Hallo altes Ich! Bist Du noch da? Vom Mamawerden und Frau bleiben.

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Ihr Lieben, neulich habe ich ein Foto von mir gesehen. Von damals. Als ich noch ziemlich im Aufbruch war. Und es hat mich überrascht. Überrascht, wie selbstbewusst ich wirke und es auch war.

Wir werden so sehr optimiert mit den Jahren. Wir lernen in Seminaren, welche die beste Körperhaltung ist, wie wir uns am besten verhalten, um etwas zu erreichen. Es gab an unserer Uni ein extra Seminar für unsere Selbstvermarktung. Ich habe teilgenommen.

Und was bringt es? Wenn ich wirklich all diese Regeln beachten würde, wäre ich nicht nur verkrampft, sondern vor allem nicht mehr ich selbst.

Und dann sind da ja auch noch die Kinder, die Dich eine Zeitlang so sehr in Beschlag nehmen, dass Du Dich selbst zwangsläufig hinten an stellst. Da kommt Dir zügig das Gefühl für Dich selbst abhanden. Dein Selbstbewusstsein.

Manchmal denke ich, ich war früher einfach ich selbst. Und dann kam die Optimierung und kamen die Kinder und nichts hat mein Selbstbewusstsein so sehr erschüttert.

Es dauert eine Weile, bis mir das klar wurde und ich es mir eingestand. Bis ich mich aufmachte, mich langsam wieder an mich ranzutasten. Klopf, klopf, bist Du noch da? Schlummerst Du noch in mir, Du altes Ich? Und oh ja. Es ist noch da! Und sogar noch viel mehr, denn da ist das neue Ich und das alte noch dazu. Und sie brauchten zwar ein bisschen, sich gegenseitig gut zu finden, aber sie haben sich akzeptiert.

Ich durfte am Wochenende ohne Kinder verreisen. Und ich musste an der Straße nicht „Halt Stopp“ rufen und nicht für irgendjemanden den ekligen Spinat aus dem Wirsing zupfen. Ich durfte tun und lassen, was ICH wollte. WAR das schön!Und das Zurückkommen zur Familie. das war auch schön. Beides schön. Alles schön.

P.S. Zu der Reise werden Katharina und ich in den nächsten Tagen noch Näheres erzählen.


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5 comments

  1. Nachdem mein Sohn ein Jahr
    Nachdem mein Sohn ein Jahr alt war, habe ich etwas gesucht, dass nur für mich ist und mich wieder zu mir selbst führt. Ich habe gespürt, dass ich neben dem ganzen Kinderkram auch noch da sein muss und mir die Zeit für mich unbedingt nehmen muss. Leider gestaltet sich das nicht besonders leicht, aber es ist furchtbar wichtig. Sei es nur einmal einen Abend oder einen Nachmittag nichts zu tun (also keinen Haushalt, keine Kinderbetreuung) und einmal in Ruhe ein Buch zu lesen, etwas zu stricken oder einfach einmal im Bett zu liegen und nachzudenken. Mir hilft es auch, wenn ich tief in mich gehe und meine Gedanken aufschreibe.

    Ganz liebe Grüße
    Nina
    http://ninaitwanina.blogspot.co.at/

  2. …aber wann wird es soweit sein ?
    Mein Sohn nun zwei Jahre alt und ich weiß immer noch nicht wo ICH bin. Weder das alte noch ein neues ICH sind zur Zeit zu finden. Alleine, ohne meinen Sohn, gehe ich nur zwei Tage arbeiten und alle sieben Wochen zum Friseur. Mein Partner arbeitet viel und lange und kann nie, zuverlässig, sagen wann er abends Zuhause ist so das unter der Woche Sport oder treffen mit Freunden ( sollten die denn ihre Kinder betreut bekommen ) nicht möglich ist. Vor der Geburt unseres Sohnes habe ich sehr viel gearbeitet. Ich werde wohl eine ganz neue Nina suchen müssen, leider weiß ich nicht wann es endlich so weit sein wird und wenn ich ehrlich bin belastet mich das sehr…….

    1. Hab Geduld!

      Liebe Nina, Dein Kind ist erst zwei. Meine Kinder sind schon 8 und 6 und 6 und ich habe erst jetzt diesen Artikel geschrieben.Natürlich gab es bestimmt auch damals schon kleine Inseln, in denen ich mal ich sein konnte, nur für mich, aber die waren so rar, dass ich nicht auf die Idee kam, das zum Thema zu machen. Das Kinderkriegen und alles, was damit zusammenhängt erfasst manche von uns scheinbar einfach wie eine Welle, durch die wir durchpaddeln, aus der wir immer mal wieder den Kopf heben, um Luft zu holen, in der wir aber auch mal abtauchen und uns wieder freistramplen müssen. Bis wir dann irgendwann und endlich wieder in ruhigere Fahrgewässer kommen. Dann schütteln wir die Nässe ab, wickeln uns in ein flauschiges Riesenhandtuch und lassen Revue passieren, was los war. Und schauen, was von unserem Ich übrig ist, das wir vor dem Abenteuer waren und welche neuen Facetten dazugekommen sind. Ich versprech Dir: Du wirst Dein altes Ich auch wiederfinden. Es geht nicht ganz verloren. Bei niemandem. Hab Geduld!

  3. Sehr erfrischend – kenne ich selbst so gut
    wie du diesen Zustand beschreibst. Mir geht es ähnlich, das Gefühl für mich selbst ist auch etwas gestaut und ich spüre mich vor lauter Kinderdingen (und auch Arbeitsdingen) manchmal nicht mehr so. Und mir hilft auch immer am Besten, wenn ich mir die Zeit nehme, in meinem Tempo und nur für mich alleine Dinge zu unternehmen, sei es eine Kurzreise oder auch einfach ein langer Spaziergang alleine im Wald, ein Cafebesuch, Freundinnen treffen etc. Das muss zwischendurch einfach sein. Dank dir für den Beitrag!