie immer lieben und will, dass sie glücklich ist. Aber ich konnte nicht daneben stehen und sehen, wie gleichzeitig mein Leben den Bach herunter geht. Finanzielle Probleme, Studienabbrüche, Parties ohne bedeutende Menschen kennenzulernen, ständiges Ziehen von A nach B um Glück zu finden etc. Wäre ich Teil ihres Lebens geblieben, hätte ich mir wahrscheinlich mein Leben genommen. Ich musste gehen. Und wie kann man von einer der größten Lieben des Lebens gehen? Nur durch Ghosting. Anders würde derjenige kämpfen und immer wieder probieren. Sie hätte es nicht akzeptiert. Ich weiß, das ist wahrscheinlich schwer nachzuvollziehen. Aber depressiv und unglücklich sein und alle Entscheidungen im Leben bereuen ist eine schlimme Sache und kann Hoffnungen zerstören. Ich kann nur weitermachen wenn ich mit Menschen zusammen bin, denen es ähnlich geht, um mich nicht alleine als Versager zu fühlen.

    1. Danke Annika für Deinen Post. Ich bin eine die von ihrer Freundin auch geghostet wurde. Einmal davor ging der Kontakt auch für 3 oder 4 Jahre verloren, bewusst, sie hatte mich wissen lassen, dass sie das Gefühl hat in ihren Augen läuft bei mir alles perfekt, ich erzähle ihr immer nur die Punkte, die super laufen und nie die Probleme. Wir haben dann wieder zueinander gefunden aber es war der Wurm drinnen. Ich hatte das Gefühl sie hat dann ihr Verhalten geändert, absichtlich, mir nur das Positive erzählt, sie hat sich dann sogar scheiden lassen und mir von den Eheproblemen und Scheidung erst erzählt, als es schon durch war. Obwohl ich gemerkt habe, dass was nicht stimmt. Kurzum, die Beziehung war nicht mehr schön zu ihr. Ich bin dann weggezogen und wir hatten Anfangs noch Kontakt aber sie hat sich dann plötzlich nicht mehr gemeldet. Und es war mir klar, dass ich vermutlich wieder unabsichtlich nur die schönen Seiten der neuen Stadt herausgekehrt. Ich war einfach super happy. Es ist schade, ja, aber so ist es. Ich finde es auch schade, warum die andere nicht einfach eine Nachricht schicken kann „du ich habe keine Lust mehr“ aber sie hat vermutlich keine Lust auf Diskussionen.

  8. Also so ganz küchenpsychologisch würde ich vermuten, dass A. die Verantwortung des Trauzeuginnen-Seins zu viel war, sie sich aber nicht getraut hat, das zu sagen. Vielleicht hatte sie kurz vorher etwas Schlimmes in Sachen Partnerschaft erlebt, das sie der besten Freundin nicht erzählt hat? Eine unglückliche Liebe/Trennung, vielleicht sogar Vergewaltigung/Abtreibung/Fehlgeburt? Vielleicht war es ihr deshalb unmöglich, bei dem großen glücklichen Event Hochzeit mitzumachen und es mit zu organisieren. Vielleicht konnte sie keine Worte dafür finden und deshalb dieser extreme Cut? Und danach hat sie sich vielleicht so dafür geschämt, dass sie ihrer Freundin nie wieder in die Augen schauen konnte/wollte. Scham ist ja ein sehr mächtiges Gefühl. Wie gesagt, das ist reine Hobbypsychologie, aber ich kann mir schon vorstellen, dass in manchen Lebenssituationen der Besuch einer Hochzeit eine schmerzvolle Sache ist. Und dass nicht jeder Mensch von seinen Problemen erzählen kann.

  9. Ich finde dieses Interview ziemlich selbstgerecht, egozentrisch und voller Opfergehabe. Du redest ganz viel über deine Gefühle in der Freundschaft, aber davon, wie deine Freundin die Freundschaft empfand, sprichst du nicht. Darüber weiß Du anscheinend nichts und deine Freundin hatte dir wahrscheinlich schon lange innerlich gekündigt und mochte dich nicht mehr- vielleicht wegen genau dieser Selbstbezogenheit. Und dass sie sich nicht als Hochzeitsorganisatorin instrumentalisieren lässt, klingt eigentlich sehr gesund von ihr.
    Und du interpretierst das dann so, dass sie neidisch ist auf deine Kinder, Mann, Landleben, das ist echt eine Frechheit. Als ob sich jede Frau nach Mutterschaft und Ehemann sehnt, vollkommen lächerlich. Solche Aussagen kommen auch immer nur von Müttern. Sie mochte dich als Person nicht mehr und wollte dich nicht mehr in ihrem Leben. Und es wäre ihr wahrscheinlich ein Graus, dich noch mal treffen zu müssen. Finde dich damit ab.

    1. Hallo Leonie, ich persönlich finde deinen Kommentar ziemlich verletzend, spekulativ, verurteilend und wenig konstruktiv. Schade! Etwas freundlicher formuliert würde die Botschaft vielleicht besser ankommen Vielleicht gab es aber auch einen ganz anderen Grund. Alles Gute Dir und Dir, Doreen, natürlich auch!

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